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Um das Feilig so viel möglich zu sammeln, hat der Golds arbeiter in dem runden Ausschnitte des Arbeitswisches , vor wel: dem er fißt, ein Leder ausgespannt und um den Leib gebunden. Man zieht aus dem Feilig (nachdem die sogenannten Schroten, d.b. alle größern Schnißel u. dgl. ausgelesen sind die Eisentheile durch den Magnet aus; schmelzt es dann in einem Tiegel, auf dessen Boden man etwas Pottasche gegeben hat, so wie man auch die Feilspäne mit Pottasche bedeckt; gießt in einen erwärmten, mit Talg oder Wachs bestrichenen Einguß; und schmelzt das Mes tad noch ein Mahl. - Feilig von solchen Stücken, welche mit Zinnloth gelöthet sind, glüht man aus, befreit es durch den Mas gnet von Eisentheilen, übergießt es mit reinem (sal;fáurefreiem) Scheidewasser (um das Zinn zu orndiren), rührt öfters um, ents fernt nach einer Stunde die Flüssigfeit, wascht die Spåne mit Baiser aus, trocknet und schmelzt mit Pottasche. Silber, wels ches etwa mit den Goldfeilspånen vermengt war, hat sich in dem Scheidewasser aufgelöst, und wird daraus durch Fällung mit Koch. falz aló Chlorsilber gewonnen.

Von der Gewinnung des Goldes aus der alten Farbe ist schon oben die Rede gewesen.

Die Kraße wird auf verschiedene Weise zu Gute gemacht. Die Operation, durch welche dieß geschieht, nennt man das Kráß machen. Die Bretfräße wird geglüht, durch den Magnet von Eisentheilen gereinigt, und mit Pottasche oder einem Ge. menge aus gleich viel Weinstein und Salpeter geschmolzen. Die Schliffkraße glüht und schmelzt man auf gleiche Weise. Die Bos denfräße wird geglüht und durch ein feines Drahtsieb geschlagen, die Siegel. und Eisenfraße zu feinem Pulver gestoßen und eben, falls gesiebt. Aus diesen drei Urten der Kräße gewinnt man dann das Gold entweder bloß durch Schlammen (Waschen) und nach. beriges Schmelzen, oder durch Amalgamation in der Kräß m úhle (vergl. Bd. I. S. 248). Es wird nämlich die gesiebte Kraße mit ungefähr dem fünffachen Gewichte Quecksilber und Zusaß von beis ßem Wasser durch ein paar Stunden ununterbrochen in einer me: chanischen Vorrichtung geschüttelt oder gerieben, das flüssige Umal: gam von den fandigen Theilen getrennt, und durch Sämischleder gepreßt. Ein großer Theil des Dued silbers läuft hierbei ab; der

Rückstand im leder wird zur völligen Entfernung des Quecksilbers destillirt und endlich zusammengeschmolzen.

In Ermangelung einer Maschine fann das Reiben kleiner Mengen von Kraße aus freier Hand in einem eisernen Mörser geschehen. Mehrere ältere Einrichtungen der Králzmühlen sind eine Nachahmung dieses Verfahrens, von welcher die Fig: 31 und 22 (Taf. 131) durch Grund: und Aufrisse einen Begriff geben. Eine aus Dauben von Eichenholz zusammengesegte, mit eifernen Reifen gebundene Aufe oder Bütte a (Fig 21), welche : Fuß hoch, oben 31/2 bis 3, unten 2 bis 2/2 Fuß weit ist, nimmt das zu bearbeis tende Gemenge auf. Uuf dem Boden derselben befindet sich eine schüsselartig flach ausgehöhlte Gußeisenscheibe f, und noch mehrere Zoll höher hinauf ist die Bütte mit Eisenblech ausgefüttert. Im die eingefüllte Maile in reibende Bewegung zu seben, ist das böl: gerne Kreuz c vorhanden, welches anten eine fonvere dice Eisen: platte e trägt, und durch seine stehende eiserne, 6 bis 8 Fuß lange, 2 Zoll im Quadrat starfe Achse b bald rechts bald links umgedreht wird. Diese Acise, welche das Kreuz nicht nur in der Mitte, sou: dern mittelst ihrer Kröpfung d, zu größerer Festigkeit, auch außers halb der Mitte faßt, ist oben mit einem Trillinge versehen, und wird durch den Eingriff eines großen horizontalen Zahnrades in Gang geseßt. Mehrere Bütten stehen im Kreise um das Rad, und erhalten alle zugleich von demselben ihre Bewegung. - In Fig. 22 ist der Reiber oder Läufer n ganz von Gußeisen und von abgeänderter Form, welche die Zeichnung hinlänglich ergibt.

