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veränderung der Ringe durch ihre Elastizität vorzubeugen, oft nó. thig, die gewickelte, noch auf dem Riegel befindliche Röhre mit Eisendraht zu umbinden und zu glühen. Dadurch búßt der harts gezogene Golddraht seine Elastizität ein, und behält genau die Krümmung und den Durchmesser, welche ihm der Umfreis des Riegels gegeben hat. Doch würde er sich schwer berabziehen las. sen, wenn man nicht die Vorsicht gebrauchte, beim Winden Pas pier unterzulegen, mit welchem der Dorn eingehüllt wird.

Nachdem die Kettenglieder in einander gehangen sind, werden sie ' mittelst des Löthrohrs gelöthet. Bei feinen Kettchen löthet man

gewöhnlich zwei und zwei Glieder fest zusammen, so daß ein Ger lenk und eine feste Verbindung mit einander abwechseln. Dieß Verfahren erleichtert das Anbringen des lothes und gewährt eine größere Festigkeit. Bedrehte Glieder, welche der Kette ein flas ches, bandförmiges Ansehen geben, biegt man einzeln mit der Zange, unmittelbar nach dem Löthen eines jeden Sliedes. Das bewunderungswürdigste Erzeugniß im Fache der Kettenarbeit sind die bekannten Venetianer-Kettchen, von welchen ein joll. langes Stück 30 bis 100 Glieder enthält, und doch nur '/, Gran bis zu 10 Gran schwer ist. : Die chlößchen der Halsretten werden aus einem kurzen Zylinder gebildet, der aus Bleu, gebogen und gelöthet, mittelst gravirter Walzen oder durch Treiben mit Punjen beliebig verziert, und mit zwei angelötheten Böden versehen wird.

3) Ohrgehänge, Nadeln, Netfchafte, ubrba: fen, Schnallen 1:0ð ähnliche kleine Gegenstande, zu welchen Golddraht oder Goldblech der Urstoff ist, werden, bei ihrer außers ordentlichen Mannichfaltigfeit, mit sehr verschiedenen, aber im Ganzen leicht zu beurtheilenden Handgriffen dargestellt. Viele verzierte Bestandtheile solcher Stücke werden im Falwerfe mittelst Stanzen gepreßt, oder aus zwet glatten Blechen hohl zusammens gelöthet, mit Treibfitt ausgestopft und mit Punzen getrieben. Man vergl. hierüber Bd. III. 5.161 – 167.

Ein einfacher Ohrring entsteht aus zwei Drahtstúden, von welchen man das längere nach Erforderniß verjúngt zufeilt.

An dem dünnen Ende - desselben wird das Häfchen angefeilt, das - dicke Ende wird zur Bildung des Charniers auf beiden Seiten mit

der Feile abgeseßt. An dem kurzen Untertheile wird einerseits das loch zur Aufnahme des Käfchen8 gebohrt, anderseits mit der Laubfåge der Einschnitt zum Charnier gemacht. Nach dem Zusammens stecken der zwei Theile bohrt man durch beide das Loch des Char: nieró, und schiebt in dasselbe ein Drahtstiftchen, welches man an beiden Seiten abfneipt und durch ein paar leichte Hammerschläge verklopft. Die kleinen Linsen, welche oft an solchen Ohrringen angebracht sind, werden der Goldersparung wegen hobl gemacht, nämlich aus einem in der Anke (Bd. II. S. 298) schalenförmig vertieften, und einem andern, fladen Scheibchen gelöthet, und ebenfalls durch lóthen befestigt. Tropfenförmige Steine als Ohr. gehange werden mittelst Schellack oder Mastir an der Weingeists lampe in kleine fonische Kapseln eingefittet, an welche ein Drahts ringelchen angelöthet ist, um sie in den Ohrring zu hängen. Die Kapseln selbst werden aus Blech in einer Stanze in flacher Gestalt (dreieckig, mit einer bogenförmigen Seite) gepreßt, zusammen: gebogen und gelöthet; oder aus zwei schon vertieft und verziert aus der Stanze fommeuden Hälften zusammengelöthet; oder glatt gelöthet und dann im Drehstuhle gerändelt. Das Verfahren für den legtern Fall ist bereits an einer frühern Stelle dieses Artikels beschrieben.

