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darstellt, aber der Deutlichleit wegen getrennt von den ábrigen Cheilen; Fig. 7 der Grundriß des Reißerwerfé (Fig. 6); Fig. 8 Seitenaufriß der Schraubenmutter für die große Schraube, welche das Reißerwerk führt, fammt einigen Nebentheilen ; Fig. 9 vor: dere Ansicht der eben erwähnten Schraube nebst ihrer Mutter.

Die ganze Maschine zerfällt bei übersichtlicher Betrachtung in drei Haupttheile, nämlich die Vorrichtung zur Befestigung des zu gravirenden Urbeitsstückes ; das Reißerwerf oder den Mechas nismus zum Ziehen der Linien; und die Führung, wie ich dens jenigen Theil nennen will, welcher nach jeder Linie das Reißers werf um eine beliebige angemessene Entfernung fortrüft, damit die Linien in den geforderten Abstand von einander kommen. Als Nebentheil ist noch ein Mikroskop angebracht, um durch dasselbe die Arbeit genau beobachten zu können. Alle Bestandtheile find von Metall.

Die Basis oder das Fundament der Maschine ist eine starke messingene Platte a, von länglich vierediger Gestalt, deren vor: dere Eden abgerundet sind, wie man in dem Grundrisse (Fig. 4) bemerft. Von der untern Fläche derselben ragt ein massiver, wür: felförmiger Kloß b hervor, welcher in einen hinlänglich großen und schweren gußeisernen fuß eingelassen wird, um den festen Stand der Maschine zu sichern. Dieser Fuß, dessen Gestalt ziemlich gleichgültig seyn kann, ist in der Abbildung, um Raum zu sparen, weggelassen. Im Mittelpunkte der vordern Seite ents hält die Platte a eine freisrunde, bis auf die Hälfte ihrer Dide hinabgebende Versenkung, und in dieser liegt eine Scheibe c, deren ganz durch die Platte gebender Zapfen unten mittelst einer Schraube d zurückgehalten wird. Die Scheibe fann mittelst jenes Zapfens leicht um sich selbst gedreht werden, was nach Umstånden entweder mit freier Hand oder durch eine Schraube ohne Ende geschieht. Für den erstern Zweck ist auf der Oberfläche der Scheibe nahe am Umkreise ein Loch gebohrt, um einen als Schlüssel dienenden Stift einzustecken. Für die Schraube ohne Ende besißt die Scheibe auf ihrem Rande rings herum das vertiefte Schraubengewinde; e ist die endlose Schraube mit 24 Gángen auf 1 Zou, weld)e an ihrem geränderten Kopfe f umgedreht wird, und in zwei Anfäßen g, h der Platte a ihre lager findet. Das Lager in g ist eine fugelförmige Höhlung, welcher das gleich. falls fugelförmige Ende der Schraube entspricht; das zweite Lager, von gewöhnlicher zylindrischer Form, ist in einem horis zontalen Schliße von h so beveglich, daß es sich, sammit der Schraube, nåber an die Scheibe c bringen, aber auch von ders felben entfernen läßt. Eine kleine Stelschraube i hält dieses las ger in folcher Stellung, daß die Schraube ohne Ende in den UmFreis der Scheibe eingreift; wird aber i zurückgeschraubt, so fann man mittelst eines kleinen Hebels bei k die Schraube e von der Scheibe entfernen, was durch die Fugelförmige Gestalt des zweis ten lagers (in g) gestattet wird. Nach dieser Vorbereitung läßt fich c aus freier Hand beliebig herumdrehen, schneller, als dieß mittelst der endlosen Schraube geschehen könnte. Um die Drehung der Scheibe c zu messen, ist der Umfreis ihrer obern Fläche mit einer Eintheilung in 100 gleiche Theile versehen, auf welcher man mittelst des kleinen Zeigers 1 abliest (f. Fig. 4). Endlich enthalt die Scheibe c im Mittelpunfte ihrer obern Fläche ein vertieftes Schraubengewinde zum Einschrauben verschiedener messingener (oder allenfalls hölzerner) Furter, in welchen das Arbeitsstück mittelst Siegellack befestigt wird.