Eine horizontal liegende, um ihre Achse gedrehte Tonne fann zum Umalgamiren der Kräße gebraucht werden, wie man sich die: ser Vorrichtung im Großen zur Amalgamation der Silbererze bes dient (f. Bd. I. S. 252). Von ähnlicher Art ist die von Heunin in Paris angegebene Krasmühle, von welcher, auf Laf. 1311 Fig. 14 den Querdurchschnitt und Fig. 15 den Långendurchschnitt zeigt. a ist eine zylindrische hölzerne Conne, welche einen hohlen gußeisernen 3.linder einschließt. Die innere Oberfläche des lega tern ist der Långe nach fannelirt, fo zwar, daß jede dritte Rippe noch eine besondere rinnenartige Aushöhlung enthalt (m. s. bei b, b, b). Hierdurch wird bewirkt, daß bei der Umdrehung der Tonne jene Uushöhlungen das Quecksilber mit in die Höhe nehmen,

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welches dann wieder herabfält, sich zerstreut, und alle fleinen Goldtheilchen mit sich reißt, welche etwa zu leicht sind, um von felbft auf den Boden zu fallen. e ist die achfe der Sonne; d die Kurbel, vermittelst welcher die ilmdrehung bewerkstelligt wird : wo eine andere bewegende Kraft, als Menschenhände, anzuwen. den ist, wird die Kurbel durch einen entsprechenden Mechanismus erregt. Im Innern der Maschine liegt ein kleinerer, ebenfalls bobler Zylinder von Gußeisen, c, dessen äußere Kannelirungen in jene des großen Zylinders eingreifen, wodurch eine Wälzung von c, und eine das Vermengen befördernde Reibung auf den Jubalt der Tonne entsteht. Die Höhlung des Fleinen Zylinders verengt sich von den beiden offenen Enden nach der Mitte hin, lo daß (wie der Lángendurchschnitt Fig. 16 zeigt) eine Übschrägung f entsteht, und die bearbeitete Masse sich nicht im Innern aufhal. ten fann. In einem der Boden der Sonne a befindet sich eine runde Thür, durch welche man die Maschine reinigt, auch den Zylinder c einlegt oder heraushohlt. Die Füllung und Entlee: rung findet durch einen weiten eisernen Hahn g Statt.

Eine andere Kräzmühle, bei welcher die Sonne unbeweglich liegt, und mit einer Rübrvorrichtung im Innern versehen ist, fin: det man, nach der Angabe von Painé in Paris, in den Big. 17 bis 20 (Taf. 131) abgebildet. Fig. 17 ist der Aufriß von der Seite der Kurbel, welcher aber die Tonne im Durchschnitte zeigt; Fig. 18 der Aufriß der langen Seite ; Fig. 19 ein horizontaler Durchschnitt; Fig. 20 die innere Ansicht von demjenigen Boden der Sonne, wel. cher an der Kurbelseite eingeseßt wird, und den man sich von Fig. ! weggenommen denken fann. a die Sonne, welche auf zwei freuze förmigen Böcken b ruht, und deren innere Peripherie in der untern Hälfte mit einem halben Zylinder von Gußeisen, o, bekleidet ist. Ein Boden d der Sonne ist ein für alle Mahl festgemacht. Der andere (welchen Fig. 20 besonders, und zwar von der innern Fläche gefehen, darstellt) wird in der Offnung der Sonne auf einem Kranje s (fig. 19) mittelst acht Schraubbolzen e befestigt, und fann also nach Belieben abgenommen werden. Der Ruhrapparat besteht aus der vieredigen Uchre g, und zwei auf derselben anges brachten gußeisernen Kreuzen f, f, an welchen vier abgerundete Reiber h, ebenfalls von Gußeisen, sich befinden. Die Zapfen

