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erscheinen sollen, die äußerste, aus feinem Golde bestehende Obers fläche wegzunehmen.

Die Schleifsteine, mit welchen das Schleifen ganz aus freier Hand verrichtet wird, sind von verschiedener Art, theils blaugrau von Farbe und weich (die bekannten Messingschleifsteine), theils grúnlichgrau und härter (böhnische oder Prager Schleifsteine). Ihre Länge beträgt 4 bis 6 Zoll, ihre Breite 1/2 bis 8 Linien, ihre Dicke /2 Linie bis 2 Linien. Sie werden beim Ge: brauche mit Wasser beneßt; der abgeschliffene, Stein: und Golds theile enthaltende Schlamm (der Schliff) wird sorgfältig ges fammelt. Wenu glänzende Stellen neben inatten erscheinen sols len, so bedeckt man die legteru während des Schleifens mit Leini, mit Gummigutt in Wasser angerieben, oder mit einer Auflösung von Schellack in Weingeist, oder leimt Papier darüber, und ges braucht bei der Anwendung von Leim, um das Aufweichen dessels ben zu verhindern, den Schleifstein mit Obl statt Wasser.

Das eigentliche Poliren in der Kunstsprache Glanja fchleife n zur Unterscheidung vom Poliren mit dem Stable ges nannt), welches erst den hohen Glanz erzeugt, und auf das Schlei: fen mit dem Steine folgt, verrichtet man mittelst geschlämmten Tripels, hierauf mittelst geschlämmter Knochenasche und juleft mittelst Polirroth (f. über leşteres den Artikel Engelroth, Bd. V. 8. 288). Man kann auch sehr wohl die Knochenasche ents behren und nach dem Tripel sogleich mit Roth schleifen. Man trägt diese Pulver (den Tripel mit Ohl, die Knochenasche und das Polirroth mit Weingeist) auf einen tauglichen Körper auf. Dazu dient, in so fern es sich um die Bearbeitung glatter Flächen handelt, eine sogenannte Lederfeile (ein mit feinem Sämischs leder überzogenes Holzstück von der Gestalt einer flachen oder halbe runden Feile); bei verzierten Flächen eine kleine, mit etwas stei. sen Borsten versehene Bürste. In fleine Offnungen und Winkel gelangt man mittelst eines Spänchens von Weidenholz oder mit: telit Zwirn. Lebterer wird entweder an einein Ende befestigt, am andern mit der Hand gehalten, wo man denn die Arbeit dars auf hin und her zieht; oder in einen fleinen Bogen gespannt, den man in Bewegung seßt, während die Arbeit festgehalten wird.

Zur Verzierung der Goldwaaren werden mehr oder weniger

häufig das Guillochiren (f. diesen Artifel), das Emailliren und das Einfeßen von Edelsteinen angewendet. Über das Emailliren ist im V. Bande, S. 272 u. f. gesprochen. Das Fassen der Steine ist die Arbeit des 3 u w eliers. Es ist von den Edelsteiner und von dem Schnitte derselben ausführlich im Art. Edelsteine (Bd. IV.) gehandelt. Hier erübrigt also nur eine kurze Auseinanderseßung über das Verfahren beim Failen.

Die Steine werden entweder à jour gefaßt, d. h. bloß in einen Reif, wo der Untertheil des Steins gleich der sichtbaren Obertheile frei liegt; oder in einem Kasten, dessen Boden den Untertheil einschließt. Welche Kunstgriffe man im legteru (und gewöhnlichsten) Falle anwendet, um der natürlichen Schönheit der Steine zu Hülfe zu kommen, ist in den Artikeln Edelsteine (BD.IV. 5.525 - 527) und Folie (BD. VI. S. 262) erörtert. Perlen, welche gefaßt werden sollen, schneidet man mit einer feinen Laubsäge in der Mitte durch, und benußt beide Hälften. Ungefärbte Steine (wasserhelle Diamanten, Copase, Bergfrystalle zc.) faßt man in Kasten aus feinem Silber, farbige Steine in Gold. Der Kasten wird aus einem kleinen, mit der Säge abs geschnittenen Stücke Blech von gehöriger Dicke gebildet, welches man, angemessen zugefeilt, auf der Goldarbeit mit Schlagloth anlöthet. Die Höhlung wird gebohrt, dann mit der Nadelfeile ausgefeilt und mit dem Justirjeiger (einem schrág angesdhlifs fenen Grabstichel, f. Gravire 1) nach der Form des Steines ausgestochen (iu stirt). Nach dem Einfeßen des Steins wird der Kasten außerlich nachgefeilt, mit verschiedenen Grabsticheln, als Flachsticheln, Spißsticheln und Messerzeigern beschnitten, daun der Rand des Silbers mit dem Verf egg eiger und nöthis gen Falls mit dem sogenannten Boo fuße rund herum an den Stein fest angedrückt; endlich dreht nan mittelst der Korneifen die sogenaunten Körner (fleine kugelige Erhöhungen, welche rings um den Stein, gewöhnlich acht an der Zahl, stehen und zur Befestigung desselben beitragen), und verreibt zwischen dens felben, durch den Verreiber, die Ránder des Metalls derges stalt, daß sie ohne bemerkbare Dicke auf dem Steine anliegen. Der Perfeßzeiger ist ein grabstichelähnliches, statt der Schneide mit einer stumpfen geraden Kante oder einer schmalen Endfläche

