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nenden Hauptfarben aber nach den, den einzelnen Stellen zuges hörigen Umrissen, auf der zweiten Fläche aufträgt. Soll 3. B. eine Figur einen rothen Mantel erhalten, so ist auf der einen Seite die Schattirung dieses Mantels, wie in einer Tufchzeichnung, mit Grau ausgeführt, auf der entgegengesegten Seite ist innerhalb der Ilmeille dieses Mantels die rothe Farbe in einer gleichförmigen Fläche aufgetragen. Dadurch stellt sich das Ganze beim durchfallenden Licht gehörig ausgemahlt dar, ohne daß die I urchsichtigkeit und der gleichförmige Farbenglanz merflich ges mindert ist. Die Umrisse, so wie die feineren Sheile, als Ge: sichter, Hjánde, Laubwerf 2c. werden gleichfalls auf der Schattens feite nach der Aquarellmanier ausgeführt, indem das freie Glas für die Lichter bleibt. In einzelnen Fällen trägt man auf beiden Seiten an den entsprechenden Stellen einander gegenüber Haupts farben auf, oder man legt einer auf der Schattenseite mit dem Pinsel durchsichtig ausgeführten Partie, z. B. einer Waldgruppe, auf der anderen Seite eine Hauptfarbe, g. B. gelb, orange, hell. blau, gegenüber, wodurch dann beim Durchscheinen gemischte fare ben entstehen. überhaupt hångt auch hier das Meiste von dem Urtheile und dem Scharfsinne des Künstlers ab, fowohl in der gehörigen Anwendung und Kombinirung der Farben, als in der Auswahl des Gegenstandes felbst, damit für diesen die glänzendo sten und schönsten Farben in größeren Flächen angebracht werden fónnen. Die zu bemahlende Glastafel wird vorher mit reinem, an der Luft zerfallenem Kalf gehörig abgerieben.

Die vorher S. 55 für Roth und Gelb angegebenen Farben, welche bein Einbrennen nur die Oberfläche des Glased färben, obne selbst eine geschmolzene Schichte zu bilden, werden nur als Hauptfarben zum Illuminiren gebraucht; die eigentlichen Email: farben dienen sowohl zum Mahlen alb zum Fluminiren. Da diese Hauptfarben gewöhnlich dick aufgetragen werden müssen, was mittelst des Pinsels weniger gleichförmig geschehen kann, so bringt man, nachdem sie, wie oben bemerkt, mit Serpentinöhl zur nöthigen Konsistenz angemacht, eine Portion derselben auf die zu überziehende Fläche, und läßt sie sich hier, unter Nachhülfe mit dem Pinsel, außbreiten (ausfließen). Sollte ein Theil der Fläche einen dunkleren Farbenton erhalten, fo fann an diesem Theile

die Farbe dicker angebauft werden. Nach dem Srofnen nimmt man die Farbe mit cinem misser an denjenigen Stellen weg, wo sie etwa den Umriß überschritten haben sollte. Eben dieses Vers fahren befolgt man auch, wenn die Außenflache von Glasgefäßen mit den durch das Silberorrd entstehenden Nüanzen von Gelb und Drange versehen werden foc.

Bei großen Gemahlder werden die einzelnen Glastafeln, aus. denen dieses zu bestehen hat, mittelst Beistreifen zusammengefeßt. In diefem Falle werden in den größeren einfarbigen Partien (welche bei dem kleinern Gemahlde mit einer Hauptfarbe zu illum miniren wären) Glastafeln aus gefärbtem Glase (S. 35) ges nommen, und auf der einen Flache derselben die Schattirung auf gewöhnliche Art ausgeführt und eingebrannt, wodurch die Arbeit abgekürzt und erleichtert wird. Bei den mit Roth überfangenen Glastafeln (S. 39) fönnen verschiedene Schattirungen dadurch hervorgebracht werden, daß man auf der rothen Seite durch Schleifen mit Schmirgel von der hier aufliegenden rothen Glas: schichte mehr oder weniger nach den bestimmten Umrissen wegs nimmt. Schleift man die rothe Schichte bis auf das weiße Glas durch, fo fann man an diesen Stellen auf der entgegengesepten Seite beliebige Farben auftragen, wodurch ein mannichfacher Effekt hervorgebracht werden kann.

