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wenn man sie nur mit den nöthigen Vorrichtungen versieht, welche noch jene drei legtern Bewegungen der Spindel, und somit dem an ihr befestigten Stücke mittheilen. Daher sind auch alle derlei Maschinen als eine Urt Drehbänke anzusehen, die sich noch durin von diesen unterscheiden, daß der Bewegungs. Mechanismus für die Drehung nicht für den Fußtritt, sondern für das Drehen mit der Hand an einer Kurbel eingerichtet ist, und alle Bewegungen auch viel langsamer vor sich geben, sowohl um sie mehr nach Willkúr leiten zu können, als auch damit für die bewegten Massen hinreichend Zeit vorhanden sey, auch die schnellen Wendungen der Linien des bervor zu bringenden Desu seino bei ihren meistens ungleichförmigen Geschwindigfeiten mit Bicherheit zu verfolgen. - Bei jenen Maschinen, welche zwar die Drehung des Stückes geben, aber die übrigen Bewegungen dem Meißel mittheilen, wie sie zum Guillochiren der Druckwalzen gebraucht werden, bedient man sich des fogenannten Molettir. Werfes, an welchem die erforderlichen Vorrichtungen für den Schneidestahl angebracht werden. Dieses gewährt den Vortheil, daß Muster, welche durch Guillochiren und Molettiren erzeugt werden sollen, mit aller Präzision ausgeführt werden können, wenn die Walze auf einem und demselben Werfe unverändert ges lagert bleibt, und nur für die erstern die Vorrichtungen zum Bes wegen des Meißels, für die andern aber die der Molette auf dem Molette : Träger nach einander aufgeseßt werden.

Fig. 1, 2 und 3, Taf. 135, stellen eine Maschine der ersten Art, als Horizontal., Vertikal - Projektion und Seitenansicht dar. Das Gestelle derselben besteht aus einer starken hölzernen Bant A, die auf dem Luerbalken B ruht, in die drei Füße C einger fept, und die durch die vier starten eifernen Schraubenbolzen D mit der Banf verbunden sind. Damit der Arbeiter so nabe als möglich zur Arbeit sehen und ruhig ligen fónne, ist die Banf A bei E eingesdynitten. Zur Hervorbringung der drehenden Bewes gung des Stückes trägt die Banf an jener Seite, wo der Arbeis ter sich befindet, mittelst der Schraube a, die mit dem Schliße b zum Verschieben derselben versehene vertikale Schiene I, welche durch die Schraube c die horizontale Stange k fest hält. An diese sind die Hülsen d und e geschoben, welche mit den Stelle

fchrauben { an jeder beliebigen Stelle von K festgestellt werden können. Die drehbare Role M ist mittelst der vierkantigen Ver. längerung ihrer Welle durch die Schraube g an der Hülse e festo gehalten, und die ebenfalls vierkantige Verlängerung der Welle der freien Rolle L, ist in dem, an der Hülfe d befindlichen ga: belfórmigen Eisenstücke h zweimahl gelagert, und durch die Schraube i vor dem Verschieben in ihrer Richtung gesichert. Auf dem in fig. 2 und 3 mit punftirten Linien angedeuteten Verbindungsstück N zweier Füße der Bank C ist die an ihrer Welle fich frei drehs bare Rolle o fo gelagert, daß sie nach Erforderniß auf- und abwärts geschoben, und durch die Schraube k festgestellt wer. den fann, wie dieß aus Fig. 2 hinreichend deutlich zu ersehen ist. an o ist die kleinere Rolle P befestigt, die sich also mit ersterer zugleich drehen muß. Die Rollen M, O und P sind mit meh. reren spißwinkligen Einschnitten versehen, wie dieß bei Schnur. fcheiben der Fall ist; L hingegen ist eine doppelte Riemenscheibe mit erhöhten Rändern, deren zwei Scheiben verschiedene Durch. meller haben.

