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5 Zur Anhörung der Rede, welche Hr. Dr. Peter

ranz Deiters beim Antritt einer ordentlichen Prossur in der juristischen Facultät gehalten hat, lud er n durch ein Programm, welches de dispositionibus heditariis simultaneis pacticiisque quaestiones tres (18 S. 4) enthält. Zum Doctor iuris utriusque wurde am Aug. Hr. Joh. Friedr. Budde aus Herford promort (diss. de vindicatione rerum mobilium Germanica, 9 S. in 8.). Die medicinische Doctorwürde erlangten: am 31. Jauar Hr. Phil. Schäfer (descriptioanatomico-patoloica monstri cum eventratione, 22 S. in 4.); am 18. März Ir. Gust. St a che lh ausen aus Barmen (de lapaotomia et operationibus, quibus antecedere solet, 60 S. n 8.); am 18. Juli Hr. Heinr. Georg Friedr. Birnaum aus Regensburg (de legibus, secundum quas aca, quae dicitur, idea formatur in vesanis, 57 S. in 8.); m 2. Aug. Hr. Nathaniel Rumsey aus England de placenta disrupta, 43 in 8); am 25. Aug. Hr. Ludvig Trautwein aus Kreuznach (de resectioneinestini recti eiusque casu novo, 29 S. in 8.); an 28. Aug. Hr. Joh. Maur aus Hammerstein am Rhein (de dificultatibus in versione infantis in utero, et de remediis partus situ infantis perverso difficiles transigentibus, nprimis de embryotomia, 36 S. in 8.); am 30. Ag. Hr. Albert Hardering (de cerebri tuberculis, 31. S in 8); am 2. Sept. Hr. Rud. Reich erz aus Elberfeld (de hypertrophia cerebri, 50 S. in 8.); am 9. Sept. Hr. JVei mar Bertram Klein aus Frankenforst bei Bonn (de funiculi umbilicalis procidentia, 50 S. in 8); am 15. Sept. Hr. Benjamin Cassel aus Deutz (de glandularum bronchialium morbis, 32 S. in 8.); am 21. Sept. Hr. Friedr. Wilh. Georg Schornstein aus Elberfeld quaedam de cerebri semiologia, 38 S. in 8.); am 28 Dec. Hr. Max Leidesdorf aus Wien (de phlegmatia alba dolente, 35 S. in 8.); am 29. Dec. Hr. Christian JYie er (denasi ad cerebrum ratione pathologica, 36 S. in 8.).

Unter den Candidaten, welche die philosophische Doctorwürde erlangten, haben nur zwei die betreffenden Inaugural – Dissertationen dem Drucke übergeben: Hr. Leon. Casp. Longard aus Vallendar bei Coblenz: symbolae ad doctrinam de digammo Aeolica (37 S. in 8.) und Hr. Franz Philipp Funcke aus Essen: de Panyasidis Halicarnassensis vita ac poesi (72 S. in 8.),

in welcher der erste Theil über das Leben des Dichters

ausserodentlich dürftig, dagegen die Untersuchung über die Anordnung der vorhandenen Fragmente und deren Verbesserung und Erklärung sehr gelungen ist und die bisherigen Arbeiten über diesen Epiker weit überrifft.

Rom. Die Päpstliche Akademie der AlterthumsKunde schrieb unterm 28. Juni 1836 folgende Preisrage aus: »Eine umfassendere Darlegung, als sie »isher geliefert wurde, von dem Zustande der Römichen Kolonieen. Welchen politischen und staatskonomischen Zweck hatte Rom bei der Errichtung einer Kolonieen sich vorgesetzt? Was war der Unter

schied zwischen den Militair- und Civil-Kolonieen, und worin unterschieden sie sich von denen der Griechen? In welchem Zustande blieben die alten Einwohner, und in welche Rechte und Pflichten traten die neuen ein?” Der Preis, eine goldene Medaille von 40 Zechinen im Werth, ward einer Abhandlung zuerkannt, welche die Aufschrift führte: „Imperium Jacile his artibus retinetur, quibusinitio partum est etc." Als vor einigen Tagen, unter dem Vorsitze des beständigen Secretairs der Akademie, Ritters P. C. Visconti, der Zettel geöffnet ward, fand sich der Name F. Ruperti, Conrector des Lyceums zu Hannover.