Das Einbrennen fann auf zweierlei Art geschehen. Nach der ersten und ältern Art schichtet man die einzubrennenden Scheiben mit Kalkpulver in einer länglich vieredfigen Pfanne aus gebrannter Töpferwaare, oder besser aus Graphitmasse. Diese Pfanne hat die Größe der größten Glasscheiben, die man brennen will, und etwa 5 Zoll Hõbe. . Man nimmt gebrannten, an der Luft zerfallenen Kall, den man über Feuer wieder gehörig ausgetrocknet hat, und bedeckt den Boden der Pfanne etwa einen Zoll hoch damit. Auf diese geebnete Unterlage legt man eine Glas: tafel, besiebt diese mit einer dünnen Lage Kalk, legt eine zweite Tafel auf, und so fort, bis die Pfanne beinahe voll ist, wo man dann die lebte Tafel noch mit Kalf überlegt. Man feßt nun diese gefüllte Pfanne auf einen Rost von eisernen Duerstangen in einen mit einer Kuppel verschenen Ofen. Unterhalb jenes Tragrostes befindet sich der eigentliche Feuerrost, auf welchem mit dúrrem,

und kleingespaltenem Buchenholze geheißt wird, wo fonach die Flamme die Pfanne von allen Seiten bestreicht. An der Seite, in der Höhe des Tragrostes, befindet sich eine mit Ziegeln zu verschließende Öffnung, um durch dieselbe die Pfanne einschieben und später auch beobachten zu fönner. Nach dem Einsegen der Pfanne wird zuerst ganz aUmählich zwei Stunden lang geheißt, und dann das Feuer nach und nad, verstärkt unterhalten, bis die Pfanne dunkelroth glüht; worauf mar das Feuer wegnimmt, den Dfen verschließt, und ihn der allmählichen Abfühlung überläßt. Man felt auch oben an den inneren Seitenwänden der Pfanne nahe senkrecht Glasscherben auf (Bachter), und treibt die Hiße so lange, bis diese anfangen sich zu biegen; allein der Grad des Olühens der Pfanue gibt ein mehr sicheres Kennzeichen für denjenigen ab, der in dieser Manipulation einige Übung besikt. Nach der Abfühlung nimmt man das Glas aus der Pfanne und reinigt es mit einer Leinwand. Der Ofen fann übrigens auch so eingerichtet seyn, daß mehrere Pfannen zugleich eingelegt werden fönnen.

Da diese Art des Einbrennens übung erfordert, und nicht immer sicher ist; so hat man in neuerer Zeit eine andere Methode gewählt, bei welcher man im Stande ist, die Glasscheibe von Zeit zu Zeit zu betrachten, und sich von der Vollendung der Vers glasung zu überzeugen. Man braucht dazu einen für diesen Zweď eingerichteten Muffelofen, dessen Muffel aus Platten von feuer: festem Thone zusammengesegt ist. Über dem feuerherde liegen, auf den Seitenmauern aufruhend, drei bis vier eiserne Querstan: geni, auf welche eine aus gutem Thon mit Sand oder aus Glass ofenzeug verfertigte Platte 19" lang, 1741 breit und 261 dick ge: legt ist. Auf der hinteren und den beiden Seitenfanten dieser Platte sind senfrecht drei andere Platten von gleicher Dicke und 49/2 Zoll Höhe aufgestellt, und mittelst Thonbrei unter einander und mit der unteren Platte gut verbunden : auf diese Wände ist als Decke eine andere, der unteren Platte ganz gleiche Platte aufgelegt. Uuf diese Art entsteht ein viereckiger Kasten, dessen innere Dimension eine Länge von 15" auf eine Breite von 14" hat, und dessen vordere Seite offen ist. · Diese vordere Öffnung wird mit einem beweglicheu Deckel oder Schieber (um die Hige in der Muf

