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daß man erstere auf ihrer Rückseite mit dünnen angelötheten Draht. stiften versieht, welche durch Löcher des Arbeitsstúdes gesteckt, und hinterhalb derselben mit dem Polirstahle verrieben oder mittelst leich: ter Hammerschläge breitgeklopft (vernietet) werden. Die einzige allgemein gebräuchliche Vereinigungsart der Bestandtheile ist aber das Löthen. Gewöhnlich geschieht es mit Schlagloth(Golde fchlagloth), welches aber, nach Beschaffenheit der Waare, auf verschiedene Weise zusammengeseßt wird. Je stårfer das Gold legirt wird, desto leichtflüssiger ist es, und eines desto schmelze barern Lothes bedarf es daber. Zu Goldarbeiten, welche 14 fas ratig oder noch feiner sind, raugt am besten als loth eine Mischung aus 16 Theilen feinem Golde, 9 Sh. feinem Silber und 8 Ch. Kupfer. Für Gold, welches weniger als 14 Karat fein hált, so wie für gelbe 8 Gold (d. h. folches, welches viel mehr Silber als Kupfer in der Legirung enthalt), und für Gegenstande, die nicht gefärbt werden, reßt man ein leichtflüssigeres loth aus 10 Ch. 14 taratigem Golde, 5 Th. feinem Silber und 1 Sh. Zinf zusame men. Dagegen erfordern Arbeiten, welche emailirt werden solo len, ein schwerflüssiges foth (Emaillirloth), wozu eine Mis fchung aus 37 ch. feinem Golde und 9 Th. feinem Silber, oder aus 16 Theilen 18 faratigem Golde, 3 Th. feinem Silber und 1 Th. Kupfer angewendet wird, — Man schneidet das zur Form eines Stäbchend gegossene und zu dünnem Bleche ausgewalzte Loch mit der Schere in fleine länglich vieredige Theilchen (Pail. Ten genannt), und legt diese auf die Löthfuge, welche vorläufig mit einem dúnnen Brei aus in Wasser zerriebenem Borar befeuchs tet worden ist. Bei fehr feiner Arbeit wird das Loth in Gestalt ron Feilspánen angewendet. Auch ohne Borar löthet sich das Gold ziemlich leicht Die zum Schmelzen des lothes nöthige Er. bißung wird selten durd) Koblenfeuer, meist durch die lampens flamme mittelft des lothrohrs hervorgebracht (1. art fótben); Dabei wird die Arbeit auf ein Stück Koble gelegt oder mit der Zange (wenn sie größer ist, frei in der Hand) gehalten.

Löthungen, welche feine große Festigreit erfordern, oder wobei feine bedeutende Erbigung des Arbeitsslucts anwendbar ist, werdeŋ mit Zinnloth verrichtet, d. h. mit dem gewöhnlichen, aus Zinu und Blei gemischten Schnell: lothe der Klempner,

weldieß auf einer Platte zu dünnen Streifen gegossen und ebens falls in Paillen zerschnitten wird. Leştere wälzt man in Serpens tin, legt sie auf die Stelle, und bewirkt die Erhißung über einer lichtflamme oder mittelst des Côthrohrs.

Bei allen Pöthungen müssen die durch das Loth zu verbins denden Stellen des Goldes im vollfommensten Grade blanf und rein seyn, dürfen daber auch nicht mit den Fingern berührt wer: den, widrigenfalls das Loth schlecht baften würde. Die zusammens zulorhenden Theile werden, wenn sie nicht durch ihre Gestalt von felbst eine unveränderliche Lage behaupten fönnen, mit geglühtem Eifendrahte gebunden.

V. Vollendung und Verzierung der Goldarbe is ten. – Da das Gold vor und während seiner Verarbeitung mehr oder weniger oft in das Feuer gekommen ist, wobei auf der Obers fläche das in der Legirung enthaltene Kupfer rich orydirt hat; so erscheinen die Arbeiten matt und von grau: oder braunschwarzer Farbe. Zunächst muß nuu dieses Dryd weggeschafft werden, um der Oberfläche ihr blanfes Unsehen und ihre natürliche Farbe wies der zu geben. Diesen Zweck erreicht man durch das Sieden, indem man die Arbeit in Wasser kocht, welchem so viel Salpeters säure oder Schwefelsäure , zugelegt ist, daß die Mischung einen fauren Geschmack gleich starkem Ellig erhält. Man glüht die Stúce unmittelbar vor dem Sieden noch ein Mahl, theils um der Drydbaut eine möglichst gleiche Stärke zu geben, und somit eine ganz gleichmäßige Einwirfung der Säure auf alle Stellen der Oberfläche zu sichern; theils um noch eine etwas größere Menge Kupfer zu orndiren, nach dessen Auflösung die Farbe des Goldes dejto reiner und schöner ausfällt, je mehr Kupfer auf diese Weise weggeschafft wird.

