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Die Einführung

der

Reformation im Lüneburgischen

durch
Herzog Ernst den Bekenner.

Eine von der philosophischen Fakultät der Georg-Augusts-Universität

zu Göttingen
am 4. Juni 1886

gekrönte Preisschrift.

Von

Adolf Wrede,
aus Gross-Freden.

Motto: In Schule und Litteratur mag

man kirchliche und politische
Geschichte von einauder son-
dern, in dem lebendigen Da-
sein sind sie jeden Augen-
blick verbunden und durch-
dringen einander.

Ranke.

Göttingen, 1887.
Druck der Dieterich'schen Univ.-Buchdruckerei.

(W. Fr. Kästner).

Urteil der Fakultät.

Statt der vorschriftsmässigen Inhaltsübersicht'), deren Fehlen indess nur als ein unwesentlicher Mangel bezeichnet werden kann, geht der Darstellung eine umfassende Übersicht „über die Quellen und Litteratur“ mit der Bestimmung voraus, „einen Überblick über die allmähliche Entwickelung und Erweiterung des in Frage stehenden Forschungsgebietes zu geben. Schon diese litterarisch-kritische Einleitung zeigt, dass der Verfasser seine Aufgabe mit wissenschaftlichem Geiste erfasst und an deren Lösung mit der rechten Methode, sowie mit hingebendem Fleisse herangetreten ist.

Hatte die Fakultät es als wünschenswert bezeichnet, dass ausser den weit zerstreuten, gedruckten Quellen auch die leicht zugänglichen Akten des k. Staatsarchivs in Hannover benutzt würden, so ist der Verfasser der vorliegenden Abhandlung noch einen sehr bemerkenswerten Schritt weiter gegangen: er hat ausser den Akten des genannten Archivs auch eine Menge bisher zum Teil unbenutzter Urkunden des Stadtarchivs zu Lüneburg, sowie eine Reihe von Handschriften der öffentlichen Bibliotheken zu Lüneburg, Wolfenbüttel, Hannover und Göttingen herangezogen.

Des so in erfreulicher Weise vermehrten Quellenmaterials ist der Verfasser (Dank seiner ausdauernden Arbeitskraft) bis in die Einzelheiten Herr geworden; aber während er mit sorgfältig abwägender Kritik eine Fülle von Detailfragen behandelt, verliert er den Zusammenhang der Ereignisse und die leitenden Gesichtspunkte nicht aus dem Auge. Der Stoff ist wohlgegliedert, die Darstellung schlicht und anschaulich; nur hie und da lässt eine Unebenheit im Stil die letzte Feile vermissen.

Von der Menge des Neuen, das die Abhandlung bietet, dient manches zur Bereicherung unserer Kenntniss von dem reformatorischen Wirken des Herzogs Ernst selbst, anderes lässt seine geistlichen und weltlichen Mitarbeiter in neuem Lichte erscheinen, nicht geringer sind die Aufschlüsse, die wir über den Widerstand erhalten, den der Rat der Stadt Lüneburg und noch mehr die Klöster des Landes leisteten. Dem nüchternen und besonnenen Urteil des Verfassers wird man in der Regel beistimmen können, und wenn etwa die Frage, ob der Reichstag von 1526 einen so wichtigen Einschnitt in der Reformationsgeschichte des Landes bilde, in anderem Sinne beantwortet werden muss -), so hat doch auch hier eine unhaltbare, durch Ranke begründete Auffassung die quellenmässige Darlegung der Thatsachen nicht beeinträchtigt.

Nach dem Allen darf die vorliegende Arbeit als eine wissenschaftliche Leistung bezeichnet werden, die bestimmt erscheint, in der Litteratur der Braunschweig - Lüneburgischen Landesgeschichte, wie in der Litteratur der Reformationsgeschichte eine achtungswerte Stelle einzunehmen,

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1941,47 02962z Waute

Dem Andenken

meiner Eltern.

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Quellen und Bearbeitungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1

Einleitung: Die Hildesheimer Stiftsfehde und das Fürstentum Lüneburg .. . 13

I. Abschnitt: Die Einführung der Reformation im Fürstentum Lüneburg bis zum Jahre

1530 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18

Die Söhne Heinrichs des Mittleren . . . . . . . . . .

Die Lage des Fürstentums und die ständischen Verhältnisse ..

Die kirchlichen Verhältnisse des Fürstentums ...... .

Erste Regungen des Luthertums. Die Barfüsser in Celle . . . . . . .

Die ersten Massregeln gegen die Klöster und die Landtage zu Celle und

Uelzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41

Widerstand der Prälaten und der Stadt Lüneburg gegen die Forderungen

des Herzogs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Erstes aktives Vorgehen des Herzogs in Sachen der Religion ... .

Die Landtage des Jahres 1527 . . . . . . . . . . . . . i

Folgen des Landtages vom August 1527 . . . . . . . . . . .

Einsetzung lutherischer Prediger in den Klöstern und die Übernahme der

Verwaltung der Klostergüter durch den Herzog ........ 93

II. Abschnitt: Die Reformation der Stadt Lüneburg und der Widerstand der Klöster 110

Vorgänge in Lüneburg bis zur Ankunft des Urbanus Rhegius . . . . 110

Der Ratschlag zu Notdurft der Klöster . . . . . . . . . . . . 127

Urbanus Rhegius . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 132

Erster Aufenthalt des Urbanus Rhegius in Lüneburg ...

138

Das Kloster St. Michaelis . . . . . . . . . . . .

146

Bardowik und Ramelsloh . . . . . . . . . . . . .

Zweiter Aufenthalt des Urbanus Rhegius in Lüneburg ...... 179

Die Streitigkeiten des Herzogs mit der Stadt Lüneburg . . . . . . 195

Das Fürstentum und die Klöster seit der Ankunft des Urbanus Rhegius 205

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