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demselben Waubade färbt man gewöhnlich die dunkleren Schattis rungen zuerst, und dann die lichteren. Bei sehr dunklen Nuana zen gibt man zuleßt noch eine Bräunung mit einem mit etwas Eisenvitriol versekten Blauholzabsud (Bd. III. S. 80).

Ein unachteo Grún erhält man, wenn man statt des Rús penblaus das Sächsisch : Blau anwendet. Man siedet zuerst das Luch, wie zum Gelbfärben mit Wan, an, und wäscht es aus; man focht dann Gelbholz anderthalb Stunden lang mit Wasser Qus, fühlt das Bad bis zur Lauwärme ab, und gießt 2/3 der schwefelsauren Indigauflösung, die man für die Schattirung der farbe für nöthig erachtet, hinzu, mischt das Bad, und nimmt den Zeug zwei bis drei Mahl schnell darin herum. Nachdem der Zeug herausgenommen, reßt man das legte Drittel der Indigo auflösung hinzu, fårbt unter langsamem Umdrehen des Haspels, und nimmt den Zeug heraus, ehe das Bad zum Sieden kommt. Statt des Gelbholzes fann auch die Querzitronrinde angewendet werden. Das Gelb des Bau würde zu sehr durch die Säure der Indigtinktur geschwächt werden. '

Um Oliven farben zu erhalten, fårbt man das Tuch oder die Wolle zuerst Blaugrau (S. 185), reinigt es, und bringt es dann in ein Waubad, dem man etwas Grúnspan zugelegt hat. Bendet man statt des Waubades ein schwaches Fustelholz: oder Nußschalenbad an, so geht die Farbe mehr ins Bräunliche.

2. auf Seide. Hier färbt man in der Regel zuerst gelb, und legt dann das Blau auf. Man gibt zuerst eine starke Alaunbeiße, wäscht dann in fließendem Wasser aus, und läßt die Strähne in einem Baus bade durchlaufen, bis das Gelb die gehörige Höhe für das auf. gusegende Grún erreicht hat, weßhalb man, um die Schattirung zu beurtheilen, davon ein kleines Muster in die Blauküpe bringt. Ist das Gelb nicht starf genug, To Teßt man dem Bade eine neue Quantitat Wauabsud hinzu, und läßt die Strähne ferner durchlaufen. Hierauf wascht man sie aus, und behandelt sie dann, wie zum Blaufärben, in der falten Küpe. Indem man dem Baubade einen Kampeches oder Blaubolzabfud, oder einen Abfud von Fustelholzi oder ein Orleanbad zusegt, fann man die Schattirungen der Farbe mannigfaltig verändern. Für lichtes

Blaugrún wird nur ein sehr lichter gelber Grund, am besten in einem schon gebrauchten Bade, gegeben, da man die Stärke der Allaunbeiße hier nicht verändert

Man kann auch der Seide zuerst mit der falten Kúpe einen lichtblauen Grund geben; sie dann, nachdem man sie zuerst in heißes Wasser gebracht, am Fluite auswaschen; hierauf sie schwach alaanen, und dann in ein Bad legen, welches aus der schwefele sauren Indigauflösung besteht, die man mit etwas Zinnauflösung verseßt und mit einem Auszuge von Avignons oder persischen Beeren vermischt hat. Man läßt die Seide in diesem Bade so lange, bis sie die verlangte Schattirung erreicht hat, wascht sie dann ab, und trocknet sie im Schatten. Die Schattirung hangt von der relativen Menge des zugefepten gelben Färbestoffes ab.

Bräunlich grüne Farben erhält man, wenn man der Seide zuerst in der Küpe ein lichtes Blau gibt, sie dann in heißes Wat: ser bringt, dann auswascht, und noch feucht in einem Orleanbade ausfärbe.

Zum Grünen der Seide fann man auch ein Solanumbad (Bd. II. S. 230) anwenden. Man fårbt die Seide zilerst gelb, und behandelt sie dann in dem Solanumauszug. Durch Schönen mit einer schwachen Alaunauflösung oder mit einer fchwachen Auflös sung von Pottasche kann man die Farbe verschiedentlich nüanziren.