fel zusammen zu halten) bis auf etwa 1-30U von der unteren oder Bodenplatte geschlossen, so daß auf diese Art eine Öffnung von der länge dieser Platte und 1 zou Höhe bleibt, durch welche die Glastafeln in die Muffet eingeschoben werden können. Don den Seitenmauern des Feuerherdes, welche lich über der Dedplatte in einem niedrigen Gewölbe schließen, stehen die Seitenwände des Kastens etiva 2 Zou entfernt ab, so daß sie rings von dem Fcuer bestrichen werden. Wenn der Ofen geheißt wird, stellt man 'die einzubrennenden Glastafeln zum Unwärmen in einer in der Mauer des Ofenis zu diesem Zwecke angebrachten Vertiefung neben ein ander. Wenn die Muffel zum Glühen gebracht ist, legt man eine der' angewärmten Glastafeln mittelst einer Zange auf eine mit einem hinreichend langen Stiele versehene Platte von starkem Eisenblech, die völlig eben und glatt und vorher ebenfalls anges wärmt ist (mit der Schattenseite nach unten), und schiebt diese allmählich durch die vordere schmale Öffnung in die Muffel, läßt sie da fo lange, bis die Farben in Fluß gekommen seyn können, zieht sie wieder heraus, um sich von dem Fortschritte der Verglefung zu überzeugen, schiebt sie wieder ein, wenn die Arbeit noch nicht vollendet seyn sollte, und bringt sie endlich in den Kühlofen als solcher dient ein viereckiger Kasten aus gebrannter Chonwaars mit dünnen Wänden, von der Höhe und Breite der größten Gles. tafeln, welcher niit einem Zwischenraume'von etwa 2 Zollen sou einem gemauerten Vierecke umgeben ist; an dessen vier Site sich vier Offnungen für den Luftzug befinden. Der Zwisdemesan zwischen den Wänden des inneren Kastens und des ihn umgetes den Wierecks wird mit Rohlen zur Erhibung deso Kastens gelie und die Offnungen in den 4 Wänden reguliren die Spike. If den Kasten paßt ein Deckel von Eisenblech, mit welchem e te deckt wird, so oft eine Glastafel hineingestellt worden tjt. mit diesen angefüllt, so laßt man die Kohlen ausgehen at sa Ofen abfühlen,

: : i Der Herausgetes

S 1 a 8 | d l eife n. Durch das Glasfchleifen sollen der Oberfläche des Glases beliebige Formen und Verzierungen mittelst ab. oder Auss schleifend eines Theiles der Masse gegeben werden. Dabei wird entweder die Vollendung und Verzierung der feinern Kohlglas. waare, so wie anderer Glasflücke (Krystalwaare, Schleifwaare, f. Urt. Ola8, Bd. Vl., 8. 638) bezweckt, oder es fou den Glaslinsen, welche zum optischen Gebrauche dienen, die sphärische Form ihrer Oberfläche gegeben werden. Beide Zwecke erfordern verschiedene Manipulationen, daher hier . 1) von dem Schleifen der Krystallwaare, 2) von dem Schleifen der optischen Gläser die Rede ist. Im Augemeinen geschieht das Schleifen dadurch, daß man zuerst die Glasfläche durch Abschleifen mit Sandstein oder durch Sand oder Schmirgel mittels einer Eisen., Kupfer: oder Messingscheibe rauh bearbeitet, bis die verlangte Form hergestellt ist (rauh schleift), dann die Fläche mittelst feinem Schleifstein oder feinem Schmirgel auf Metall feinmatt herstellt, so daß fie schon etwas durchscheinend zu werden anfängt (fein oder flar schleift); endlich mittelst eines Polirmittels (Zinnasche, Trippel oder Kolfothar) polirt.

1. Das Schleifen der Krystallwaare. Die Glaswaare, deren Oberfläche durch das Schleifen ver: ziert wird, ist entweder aus weißem gemeinen Glase oder aus Krystallglas (bleihältigem Glas) hergestellt. Das legtere ist im allgemeinen, da es weicher ist, leichter zu bearbeiten, und taugt besser für fazettirte Verzierungen, weil es wegen seiner stärkeren Lichtbrechung einen größeren Glanz besikt. Bei einer Glasfabrik, die feines Hohlglas oder Schleifwaare liefert, macht das Schlei: fen einen bedeutenden Sheil der Fabrikation aus, weil beinahe alle Gefäße dieser Art, Becher, Flaschen 2c. wenigstens am Bos den und am Rande eben geschliffen werden. Es ist deßhalb ein geräumiges lofale vorhanden, in welchem an der Fensterseite eine Reihe von Schleifbánfen (Drehbänken) angebracht ist, welche mittelst einer derselben parallel laufenden, durch ein Wasserrad umgetriebeuen Welle in Bewegung gefeßt werden, indem diese

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