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Quedsilber wirft. Das Gold: Amalgam ist bei großem Quecks filbergehalte weich oder flüssig und weiß, bei geringerem gelblich: weiß und etwas hárter. In der Hiße verfluchtigt sich das Queck: silber ganzlich.

Mit Platin láßt sich das Gold zusammenschmelzen, und felbst eine etwas beträchtliche Menge dieses Zusaßes verändert die Farbe des Goldes nicht sehr bedeutend. Das Gemisch ist sehr dehnbar und elastisch.

Vorlommen und Darstellung des Golde 8. Das Gold findet sich in der Natur stets in regulinischer Gestalt, und zwar mit mehr oder weniger anderen Metallen verbunden, vor. Sein gewöhnlichster und allgemeinster Begleiter ist das Silber, so, daß bis jeßt ein Gold ohne Silbergehalt 110ch nicht gefunden worden ist. Die Golderze sind: a) das Gediege na Gold, mit febr verschiedenen Mengen (0.16 bis 72 Prozent des Ganjen), Silber, und zuweilen mit Platin, chemisch verbunden. Es findet sich theils als Berg gold, d. h. auf Gängen (seltener in Lagern), vorzüglich in Begleitung von Quarz, Schwefelfies und Brauneisenstein, aber auch von Silbererzen, Kupfererzen, Bleiglang, u. r. w.; theils als was ch gold im Sande. Der Flüsse und im so genannten Seifengebirge (den Seifenwerfen), d. h. in dem von Flüssen angeschlemmten lockern lande, dessen Hauptmasse aus Thon oder Duarzsand besteht, zwischen welchen Glimmerblättchen, Gerölle von Grünstein, Serpentin, Syenit, Chloritschiefer, Körner von Magneteisen, Chromeisen, Titaneisen, Granat, Spinell, Chrysoberyl u. s. w., nebst Stücken von Brauneisenstein liegen. Das Berggold erscheint in der Regel in höchst kleinen Theilchen, welche der Gangart eingesprengt sind, und oft leicht ganz übersehen werden fónnen; das Waschgold bils det fleine Körner oder Blättchen, zuweilen indessen auch größere maisen, worunter man einige, welche mehrere Pfunde schwer waren, gefunden hat. Das Gediegen - Gold allein ijt in metallur: gischer Hinsicht von Bedeutung; denn die übrigen Golderze fom: men in viel zu geringer Menge vor, um zur Darstellung des Gol. des als regelmäßiges Metall angewendet ju iðerden. - b) Das

drifterz (Schrift - Tellur), aus Gold, Silber und Sellur bestehend. c) Das Weißers, außer Gold und Silber noch Tecnol. Encyklop. VII. Bd.

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Blei und Telur enthaltend. --- Geringere Mengen Goldes sind im Tellur blei (Blåttererz), Gediegen: Tellur und N as deler; enthalten.

Die Gewinnung des Goldes wird, nach der Art seines Vor: fommens, auf verschiedene Weise betrieben. Uus dem in Flußs betten gesammelten Sande und aus dem Seifengebirge sondert man die Goldtheilchen durch Sdílámmen (Waschen) auf gewohns lichen hölzernen Sdylämmherden ab, daher der Name Waschgold. Nur selten ist es dabei nöthig, die Masse durch Pochen zu zer: kleinern; denn theild sind diese überreste zerstörter Gebirge schon von der Natur in hinlänglich fieine Theile getrennt, theils weiß man aus der Erfahrung, daß die mit vorfonumenden größeru Ge: schiebe regelmäßig kein Gold enthalten, und man kann sich daber darauf beschränken, die etwa eines Goldgehalts verdächtigen Stücke auszulesen und der Pocharbeit zu unterwerfen. Durch das Was schen allein lassen sich die Goldförner niemals voiitändig von allen Beinengungen, besonders von Körnern fdywererer Erze (s. B. Magneteisen, Titaneisen zc.) befreien; demungeachtet ist zuweilen das Gold in diesem Zustande schon ein Handelsartikel. In anderen Fällen bewirkt man die fernere Reinigung des Goldstaubes durch sehr mühsames Aussuchen aller fremden Theile (Klaub arbeit); oder durch Sdımelzen in Tiegeln, wobei die fremdem Körner fich abscheiden; oder durch Zusammenschmelzen mit Blei auf dem Herde eines Treibofens, und darauf folgendes Abtreiben (f. Urt. Abtreiben im I. Bde. S. 103); oder ends lich durch Amalgamiren, indem man auf eine sehr unvollfommene Weise das Wasdigold mit Duecksilber in eisernen Handmörsern zusammenreibt, und das Umalgam zur Entfernung des Quecksil: bers ausglüht. Das zweckmäßigste Verfahren würde ohne Zwei: fel feyn, das Waschen des Goldsandes nicht zu weit und also nur so lange fortzuseßen, daß man feinen Verlust durch fortges fchwemmte feine Goldtheilchen zu befürchten båtte, dann aber eine regelmäßige Umalgamation in Fässern vorzunehmen.