Eine Nadel wird aus Draht gemacht, welchen man spißig zufeilt. Er ist entweder rund oder vierkantig, und wird im lege tern Falle (damit die Nadel fester halte) gewöhnlich in der Nähe des Kopfes mittelit der Zange einige Mahl schraubenartig gedreht.' Der Kopf wird aus zwei in der Unke getieften Halbkügelchen zusammengelöthet; in einein Loche desselben wird die Nadel durch Löthen befcstigt. Facetten auf dem Kopfe werden gefeilt, regel: mäßiger und schöner auf einer Schleifscheibe (wie jene des Steins schleifers) angeschliffen.

Über die Verfertigung goldener Fingerhüte enthält der Art. Fingerhüte (BD. VI. S. 107) das Nöthige.

4) Zu einer Nadelbú ch se wird ein Stück Blech, welches die ganze Länge der Büchse samit dem Deckel, und eine dem Umfange der Büchse gleiche Breite besißt, über einem eifernen Dorne mit Hülfe des Hammers gebogen, an den zusammenstoßenden Kanten gelöthet, und mit zwei aufgelötheten Böden versehen.

Dann wird dieses, an beiden Enden geschlossene Rohr mittelit der Laubsäge in zwei Theile zerschnitten, von welchen der kürzere den Deckel bildet. Ju die Öffnung des längern Stücks wird ein fur: jes, von dúnnem Bleche gebogenes Rohr (der Schluß) einge: löthet, welches so weit hervorragt, als zum Aufseßen des Deckeld nöthig ist. Verzierte Nadelbüchsen werden aus ziei in einer Stanze unter dem Fallwerfe gepreßten, rinnenartigen Hälften jusammengelöthet, so daß zwei Löthfugen einander gegenüber der Länge nach herlaufen. Die Befestigung des Schlusses geschieht auf die schon angeführte Weise.

5) Um eine vieredige Dore mit Charnier zu ver. fertigen, biegt und löthet man aus einem Blechstreifen die Zarge in der ganzen Höhe der Dose (oder reßt sie aus einzelnen Wand: theilen zusammen), löthet den Ober- und Unterboden auf (wobei diese Böden etwas überragend gemacht werden, um das Loth bes quem von außen anbringen zu fönnen), zerschneidet das Ganze, parallel mit den Böden, mittelit der Säge, und erhält so Dedel und Untertheil. In den legtern wird der Schluß (wie bei der Nadelbüchse) eingelöthet. Um das Charnier zu bilden, schneidet man mittelst der Laubsäge kurze Stücke von einem gezogenen Röhr: chen: feist diese im Charniereifen an den Enden gerade und glatt; reiht sie an der Fuge der Dore, wo voraus mit der Char: nierfeile eine der Rundung des Röhrchens angemellene Rinne geo feilt ist, dicht an einander, so zwar, daß die Nabt der Röhrchen die Dose berührt; befestigt sie durch herumgebundenen ausgeglüb: ten Eisendraht; und versieht sie dergestalt mit Loth, daß abwechs felnd ein Stúd an der Dose und eine am Deckel haftet. Nach dieser flüchtigen Befestigung wird das Charnier an jedem der beiden Theile noch besonders nachgelöthet. Bei der Zusammen: reßung der Dose wird durch das Charnier ein Eisen- oder Messing: draht geschoben, und die äußere Oberfläche noch mit der hohlen Charnierfeile nachgearbeitet. Die Böden der Dosen werden oft guillochirt, emailirt oder mit Steinen beregt. Solche, welche durch Stampfen in einer Stanze mit hohlen Verzierungen verse: ben sind, werden regelmäßig auf der Innenseite mit einem dúns men flachen Boden überlegt, um das Ansehen massiver Arbeit zu gewinnen. – Das zuvor erwähnte Charniereisen ist ein fleio

nes gehärtetes stáhlernes Werkzeug (Taf. 131, Fig. 11), welches aus einer etwas dicken Scheibe a besteht, und mittelst seiner Ans gel b in dem hölzernen Hefte d befestigt ist. Im Mittelpunfte der Scheibe a geht ein fleines rundes Loch durch, in welches das ab. jufeilende Röhrchen eingeschoben wird. Die Spiße c dient, um das Justrument gegen den Arbeitstisch zu stúßen, fehlt aber auch fehr oft über das aus dem Coche hervorragende Röhrchen wird die Feile so lange geführt, bis dieselbe auf der Fläche der Platte aufläuft. Die Endfläche des Röhrchens ist dann völlig eben und fenfrecht gegen die Achse, was zum richtigen Passen der Charnier. theile unbedingt erfordert wird. Man bedarf mehrerer Charnier , eifen mit Löchern von verschiedener Größe, für dickere und dünnere Röhrchen. Die Röhrchen mittelst einer kleinen Stelschraube im loche festzuhalten (Fig. 12) ist, wegen einer möglichen Beschädi. gung, weniger empfehlenswerth, obschon diese Einrichtung die Bequemlichkeit gewahrt, daß man auch Röhrchen einspannen fann, deren Durchmesser fleiner ist als jener des Loches. - Statt des Charniereisens kann die in Fig. 13 nach zwei Ansichten gezeichnete Charnierzange dienen, deren Maul drei stufenartige Abfäße a, b, c, und in jedem derselben ein, durch zwei halbrunde Uus, fchnitte gebildetes Loch enthalt. Das Einspannen und Losnehmen der Röhrchen geschieht hier sehr schnell durch das Schließen und Offnen der Zange Die Abfäße verschaffen der Feile eine Leitung.