Die Gegenstande follen entweder die durch den Sud bervors gebrachte, der Goldlegirung eigenthümliche (róthliche oder blaßgelbe) Farbe behalten, oder man wünscht ihnen das hochgelbe Ans schen des reinen Goldes zu ertheilen. Im leßtern Falle müssen sie gefärbt werden. Das färben des Goldes beruht auf einem demischen Prozesse von doppelter Urt; man sucht nåmlich 1) von der Oberfläche der Goldarbeiten einen gewissen Theil des in der Mischung enthaltenen Kupfers zu entfernen, und 2) eine äußerst

diinne Haut reinen Goldes auf diese Oberfläche niederzuschlagen. Man behandelt deßhalb das Gold mit einem Wuflösungsmittel (der sogenannten Farbe), welches nicht nur Kupfer, sondern in ger willem Grade auch Gold aufzulösen vermag, und veranlaßt for daß die geringe Menge des aufgelösten Goldes durch das in der Legirung befindliche Kupfer und Silber gefällt und auf der Ober: fläche der Stüde abgeseßt wird, in gleicher Beise, wie ein eisers ner Nagel in Kupfervitriol : Nuflösung sich mit einer Kupferhaut überzieht. Die gewöhnliche Farbe der Goldarbeiter ist ein gepuls vertes Gemenge aus 3. Theilen Salpeter, 2 Th. Kochsalz und 2 Th. Alaun, oder 2 Theilen Salpeter, 1 Th. Kochsalz und 1 Th. Alaun. Man gibt dasselbe in einen heitischen Schmelztiegel oder in einen irdenen Topf, gießt Wasser darauf, und läßt die Mischung auf dein Feuer fochen, bis sie sich zu einem Brei aufgelöst hat. Dann bringt man die Goldarbeiten hinein, läßt sie eine gehörige Zeit verweilen, fpült sie sogleich nach dem Herausnehmen in fochendem Wasser und dann in faltem Wasser, und trocknet sie ab. Das Loth an gelötheten Stellen wird hierbei (wegen seines größern Kur pfergehaltes) gewöhnlich schwarz. Daher glüht man die ein Mahl gefärbten Stücke, siedet sie wieder in verdünnter Salpetersäure, und wiederhohlt die Behandlung in der Farbe. Sehr starf legirs tes Gold läßt sich nicht färben, wird vielmehr durch seinen großen Kupfergehalt schwarz und unansehnlich. - Die Wirkung der Farbe erklärt sich auf folgende Weise. Durch die Schwefelsäure des Ulauns werden das Kochsalz und der Salpeter langsam jerseßt ; die entwickelte Salzsäure und Salpetersäure wirken auf einander und entbinden Chlor, gerade wie bei der Bereitung des Königos wassers (s. Art. Gold). Das Chlor lófet Gold und Kupfer auf; ersteres aber schlägt sich größtentheils wieder auf die Oberfläche der Stücke nieder, wie schon oben erwähnt wurde. Weil die Aufló fung des Goldes nur nach und nach erfolgt, fo erlangt die Farbe erst durch einigen Gebrauch ihre beste Beschaffenheit; aus gleichem Grunde fårbt sich ein fleines Arbeitsstück in einer großen Menge (besonders neder) Farbe schlecht, weil das aufgelöste Gold zú fehr vertheilt wird. - Ein geringer Goldgehalt bleibt gewóbus

lich in der gebrauchten Farbe zurúck, und häuft sich bei öfterem | Gebrauche derselben immer mehr an. Man hat Fälle beobachtet,

wo ein Pfund alter Farbe 34 Gran und noch mehr Gold enthielt. Um dieses wieder zu gewinnen, wird die gesammelte alte Farbe mit Wasser (allenfalls unter Zusaß einer kleinen Menge Königswasser, um mechanisch eingemengte, von den Goldarbeiten abges riebene Goldtheilchen aufzulösen) mit Wasser völlig flültig gemacht, filtrirt, und daraus das Gold durch Zufaß vop frisch bereiteter Eisen: vitriol - Auflösung als metallisches Pulver niedergeschlagen, wel. des man mit Pottasche oder Borar in einem Siegel schmelzt.