Um die Seide oliven farbig zu erhalten, wird sie zuerst starf alaunt, gespült, dann in einem sehr starken Waubade durch. genommen. Man reßt dann dem Bade einen Blauboljabsud zu; behandelt die Seide neuerdings darin; segt dann demselben, nach. dem die Seide herausgenommen, etwas Pottaschenlauge hinzu; bringt die Seide neuerdings hinein, und läßt sie so lange in dem Bade, bis sie die verlangte Schattirung angenommen hat; dann wird sie gespült und getrocknet. Soll die Farbe mehr ind Róth: liche oder Bräunliche gehen, so fegt man nach der Wauung dem Bade einen Fustelholzábsud oder einen Blaubolzabfud, oder auch beide zugleich ohne Pottasche zu.

3. Auf Baumwolle und leinen. Die vorher gehörig gebleichten Garne oder Zeuge werden in der falteu Kúpe blau gefärbt; dann in Wasser gereinigt; hiers

mit der effigsauren Shonbeiße impräguirt (cie Zeuge mittelt

des Auspressens durch Walzen, Bd. VI., 8.446); getrodnet, ge. waschen, und dann in einem absude von Wau oder Querzitron oder von persischen Kreuzbeeren ausgefärbt.

Für Garne zu dem sogenannten Frühlingsgrún fann man den Stoff erst mit der essigsauren Thonbeiße behandeln, dann abspülen und trocknen lassen, worauf man in einem starten Waubade ausfärbt. Man verdünnt nun eine schwefelsaure Indig. auflösung bis zur schönen blauen Farbe mit lauem Wasser, tro. pfelt nach und nach unter Umrühren Pottaschenauflösung hinzu, und versucht mit einem Muster der gelbgefärbten Baumwolle, ob es in diesem Bade ein glänzendes Grún annimmt. Sit dieses noch nicht der Fall, fo reßt man, bis die Probe genügt, noch Fortaschenauflösung hinzul, und färbt dann die Baumwolle aus, indem man sie zuerst in dem Bade durchlaufen läßt; sie dann ganz hineinlegt und so lange darin läßt, bis sie ein reines Grün angenommen hat; worauf man sie ausdrückt und im Schatten trocknet.

Mit einem Bade aus persischen Beeren und Blauholz oder aus Querzitron und Blauholz lassen sich ebenfalls brauchbare dun. kelgrüne Schattirungen auf Baumwolle darstellen, die ziemlich haltbar sind. Man beißt mit der essigsauren Thonbeiße, trocknet und spült, bearbeitet dann den Zeug noch im nassen Zustande mit einer Auflösung von Kupferammoniak (durch die Auflösung von 8 Pfund Kupfervitriol in 26 Pf. konzentrictem flüssigen Ummo. niaf), die mit viel (etwa 10 Mahl) Wasser verdúnnt worden, spúlt ihn sogleich aus, und läßt ihn trodnen. Zuf '24 Pfund ges beigten Zeug werden nun 4 Pf. persische Beeren oder Duerzis tronpulver mit 2 Pf. Blauholz und 10 Pf. Kleie zuerst mit wes nig Waller ausgekocht, dann so viel nöthig faltes Wasser hinzu geseßt, und sehr langsam ausgefärbt (f. Runge's Farbenchemie, 1. Jh., S. 170).

Um die Baumwolle Olivengrün zu färben, beißt man sie in einer Mischung von essigsaurer Thonbeiße und essigsaurer oder holzsaurer Eisenauflösung, trocknet schnell, spült, und färbt dann in eineni 2bude von Wau, Duerzitron oder Scharte aus. Ein Zusaß von Gelbholz zieht die Schattirung mehr ins Röthliche. Die Farbe wird heller oder dunkler, je nachdem in der Beiße die

Shonbeiße oder die Eisenbeiße vorwaltet. Für lichte Farben oder leichte Böden spült man den Zeug nach dem gleichmäßigen Zus. pressen zwischen den Walzen sogleich, ohne erst zu trockuen. Diese Beiße fann zusammengesegt werden: aus 2 Pf. Alaun, 1 Pf. Ei. senalaun in 16 Pf. fiedendem Wasser aufgelöst, dann nach dem Abfühlen 3 Pf. Bleizucker zugefeßt; oder aus 2 Pf. Eisenalaun, 1 Pf. Alaun in 16 Pf. Wasser mit 3 Pf. Bleijuder.