Der Träger für das Mikroskop q besteht aus einem, an der Platte a mittelst zweier Schrauben befestigten Fuße mm, einer drehbaren, auch auf und nieder zu schiebenden Stange n, und einem durch das Gewinde bei o mit n verbundenen, offenen Rahmen p, in welchem das Mikroskop sich drehen, so wie mits telst einer Hülse r horizontal und vertikal verschieben läßt. Durch diese vielfältige Beweglichkeit ist dafür gesorgt, daß man im Stande fey, das Mifroskop in jede zum deutlichen Sehen erfors derliche Lage und Entfernung zur Arbeit zu bringen.

Das Reißerwerf (1. Fig. 3, 4, 6, 7) besteht aus folgenden Theilen. Ein messingener, doppelt gabelförmiger Rahmen ostuu hängt mittelst der Spißen zweier Schrauben bei s, 8 bes weglich an der Schraubenmutter der Führung, wie sich weiter unten ergeben wird. Uuf gleiche Weise ist durch zwei Schrauben v, v mit uú ein anderer Rahmen w in Verbindung geregt, und legterer trägt in einer an ihm befindlichen Hülse y den Rei. Ber z, welcher mittelst zweier Schrauben er, er feftgehalten ist.

an dem Griffe di faßt man das Reißerwert, um es zum Ziehen der linien in Bewegung zu legen. Durch das mittelst der Schraú: ben s, s und v, v gebildete doppelte Gelent wird der Reißer in den Stand gefest, stets horizontal über die Fläche der Arbeit hin. zugehen, und also überall gleich tief einzuschneiden. Die Rich. tung, in welcher er dabei bewegt werden muß, ist eine schiebende, welche vou idem Arbeiter weg nach dem Innern der Platte a ju geht. Die Länge der Ctnien fann mittelst der Schraube h' regus lirt werden, welche 27 Gänge auf der länge eines Zolls enthält, durch den on der Führung befestigten Kloben ir geht, mit einem in 100 Theile getheilten Kopfe und einem dazu gehörigen Zeiger k' versehen ist. Gegen das spißige Ende dieser Schraube stoßt ein, auf dem Reißerwerfe befindlicher, stählerner Vorsprung x, wodurch der Bewegung des Reißers ein Ziel gefeßt wird. Um den zum Einsdyneiden des Reißers erforderlichen Druck zu erzeu. gen, wird eine zylindrische messingene Büchse c', in welche man Bleigewichte legt, mittelst ihres Halses ar auf das obere Ende deß Reißers gesteckt und vermittelst der Schraube bi befestigt. Zur Zeit des Nichtgebrauches wird das Reißerwerf mittels eines an der Hülse y befindlichen Ringes fr an einem nur dazu bes stimmten Hafen g' aufgehangen, um den Reißer von der Scheibe c entfernt zu halten. Die Gestalt der Reißer erkennt man zum Sheile schon aus Fig 3 und 6; in den Fig. 1 und 2 sind zwei etwas verschiedene, jeder nach zwei Anjichten fammt dem dreiecti: gen Durchschnitte ihres Schaftes, und zwar in der wirklichen Größe, abgebildet.

Die Führung des Reißerwerfs enthält als Haupttheil eine horizontal liegende Sdıraubenspindel l', welche von lagern in den beiden Wangen n' und of getragen wird. Leftere fönnen, wenn das zu gravirende Arbeitsstück niedrig ist, unmittelbar auf der Platte a mittels der Schrauben q', q' befestigt werden. Für eine höhere Lage der Arbeit muß aber auch das Reißerwerf höher gebracht werden, was man durch Unterlagen p' erreicht, die man zwischen der Platte und den Wangen anbringt. Es gebó. reu zu der Maschine zwei Paar folcher Unterlagen, das eine von ungefähr 1 Zoll, das andere von 2 Zoll Höhe, und von jedem rare vier entsprechend längere Befestigungs.chrauben q'. q'.

Die Schraube l' besigt einen in 100 Sheile getheilten Mitromer terkopf m', wozu ein auf der Wange o' angebrachter Zeiger r' gehört. Siebzehn Gänge der Schraube messen einen Zoll. Die Schraubenmutter só (f. besonders Fig. 8 und 9) ist eine fast gang durchschnittene Kugel, welche zwischen zwei Platten to und u' mit fugelsegmentförmigen Höhlungen liegt. Vier Schrauben hals ten die beiden Platten zusammen, um durch den Druck auf die elastische Schraubenmutter den leeren oder todten Gang der Schraube zu beseitigen. An der Platte u' befindet sich einerseits der schon oben erwähnte Hafen g', anderseits eine aufgeschlikte þúlse va für die zylindrische stählerne Leitstange w'; deren En. den in den Wangen n' und or fest liegen. Ferner ist auf u! auch der, ebenfalls schon beschriebene Kloben i' angeschraubt; und an den Punkten x', x' greifen die Spißen der Schrauben B, 8 (Fig. 6) ein, mittelst welcher das Reißerwerf an der Fübs rung hängt.

