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nen feßen eingerieben und geglänzt wird; zum Bronziren von Gypswaare durch Einreiben des feinen Graphitpulvers (Bd. I. S. 82. Bd. III. S. 169); zum Überstreichen von Gußwaaren, besonders der gußeisernen Ofen, sowohl um sie vor dem Roste zu schußen, als ihnen eine glänzende Oberfläche zu geben. Zu dies sem Behufe wird der gepulverte Graphit mit Bier oder Essig ans gemacht, auf das Metall aufgetragen, und nach dem Trocknen mit steifen Bürsten eingerieben.

Mit Nußen wird er auch als Friftions fch miere, fou wohl trocken als mit Fett angemacht für die Reibung von Holz auf Holz, besonders zum Bestreichen der Radkámme bei Mühls werfen, als auch von Metall auf Metall, z. B. beim Fuhrwerfe, angewendet. In dem legteren Falle wird der gepulverte Graphit mit Fett (Schweinschmalz), oder mit einer Mischung aus Talg und Seife, der man etwas Wachs zuseßt, vermengt. Der Gras phit läßt sich sogar im fein geschlämmten Zustande, statt des Ohls, für die Zapfen feiner Uhren, selbst Chronometer anwenden. Man nimmt dazu möglichit fein in einem metallenen Mörser gepulvers tes Reißblei der reinsten Sorte, trägt eine Messerspiße voll dieses Pulvers in ein Glas mit destillictem Wasser, indem man es auf die Oberfläche streut, rührt es um, bedeckt das Glas, und läßt es zwei oder drei Stunden lang stehen. Es hat sich dann auf der Oberfläche des Wassers von dent feinsten Graphit eine Art Haut gebildet, die man mit einem Kartenblatte abnimmt, auf Papier trocknen läßt, und in einer geschlossenen Büchse vor Staub aufbewahrt. Man wiederhohlt dieselbe Operation, bis man von dem feinen Pulver eine hinreichende Menge erhalten hat. Das getrocknete Pulver zerreibt man neuerdings und wiederhohlt die Operation des Einrührend in Wasser, bis sich kein Bodensas mehr bildet. Dieses zubereitete Graphitpulver trägt man nun mittelst Alkohol auf die Zapfen der Räder auf, füllt auch die Löcher in den Platten damit aus, und läßt nun die Zapfen in den legteren auf dem Drehftuhl fünf bis sechs Minuten lang herumlaufen; w0: durch sich sowohl die Löcher als die Zapfen mit einer sehr dünnen böchst glatten Schichte Graphit belegen. Nach Herbert geht ein Chronometer auf diese Urt nicht nur genauer, da der Wider: stand der Reibung viel gleichförmiger ist, als bei der Anwendung

von Ohl; sondern es soll auch, wenn es gut vor Staub geschüßt ist, das Uuspußen vor zwölf Jahren kaum nöthig seyn.

Eine andere Umwendung des Graphits besteht in dem Ges brauche desselben als Zementpulver zum Einpacken der Guß - Eisens stücke, welche adoucirt werden sollen (Bd. V. 8.13 und 119). Seine Unveränderlichfeit in hober Temperatur bei den hier Statt findenden Umständen und die größere Sicherheit, mit welcher die Luft von dem auszuglühenden Stücke durch das umgebende Gra: phitpulver abgebalten wird, geben ihm zu diesem Gebrauche vor anderem Material den Vorzug.