Legt man nun über die Rolle M eine starke Schnur oder Darmsaite Q, umschlingt L einmahl ganz mit derselben, und laßt diese auch noch um die Scheibe O geben; legt man ferner um die Scheibe P und die auf die Spindel fest gesteckte messin. gene Schuurscheibe s die gefreugte Schnur R, so wird man durch Drehen an der Kurbel T bei der nöthigen Spannung der Schnüre die Umdrehung der Scheibe S, und somit auch des zu verzierenden Stückes bewirfen können. Die kleinere Scheibe P ist deßhalb an der größern 0 angebracht, um die Unidrehungos Geschwindigkeit der Spindel zu verringern, da diese Maschinen bei Hervorbringung den meisten Desseino, wie früher erwähni, nur mit geringen Geschwindigkeiten sich bewegen dürfen. Um jedoch diese in den erforderlichen Gränzen verändern zu können, ist die Rolle L doppelt und die Schnurscheibe M, mit den an ihr befindlichen Kurbel U angebracht. Denn schlägt man die Schnur Q um die größere Scheibe der Rolle L, oder dreht man an der Kurbel U, so wird man die Umdrehungo · Geschwindigkeit des Stückes jedenfalls vermehren.

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Ist der Durchmesser der Scheibe S = D der der Scheibe.

P = d jener von jener der größern Scheibe von

L = d. der der kleinern von

L = SI und endlich der Durchmesser von M = d", und schlägt die Schnur um die Scheibe vom Durchmesser 8, und dreht an der Kurbel T; To findet man leicht, wenn die Anzahl der Umdrehungen der Scheibe S oder des Stücks , während einer Umdrehung der Kurbel bezeichnet :

d &

D, Dr Sat Schnur um die Scheibe vom Durchmesser di schlägt, und an T dreht, so ist wieder

d.d'

D.D.' und gilt - als dieselbe Bezeichnung für den Fall, wenn man die Kurbel U dreht, so wird

d.d

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welche Ausdrücke um so größer sind, je nachdem 8, di und d" größer werden.

Irifft man die Einrichtung so, daß sich die Rolle L auch in der Richtung ihrer Drehungsachse verschieben läßt, um jeders zeit die zwei Kreisebenen jener Scheibe von L, um welche die Schnur gelegt ist, in die Richtungen der Kreisebenen von O brin: gen zu können, so kann man mehrere derlei Scheiben an L befes stigen, und die Rolle M mit ihrer Kurbel, Lagerung und Hülfe entbehren.

Die Spindel felbst, die auf diese angegebene Weise gedreht wird, ist in Fig. 2, Taf. 136 im vertikalen Längens, und Fig. 1, Jaf. 136 im vertikalen Querdurchschnitt, nach 1, 2 und 3, 4, fammt den mit ihr verbundenen Theilen dargestellt. Sie hat vor dem Lager q, welches in die Vorderdocke zu liegen kommt,

den Kopf Y, der entweder mit Schraubengången versehen, oder auch ein bloßer Zylinder ist, je nachdem man entweder die zur Einleitung der vertikalen Bewegung des Arbeitsstückes geeignes ten, oder auch andere zur Vervielfältigung der zu guillochirenden Muster dienende Porrichtungen, von denen noch unten die Rede feyn wird, oder gleich unmittelbar das Futter 2, Fig. 1, 2, 3, Taf. 135 und Fig. 2, Taf. 136 anschrauben, oder bloß anstecken, und durd; die drei Schrauben s feststellen will. Ähnliche Futter haben auch dann die zulegt erwähnten Vorrichtungen, die alle zur Aufnahme jenes zweckmäßig vorgerichteten, durch die Schrauben t derselben Figuren festzuhaltenden Holzstückes dienen, worauf das zu verzierende Urbeitsstück aufgefittet ist. Von der hintern Seite der Spindel her wird die messingene Scheibe A' drehbar aufges stedt, und durch den an der Spindel angedrehten Ring u gegen das Abgleiten nach vorn gesichert. Zur Vermeidung des Wantens derselben ist an ihr der Ring v angegossen. Eine áhnliche drehbare Scheibe B' befindet sich weiter rückwärts, an die der Ring C' und der hohle Zylinder D', die sogenannte Trommel, durch die Schrauben w und wo verbunden ist.