Die Gewinnung des Goldes aus den Erzen (des Berggols ded) ist natürlich weniger einfach und demnach kostspieliger als das Goldwaschen aus dem Sande oder den Seifenwerfen; denn, abgesehen von dem föstspieligen Grubenbaue, müssen die Erze

voraus einer sorgfältigen Pocharbeit unterworfen werden, um sie in Mehl zu verwandeln, wobei noch der ungünstige Ilmand hinzu tritt, daß im Sande und Seifengebirge die Goldtheile schon weit besser von den Theilen der begleitenden fremden Körper gefondere find, als in den Erzen selbst nach dem Pochen, wodurch bei der Berggold - Gewinnung entweder ein größerer Goldverlust durch die der Gangart oder den fremden Erzen noch anhängenden, und beim Schlammen mit weggeführten Theilchen entsteht, oder die Nothwendigkeit herbeigeführt wird, das Schlämmen nur bis zu einem Punfte zu treiben, wo der rüdsländige Schlich noch weit unreiner und ármer ist, als das robe Waschgold. Die meisten goldführenden Gebirgsarten würden die Kosten der Ausbringung gar nicht bezahlt machen, wenn sie gan; allein des Goldes vegen bearbeitet werden mußten, indem selbst die reicheren darunter vor der Aufbereitung (im rohen Zustande) selten über 0.0005 oder 2000 reines Gold enthalten. In fo fern aber mit dem Golde zugleich auch andere Metalle (Silber, Kupfer, Blei) aus dem Erze gewonnen werden, wird selbst ein weit geringerer Goldgehalt fchon lohnend

Zur 21bsonderung des Goldes aus den Erzen wird (nachdem dieselben zu Mehl gepocht und durch Schlammen so viel möglich von der Gangart getrennt sind) entweder der Schmelzprozeß oder die amalgamation in den so genannten Gold mi úh. len angewendet (f. Art. U malgamation im I. Bde. S. 249). In beiden Fällen folgt das zugleid, vorhandene Silber dem Golde, und man erhalt somit eine Legirung aus diefen beiden Metallen; stets aber findet ein beträchtlicher Goldverlust Start, indem beim Schmelzen die Schlacke eine gewiite Menge feiner Golsförnchen jurúdhält, und auch beim Amalgamiren nur ein Theil des Gol: des ausgezogen wird.

Goldhaltiger Schwefelfies ist ziemlich das einzige Erz, wel, ches ausschließlich des Goldgehaltes wegen bearbeitet wird. Man bedient sich hierzu am zweckmäßigsten des Amalgamations : Ber: fahrens. Ob es hierbei vortheilhaft fen, durch Schlammen den Goldgehalt zu konzentriren, und der Amalgamation eine Röstung vorangehen zu lassen, dürfte im Allgemeinen nicht wohl zu bes stimmen seyn. Die Kiefe durch die Kobarbeit zu Gute zu

machen, d. 5. sie im gerösteten Zustande für sich und dann das entstandene Schwefeleisen — Rohstein – mit Blei oder Bleie erzen zu schmelzen, wodurch goldhaltiges, zum Abtreiben geeig: netes Blei gewonnen wird, ist ein unvollkommener und kostspielie ger Prozeß. - Au$ goldhaltigem Bleiglanze wird auf dem Wege der Schmelzung (wie im Urtifel Blei, Bd. II. beschrieben iil) das Blei ausgebracht, dann abgetrieben. — Goldhaltige Kupfer: erze unterwirft man dem Schmelzprozesse mit demselben Verfabs ren, wie silberhaltige; Silbererze welche Gold enthalten, wer: den wie folche ohne Goldgehalt behandelt, und entweder durch Schmelzung oder Umalgamation zu Gute gemacht, wobei güldi: sches Silber gewonnen wird (f Art. Silber).

