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nier in Paris eine Verbesserung an dem Walzwerke der Golds

schlager angebracht, welche im Wesentlichen darin besteht, daß - die Streckwalzen viel dünner als gewöhnlich gemacht werden, und daß dem Ausbiegen oder Nachgeben derselben (welches bei dem geringen Durchmesser State finden wurde) durch gußeiferne Druck walzen vorgebeugt wird, welche mit den Streckwalzen ihrer gans zen Långe nach in Berührung stehen. Diese Einrichtung hat den doppelten Vortheil, daß man dünne Walzen von gehärtetem Stahle viel leichter und wohlfeiler als dicke herstellen kann, und daß sie die Streckung des Metals mit geringerem Kraftaufwande bewirken. fig. 33 (Iaf. 131) ist eine Sfizie dieses Walzwerfe. a, b sind die stäblernen Streckwalzen, welche 1/4 Zoll Durch messer und (ohne die Zapfen) 33/4 3011 Länge haben. Die aus Gußeisen oder ungehärtetem Stahle bestehenden Drucivalzen c, c' sind eben so lang, aber 3/2 300 dick. d, d sind mehrere Wale zen zur Leitung des Zains. Bei e wird vor den Streckwalzen eine lebre, nämlich ein Eisen mit einer långlich viereckigen Offnung angebrad)t, um den Zain in unveränderlicher Richtung nach den Walzen hinzuleiten. Die zwei Stellschrauben, durch welche die Walzen mehr oder weniger einander genähert werden, wirten auf die Lager der obern Druckwalze c, und werden gleichzeitig durch Räder, welche sich an ihnen befinden, und durch ein in beide Råder eingreifendes Getrieb ungedreht; genau wie bei Fig. 19, Taf. 25 Die obere Stredwalze, a, trägt an der einen Seite ein 12 Zoll großes Zahnrad, an der andern Seite die un: tere Streifwalze, b, ein gleiches Rad. Auf einer eisernen Belle, welche in der Gegend von A, mit den Walzen parallel liegend, angebracht ist, und vermittelst einer Kurbel in Bewegung gesest wird, befinden sich zwei Getriebe von 4'/4 300 Durchmesser. Das eine derselben dreht unmittelbar das Rad der untern Strefwalze, das andere mittelst eines Zwischengetriebes das Rad der obern Streckwalze um. Die Druckwalzen gehen durch die Reibung mit.

4) Das Schlagen. Wegen der geringen Dicke, zu wels cher die Goldblätter verarbeitet werden müssen, geht es eben so wenig an, diese Blätter einzeln zu bearbeiten, als sie unmittelbar auf einander zu legen. Das Schlagen geschieht deßhalb so, daß man eine bedeutende Unzahl Goldblätter auf einander legt, und

fie durch zwischenliegende Blätter eines harten und glatten Stoffes trennt. Dieser Stoff ijt Pergament, so lange das Gold noch etwas dick ist, und Goldschlägerhaut, wenn es schon dunner wird. Die Vereinigung dieser Blätter heißt eine form, und man unterscheidet Pergament: Formen und saut. For me n. Es muß hier zunächst von der Zubereitung der Formen die Rede segn.

Das Pergament, irelches der Goldschläger gebraucht, ist sehr glattes, durchaus gleich dickes Schreibpergament, wird in viereckige, gleich große Blätter zerschnitten und mit höchst fein gemahlenem gebranntem Gyps (Marienglas) mittels einer Hafen. pfote eingerieben, um das Anhängen der Goldblätter zu verhindern. Die Golofchläger haut, aus welcher die Hautformen vers fertigt werden, ist das zarte Oberháutchen vom Blinddarme der Dchsen. Es hat eine Länge von 2 bis 2'/Fuß, und erscheint nach dem Trocknen, wobei es zusammenschrumpft, im Ansehen einem Bindfaden ähnlich. Man weicht es in einer sehr schwachen Pottasche - Auflösung ein, schabt es auf einem Brete mit dem Meiser rein ab, fpült es in Wasser, und spannt es in einem hölgernen Rahmen auf. Zwei Häutchen werden hierbei so auf eins ander gelegt, daß die auf dem Darme nach innen gekehrt gewea senen Flächen sich berühren; nach dem Trocknen sind beide fest zu einem einzigen Blatte zusammengeklebt. Nachdem man diese dopo pelte Haut von dem Rahmen herabgeschnitten hat, wird sie gruna dirt, d. h. auf einem andern Rahmen mittelst leim an den Rans dern befestigt, mit schwacher Ulaunauflósung gewaschen, und auf beiden Flächen mit einer Auflösung von Haufenblase in weißem Weine mittelst eines Schwamms bestrichen. Gewöhnlich läßt man in dem Weine allerlei gewürzhafte Substanzen majeriren, als Kampher, Gewürznelfen, Jugwer, Zimmt. Mustatnuß, u. f. 10., eine hergebrachte Methode, welche gewiß vereinfacht werden könnte, da sie nur den Zweck zu haben scheint, das Häutchen gegen den Ungriff der Insekten zu schůßen. Zulegt gibt man einen Anstrich von Eiweiß, zerschneidet die Haut in gleich große Stücke von 3 bis 5 300 Quadrat (je nachdem die übliche Größe der Formen es erfordert) und glättet sie durch Pressen. Die Blätter einer Hautform werden vor dem Gebrauche, um sie vollkommen glatt zu