der Welle g laufen frei in långlichen Öffnungen zweier Eisen. stúde i, welche inwendig auf den Böden der Sonne angeschraubt sind. Dadurch kann die Rübrvorridytung so weit sinten, als der Inhalt der Sonne es gestattet, und denselben bis auf den Grund bearbeiten. Die Udse k der Kurbel j trågt ein gußeisernes Zahns rad I, und feßt durch dieses ein größeres Rad m (Fig. 19) in Umdrehung, welches sich auf der Welle g, und im Innern der Tonne befindet. Bei n (Fig. 18 und 19) ist in dem befestigten Boden, entsprechend der tiefsten Stelle des gußeisernen Futters C, eine 2'/. Zou lange und 1/4 Zoll breite Offnung angebracht, durch welche die Maschine nach Beendigung der Umalgamation entleert wird. Diese Offnung bleibt während der Arbeit durch einen Spund verschlossen, über welchem ein eisernes, fest ange. schraubtes Band liegt. In dem nämlichen Boden befindet sich, fast gleich hoch mit der Achse g, ein fonisches, einfach verpfropfe tes luch o, durch welches das schmußige Wasser abgelassen wird. Eine Thür p oben auf der Sonne (r. Fig. 18), welche mittelst eines eisernen Bandes und eines Vorlegschlosse8 versperrt wird, dient zum Einfüllen der Kraße, des Wassers und des Quedo silbers.

K. Kar in arsch.

Gold ich l ä g e r e i. Der Goldschlager ist jener Arbeiter, welcher die unter dem allgemeinen Nahmen Blattgold (geschlagenes Gold) bekannten, zur Bergoldung auf Metall, Holz, Leder, Papier 2c. dienenden, höchst dünnen Blättchen aus Gold verfertigt. Er lies fert außerdem ähnliche Blättchen vou Silber ( Blattfilber) und zuweilen auch von weißen und gelben unedlen Metallmischun. gen (geschlagene 8 Metall, un echte8 Blattgold und Blattsilber); wiewohl sich mit legterem Artikel meist befons dere Arbeiter (Metallschläger) beschäftigen. In der neues ften Zeit hat man angefangen, auch aus Platin folche dunne Blättchen zu schlagen, und dieselben statt Silber auf Holziert und Bücher - Einbänden zu benußen. Die Verfahrungsarten sind für alle diese Produkte im Wesentlichen gleich, und sollen hier an

Fabrikation des Blattgoldes auseinander gelegt werden.

· Die Arbeiten des Goldschlägers zerfallen in vier Abschnitte: 1) Das Gießen des Soldes zu einer Stange (einem Zain); 2) das Ausschmieden des Zains zu dickem Bleche ; 3) die fernere Perdünnung des legtern durch Walzen; 4) das Schlagen, náms lich die Verwandlung des Bleches in Blattgold, mittelst des Hams mer8.

1) Das Gießen. Das Gold wendet der Goldschläger in der Regel gang rein (ohne Legirung) an, weil es dann am dehne barsten ist. Nur zu ordinärem Blattgolde wird 5/10 Silber und '/16 Kupfer zugereßt, . und das so genannte Parisergold oder fra nggold wird bloß mit Silber, oder mit 1/20 Silber und

so Kupfer legirt, wodurch es die grünliche Farbe erhält. Ros the 6 Gold, bloß mit etwas Kupfer legirt und daher von roth. licher Farbe, war ehemahls gebräuchlich. Man gießt den Zain (in einem eisernen erwärmten, mit Salg oder Wachs ausgeschmier. ten Eingusse) 30 bis 40 Dukaten schwer, glüht ihn, und läßt ihn in der Usche erfalten. Durch diese Behandlung wird das Gold sebr weich, und verliert das Fett, welches vom Eingusse daran hängen geblieben war.

2) Das A u 8 [ ch mieden hat nur den Zwed, den Zain dúnner, breiter und länger zu machen, um ihn zum Walzen vors zubereiten. Die Dicke, bis zu welcher das Gold durch das Schmieden gebracht wird, beträgt 1 bis 2 linien. Man bedient sich eines Umbosses mit ebener, 4 Zou langer, 3 Zou breiter Fläche, und eines 3 Pfund schweren Hammers, der an einem Ende eine 1'/2 300 im Quadrat große Bahn, am andern eine Pinne oder schmale abgerundete Kante besigt. Während des Schmiedens (welches stets falt geschieht) wird das Gold von Zeit zu Zeit geglüht, um die durch das Hämmern verminderte Weichs heit vollkommen wieder zu erlangen.

3) Das Walzen des geschmiedeten Zaino geschieht mit: telst eines fleinen Walzwerfs von der gewöhnlichen Einrichtung: Eine hierzu taugliche Konstruktion ist die auf Taf. 25, fig. 19, 20, 21 abgebildete , und im II. Bde. S. 244 beschriebene. Die Balzen, welche vor jedem neuen Durchgange des Metals mits telst ihrer Stelschrauben näher an einander gestellt werden, sind von Gußstahl, gehärtet und fein polirt. Neuerlich hat Rauls

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