6) Filigran Die Berfertigung dieser eigenthümlichen und schönen Arbeit ist in dem gleichnahmigen Artikel (BD. VI. S. 89) erörtert.

7) Rügel ch en: Urbeit. Man versteht unter diesem Nab. men gewisse Verzierungen von Goldarbeiten, welche durch auf: gelöthete kleine Goldfügelchen gebildet werden. Man verfertigt diese Kügelchen, indem man von dünnem Goldblede fleine vier: edige Stúdchen schneidet, oder von Golddraht ganz kurze Cheildhen abkneipt, diese mit Kohlenstaub in einem Schmelztiegel fchichtet, so daß sie einander nicht berühren, den Tiegel bedeckt und in das Feuer feßt, wo jedes Stückchen zu einem fugelrunden Tröpfchen schmilzt, da das flüssig gewordene Metal durch die weiche Umgebung von Kohlenpulver nicht gehindert ist, seiner Kohäsions. fraft zu folgen. Man sortirt die Kügelcheu mittelst mehrerer auf

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einander gefegter kleiner Blechbüchsen, deren Böden mit lóchern von verschiedener Größe versehen sind, und also einen Apparat von derselben Urt bilden, wie man ihn in größerm Maßstabe zum Sortiren des Flintenschrots gebraucht (BD. II. S. 375). - Auf die Stelle, wo die Goldfúgelchen angelöthet werden sollen, bringt mau ein wenig mit Wasser zu Brei geriebenen Borar und feine Feilspåne von Schlagloth; nöthigen Fals klebt man auch die Kús gelchen vorláufig mittelst Traganth fest. Wenn die Kügelchen gehörig geordnet sind, blåst man die Flamme der Löthlampe mit. telst des löthrobr$ darauf hin, um die Schmelzung des lothes zu bewirfen.

VII. Benuß ung der Abfälle. – Bei der Verarbei. tung des Goldes kann man im Durchschnitte annehmen, daß 16 Loih Gold höchstens 8 Loth fertige Waare geben ; 7 Loth lassen sich aus den Feilspänen und übrigen Abfällen wieder gewinnen, und fast i Loth geht ganz verloren, theils durch den höchst feinen Metallstaub, welcher beim Feilen sich in der Luft verbreitet oder an den Händen hängen bleibt, theils durch den Verlust beim Zus gutemachen der Abfälle.

Die Übfälle, welche Gold enthalten, sind: 1) die feil. spån e (die Feilung, das Feilig); 2) die gebrauchte Farbe z 3) die Kräße, d. h. der sorgfältig gesammelte Staub und Schmuß, mit welchem Feilspäne und feine, beim Graviren, Schaben, Schleis fen 2c. verstreute Goldtheilchen vermengt sind. Die Kräße wird wieder unterschieden in: a) Bretfråße, nämlich der auf dem Arbeitstische zusammengefehrte Schmuş; b) Bodenfrâ ße, der Staub vom Fußboden des Arbeitszimmers, welchen man am be: sten dadurch fammeln kann, daß man den Boden mit oberhalb kantigen Latten belegt, damit die Arbeiter fo wenig als möglich an den Sohlen wegtragen; c) Schliff frå ße (S dhliff), nám: lich die 'von den Schleifsteinen abgeriebenen Theile, so wie die zum Glanzschleifen gebrauchten leder, Zwirnfäden sco; d) Ties gelfräße, oder die in zerbrochenen und sonst unbrauchbar gewordenen Schmelztiegeln zurückgebliebenen Theile; e) Effen: fräße, die Abfälle aus der Esse oder den Windöfen, welche vom Schmelzen und ausgießen, Löthen u. f. w. Goldförnchen ents halten.

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