Wegen des schon angeführten Umstandes, daß das Gold stets in Begleitung von Silber vorfommt, und mit demselben vereinigt gewonnen wird, ist als legtes Verfahren zur endlichen Darstellung des reinen Goldes jederzeit noch die Trennung dieser beiden Metalle erforderlich, worüber man den Urtifel d e in dung nachsehen kann.

K. Sarmario. Gold a r b e ite n. Nicht alle Gegenstände, welche aus Gold verfertigt wers deu, fallen in den Umfang dieses Artifelo, da mehrere derselben (wie die Goldschlagerarbeiten, Drähte, Folien, Uhrgehäuse, Münzen 2c.) in besonderen Artikeln vorkommen; sondern es soll hier von der Verarbeitung des Goldes nur in fo fern die Rede seyn, als sie das Geschäft des Gold arbeiter 8 (Goldschmies des und Juweliers) und der Bijouterie:Fabrifen auss macht. Selbst bei dieser Beschränkung aber kann es nicht die Absicht seyn, das Verfahren bei der Darstellung so zahlreicher verschiedener Kunstprodukte im Einzelnen zu beschreiben ; vielmehr muß bier, dem Geiste gemäß, in welchem analoge Artikel der Encyklopädie ausgearbeitet sind, mehr darauf gesehen werden, eine übersichtliche Beschreibung der Hülfsmittel und Verfahrunge: arten im Augemeinen zu liefern, und deren Anwendung durdy Hinweisungen auf einzelne Gegenstände der Fabrikation zu ers läutern.

1. fegirung des Gold, 28. Das Gold wird wegen seiner großen Weichheit und seiner Kortspieligkeit nicht rein vere arbeitet, sondern mit einem bedeutenden Zusaße von Kupfer, oder Silber, oder Kupfer und Silber zugleich. Man nennt diese verschiedenen Zusäße Karatirung, und unterscheidet :

a) Rothe Karatirung, wenn bloß Kupfer zugefeßt ist;

b) weiße Karatirung, wenn die Beimischung aus Gilber ; endlich

C) gemischte Raratirung, idenn sie aus Silber und Kupfer besteht.

Die Farbe des legirten Goldes ist desto röthlicher, je mehr 18 Kupfer, und desto blasser gelb, je mehr es Silber enthält. Durch die Karatirung gewinnt das Gold sehr bedeutend an Härte und folglich an Dauerhaftigkeit, zugleich wird die Masse destele ben ohne erhebliche Preisvermehrung vergrößert; und da man Mittel besißt, im nöthigen Falle den fertigen Arbeiten äußerlich die Farbe des reinen Goldes zu geben: so beeinträchtigt der Zus fap nicht die Schönheit des Metaus. Die Marf Goldgewicht wird zum Behufe der Gehalts : Bestimmung in 24 Karat eingetheilt, und jeder Karat in 12 Gran; und mau gibt nach diesen Unter: abtheilungen die Menge reinen Goldes an, welche in der Mart des legirten oder beschickten Metals enthalten ist. So heißt das Gold 14karatig, wenn es in der Mark 14 Karat, d.i. überhaupt "/24 reines Gold und demnach **/24 Zusaß enthält. Bei dem Feingehalte von 18 Karat 5 Grán beträgt die Menge des Goldes "/4 + 5/288 oder 1/288, mithin der Zusaß 07/288 Reines (uns Bermischtes) Gold wird nicht 24 karatig, sondern fein genannt. In Frankreich drüft man den Feingehalt nach Tausendtheilen (Millièmes) aus, und demnach ist z. B. Gold von 0.840 folches, welches in 1000 Theilen 840 Gold und .60 Zusaß enthält, was mit der Feinheit von 20 Karat 2 Grån sehr nahe übereinstimmt.

In allen Ländern ist durch die Gefeße oder durch Gewohn: beit vorgeschrieben, mit welchem Feingehalte das Gold zu Schmud und dgl. verarbeitet werden foll. So sind in den österreichischen Staaten für alle Goldwaaren, deren Gewicht 4 Dufaten und mehr beträgt, nur folgende drei Arten von Probegold ges tattet, welche mit den Nummern 1, 2, 3 bezeichnet werden:

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