verfehenes stáhlernes Werkzeug. Bon demselben unterscheidet sich der Bodfuß dadurch, daß er am Ende zur Gestalt eines kleinen Hafens gefeilt und geschliffen ist; er wird gebraucht, wenn mehs rere Steine so nahe beisammen stehen, daß man in den Zwisdenraum mit dem Borsen;eiger nicht hinein gelangen fann. Der Berreiber ist ein polirter dünner runder Stahlstift, gleichfau$ wie ein Grabstichel in einem kleinen Hefte steckend. Oft bildet man diefes Werkzeug aus einem 8 bis 9 jou langen, viereckigen Stahldrahte, auf welchen man, nachdem er an beiden Enden rund gefeilt, gehärtet und polirt ist, in der Mitte einige als Hands griff dienende Korfpfropfe schiebt. Die Korneisen oder Korn. dreyer (Taf. 131, Fig. 6) sind runde, in einen Grabstichelhefte befestigte Stahlstifte, welche in ihrer kleinen freisförmigen Ende fläche bei a ein halbfugelförmiges polirtes Grübchen enthalten. Wo ein folches Werfzeug aufgeregt und mit einigem Drucke berums gedreht wird, entsteht eine entsprechende fugelige Erhöhung. Man hat gewöhnlich für Körner verschiedener Größe ein Sortiment von 12 Stud Korneisen, welche meistentheils nicht gehärtet sind. Weil sie sich aber bald abnußen, und die Grübchen ihre Form und ihren Glanz verlieren, so müssen sie oft wieder durch Reiben auf einem kleinen, feinpolirten Kügelchen von gehärtetem Stahle ausgebes: sert werden. Hierzu dient, ein Werfzeug, welches den französischen Namen fion führt (1. Taf. 131, Fig. 7, und im Grundrisse Fig. 8). Es ist ein ståhlernes Plättchen ab, welches, auf der Kante stehend, mittelst einer spißen Angel in dem hölzernen Hefte c befestigt ist, und zwölf Kügelchen von stufenweise abnehmender Große trägt. Fig. 9 zeigt im Aufrisse und Fig. 10 im Grundrisse eine andere Form des fion. Mit dem eisernen Fuße ab ist durch Nieten das meisingene Klößchen cd verbunden, und auf legterm sind die als besondere Stückchen verfertigten Stahlfügelchen ans gebracht.

Bei Steinen, welche in Gold gefaßt werden (die fleinsten ausgenommen), bedient man sich — um nicht das kostbare Metall in Spánen zu verlieren - feltener des Verfahrens, den Kasten aus massivem Golde durd) Bohren herzustellen; sondern man bil: det eine 3 arge aus geplättetem Volodrahte, welcher nach der Peripherie des Steins gebogen und auf der Arbeit feitgelõihet

wird. Der Stein wird dann in die Zarge gelegt, und legtere angedrückt. Um den sichtbaren Rand derselben zu verzieren, be: dient man sich entweder eines ganz feinen Korneisens, mit wels chem man dicht bei einander stehende kleine Körner bildet (Millegriffes genannt, weil die Körner französisch Griffes heißen); oder es wird der Draht vor dem Platten fordirt, wodurch die Kante fein gezahnt erscheint.