Es bedarf nach dem Vorstehenden feiner fernern Erklärung, daß mittelst der gegenwärtigen Maschine eben sowohl parallele als strahlenartig divergirende und auch verschiedentlich sich durch. freuzende Linien gezogen werden können. Parallele Linien erhält man, wenn nach jeder einzelnen Linie das Reißerwerf mittelst der Schraube 1' um eine angemessene Entfernung fortbewegt, und dann die nächste Linie gezogen wird. Strahlen erfordern eine unveränderliche Stellung des Reißerwerks, aber nach jeder linie eine kleine Drehung des Arbeitsstücks durch die endlose Schraube e. Kreuz: Schraffirungen unter beliebigen Winkeln entstehen, wenn nach Vollendung der ersten Schraffirung die Schraube ohne Ende ausgelöst, die Arbeit mit einem Mahle um einen größern Bogen gedreht, und hierauf die ziveite Schraffirung gemacht wird; man kann auf diese Weise entweder Parallellinien oder Strahlen in sich freuzenden Richtungen ziehen.

IV. Hier sind schließlich mehrere gravirte Arbeiten zu er: wähnen, idelche erhaben in Messing geschnitten werden, als : Stempel mit erhabener Schrift zum Abdruck mit Farbe; Stems pel, Fileten und Rollen für Buchbinder, ?c. Die Zeichnung fols cher Gegenstände wird mit einer Kadirnadel auf dem Messing entworfen ; die Vertiefungen werden zuweilen durch Herausboys

ren oder durch Einschlagen angemessener Punzen gebildet, meist, aber mit den verschiedenen Grabsticheln ausgearbeitet und mit Mattpunjen geebnet, nachdem man nur in den Ecken und andes ren Stellen, in welche der Grabstichel nicht völlig gelangen konnte, mit verschiedenen anderen Punzen nachgeholfen hat.

K. Karmarfch.

G r ü n f ä r b e n. Die grünen Farben werden in der Färberei durch Mio schung von Gelb und Blau hervorgebracht, da Pigmente, welche für sich rein grün fårben, nicht vorhanden sind. Man färbt die Stoffe zuerst blau (1. d. Art.) und dann gelb (f. d. Art.) oder auch umgefehrt: die Schattirungen hängen daher von der Starfe des Grundes und jener der aufgelegten Farbe ab. Die olivens grünen Farben entstehen durch Mischung von Grau oder Blau: grau und Gelb, und werden auf Baumwolle auch durch einfache Färbung hervor gebracht. Bei lichtem feinem Grün hat man beim Färben febr auf die Gleichförmigkeit der Schattirung act zu haben, daher die Zeuge sowohl nach dem Blaufärben als nach dem Beißen gut zu reinigen sind.

1. Auf Wo II e. Die Zeuge werden zuerst in der Kúpe mit einem blauen Grunde versehen, dann am Flusle gut ausgewaschen oder das Euch in der Walke gereinigt. Man siedet sie dann, wie zum Grau. färben, mit ihres Gewichtes Alaun und 9/10 Weinstein an; und färbt / bis 3/4 Stunden lang in einem mehr oder minder starken Waubade, je nachdem das Grún mehr oder weniger ins Gelbe ziehen soll. Die Schattirung der Farbe hängt von der Liefe des blauen Grundes ab, von der Stärke der Unbeißung und von der Sättigung des Waubades. Für helle Schattirungen auf mehr und weniger lichtblauem Grunde vermindert man daber die Menge der Beiße, und färbt in dem Waubade bloß bei gelinder Wärme und bei verminderter Quantität des Waus aus, während für dunkle Schattirungen auf dunklerem Grunde man das gehörig starke Waubad im Sieden erhält. Man hat es so in der Gewalt, die Nüanzen, außer der Höhe und Liefe der Farbetons, nach Belieben mehr in das Blaue oder in das Gelbe zu ziehen. In

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