Eine ausgedehnte Anwendung des Graphits hat bei der Fa: brikation von Schmelztiegeln, den sogenannten Graphittiegeln Statt, die fonst auch den Namen ypper oder Paßauer Ties gel führen (da sie vorzüglich in Hafner - Zell bei Paßau verfertigt werden). Sie werden aus feuerfestem Thon und Graphit (im Berhältnisse von i Theil des erstern gegen 2 Theile des legtern dem Gewichte nach) verfertigt. Sie halten eine große Hiße aus, ohne zu schmelzen, vertragen starke Abwechselung der Temperatur ohne zu springen, und werden vorzüglich zum Schmelzen der Metalle verwendet; wozu sie sich außerdem, daß sie ein mehr: mahliges Schmelzen vertragen, auch durch die innere glatte Ober. fläche gut eignen, an welcher sich beim Uusgießen fein Metall anhängt, was beim Schmelzen der edlen Metalle von Wichtigkeit ist. Aus derselben Mengung von Thon und Graphit werden eben: falls feuerfeste Thonplatten oder Ziegel (zum Baue von Schmelz: öfen), auch, wiewohl seltener, tragbare chemische Ofen, Retor. ten, Muffeln 2c., desgleichen Stubenöfen verfertigt. Die Feuer. festigkeit der Graphit - Tiegel und der Platten oder Ziegel hångt von der Feuerfestigkeit des Thones, der, wie der Porzellanthon, bloß Kieselerde und Ihonerde und möglichst wenig Eisenorgd ente balten darf, so wie von der guten Beschaffenheit des Graphits ab, der ebenfalls nicht zu viel Eisenoryd enthalten, und vorzügs lich von einer Verunreinigung durch Kalt oder Bittererde frei seyn fou. Die Vermengung des Thons mit dem gepúlverten Graphit muß möglichst gleichförmig geschehen, und die geform. ten Liegel werden in mäßiger Wärme fo weit ausgetrođnet, als ju ihrer Handhabung und Transportirung nöthig ist (s. Art. Tös pferkunst).

Der Herausgeber.

G r a u f ä r b e n. Die grauen Farben in ihren verschiedenen Abänderungen sind Schattirungen von Schwarz, vom tiefen Dunkelgrau bis zum lichten Hellgrau fortgehend. Sie werden daher mit denselben Fars bematerialien, wie Schwarz, nur nach der Beschaffenheit der Nuanze mit mehr und weniger verdünnten Farbebrühen herges stellt. Diese Materialien sind im Wesentlichen die Gallapfel oder die ähnlichen, Gallussäure und Gerbestoff enthaltenden Stoffe und eine Auflösung von Eisenoryd, zu welcher Eisenvitriol, eisigfaures oder holzsaures Eisenornd, oder das weinstein: fchwefel. faure Eisenoryd dient (1. Bd. II. S. 224). Statt des legteren feßt man auch dem Bade selbst mit dem Eisenvitriol Weinstein zu, oder beißt den Zeug (Wolle) in Weinstein an. Das Grau ist, wie alle gemischten Farben, unzähliger Schattirungen fähig, die theils durch die Verdünnung der Bäder, theils durch Zusaß andes rer färbenden Stoffe hervorgebracht werden. Die nachstehenden Unweisungen dienen als Anhaltspunkte für die vorzüglichsten Arten dieser Färberei, da hierbei vieles auf Widfür und Gewandtheit des Färbers ankommt.

I. Auf Wolle. Im Augemeinen verfährt man so, daß man die Gallápfel, getstoßen und in einen Sack locker eingebunden, im Wasser auss kocht, den Sack dann ausdrückt, und nun den Zeug, unter hin und her Bewegen, eine Stunde lang in diesem Abfude fochen läßt, und dann beraugnimmt. Man feßt nun dem Bade, je nach der Schattirung, die mān erhalten will, mehr oder weniger des essiga oder holzfauren Eisenorgde oder des weinsteinschwefelsauren Eisenoryd6 hinzu, und färbt in dem Bade, das nicht fochen darf, fons dern mehr lauwarm als zu heiß feyn muß, aus Nimmt man Eisenvitriol, fo feßt man Weinstein hinzu, oder beißt den Zeug damit an. 3. B.

21 ch grau. Auf 30 Pfund Waare: 1 Pf. Galápfel, '/: Pf. Weinstein, 24/7Pf. Eisenvitriol. Die Gallapfel und der Weinstein werden mit 70 - 80 Pf. Wasser gefocht, in dem Absude die Waare eine halbe Stunde lang bearbeitet und gefocht, die Waare

herausgenommen, das Bad mit faltem Wasser abgekühlt, der Eisenvitriol hineingethan, und nach seiner volstándigen Auflösung ausgefärbt. Oder

Uuf 36 Pf. Wolle: 2 Pf. Weinstein, / Pf. Galapfel, 3 Pf. Sumach, 2 Pf. Eisenvitriol. Der Weinstein wird in 80 Pfund Wasser im Kochen aufgelöst, die Wolle darin '/2 Stunde lang unter Rochen angebeißt, dann herausgenommen. Der ausges schöpfte Kessel wird mit eben so viel frischem Wasser gefüllt, dası felbe mit dem vorher mit einigen Maßen Wasser gemachten und durchgefeihten Absude der Galläpfel und des Sumachs verseßt, und die Wolle eine halbe Stunde darin fochen gelassen. Nach : dem sie herausgenommen, feßt man dem Bade den Eisenvitriol hinzu, und färbt bei gelinderer Hiße vollends aus.