machen, zwischen die Blätter einer recht trockenen Pergamentform oder zwischen weiße Papierblätter gelegt, und mit dem Hammer tứchtig geschlagen, eine Arbeit, welche das Otreden oder Schwißen der Form genannt wird.

- Um eine Form zum Schlagen herzurichten, legt man die einzelnen Blätter so auf einander, daß sie sich genau bedecken, und zwischen je zwei Blätter ein Goldblatt, ausgenommen oben und unten, wo 15 bis 20 Blätter ohne Gold bleiben, weil hier die unmittelbare Einwirkung der Hammerschläge zu starf ist. Am besten feßt man eine ganze Form aus zwei nach dieser Weise gee bildeten Hälften zusammen, damit man im Laufe des Schlagens

die zwei Cheile umwenden und wieder auf einander legen fann, * wodurch die anfangs im Innern gewesenen Blätter oben und unten zu liegen kommen, und eine gleichmäßigere Wirkung auf das Gold erzielt wird. Um die Form zusammenzuhalten, werden zwei von mehrfachem Pergamente gemachte Futterale über dieselbe geschos ben. Jedes dieser Futterale ist zwar an zwei einander gegenüber stehenden Seiten offen; da sie aber nach verschiedenen Richtuns gen aufgeschoben werden (wie die Lage derselben in Fig. 25 und 26, Laf. 131, bemerken láßt), fo umschließen sie alle vier Seiten der Form.

Beim Schlagen liegen die Formen auf einem in die Erde eingegrabenen, 1/2 bis 2 Fuß über dieselbe hervorragenden, und an drei Seiten mit einem hölzernen, 3 Zoll hohen Rande einges faßten Blocke von Marmor oder Granit, dessen obere Fläche 1 Fuß lang, eben so breit und recht wohl abgeglättet ist. an der mit feinem Rande versehenen Seite ist ein Leder befestigt, wel: ches der hier sißende Arbeiter um den Leib bindet, um alle vers streuten Goldabfälle darin aufzufangen. Die Hammer, deren man sich bedient, haben die Form von Fig. 24 (Taf. 131); ihre Bahn ist freißrund, mehr oder weniger konver und sehr glatt, ihre Größe und Schwere verschieden. Der größte bat auf der Bahn, weldje nur sehr wenig konver ist, 5 Zoll Durchmesser, und wiegt 15 Pfund. Der zweite hat einen Durchmesser von 4 Zoll und ein Gewicht von 9 bis 10 Pfund; feine Bahn ist stár: fer konver als die des vorigen. Der dritte mißt 2 300, wiegt 4 bis 5 Pfund, und ist noch mehr gewölbt. Der vierte endlich, welcher die stärkste Wölbung besikt, hat 4 Zoll Durchmesser und ein Gewicht von 13 oder 13 Pfund. Zur Erleichterung der Urs beit wird der Hammer meist mit beiden Händen abwechselnd ge: führt, während die andere Hand die Form auf dem Marmor dreht und von Zeit zu Zeit umwendet, um beide flächen dem Schlage auszuseßen. Durch das Schlagen erwärmt sich die Form, und man betrachtet es als vortheilhaft, ihr diese Wärme zu erhalten, daber der Ürbeiter, wenn er ausruht, oder überhaupt bei jeder Unterbrechung seines Geschäfts, die Form einbúlt und an den Leib drückt.