Die Goldarbeiten werden beim Fassen der Steine mit einem Kitte aus schwarzem Pech, etwas Terpentin und Ziegelmehl auf einem hölzernen Kittstoc e befejligt, nämlich einem zylindrischen, etwa 5 Zou langen Holzítode, welchen der Arbeiter in der linken Hand hält. Manche, besonders größere Stücke, Fittet man wie zum Treiben auf eine in ihrer Unterlage bewegliche Halbfugel (BD. II. S. 293). Ringe Flemmt man wohl auch in einer bölzers nen Schraubzange ein (1. Bd. V. S. 594). Den Stein klebt man, um ihn bequem handhaben zu können, mit etwas Wachs an das Ende eines hölzernen Stäbchens. . Vi. Über die Verfertigung einiger Gegens ft ånde im Berondern. - Nach der im Vorstehenden geges benen allgemeinen Auseinanderseßung wird es, im Ganzen geo nommen, nicht schwer seyn, die Verfahrungsarten bei der Vers fertigung der Goldarbeiten zu übersehen. Um indessen die uns wendung des Gesagten auf einige spezielle Beispiele zu zeigen, folgen bier Undeutungen über die Herstellung mehrerer der ges wöhnlichsten Gegenstände, wobei sich Gelegenheit darbietet, audy einige noch nicht vorgefommene Werkzeuge und Külfsmittel zu erwähnen.

1) Ringe. Einfache Reife, wie glatte Fingerringe, Gelds beutelringe u. dgl. werden aus rundem, halbrundem oder geplát: tetem, entweder glatten oder fordirten oder durch Walzen verziers ten Drahte, in einzelnen Fällen aus schmalen Blechitreifen, mit: telit der Ringjange gebogen, und dann mit Schlagloth an den Enden stumpf zusammengelözhet. Bedarf man mehrerer gleicher Ringe, so werden sie auf die nämliche Weise, wie Kettenglieder (f. unten) durch Winden über einem Dorne bergestellt. Verzie: rungen werden öfters auch erst nach dem Löthen gewalzt, wobei die eine Walze natürlich von fleinerem Durchmesser seyn muß, als die Öffnung des Kinges. Um die nöthige Länge des Drahtstúds für einen gegebenen Durchmesser des Ringes leicht und sicher ill bestimmen, dient dem Goldarbeiter das Ringm a ß. Unter diesem Namen versteht man ein Bündel von 18 messingenen Ringen, deren Durchmesser von 5 Linien bis zu 1 Zoll regelmäßig abgestuft, und welche mit Nummern bezeichnet sind. Nachdem einer der Ringe für den Finger passend gefunden ist, sucht und mißt man unter derselben Nummer auf einem dabei befindlichen niesfingenen Stäbchen, welches durch Striche eingetheilt ist, die', erforderliche Långe des Drahtes.

Breite Ringe macht man meistentheils hobl, indem man sie aus einem äußern konveren und einem innern flachen Reife zus sammenlóthet. Ist hierbei der äußere Reif glatt, so gibt man ihm seine rinnenartige Querkrümmung durch das Uufbuckeln mits telft Walzen oder im Schlagwerke oder mit Hülfe der Zange (BD. IV. 8.244). Ist er verziert, fo fann er aus dünnem Bleche flach in einer Stanje gepreßt und hierauf erst gebogen, besser aber zivi: schen gravirten Walzen bearbeitet, oder mittelst Punjen getrieben werden. An einem Siegelringe z. B. wird auf den Boden oder inuern Reif zu jeder Seite eine Hälfte des åußern Reifs aufges lothet, und zwischen beiden Hälften die Zarge zur Fassung des Steins eingelöthet. Sind die Seitentheile nicht schon durch eine Stanze oder durch Walzen mit der Verzierung versehen; so müss sen sie voraus wenigstens durch Stampfen in einer Stanze die gehörige Wölbung empfangen, worauf man durch die Offnungen innerhalb der Zange die Höhlung des Rings mit Treibfitt vol: sopft, und von außen die Bearbeitung mittels der Punzen vor's nimmt. – Die Werfertigung der Sprengringe ist im IV. Bde. 8.248, erklärt.

2) Retten. Die Ringe oder Glieder einer Kette werden im Allgemeinen dadurch gebildet, daß man den Draht in schraus benförmigen, dicht an einander liegenden Windungen um ein eis sernes Stäbchen (den Dorn oder Riegel) legt, die so gebildete Röhre herabzieht und der Länge nad, mittelst der Laubsäge (bei sehr dünnem Drahte mittelst der Ringelschere) aufschneidet. Je nachdem die verlangte Gestalt der Ringe es erfordert, kann der Riegel rund, oval u.s.w. fenn. Hierbei ist es, um einer Forms Technol. Encyklop. VII, BI.

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