Der Herausgeber. Guillo dh i r e n. Unter diesem Nahmen versteht man in gewöhnlicher Bedeus tung das Einschneiden gehörig geordneter Zierathen an der Obers fläche gewisser Gegenstände in nicht bedeutender Tiefe mittelst ei. gener Vorrichtungen oder Maschinen. Die Beschreibung dieser Vorrichtungen und des dabei nöthigen Verfahrens, um nach dies ser Weise die mannigfaltigsten Verzierungen hervor zu bringen, wird in diesem Artikel gegeben.

So verschieden auch die Vorrichtungen zu diesem Zwede seyn mögen, so lassen sie sich doch auf drei verschiedene Arten zurückführen. Entweder ruht der zum Einschneiden erforderliche Meißel, und der Gegenstand erhält folche Bewegungen, daß seine zu verzierende Oberfläche an der Spiße des Meißels ro hins gleitet, wie es die Verzierungen sowohl ihrer Richtung als Liefe nach erfordern; oder umgekehrt, es ruht der Gegenstand, und das Schneide: Eisen erhält die den Verzierungen entsprechenden Bewegungen; oder endlich können zweckmäßige gleichzeitig oder ungleichzeitige Bewegungen beider verbunden werden, welcher Fal wohl auch am häufigsten vorkommt.

Sind die auf einen Gegenstand von bedeutender Masse ein. jurißenden Zierathen von der Art, daß derselbe Bewegungen an. zunehmen gezwungen werden müßte, deren Geschwindigkeit sehr variabel ist; so wird das bedeutende Erägheit8 - Moment derfels ben, welches noch durch die entsprechend stärker gebauten, und sich mit bewegenden Maschinen : Theile vermehrt wird, Stöße er: zeugen, welche nicht nur der Reinheit und Genauigkeit der Urs beit, sondern auch der Maschine felbst nachtheilig werden können, um ro mehr dann, wenn die Geschwindigkeitsänderung in ges

ringem Zeitraume groß wird. Daher gibt mau meistens folchen großen Stücken nur jene Bewegungen, welche mit wenigstens nahe gleichförmiger Geschwindigkeit geschehen, und der Meißel erhält dann die übrigen. Sonst zieht man wohl jeder Zeit jene Vorrichtungen vor, welche dem zu bearbeitenden Stücke die nós thigen Bewegungen mittheilen, weil mit diesen meistens volkom. menere Arbeiten erhalten werden, indem eine ganz sichere Fúbrung des Meißelß schwer z11 erreichen ist. Da legtere Einrichtuns gen für das Guillochiren von Uhrgehäusen, Zifferblättern, Dos fen 2c. vorkommen, die erstern aber für das Eingraben der Dess seins in die Druckwalzen bei der Kattundruckerei, wie wohl schon felten benúßt werden; fo follen zwei diesen Zwecken entsprechende Maschinen mit ihren Nebentheilen beschrieben werden, mit deren Kenntniß man zur vollständigen Übersicht des Guillochirens gelans gen wird. Wegen der bedeutenden Präzision, welche bei der dres benden Bewegung erreicht wird, und wegen der leichten und ges nauen Bestimmbarkeit des Weges im Winkelmaß, den ein Punft in dieser Bewegung beschreibt, welches bei garten und feinen Verzierungen von besonderer Wichtigkeit ist, sucht man die Ana ordnung derselben größtentheils ro zu treffen, daß die Drehung des zu verzierenden Stückes vorzugsweise benüßt wird. Da fer, ner durch zweckmäßige Verbindung von Bewegungen in drei auf einander fenfrechten Richtungeu die Bewegung nach jeder belies bigen Richtung gebracht werden kann; so wird es auch hinreichen, einerseits dem zu bearbeitenden Gegenstande, anderseits dem Schneidestahl diese drei Bewegungen mitzutheilen, wenn die Móglichkeit zur Verbindung derselben besteht, und dieselbe auch theilweise aufgehoben werden kann. Die Bewegungen also, die vorfommen, sind:

1) Die drehende Bewegung des Stückes; 2) eine horizontale Bewegung, nabe in der Richtung des Meie

Bels; 3) eine andere horizontale in der auf der zweiten senkrechten

Richtung, und endlich 4) eine auf beiden leßtern senkrechte, vertikale Bewegung.

Es ist leicht zu übersehen, daß man beim ruhenden Meißel eine gewöhnliche Drehbanf zu diesem Zwecke benúßen fönne,

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