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Formsandes, die Beschaffenheit der Formflaschen, die Behandlung der Formen bis zum Gießen und endlich über das Gießen selbst vorkommen wird, soll hier nur das Verfahren des Einformens angezeigt werden, als das einzige Eigenthümliche beim Gusse von Glocken in Sand. .. Man bedarf dazu, so wie zur Sandformerei in jedem andern Falle, eines Modells. Dieses (Saf. 128, Fig. 19, A im Aufs riste, B im Grundrisse) besteht aus einer, gewöhnlich von Zinn verfertigten, in: und auswendig recht glatt gedrehten Glocke, welche weder Henkel noch Klöppelring, dafür aber mitten in der Haube eine länglich viereckige Offnung a cnthält. Das Einfor. men kann auf zwei verschiedene Arten geschehen, so, daß die Glode entweder in aufrechter Stellung oder umgestürzt gegossen wird. Für den ersten Fall bedarf man noch eines messingenen Modells, fig. 20, in der Gestalt eines schlanken Keils a d, welcher in seis nem dúnnsten, genau in das Loch a der Glocke, Fig. 19, passens den Theile a b eine Höhlung, bei b und c aber kleine Abfäße bes fißt. Für den zweiten Fall sind anstatt dieses Keils vier kleinere messingene Modele erforderlich, námlich ein knopfförmiges Stüd Fig. 22, dessen Bodenfläche s drei kleine Löcher enthält, und drei zylindrische Stäbchen wie Fig. 21, an einem Ende abgerundet, am andern schräg abgeschnitten und mit einem Zäpfchen e verses ben. Wenn man die runden Euden der Stäbchen in kleine Per. tiefungen auf dem innern Rande der Glocke rept, ro fügen sich die Zäpfchen e (Fig. 21) in die löcher der Fläche s (Fig. 23), und das Ganze erscheint wie Fig. 24. – Die Durchschnitte fig. 25 bis 28 versinnlichen die beiden Methoden des Einformene. : a) Einformen der Glode in aufrechter Stelo lung. Von den zwei Sheilen der hierzu erforderlichen Formfla. fche ist der obere (A, Fig. 25, 26). so hoch als die Glocke (Fig. 19) und der Reil (Fig. 20) zusammengenonimen, der untere (B, Fig. 26) viel niedriger. Man fångt damit an, daß man den Obertheil A auf ein Formbret a (Fig. 25) stellt, das Glockenmodel fammt dem daraufgesteckten Keile b hineinsekt, und den Raum rings berum mit Sand gehörig ausfüllt. Dann dreht man die Flasche um, daß die Mündung der Glocke nach oben gekehrt erscheint, feßt den Untertheil derselben auf, und stampft ihu gleichfalls mit Sand

voll, welcher leßtere dabei zugleich das Innere der Glode aus: fült, und so den Kern bildet. Vorher aber wird das eiserne Drahtöhr für den Klöppel (f. Fig. 23) so in die Höhlung am Ende des Keils gelegt, daß nur der Ring desselben hervorragt, welcher demnach in den Sand des Kerns eingebúlt wird. Sodann stellt man das Ganze wieder aufrecht (wie fig. 26), hebt den Obertheil A der Flasche ab, zieht den Keil b heraus, nimmt das Glockenmodel von dem Kerne », und feßt die Flasche wieder zusammen. Die Schenkel des Öhrs (Fig. 23) befinden sich nun in dem leeren Raume, wo sie von dem Metalle umflossen werden. Das Eingießen geschieht durch die Öffnung, welche der Keil zurückgelassen hat. Um den Kern x besser an dem Sande des Untertheils B zu befestigen, kann man beim Formen einen gefrúmmten Eisendraht in diese Sandmasse stecken. Hängt an dem Ohre bereits der Klop: pel, so wird natürlich auch dieser ganz in den Kern eingeschlossen. Da sich beim Gusse das hohe Gußloch ganz ausfüllt, so erscheint die Glocke mit einem oben auf ihr fibenden Zapfen von der ganzen Gestalt und Große des Keils Fig. 20, und man fågt nachher das Stück cd davon ab, um nur einen Unguß von der Länge cb ju lassen, welcher zur Uufhängung der Glocke, oder zur Befestigung derfelben in einem hölzernen Handgriffe dient. Soll aber die Glocke einen Ring zum Anfassen erhalten; so schneidet man den Gieß. zapfen gänzlich weg, bohrt mitten in der Haube ein Loch, und schraubt in dieses den besonders gegossenen King. Un das ins Janere der Glocke durchgehende Ende der Schraube kann zugleich der Klöppel gehangen werden, wodurch man das beschriebeue Miteinformen des Ohrs erspart.

