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gerade Anzahl Zähne hat. Um dieß jedoch schneller ohne Verwens dung bedeutender Uufmerksamkeit bewirken zu können, ist die Scheibe C zur Hälfte am Umfange mit Einschnitten versehen, die zur Erreichung obiger Bedingung paarweise stehen, und zur Eintheilung von Rädern gehören, die eine verschiedene gerade Anzahl von Zähnen haben, in welche der auf S angebrachte Sperrhafen h' durch die Feder ir gegen die Scheibe gedrückt, einfällt.

Bei dem Gebrauche desselben, der einleuchtend ist, muß die Schraube a' ausgerückt werden. Soll jedoch der Sperrhafen h in einem bestimmten Einschnitte ungestört bleiben, so schraubt man den Stift k' so weit aus der Schraube vor, bis der Sperrs hafen an ihm anliegt, fig. 1 und 3, Jaf. 135, was deßhalb nothwendig wird, weil der Arbeiter, nachdem er durch Einschnei: den eines Desseins, welcher den erwähnten Gebrauch des Hafens erforderte, diesen aus Gewohnheit bei einem nachfolgenden wie: der gebrauchen fönnte, wenn nicht etwa die Schraube a' einges legt ist. Sou jedoch diese gebraucht werden, und der Sperrba: fen ausgehoben bleiben, so geschieht dieß, wenn der Griff dess felben unter den Schraubenstift k' gelegt wird.

Um nun dem zu bearbeitenden Stúde die beiden Hori: jontal: Bewegungen zu geben, wovon die Richtung der mit der Achse der Spindel oder dem Meißel parallelen die erste, und die der darauf senfrechten die zweite genannt werden soll, ist in der Bauf A ein starker eiserner Rahmen V, Fig. 1, Taf. 135 eingelassen, der in Fig. 4 im Grundriß, und in Fig. 5 in der Seitenansicht dargestellt ist, aus vier über einander genieteten Schienen besteht, und durch die Sdyraube 1, fig. 2 befestigt wird. In Fig. 4 sind die löcher in dem Rahmen für die Bolzen dieser Schrauben mit I bezeichnet. Zwei gegenüber befindliche Schie: uen tragen in den hiezu angebrachten Ansagen die fonischen Spis Ben m, deren eine fest, die andere aber, durch die mit einer Gegenmutter zum sichern Feststellen versehenen Schraube n be: weglich ist. Zwischen diese Spißen wird das in Fig. 6, 7, 8, 9 Taf. 135. mit W bezeichnete Eisenstück eingelegt, welches an zwei Seitenflächen für die Spißen m passende Vertiefungen hat. Die zwei andern Seitenflächen desselben haben vier, je zwei nabe an

dessen Ende einander gegenüber stehende åhnliche Vertiefungen, in welche die in dem untern gabelförmigen Ende der in Fig. 6 als Vertikal., fig. 7 als Horizontal - Projektion dargestellten Dos cken befindlichen Spigen o eingeschoben werden. Eine dieser Spißen ist wieder unveränderlich fest, die andere kann durch eine Schraube vorgeschoben oder zurückgezogen, und durch eine Gegen: mutter festgestellt werden. Fig. 8 stellt die andere Vertikal - Pros jektion der Vorder: und Fig. 9 die der Hinterducke dar, welche auch die Schrauben mit ihren Spigen o und Gegenmuttern deut. lich zeigen. In das andere obere ebenfalls gabelförmige Ende der Docken sind die Lagerfutter r für die Spindel so eingelegt, daß sie sich um die an die Schrauben p angedrehten fonischen Spi. Ben etwas drehen können. Die aus der für sie geeigneten Metalls legirung bestehenden Futter haben eine Form, wie sie die in Fig. 2, Taf. 136 als Långendurchschnitt der mit ihr in Verbin. dung stehenden Cheile dargestellte Spindel X fordert. Diese ist nämlich an der Lagerungsstelle q in Form zweier mit den Spißen gegen einander gekehrter, abgestußter Kegel eingedreht.