· Diese Scheibe wird mit der Trommel so weit vorgesdoben, bis diese die Scheibe A' berührt, und wird mit ihr durch die drei Schrauben x, von denen in Fig. 3, Taf. 135, und fig. 2, Taf. 136 nur eine zu sehen ist, deren Köpfe etwas über die äußere Mantelfläche der Trommel hervorragen, verbunden. Weiter rück: wärts bis zum Lager in der Hinterdocke ist die Spindel zuerst achteckig, und dann hat sie Schraubengånge eingeschnitten. Auf den achteckigen Theil ist der Ring y aufgeschoben, um die Sdheibe Bi von der auf eben diesem Theile gesteckten Schnurscheibe S zu trennen, welche beide y und s sich also nicht auf der Spindel drehen können.

Vor dem Zurückschieben aller dieser mit der Spindel in Vera bindung stehenden Theile dient die Schraubenmutter E', welche auch noch vor dem unfreiwilligen Zurückschrauben durch die Stell: schraube z gesichert werden kann. So eingerichtet sieht man, daß die Trommel gegen die Schnurscheibe, also auch gegen das Arbeitssiúch verdreht werden könne. Um nun aber auch diese

Technos. Encyklop. VII, BD. .

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Perdrehung derselben um bestimmte Winkel vornehmen, oder auch die Trommel gegen das Arbeitsstück unveränderlich fest stellen zu können, ist auf der Scheibe S die Schraube al aufgelegt, welche in die geeignet vorgerichtete Verzahnung der Scheibe B' eingreift.

Nahe am rânderirten Schraubenfopfe hat sie das Rädchen b', dessen Vertiefungen so eingeschnitten sind, daß die an ihrem Gestelle c' befestigte Feder d', die in diese Vertiefungen ein: greift, beim Umdrehen der Schraube ausgehoben wird, und so beim Einfallen ein Klappen verursacht, durch welches der Arbeiter die Anzahl der Umdrehungen, die er gemacht hat, ohne auf die Eintheilung des Rädchens zu sehen, zählen, und so die Trommel gegen die Scheibe nach Erforderniß um gleiche oder ungleiche Winkel drehen kann.

Kennt man die Entfernungen der Schraubengänge und den Halbmesser der Scheibe B', so kann man die Drehungswins kel derselben bei einer gewissen Unzahl Umdrehungen der Schraube bestimmen; denn ist r der Halbmesser des Theilrisses der Scheibe, b die Entfernung eines Schraubenganges vom anderen, und $ der Winkel, um welchen sich die Scheibe bei einmahliger Umdres

b hung der Schraube dreht, so wird rx = b; also ý hat das Rädchen bei gleicher Theilung m Vertiefungen, so ist

į nach einmahligem Klappen der Winkel

b

zurück gelegt worden.

Um jedoch die Trommel auch frei um größere Winkel schnell drehen zu können, muß die Schraube a' zum Ausrücken eingerichtet feyn. Dieß wird möglich, wenn man den einen Fuß er des Gestelles ch in der Scheibe S drehbar befestigt, und der andere fr sich in einem bogenförmigen Einschnitte der Scheibe S bewegen kann. Dieser Fuß endet in eine Schraube, und kann durch Anziehen der an der hintern Seite von S befindlichen Muts ter g' festgestellt werden. Diese Schraube ad ist auch geeignet, die einmahl um einen gewissen Winkel gegen die Schnurscheibe verstellte Trommel wieder an ihre frühere Stelle zurück zu führen, welches in manchen Fällen auf eine Weise nothwendig wird, daß jener Winkel der Sheilung eines Rades zugehört, welches eine

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