Das Gießen der Glocken in aufrechter Stellung hat den dop: pelten Nachtheil, daß durch den Sturz des einfließenden Metalls der Kern leicht beschädigt wird, und daß das Metall, indem et von dem einzigen Gießloche aus nach allen Seiten sich verbreitet, schnell abgefühlt wird, und daher öfters die Form nicht gang volls ständig ausfüllt, wodurch der Guß mißlingt oder wenigstens feh: lerhaft wird.

b) Einformen der Glode in um gestürzter Stel: lung. Auf das Formbret a (Fig. 27) wird — innerhalb des iIn: tertheils A der Flasche - das Glockenmodell gefegt, welches man

ganz mit Sand umgibt. Dann wendet man die Flasche um ; feßt den Obertheil B derselben (Fig. 28) auf; vereinigt mit dem Mos delle die drei Stäbchen Fig. 21 und den Knopf Fig. 22, so daß das Ganze wie fig. 24 erscheint; und füllt auch B mit Sand, wos bei sich der Kern x bildet. Rund um den Knopf c räumt man eine trichterartige Vertiefung zum Eingießen aus; worauf dieser Knopf weggenommen, jedes der Stäbchen b einzeln herausgezogen, die Flasche aus einander genommen, und auch das Glockenmodel ents fernt wird, nadidem man (falls die Glocke einen Zapfen erhalten foll) durch das Loch der Haube mit einem flachen Holzstúde die Höblung d in den Sand eingedrückt hat. Daß beim Formen des Kerno das Öhr mit oder ohne Klöppel eingelegt werden muß, ver. steht sich nach dem Obigen von selbst. • Bei dieser Art des Gießend verbreitet sich das einfließende Metal vom Gießloche aus in drei Kanále, und füllt die Form von drei Punften aus schnell, vollständig und ohne den Kern beschädigen zu können. Die drei Ungusse werden abgesägt.

Kleine Glocken werden gewöhnlich auf der Drehbank in - und auswendig abgedreht, öfters auch durch Ränderiren verziert, meffingene insbesondere noch gefirnißt oder vergoldet.

Eine besondere Art der kleinen Glocken sind die Il hrgloden (Schlaggloden), welche man in Taschen- und Stubenuhren zuweilen statt der Tonfedern (Bd. V. 5.550) anbringt, um durch Anschlagen eines Hammers die Stunde anzuzeigen oder das Bes den zu verrichten. Sie haben eine flache, fappenähnliche Gestalt, 1 bis 4 Zoll und darüber im Durchmesser, und ungefähr ein Piers tel des Durchmessers zur Höhe. Die Dicke ist auch hier am Rande größer als in den übrigen Theilen. Die schweizerischen Uhrglos den, welche am meisten geschåßt sind, bestehen aus einer Mischung von drei Cheilen Kupfer und einem Theile Zinn, welche fehr flins gend, äußerst sprőde und von fast weißer, nur wenig ins Graue und Röthliche ziehender Farbe ist. Das Formen dieser Glocken geschieht in Sand, mittelst eines Modells, ohne weitere Kunst: griffe, da sie weder Klöppel noch Griff erhalten, sondern mittelst eines in ihrem Mittelpunkte gebohrten Loches befestigt werden.

Größerer Glocken von ähnlicher Gestalt bedient man sich öfs ters bei Thurmuhren. Diese werden wie die Låutglocken in Lehm geformt.

K. Karmarsch.

G Ö P e I. Die Gópel dienen zur Einleitung einer drehenden Bewe: gung durch die als Zugfraft sich äußernde thierische Muskelfraft, indem eine stehende Welle mittelst Hebelarmen, an denen die Zug: fraft wirfet, umgedreht wird. Da hierzu gewöhnlich Pferde an. gewendet werden, so heißen sie auch Pferdegó pel. Ein Gós pel, der durch Menschen betrieben wird, heißt insbesondere Sum. melbaum.