Man wird jeßt leicht einsehen, daß die Spindel in die so eingerichteten Dockenlager eingelegt, durch Drehung der Docken um die Spißen o, eine horizontale Bewegbarkeit in der ersten, und durch Drehung derselben um die Spißen m eine in der zweis ten Richtung erhält. Freilich gehen diese Bewegungen nicht in horizontalen Ebenen, sondern in Zylinderflächen vor sich, des ren Achsen die Drehungsachsen sind. Doch da diese Drehungen immer nur um fleine Winkel geschehen, und die Docken ziemlich lang, d. h. die Entfernung der Spindel von den Drehungsachsen groß ist, so ist die Abweichung der Zylinderfläche, welche die Spins del beschreibt, von der Horizontal : Ebene nicht zu beachten, ja bei den meisten Desseins hat sie durchaus gar feinen nachtheiligeu Einfluß.

Die Bewegung der Spindel in der ersten horizontalen Kich: tung durch die Drehung der Docken, um die Spigen o zu erhal, ten, ist erst eine Einrichtung der neuesten Zeit, und man findet auch noch meistens die Anordnungen so, daß diese erste durch Verschieben der Spindel in ihren Lagern, die zweite aber durd) Dre: hen der mit einander fest verbundenen Docken, um die Spigen m,

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welche dann gleich in die Docken eingreifen, erreicht wird. In den ersten Zeiten nach Entstehung der Guillochir - Maschinen fuchte man auch die zweite Bewegung durch verschieben zu er: reichen, indem man an der Spindel zwei Schieber befestigte, welche an den feststehenden Docken die gehörige Führung erhielten. Sehr bald jedod, ging man davon ab, da man die Bewegung nach der zweiten Richtung durch Drehen um Spißen weit vor: theilhafter fand, indem diese viel ficherer und mit geringerem Kraftaufwande geschieht, welcher leştere Umstand nothwendig auch eine viel gleichförmigere und reinere Bearbeitung des Stückes möglich macht, da die Stöße, welche die bewegten Mallen era zeugen, wenn die Geschwindigkeit derselben Null wird, und sie eine rúdgängige Bewegung einzuschlagen gezwungen sind, bei größern auf sie beständig wirkenden Kräften um so größer werden.

Daß das Verschieben der Spindel in ihren Lagern noch bei. behalten wird, mag darin zu suchen seyn, daß eine andere Einrichtung komplizirter und die Verschiebung in dieser Richtung nur innerhalb sehr nahe liegenden Grenzen nöthig wird, weil sie die Liefe der eingeschnittenen Verzierungen bestimmt, diese eben ver: möge dem Begriffe des Guillochirens nur sehr gering zu seyn braucht. Zur Einleitung dieser beiden Horizontal - Bewegungen und zur Führung der Spindel nach jenen Gefeßen, nach welchen dieselben den hervorzubringenden Verzierungen entsprechend, er: folgen sollen, dienen:

1) die sogenannten Patronen (rosettes), 2) der Anlauf (touche), und 3) ; w ei federn, welche die Spindel beständig nach einer

Seite dieser beiden Richtungen zu bewegen suchen.

1) Die Patronen sind 2 bis 3 linien dice messingene, oder auch aus jener Legirung, woraus Zapfenlager bestehen, verfertigte Scheibenringe, bei denen entweder die äußere Zylinders flache, oder ein am aufern Umfange aus ihren Kreisflächen her. vorragender schmaler ringförmiger Streifen, oder wohl auch beide zugleich mit regelmäßig angebrachten verschiedenartigen Erhöhun: gen und Vertiefungen, wie sie gerade für die durch sie hervorzu. bringende Verzierung geeignet, versehen sind.

Fig. 3 und 4, Taf. 136 stellen eine Patrone der legten Art, in vorderer und Seitenansicht dar.

Diese Patronen L' werden über die Trommel D' gescho. ben, wie Fig. 1, 2, 3, Taf. 135 und 1, 2, Taf. 136 zeigen, , und durch einen auf dieser nach ihrer Länge aufgeschraubten parallelepipedischen Streifen, der in den Einschnitt derselben wi Fig. 3 Taf. 136 paßt, gegen das Drehen auf ihr gesichert.

Da die Erhöhungen und Vertiefungen derselben die Formen der auf die Oberfläche des zu verzierenden Gegenstandes einzus schneidenden Linien bestimmen, aus denen die Verzierungen jeder: zeit bestehen, so sind von diesen Patronen oft sehr viele nothweus dig, und damit man nicht zu oft mit den auf der Trommel aufges steckten wechseln muß, so soll die Trommel D' mehrere derselben fassen fónnen.