Man hat, außer der gewöhnlichen Farbe aus Kochsalz, Sale peter und Alaun, verschiedene andere Mischungen zum Farben des Goldes theils vorgeschlagen, theils wirklich angewendet. Hierunter gehört die jeßt wenig mehr gebräuchliche Grünfarbe (im Gegensaße der gewöhnlichen oder Weiß farbe, ihrem Unsehen nach so genannt). Man fegt dieselbe aus Salpeter, Salmiak (oder Kochsalz), Grünspan und Eisenvitriol zusammen ; z. B. 1 Sheil Salpeter, 3 Cheile Salmiar, 3 19. Grünspan und i Th. Pitriol. Diese Ingredienzien werden fein gepulvert, vermengt und mit Eltig zu einem Brei gemacht, den man mittelst des Pins fels auf die Arbeit trägt, worauf legtere bis zum Schwarzwverden der Mischung über Koblen erhißt, in Wasser abgelöscht und abges spult wird. Diese Behandlung erzeugt leicht eine ungleiche, flebo fige, übrigens sehr hochgelbe Farbe auf dem Golde. Der Eisens vitriol wirft hier auf den Salpeter und das Kochsalz (oder den Salmiaf) eben so, wie in der Weißfarbe der Alaun. — Eine Mis schung aus 5 Theilen Salzsäure von 22° Baumé (spezif. Gewicht 1,176), 2 Th. englischer Schwefelsäure, i Th. frystallisinter Borarfáure und 75 Th. Wasser, woriu man 10 Th. Goldfalz aufge. löst hat, färbt das legirte Gold sehr schön hodigelb, wenn man dasselbe an einem Golddrahte in die kochende Flüssigkeit hängt, nach einigen Minuten einen Kupferdraht hineinstellt, der die Gold. stúde berühren muß; diefen, so bald das Gold eine dunkle Farbe angenommen hat, wieder herauszieht; die Stücke noch ferner in der Auflösung verweilen läßt, bis sie schon gelb erscheinen; sie endlich heraus nimmt, in durch etwas Schwefelsäure gefäuertes Walser taucht, in reinem Wasser abspült und trocnet. Es ist hierbei besser, die gehörige Farbe durch mehrmahlige Wiederhoh. lung der Operation als durch ein zu langes Verweilen des Goldes

in der Flüssigkeit zu erzeugen. — Ummonial (Salmiafgeist), wo: mit man das Gold focht, färbt dasselbe ebenfalls, jedoch nur durch Auflösung des Kupfers auf der Oberfläche der Legirung.

Die gefärbten oder bloß gefottenen Goldarbeiten erscheinen ganz matt. Meist aber sollen sie entweder ganz oder theilweise Glanz erhalten. Die Mittel hierzu sind das ♡ caben, Schleia fen und Poliren.

Gefärbte Gegenstände, welche an allen Stellen die bobe Goldfarbe behalten sollen, werden sogleich mittelst des Polire ft a h18 polirt, weil jede Verlegung der äußersten Goldhaut forgfältig vermieden werden muß, um die reine Goldfarbe zu bewab. ren. Man bedarf der Polirståhle von sehr verschiedener Größe und Form. Nur folche Waaren, deren Gestalt die Unwendung des Polirstahls nicht gestattet (wie z. B. feine Drahtfettchen), werden gefragt, d. h. erhalten den Glanz dura, Reiben mit eis ner Kraß b úrste. Man'verfertigt die Straßbürsten aus sehr feis nem Meisingdrahte, welcher über zwei runde Stábchen mehrere hundert Mahl bin und her geschlagen wird, so daß er die Gestalt eines 6 Zou langen Sträbns erhält. Man umwickelt dann diese ganze Drahtmasse dicht mit gröberem (etwa / Linie starkem) Melo singdrahte, die beiden Enden ausgenommen, wo die schleifenarti: gen Biegungen des dünnen Drahtes auf 6 bis 9 linien Länge frei gelassen werden. Diese beiden Enden sind es, welche ges braucht werden, während man das Werfzeug an dem bewickelten, und dadurch steifen, mittlern Theile mit der Hand faßt..

Nicht gefärbte, bloß gesuttene Stücke werden, wenn die Gestalt ihrer Oberfläche fein anderes Verfahren gestattet, eben. falls mittelst des Polirstahls oder der Kragbürste geglánit; die meisten aber werden zuerst geschabt, dann mit kleinen Steinen geschliffen und endlich polirt. Das Werkzeug zum Schaben ist der gewöhnliche dreieckige oder viereckige Schaber der Kupfers stecher und Graveure (f. Graviren). Schaber mit hohlen Flás chen greifen stärker an, erzeugen aber eben dadurch leidit eine wes niger glatre Fläche, indem sie gern stellenweise zu tief eindringen. Des Schabers bedient man sich auch, um auf gefärbter Waare ån folchen Stellen, welche mit der natürlichen Farbe des Metals

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