Im Wesentlichen bestehen sie, wie Fig. i , Baf. 128, als Vertifalprojektion einer solchen Maschine und Durchschnitt des sie umgebenden Mauerwerts nach M N der in fig. 2 dargestellten Hos rizontalprojeftion als Durchschnitt nach O P der Fig. 1, zeigt, aus der bei a durch ein Zapfenlager an einein Balfen der Decke befes ftigten, bei a' in einer auf dem Steinkloß m angebrachten Pfanne drehbaren Gópelwelle A, hier von Holz, auf welcher der Kranj B mit der nöthigen Anzahl Urme von Gußeisen aufgesteckt ist. In diese sind bei c die Gopelarme b eingelegt, und mit jenen ver: schraubt, an welche bei d die zu verwendenden Thiere angespannt werden, die auf dem Gange F im Kreise herumgehen.

Will man den Kranz B vermeiden, fo fann man die Hebel b, wie Fig. 3 und 4 bei c darstellt, in einander verseßen, und mit eisernen Bändern befestigen.

Die eingeleitete drehende Bewegung des Gópels kann nun auf irgend eine Weise für einen gegebenen Zweck benüßt werden. In Fig. 1 und 2 geschieht dieß zur Drehung der Welle E mittelst Kegelverzahnung Denn wird nach Erforderniß ober oder unter den Hebeln b an der Welle A das Rad C angebracht, und greift dieses in das auf der bei C gelagerten hölzernen Welle E fests līßende Getriebe D ein, so ist es klar, daß man die Drehung der Belle A auf die Getriebswelle E übertragen, und sofort in jeder beliebigen Richtung an den hierzu bestimmten Ort weiter leiten

nun

fönne.

Zur freien Fortleitung der Bewegung durch die Welle E ist unter dem Gange F die Öffnung J, und um bequem zu der Ver: fahnung fommen zu können, der Gang H geführt; so wie auch die nöthige Vertiefung für Rad und Getriebe durch die Futter

mauer G vom Gange F abgetheilt, und zur Sicherheit noch mit der Barriere p versehen ist.

Das Rad C besteht aus vier Kranzstücken von Gußeisen, welche bei e gehörig mit einander verschraubt sind, und die nós thigen Öffnungen zum Einsegen hölzerner Zähne enthalten, welche nach der Breite derselben mit am Kranze angegossenen prismati. schen Anfäßen r, Fig. 7 (Durchschnitt nach ay in Fig. 2), verses ben, und um diesen Unfaz breiter als die Dicke des Zahnes s sind, der dann, mit einem entsprechenden Einschnitte versehen, einges schoben, und durch den Keil t und Unsaß r festgehalten wird, wos durch das Verschneiden der Zahnsdide beseitigt, und das leichte Auswechseln der Zähne möglich ist; ferner aus dem innern Wels lenkranz, der die arme g enthält, die noch durch die Streben h mit einander verbunden sind; und dann aus den Radarmen f, die bei g in dem Wellenfranz, bei g' in den Radfrang eingelassen und durch Schrauben zusammengehalten werden. Das Getriebe D ist massiv von Gußeisen, und hat angegossene Zähne.

Damit das Torsionsvermögen der Göpelwelle nicht so sehr in Anspruch genommen werde, sind die Hebel i eingelegt, welche in fig. 2 der Deutlichkeit wegen weggelassen wurden. Sie sind in die Anfäße k eines auf die Welle A aufgeschobenen Ringes ein: gelegt und verschraubt, an den Göpelarmen durch übergelegte eis serne Bänder befestigt, und liegen mit einer ihrer Seitenflächen an den Radarmen f.

Zum Einführen der Zugthiere in den Gópelraum dient die in der Hauptmauer n angebrachte Thür q.

Unter den andern Arten der Benügung des Gópels möge hier noch diejenige kurz erwähnt werden, welche zur Förderung des Erzeß aus bedeutenden Liefen gebraucht wird, und die darin be: steht, daß man an der Gópelwelle einen Korb (Treibforb) befesti, get, über welchen sich bei seiner Umdrehung ein Seil aufwindet, welches eine gehörige Leitung erhält, und über eine Rolle geschla: gen, an seinem andern Ende die Tonne (den Treibsack des Erzes) trägt. Wegen des bedeutenden Gewichtes des Seils ist bei cylin: drischem Korbe während des Aufwindens die zur Förderung nöthige 3ugfraft sehr verschieden, weßhalb der Treibforb dann die Form eines abgestugten Regels zur Ausgleichung jener Kraft erhält,

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