Lotos: Zeitschrift für Naturwissenschaften, Band 13

Cover
Naturhistorische Verein "Lotos"., 1863
 

Was andere dazu sagen - Rezension schreiben

Es wurden keine Rezensionen gefunden.

Andere Ausgaben - Alle anzeigen

Häufige Begriffe und Wortgruppen

Beliebte Passagen

Seite 90 - Wenn man von Urwäldern spricht, pflegt man gewöhnlich eher an die primitiven Wälder der Tropen zu denken, als dergleichen noch in Europa oder gar mitten in Deutschland zu vermuthen. Schweigen doch alle Beschreiber deutscher Wälder und Waldbäume von dergleichen und begnügen sich nur mit Abbildungen schwächlicher Epigonen , statt die Natur in ihrem Urzustände aufzusuchen. Bereits im Jahre 1855 schilderte F. vHochstetter die Urwälder des Böhmerwaldes, denn von ihnen soll hier vorzugsweise...
Seite 92 - Bergahornen, die obere Region von 3400 — 4000 FUSS nur aus Rothtannen oder Fichten (Pinus Abies L.). 3) Als Hauptcharakter tritt uns nun in der Buchen- und WeisstannenRegion die erst in der bedeutenden Höhe von durchschnittlich 60 — 100 Fuss vorhandene Kronenbelaubung entgegen, daher die Helligkeit und auch die Möglichkeit der Entwickelung des jungen Aufschlages, welche freilich erst bei Bildung irgend einer Lücke erhebliche Fortschritte macht, dann aber rasch, selbst nach hundertjähriger...
Seite 107 - Juncus trifidus und Agrostis rupestris hervorsprossten und mit den Gyrophoren und Andreaeen auf dem Gestein die hohe Lage verriethen. 5) Wenn wir nach den Ursachen der Erhaltung dieser wunderbaren Wälder forschen, so haben wir wohl als ein Hauptmoment ihre geographisch schwer zugängliche Lage, die erst sehr spät und nur durch Anlegung von kostbaren Kanälen ihre allgemeinere technische Benutzung gestattete, und die beschränkte Zahl von Holz-consumirenden Fabriken zu nennen.
Seite 62 - Silicate anderer Basen wie der Thonerde, der Magnesia, des Eisenoxyduls, des Bleioxyds beigemengt sind. Man hat nun früher geglaubt, die Entglasung habe darin ihren Grund, dass durch das Glühen zwischen Asche oder dergleichen, das Alkali theilweise oder gänzlich verdampfe und so ein...
Seite 64 - Art in Steiermark, führt unmittelbar in jene Diluvialperiode, wo durch die Ausdehnung der Gletscher in den höheren Alpengegenden die Hochalpenthiere und die Alpenflora bis in die Niederungen hinabgedrängt waren, und wofür man bisher namentlich in der Schweiz die in Steiermark vermissten Nachweise und Bestätigungen hatte.
Seite 108 - ... sich dort ein unerschöpfliches Material für morphologische und physiologische Studien dar, und der Oekonom kann sich wie so leicht nirgends überzeugen, was ein Boden, den man nicht seiner natürlichen Hülfsmittel beraubt, zu leisten vermag. Dem Paläontologen zeigt die trotz viel tausendjähriger ungestörter Vegetation in so geringer Menge vorhandene Dammerde, dass die Steinkohlenlager nicht direct aus Urwäldern und ihrem Abfalle einst entstanden sein können. Mögen recht Viele jene klassischen...
Seite 92 - Rothbuchen (Fagus sylvatica), obschon von geringerer Stärke, doch in einzelnen Exemplaren von 14 FUSS Umfang, wetteifern im Höhenwachsthum und erreichen nicht selten die bedeutende Höhe von 100 — 130 FUSS bei 80 — 90 FUSS Kronenbelaubung. Fichten, auch in dieser Region häufig, erreichen zwar nicht die Höhe und Stärke der Weisstanne, aber doch eine so imposante Grosse in Tausenden von Stämmen, wie sie nur als Seltenheiten in unseren Wäldern angetroffen werden.
Seite 108 - Forstbewirthschaftung, wer wollte dies leugnen, entscheidende Erfahrungen über Nahrung und Production sammeln und so vielen kostspieligen physiologischen Einsichten widersprechenden Versuchen entgegentreten, welche oft so schwere Opfer ohne Erfolg und Nutzen kosten. Dem bei allen solchen Untersuchungen eben so betheiligten Botaniker bietet sich dort ein unerschöpfliches Material für morphologische und physiologische Studien dar, und der Oekonom kann sich wie so leicht nirgends überzeugen, was...
Seite 85 - Bier, lässt es wieder eintrocknen und wiederholt diess im Ganzen etwa fünf Mal. Schliesslich wickelt man den Papierstreifen um einen blanken Eisendraht und verbrennt ihn an demselben. Die erhaltene Asche wird mit ihrem halben Volumen reinen sublimirten Salmiaks innig gemengt, mit Wasser zu einem dicken Brei angemacht und dieser in den äussersten Saum der Spiritusflamme gebracht. Man fasst nun den Brei ganz einfach, indem man das Ende eines dünnen biegsamen Eisendrahtes zu einem etwa hanfkorngrossen...
Seite 107 - Seitenthäler bis hoch herauf erfüllenden Moore*) veranlasst wird, wie denn endlich auch die Entfernung jeder Einwirkung des Menschen nicht hoch genug anzuschlagen ist. Man überliess die Lichtung der Natur, vielleicht die Hauptursache der so merkwürdig hohen Kronenbelaubung...

Bibliografische Informationen