Soll das Grau ins Gelbliche ziehen, so nimmt man statt des Weinsteins eben so viel Ulaun, statt der Gallápfel 1 Pf. Gelb; holz und statt des Eisenvitriols 3/4 Pf. Salzburger Vitriol, und verfährt wie vorher. Auch fann man fo verfahren, daß man den Zeug zuerst in einem Gelbholzbade, dann in einem schwachen Gallápfelbade mit etwas Alaun bearbeitet, dann diesem Bade, nachdem der Zeug herausgenommen, etwas Eisenvitriol oder Salgs burger Vitriol zuseßt, welchen man vorher in einem Blauholzs abfude aufgelöst hat.

Berschiedene Nuanzen dieser Farben hängen von der vers, hältnißmäßig größern oder geringern Menge der Gallápfel und vorzüglich der Eisenauflösung, so wie von dem kürzeren oder láns geren Verweilen des Zeuges in dem Bade ab.

Für Perigra u bearbeitet man den Zeug zuerst in einem Absude von Sumach und Blaubolj (2 Pfund Sumach auf 1 Pfund Blauholz) und dann in einer verdünnten Uuflösung von schwefels faurem oder essigfaurem Eisenoryd; zuleßt gibt man noch ein schwas ches Waubad mit etwas Alaunauflösung. Ma u@grau erhalt man, wenn man bei denselben Verhältnissen, wie zum Uschgrau, dem Vitriolbade nody 2 bis 3 Quentchen Ulaun für i Pfund von Dem zu färbenden Zeuge zufeßt.

Für mehrere Nüanzen, zumahl die dunkleren, wie Mob: rengrau, Eisen: und Schiefergrau, gibt man dem Zeuge vorher einen blauen Grund in der Kúpe, behandelt ihn dann im

Kessel mit einem Absude von Sumach und Galápfeln unter Ros chen, und dann noch in dem abgefühlten Bade, nachdem diesem die nöthige Quantitat Eisenariflösung zugelegt worden. Fúr mans ches Grau kann auch noch zuleßt ein schwaches Drseillebad aufge. feßt werden.

II. Auf Seid e. Für die Seide wendet man statt der Gallapfel Fustelholz, Blauholz, Sumach und Erlenrinde, desgleichen Orseille an. Der Eisenvitriol macht die Seide, wenn er in größerer Menge anges wendet wird, also in den dunkleren Núanzen gern hart, daher man hier besser das essigsaure oder schwefelsaure Eisenoryd an, wendet. Man bereitet aus den genannten fårbenden Stoffen Ubjúde, behandelt in denselben nach dem Abfühlen die Seide, und nimmt sie nach dem Ausringen in der kalten Auflösung von Eisenvitriol oder der Eisenorydauflösung durd. Soll das Grau einen stárkeren Stich ins Rothe erhalten, so wendet man mehr Drseille an; wenn es mehr ins Grünliche gehen foll, mehr Fustel: holge und zu der dunkleren Nüanje mehr Blauholz. In mehreren Fällen kann man zulegt nod, mit einer Falten Alaunauflösung schönen.

Man kann auch Grau auf einen Grund von Orlean brin: gen, indem man hierbei, wie zu Gelb (Bd. VI. S. 490) verfährt, dann die ausgerungene Seide mit einem abgekühlten Sumachab: sud behandelt, und sie zulegt in der Eisenvitriolauflösung bear: beitet. Die zu färbende Seide muß in allen Fällen nach dem Ans fieden oder Entschälen von der Seife gut gereinigt und ausgerun, gen werden.

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III. Uuf Baumwolle und Leinen.

Grau auf Baumwolle läßt sid, mittelst der Eisenauflösung durch Gallápfel, Bablah, Sumach oder Schmack, Blauholz, die Nynıphảa oder Seerose, Erlenrinde darstellen. Zur Eisenauflós sung dient am besten für lichte Nüanzen der Eisenalaun (Bd. V. S. 28), für dunklere die eiligsaure oder holzfaure Eisenbeiße. Fárbt man mit Galläpfeln, so muß die Abkochung flar durchge: feiht seyn, weil sonst das sich am Zeuge anhangende Galápfel.

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