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befinden. Auf Taf. 133 sind diese verschiedenen Arten abgebildet. Fig. 7 stellt in zwei Ansichten einen ziveischneidigen Schaber vor, dessen Schneiden bei der platten, lanzenähnlichen Form des ganzen Werkzeugs die größte Schärfe besigen fönnen. d ist der Stiel; die zwisdhen der Spiße und dem breitesten Theife des Schas bers befindlichen, bogenförmigen Kanten a c, b c find scharf ge: fchliffen. M zeigt den Durchschnitt des Werfzeugs nach der Linie a b. - Eine andere Form der ziveischneidigen Schaber ist die in Fig. 15 bei A und fig. 16 bei E abgebildete, von welcher B den Querschnitt zeigt. Wie man sieht, ist dieser leştere ein versdyobenes Nochteck, dessen spißige Winkel die Schneiden bilden. Bald (wie Fig. 15 mn, no) sind die Schneiden krumm , bald (wie Fig. 16, hi, kl) geradlinig. ~- Fig. 8, A, ist ein dreifchneidiger Schaber, dessen Durchschnitt man bei B sieht. Die (weniger häufig gebrauchten) vierschneidigen unterscheiden sich von diesen nur durch die quadratische Gestalt des Querschnittes, welche bei C angegeben ist. Beim @chleifen dieser beiden Arten von Schaberu muß eine Fläche nach der andern auf den Schleifstein gelegt werden, wobei man durch eine richtige saltung und Fühs rung des Werkzeugs bewirken muß, daß die Kanten oder Schnei. den möglichst scharf, frei von Grath, und in einer regelmäßigen, nicht wellenförmigen Krümmung fich bilden. Diese Arbeit gelingt nicht gut ohne einige Übung, und es geschieht dabei besonders leicht, daß die Flädien nach der Breite fonver, und dadurch die Winkel an den Schneiden stumpf ausfalen. Dieß wird besser vermieden, wenn man den Flächen nach ihrer ganzen Länge eine ausgehöhlte Gestalt gibt, weil sie dann beim Schleifen ficherer liegen, indem sie den Stein nur mit zwei Kanten berihren, an welchen sich schmale Fazetten erzeugen. Auf diese Weise find die Hobifch aber geformt. Ein folcher mit drei Schneiden ist Fig. 8, D, in der Ansicht und bei E im Durchschnitte abgebil. det. Die punftirten Linien in der legtgenannten Zeichnung geben die Richtung der Flächen an, von welchen die zuvor erwähnten Fazetten Theile find. F zeigt den Durchschnitt eines vierschneidigen Hohlfdabers. - Es versteht sich von felbst, daß man keis nen Schaber gebrauchen darf, dessen Schneide durch Scharter, wenn gleich scheinbar unbedeutende, verdorben ist.

Die Polirft á ble, welche man zu den schon angedeuteten Zwecken beim Graviren gebraucht, sind von wenigen und sehr einfachen Formen. Sie müssen gut gehärtet und sehr fein polirt seyn. Man faßt sie oft wie die Schaber (Fig. 8) in ein hölzernes Heft, gewöhnlicher aber befinden sich zwei verschiedene Polirståhler oder ein Polirstahl und ein Schaber, an den Enden eines stáhlera nen Stieles, mit welchem sie aus dem Ganzen gearbeitet sind. In fig. 9 sind zwei Ansichten eines folchen doppelten Werkzeugs vorgestellt, wo A ein dreifantiger Schaber mit ebenen Flächen (im Durchschnitte bei C) und B ein gerader jungenförmiger, im Querschnitte (D) spiß. ovaler Polirstahl ist. In Fig. 10 ist ein eben so gestaíteter Polirstahl F mit einem andern, gefrúmmten, Polirstable E verbunden. Leßterer wird mit der konveren Seite m gebraucht; er ist im Durchschnitte entweder freisrund, oder eben fo oval wie D, fig. 9. Fig. 15 und 16 zeigen jede einen geraden jungenförmigen Polirstahl (C und F, Durchschnitt bei D) in Verbindung mit einem zweischneidigen Schaber von der schon oben beschriebenen Beschaffenheit.

Eine sehr bequeme Form des Polirstahls ist die von Fig. 17 (in der Ansicht und im Durchschnitte), wo die gerundeten, fein polirten Kanten a und G allein gebraucht werden; b aber die zur Befestigung des Werk. zeugs in seinem Hefte bestimmte Angel ist.