Toskana. Dieses Grossherzogthum mit einer Bevölkerung von 1,230,000 Einwohnern besitzt zwei uralte Universitäten, die eine in Pisa, die andere in Siena. Die letztere, im Jahre 1809 von der franzö– sischen Regierung aufgehoben, wurde 1814 wieder in ihrem vorigen Glanze hergestellt, als der Grossherzog Ferdinand II. den Thron seiner Ahnen bestieg. Auch in Florenz selbst besteht eine Art von Universität. Die in Pisa hat drei Collegien oder Facultäten: die theologische, juridische und medicinisch- physikalische, Welche in eine medicinisch - chirurgische und eine physikalisch-mathematische Section zerfällt. Für die Theologie, bestehen 5 Lehrstühle: heilige Schrift, orientalische Litteratur und Archäologie, Kirchengeschichte, Moral, Dogmatik. Die Rechtsgelehrsamkeit hat 8 Katheder: kanonisches Recht (zwei Professoren), Civilrecht (zwei Professoren), Kirchengesetze, Pandecten, Criminalrecht, Logik und Mletaphysik, griechische und lateinische Literatur, italienische Beredsamkeit. Die beiden Sectionen der dritten Facultät zählen 17 Lehrstühle für die allbekannten hierher gehörigen Wissenschaften. Alles aber, was auf den deutschen Universitäten die philosophische Facultät unter diesen Namen zu umfassen pflegt, ist entweder unter die andern Facultäten verthéilt, wie Philosophie und classische Philologie unter die Jurisprudenz, oder 8°"? untersagt, wie Geographie, Geschichte, StaatsWissenschaften. Die Universität in Pisa ist in dieselben Facultäten getheilt, nur besitzt sie eine geringere Anzahl von Lehrstühlen, nämlich für die Theologie 5, für das Jus 7 und darunter filosofia della eloquenzu und der griechischen Sprache, und die beiden Seionen der dritten Facultät i2. Für beide Universitäten gelten odieselben Statuten; sie stehen unter einem Grossanzer, dem respektiven Erzbischof und einem Provveoro . Jede Facultät creirt Doctoren, nur der physikalisch-mathematischen Section in Siena steht dieses Recht nicht zu. Pisa zählt etwa 730, - Siena durchschnittlich an 300 Studenten. Die Lehranstalt in Fiorenz besteht aus zwei juridischen und neun medicini*ohen Professuren; ausserden aber bestehen noch ei"ge andere, im Grunde zur Universität von Pisa georige Katheder, deren Professoren auch in dejigen Matrikel aufgeführt werden. Diese in der Hauptstadt selbst befindlichen Lehrstühle stehen nicht unter °°m gemeinschaftlichen Rector oder Provveditore.

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in alphabetischer Folge von genannten Schriftstellern bearbeitet, und herausgegeben von

J. S. Ersch und J. G. Gruber. Mit Kupfern und Karten.

Erste Section (A – G).
J. G. Gruber. 29ster Theil.

Zweite Section (H– N). Herausgegeben von
A. G. Hoffmann. 14ter Theil.

Dritte Section (O–Z). Herausgegeben von IM. H. E. Meier und L. F. Käm tz. 9ter Theil.

Von den reichhaltigen Artikeln dieser neuen Bände

nenne ich nur in der ersten Section: Nachträge. Dacia von Becker; Dacier von Jacob; Dänische Literatur und Sprache von Rudelb a ch; Daun von v. Stramberg; Declamation von Flemming; Diffe– rentialrechnung u. s. w. von Gart z; Diplomatische Chronologie, Formelkunde u. s. w. von Erhard; Distoma von Creplin; ferner: Ebbe und Flut von K ä m t z; Ebbekestorp von Wachter; Ebel von Escher; Eber von Ya c h t er.

Aus der zweiten Section: Jacobiner von Röse; Jacub von Flügel; Jagd von Pfeil und Emming h aus; Jagellonen von v. St r am berg; Jahja von Schmidt; Jahr von Stern; Jamaica von Klaehn; Janitscharen von Flügel; Jansenismus von Lange; Jaroslaw von JVacht er; Jazyger von Ga m auf.