Saben sie alle nahe gleichen Durchmesser, so wird es noths wendig, daß die Kreisflächen derjenigen, welche auch an diesen jene wellenförmigen Erhöhungen und Vertiefungen haben, von den andern Patronen etwas entfernt gestellt sind. Dieß geschieht oft durch Dazwischenlegen von Ringen x'. Um jedoch dieselben auch vollkommen gegen alles Wanken zu sichern, können diese Ringe sogleich an jene Patronen angegossen werden. Das Aufs stecken auf die Trommel fann sehr leicht geschehen, wenn die Schrauben x herausgenommen werden, deren über die Trommel vorragende Köpfe, nach dem sie angesteckt sind, die Patronen fest an einander drucken, und gegen das Abschieben sichern.

2) Der Unlauf p' ist ein vierfantiges Stahlstäbchen, oder in früherer Zeit auch von Elfenbein, welches an beiden Enden sos wohl vorn als auch zu beiden Seiten schrág wie zu einer Schneide zugefeilt, die Schneide jedoch rund abgeschliffen und polirt ist. Um denselben, wie es seyn soll, der Spindel zur Seite unverän: derlich ruhend anbringen zu fönnen, stehen, um es auf jeder Seite thun zu können, mit den beiden Seitenschienen des Rahmen8 V, aus einem Stücke bestehend die zwei Träger K', Fig. 1, 2, 3, 4, Caf. 135 (in Fig. 3 mit punftirten Linien angegeben), deren horis zontal liegendes Stück mit einem Schlik versehen ist. Auf diesem Träger fann das Eisenstück r' hin und her geschoben werden; da. mit dieses aber nicht zur Seite ausgleiten fönne, übergreift es

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etwas den Träger. Es enthält die viereckigen Löcher s', fig. 3, Taf. 135, die etwas seichter sind als die Höhe des Anlaufs, in welcher dieser eingelegt werden kann. Der Deckel 1" ruht dann auf dem Anlauf p'. Durch den Deckel, das Stück r' und durch den Schliß des Trägers geht eine Schraube, welche den Unlauf an das Stück und dieses an den Träger durch den Schraubenkopf u', und die Flügelmutter vo fest andrückt.

3) Die Stabifeder q', welche die Spindel in der er: stern Richtung bewegen fou, ist an dem hölzernen Verbindungsstuck N der beiden hintern Füße C durch die Ochraube r" befes stigt, geht durch ein an B angebrachtes Dhr s', welches die Fe: der gegen Ausgleiten nach der Seite schüßt, dann durch den Eins schnitt G der Bant durch, und ist am andern Ende durchbohrt, um die Schraube t' durchstecken zu können. Diese Schraube ist durch ein Gelenk mit dem Stabe u' verbunden, und dieser wies der durch ein zweites Gelenk, dessen Drehungsachse auf der des erstern fenfrecht steht, wodurch man eine Art Universalgelen er. bált, mit dem an der Hinterdoce angebrachten Eisenstabe po (Fig. 6 und 9, Taf. 135).

Die Feder fann nun durch die beiden Muttern w' rück- und vorwärts oder so gespannt werden, daß die Spindel in der ersten Richtung entweder fortwährend vorgedrückt oder auch zurückgezo. gen werden fann.

Jene Feder, welche die Spindel in der zweiten horizontalen Richtung zu bewegen sucht (gewöhnlich nach Pirt der Uhrfedern), befindet sich in dem Federgehäuse F', und fann, wenn dasselbe unbeweglich gehalten wird, durch Drehen an dem Kopfe der Welle l' gespannt, und durch den an das Sperr-Rad m' mit der Feder n' angedrúdten Sperrkegel of gegen das Zurückgehen gesichert werden. Durch die am áußern Umfange des Federhause8 anges brachte und mit ihrem andern Ende an die Hinterdocke angehängte Kette Go wird das Federhaus unbeweglich gehalten, oder die Docke mit der Spindel gegen dasselbe hingezogen. Die Welle 11 ruht in der Gabel des Trägers H', der durch die Schraube 11 an die Bank A angeschraubt ist.

Damit man nach Erforderniß die Spindel nach der einen oder andern Seite ziehen könne, befinden sich zu beiden Seiten

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