6) Vorrichtungen zum Feft halten der Arbeit s. stúde während des Graviren 8. Etivas große Gegenstande, auf welchen gravirt werden soll, liegen oder stehen schon durch ihr eigenes Gewicht hinlänglich fest. Kupfer - und Stahls platten werden entweder frei auf den Arbeitstisch oder (um Ben: dungen derselben zu erleichtern) auf ein mit Leder bezogenes Kif: sen, auch wohl auf ein schráges hölzernes Pult, gelegt. Kleinere Stücke werden, wenn dieß angeht, im Schraubstocke oder in einer hölzernen Schraubzange eingespannt, am bequemsten aber meistentheils mit einer Mischung aus Pech, Cerpentin und Ziegelmehl auf einer Kittfugel festgefittet.

Eine Schraubzange der erwähnten Art ist in Fig. 11 (Taf. 133) abgebildet. Sie gleicht im allgemeinen Unseben ziemlich einem Feilfloben, besißt aber fein Gewinde ; sondern die zwei Theile a und b, in welche der aus Holz zylindrisch gedrechselte

Körper zersdynitten ist, sind ohne weitere Verbindung als durch die Schraube c zusammengeseßt. Der Stiel d ist bestimmt, das Werkzeug in ein Loch des Arbeitstisches aufrecht einzustecken.

Die Kugel zum Aufkitten der Arbeitsstücke ist von Holz, besser von Gußeisen, und von derselben Einrichtung, wie die reibfugel der Gold: und Silberarbeiter (Bd. II. S. 293, und Laf. 27, Fig. 2).

7) Gravirmaschinen. Bei dem Gebrauche der bisher angeführten Werfzeuge ist das Graviren reine Handarbeit. Aber auch Maschinen werden oft angewendet, um Linien in Metal zu reißen, insbesondere Parallel: Linien, deren richtige und gleiche Entfernung und Stärfe aus freier Hand mittelst des Grabstichels oder der Radirnadel nicht zu erreichen wäre. Streng genommen gehören hierher auch die Sheilmaschinen, womit Eintheilungen von Kreisen und geraden Linien auf Metall gezeichnet werden, und die Guillochirmaschinen; jedoch wird von diesen in den Artikeln Sheilmaschine und Guilloch iren die Rede feyn. Ferner sind hierher zu zählen die liniir: oder Schraffir: m af chinen, womit in Kupferstichen die verschiedenartigsten Schraffirun: gen erzeugt werden, durch Einreißen der Linien theils in das blanke Kupfer, theils in den auf der Platte befindlichen Äggrund, worauf dann im legtern Falle erst durch das ägen die linien im Kupfer vertieft werden. Von Siegelstechern werden ähnliche, nur kleinere Maschinen gebraucht, um die Schraffirungen, durch welche in den Wappen die Farben bezeichnet werden, zu verferti: gen. Eine solche wird weiter unten befchrieben.

Wegen der Liniirmaschinen für Kupferstecher (f. g. Kupferstech : Maschinen) sebe man den Artikel Kupfersteder: kunst nach. Seit einigen Jahren hat man diese Maschinen durch eine eigenthümliche Modifitation dazu angewendet, von Medaillen und Reliefs aller Art gestochene, naturgetreue , mit Licht und Schatten versehene Kopien darzustellen. Die Beschreibung einer solchen Relief: Maschine, nach einer von mir an: gegebenen Konstruftion, werde ich bei anderer Gelegenheit bekannt machen, da sie wegen der nothwendig beizufügenden Musterabs drude in diesem Artikel nicht was finden fonnte.

Nach der bisher gegebenen allgemeinen Auseinandersegung

über das Graviren, würde nun eine Beschreibung der einzelnen Abtheilungen dieser Kunst, mit den dabei vorkommenden Modifi: fationen und speziellen Verfahrungeweisen, folgen müssen, wenn hier der Gegenstand in seinem ganzen umfange abgehandelt iver. den sollte. Da jedoch, wie bereits angezeigt, die meisten Arten des Gravirens in besonderen Artifeln erläutert werden, insbeson. dere die Kupferstecherfunit und der Stahlítich, der Steinslich, der Holzstich oder die Holzschneidefunst; das Schriftschneiden, der Notenstich; so bleiben nur noch einige Bemerkungen über fol: gende Arbeiten hinzuzufügen:

I. Das Nach graviren gegossener W a aren aus Eisen, Messing, u. f. w., wodurch die im Gusse nicht scharf und rein genug ausgefallenen Cheile vollendet werden, ist eine an sich einfache Arbeit, wobei alles von der Kunstfertig feit des damit Beschäftigten abhängt. Größere Flächen solcher Gußwaaren wer: den durch Feilen geglättet, entweder (wenn sie eben oder konver find) mit gewöhnlichen geraden Feilen oder (falls sie fonfav sind) mittelst der Niffelfeilen (f. Art. Feile, Bd. V. S. 578). Die Qusarbeitung aller feineren oder verzierten Stellen fält dem Gra: viren anheim, wozu alle verschiedenen Arten.der Grabstichel nach Erforderniß angewendet werden. Eine spezielle Beschreibung des Berfahrens ist gar nicht zu geben. In Berlin hat man seit eini: gen Jahren die feineren Eingüsse häufig durch dieses Mittel zu bedeutenden Kunstwerfen erhoben.

II. Eben so wenig läßt sich das Graviren der fupferstich: áhulichen Zeichnungen u. dgl. auf Gold: und Silberw a 2. ren, Gewehren und anderen Metallarbeiten in allen seinen Einzelnheiten beschreiben. Die Entwerfung der Zeichs nung ist hier das erste Haupt: Erforderniß. Nachdem man dies feloe, gewöhnlich mit der Radirnadel, leicht eingerißt hat, wird sie mittelst des quadratischen oder rautenförmigen Grabstichels aus: gearbeitet. Daß dabei auf eine sidere und leichte Führung des Stichels, so wie auf die gehörige Stärke und Lage der Striche Alles ankommt, versteht sich von selbst. Daß und wie man auf Eisen und Stahl auch fleine Meißel gebraucht, ist an einer frú: hern Stelle dieses Artikels erwähnt.

III. Das Schriftste dje n ist diejenige Arbeit, durch

welche ganze Aufschriften oder einzelne Buchstaben oder Zahlen in Metall gegraben werden. In so fern dergleichen Stiche zum Abdruck bestimmt sind, und folglich verfehrt gemacht seyn mús: fen, gehören sie in das Gebiet der Kupferstecherfunst. Die Schrift, welche zur Bezeichnung von Metallarbeiten dient, und unmittelbar gelesen werden soll, unterscheidet sich von jener nur in zwei Umständen: 1) daß sie nicht verfehrt, sondern recht aus: geführt wird; und 2) daß man den Grund oder das Innere der gestochenen Striche so glatt und schön als möglich zu machen sucht, was bei dem zum Abdrucken bestimmten Stiche weniger nothwen, dig und oft sogar nicht einmahl gut ist, weil in etwas rauben Strichen die Druckfarbe besser haftet. Daher werden z. B. die breiten Striche für den Abdruck mit dem fpißen Grabstichel lo ausgearbeitet, daß im Innern derselben paralele feinere Striche zu sehen sind, während sie in andern Falle mit dem Flachstichel geebnet werden müssen, um nicht schlecht und ungefällig aus: zusehen.

Sehr häufig werden die Schriften, statt des Gravirens, mit Punjen eingeschlagen, und dieß ist dann besonders zweckmá. Big, ja oft unerläßlich, wenn (wie bei der großen römischen Schrift) die Buchstaben eine ecige, durch Stechen nicht leicht eben so schön hervorzubringende form haben, und viele breite Striche enthalten. Eingeschlagene Schrift hat vor der gestoches nen auch den Vorzug, daß die einzelnen Buchstaben gleicher Art die volkommenste Übereinstimmung der Form zeigen. Dagegen muß man zum Graviren seine Zuflucht nehmen, wenn der mit Schrift zu bezeid, nende Gegenstand das Einschlagen von Punzen nicht gestattet; oder wenn (wie bei Schreibschrift) die Buchstaben hauptsächlich dünne, geschwungene Striche enthalten, und unter einander zusammenhängen müssen; oder endlich wenn man mit den erforderlichen Punzen nicht versehen ist.

Nachdem man auf dem Metalle die zur richtigen Stellung der Buchstaben erforderlichen Linien (entweder mit der Radirna. del oder mit einem zivei: oder mehrspißigen gabelförmigen Eisen, Linienreißer) nach dem lineale gezogen und die Eintheilung so gemacht hat, daß jedem Buchstab fein Plaß angewiesen ist; fo wird die Schrift auf das Genaueste mit einer 'feinen Radirnadel

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