Aus der dritten Section: Pacht von v. Madai und Fischer; Padua von Schreiner; Pädagogik von Niemeyer; Päderastie von Meier; Päonien von Droy sen; Pätus von Haase; Paläographie von Gesenius; Palästina von Rödiger; Palästrik von Haase u. s. w.

Der Prän um e rationspreis ist für jeden Theil in der Ausgabe auf Druckpapier 3 Rthlr. 20 Ggr., auf Velinpapier 5 Rthlr. Für den Ankauf des gan – zen VV erkes, so wie auch einer Anzahl einzelner Theile zur Ergänzung unvoll – ständiger Exemplare, gewähre ich die

Herausgegeben von

billigsten Bedingungen und bemerke noch, dass alle Anstalten so getroffen sind, dass die Fortsetzung regelmässig erscheinen kann. Leipzig, im Januar 1838. / F. A. Brockhaus.

In allen Buchhandlungen ist zu haben:

Kant's (Imm.) vorzügliche kleine Schriften und Aufsätze mit Anmerkungen herausg. von Fr. Ch. Starke, In 2 Bänden. Preis 2 Rthlr. Ernst'sche Buchhandlung in Quedlinburg.

Diese beiden Bände enthalten einen Schatz von scharfsinnigen und geistreichen Bemerkungen über den Menschen und seine Geschicke, über die Natur und ihre Erscheinungen, mit vielen Erläuterungen des Herausgebers. Im ersten Bande bemerken wir unter andern Aufsätzen: Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerl. Absicht. Muthmasslicher Anfang des Menschengeschlechts. Was ist Aufklä– rung? Was heisst sich im Denken orientiren? – Das mag in der Theorie richtig seyn, taugt aber nicht für die Praxis. – Das Misslingen aller philosophischen Versuche in der Theodicee. – Ueber einen ewigen Frieden in der Philosophie. – Von der Macht des Gemüths auf den Körper. – Ge– danken über Mysticismus und Schwärmerei, über den Staat und seine Verfassung, über Revolutio– nen und Reformen. – Im zweiten Dande: über ein vermeintes Recht aus Menschenliebe zu lü– gen. – Ueber einen vornehmen Ton in der Philosophie. – Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen. – Träume eines Geistersehers. – Schreitet das Menschengeschlecht zum Bessern fort?– Ueber die Krankheiten des Kopfs. – Ueber die Philosophie überhaupt, – Betrachtungen über Metaphysik von Kant und Hippel. – Wie muss man Kant's kritische Schriften studiren und in welcher Reihenfolge muss dies geschehen ? Nebst literarischhistorischen Nachrichten u. s. w.

Bei mir ist erschienen:

Der Catalog mit Preisen über die aus – gezeichnete Biblio-thek des verstorbenen Hrn. Geh. Conferenzraths von Hoff.

Bestellungen können durch alle Buchhandlungen gemacht werden.

Gotha, d. 7. März 1838.
J. G. MIüller,

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I. Nekrolog. Heinrich Balthasar Wagnitz,

Con«isterialrath, Doctor und ausserordentlicher Professor der Tueologie, emerit. Oberpfarrer zu U. L. F. und Ritter des rothen Adlerordens dritter Klasse mit der Schleife.

Die Stadt Halle und die Friedrichs-Universität HalleWittenberg hat in der ersten Stunde des 28. Februars einen ihrer ältesten Mitbürger verloren. Ein ehrwürdiger Greis, der eine lange Reihe von Jahren nach Kräften gewirkt, ist von seiner irdischen Wirksamkeit abberufen, nachdem es ihm vergönnt gewesen, vier und funfzig Jahre hindurch an ein und derselben Kirche als Lehrer und Seelsorger thätig zu sein.