Die Goldsdlágerhaut zieht starf die Feuchtigkeit aus der Luft an, und erlangt dadurch eine gewisse Klebrigkeit, welche die Ausbreitung des Goldes erschwert. Daher müssen die Hautformen, so oft sie gebraucht sind, zwischen zwei Bretchen in eine fleine eiserne Schraubenpresse gelegt werden, welche man durch darunter angemachtes Koblenfeuer erwärmt. Wenn die Formen einige Zeit im Gebrauche gewefen sind, frischt man sie auf, d. b. Ichichtet sie blattweise mit weißem Papiére, welches abwechs selnd mit Eltig und mit weißem Weine beneßt ist, preßt sie drei oder vier Stunden lang zwischen zwei Bretern mittelst eines schwer ren Gewichte8, legt hierauf die einzelnen Häutchen zwischen Pers gamentblätter, schlägt sie mit dem Hammer bis zum völligen Trocks nen, und reibt sie endlich mit feingepulvertem gebranntem Ma: rienglase (krystalisirtem Gyps) ein.

Die Anzahl der Formen, welche bis zur Vollendung des Schlagens nach einander angewendet werden müssen, ist nicht immer dieselbe, beträgt aber meist vier, zuweilen auch fünf. Dieß, so wie die Dauer der Arbeit, hängt natürlich von der anfänglichen Dide des Goldes, und von der geforderten Feinheit der Blätter ab. Die erste Form ist eine Pergamentform (Duetsche, Quetsch form), die drei folgenden sind Hautformen (Dida Toth, Dúnnloth und Dů n u s chlagform); oder man gee braucht zwei Pergamentformen (Dicquetsche und Dún n: getfche) und hernach zwei Hautformen (Loth form und Dúandlagform). Jedes Mahl beobachtet man die Regel, in dem Maße wie das Gold dünner wird, ältere, schon öfter gebrauchte Formen zur Unwendung zu bringen. Die Größe der

Formen richtet sich natürlich nach der Größe der Goldblatter, welche in verschiedenen Ländern und zu verschiedenen Zwecken ziemlich ungleich ist.

Aus dem Gesagten geht hervor, daß in einzelnen Punfren des Verfahrens Abweichungen Statt finden. Es wird hier die Methode für gewöhnliches Blattgold, dessen Blätter zwei Zou im Quadrate groß sind, beschrieben.

Durch das Walzwerf ist das Gold in einen langen und dúns nen, etwa gollbreiten Blech streifen verwandelt. Von diesem schneis det man mit der Plattenschere (einer gewöhnlichen Handblechschere) Stücke ab, welche 1/2 300 lang sind, und deren 56 zusammen 40 Dufaten wiegen. Zwanzig bis 34 solche Platten (Quartiere) werden genau auf einander gelegt, und mit der Pivne des Schmiedebammers auf dem ståhlernen Umbolte nach Länge und Breite so ausgestreckt, daß sie die Größe eines Duas drates von 2 300 Seite erhalten. Solcher Plättchen, welche nur die Diđe eines feinen Papierbogens haben, werden 56 in die erste Pergamentform (Dick quetsche) gelegt, in welcher durch: aus zwei Pergamentblätter mit einem Goldplättchen abwechseln. Die Größe dieser Form ist 4 Zou in der Länge und Breite. Man schlägt dieselbe auf dem Marmor mit dem größten (15 pfündigen) Hammer eine halbe Stunde lang, wobei der Arbeiter öfters die Form aus den Futteraler nimmt, um nachzusehen, und alle Goldblättchen, welche sich so weit vergrößert haben, daß sie über den Umfang des Pergaments fast oder schon wirklich heraustreten, zu entfernen. Den Raum dieser weggenommenen Blätter füllt er durch Pergament aus, damit das Futteral immer ganz voll bleibt. Auf diese Weise wird fortgefahren, bis alle Blätter unges fábr die Größe der Form erreicht haben.

Man zerschneidet nun sämmtliche Blátter mit der Schere freuzweise in vier gleiche Theile, wodurch man 324 neue Blätter von 2 Zoll Quadrat erhält. Diese werden in einer Schachtel von Eisenblech geglüht, und in zwei Hälften zu 112 Stück abgetheilt; jede Hälfte für sich wird, indem man einfache Pergaments blätter zwischenlegt, zu einer zweiten Form (Dünnquetsche) ver: einigt, und ebenfalls eine halbe Stunde lang mit dem größten Hammer bearbeitet. Das Schlagen dieser Form ist ebenfalls

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