H. B. Wagnitz war der Sohn eines 1770 verstorbenen Kaufmanns und wurde am 8. Septbr. 1755 in Halle geboren. Von christlichen Eltern erzogen und in der deutschen und lateinischen Schule des Waisen– hauses gebildet, hatte er sich seit 1772 auf der hiesigen Universität dem Studium der Theologie, zu dem er von jeher eine unüberwindliche und durch das reli giöse Leben im elterlichen Hause genährte Neigung gehabt, vorzüglich unter Semler, Nösselt und Gruner gewidmet, auch als damaliger Senior des theologischen Seminars, dem zu jener Zeit Chr. G. Schütz init vorstand, die classischen Studien nicht vernachlässigt. Semler's und Nösselt's Umgang und der Gebrauch der trefflichen Bibliothek des Lotzteren förderten ihn hauptsächlich in seinen wissenschaftlichen Bestrebungen. Im Jahre 1775 übernahm er die Stelle eines Hauslehrers in der Familie des Landraths von JVedell zu Piesdorf. Im Jahre 1777, in seinem zwei und zwan– zigsten Lebensjahre, trat er sein Predigtamt zuerst als Adjunctus an der Marienkirche an; mit schönen, gründlichen Kenntnissen ausgerüstet und mit lebendigem Eifer für seinen Beruf erfüllt, hat er seit jener Zeit als begeisterter Jüngling, rüstiger Mann und schwacher Greis das Wort Gottes verkündet. Neun Jahre später erhielt er das Diaconat an derselben Kirche und verwaltete zugleich die Stelle eines Predigers am Zuchthause, die ihm Gelegenheit gab, über die Verbesserung der Zuchthäuser, angeregt durch Howard's Verdienste in England, zu denken und zu schreiben. Die Humanität hat er dabei nie verleugnet, im Gegentheil haben

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die Gefangenen sie nicht genug rühmen können. Während dieses Zeitraums hatte ihn zwar Semler zu einer Professur der Theologie in Kiel vorgeschlagen, aber sowohl diesen als den Ruf zun Feldprediger bei dem in Halle garnisonirenden Infanterieregiment und zum Diaconus an der St. Ulrichskirche hatte er abgelehnt. 1790 ward er correspondirendes Mitglied der asketischen Gesellschaft zu Zürich, und bei einer neuen Organisation des theologisch – pädagogischen Seminars ward ihm 1804 ein Theil der Geschäfte mit dem Titel eines Inspectors übertragen. Die Universität in Frankfurt a. d. O. übersandte ihn bei ihrer dreihundertjährigen Secularfeier das Diplom eines Doctors der Theologie. In eben diesen Jahre erhielt er auf Ansuchen des Consistorialrath Senf die Mitinspection und Superintendentur des Saalkreises und nach dessen Tode im Jahre 1814 säinumtliche Geschäfte. Die Stelle eines Oberpredigers trat er 1809 nach dem Tode des Consistorialraths Westphal an, erhielt auch 1817 Sitz und Stimme im Consistorium der Provinz zu Magdeburg, womit zugleich von Zeit zu Zeit Prüfungen hiesiger Candidaten und das Commissariat bei den Prüfungen der Abiturien– ten der lateinischen Hauptschule in den Franckeschen Stiftungen verbunden war. Seit dem Tode des ältern Pastor D. G. Niemeyer in Glaucha bei Halle, seines vertrauten Freundes, übernahm er die von diesem geführte Aufsicht der Bibliothek des Waisenhauses und erwarb sich in dieser Stellung in den frühern Jah–

ren ein Verdienst durch Anfertigung eines Catalogs der

anonymen Schriftsteller. Wie er aber in diesem Amte durch Substituirung rüstiger Stellvertreter zeitig Erleichterung suchte, so legte er auch im Jahre 1818 die Superintendenturgeschäfte gänzlich nieder. Am 24. Junius 1827 erlebte er das Jubelfest seiner 50jährigen Amtsführung, an dem er durch die theilnehmenden Wünsche seiner Aintsgenossen und seiner Geineinde herzlich begrüsst und durch viele Auszeichnungen und Ehrenbezeigungen von Seiten der Stadt, der hohen Landescollegien und Sr. Majestät des Königs hoch er– freut und beglückt wurde. Als in den letzten Lebensjahren die Last des Alters ihn niederdrückte und die Arbeiten seines Amtes ihm zu schwer wurden, unterstützten ihn die übrigen Geistlichen der Stadt drei volle Jahre hindurch mit der grössten Bereitwilligkeit, bis der Wunsch in Ruhestand versetzt zu werden 1833

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