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A L L GE ME IN EN LI TE R ATUR - ZEIT UNG

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Beförderungen u. Ehrenbezeigungen.

Der bisherige Director des Oberconsistorii in Weimar Heinr. Karl Friedrich Peucer ist zum Präsi– denten des neu organisirten Oberconsistoriums für das ganze Grossherzogthum Sachsen-Weimar, und der seit– herige Assessor in jenem Collegium Carl Gottlieb Hetzer zum weltlichen Consistorialrathe in dem neuen Collegium ernannt worden. Der Pastor in Staffel bei Limburg im Herzogthum Nassau, Hr. Ninck, ist als zweiter Professor am theologischen Seminar und erster Stadtpfarrer zu Herford angestellt. Gleichzeitig hat Hr. JW. Otto, welcher vorher jene Stelle bekleidete, die erste Professur mit Beilegung des Charakters eines Kirchenrathes er– halten, und der erste Professor und Director des Seminars Kirchenrath Dr. Hey den reich ist zur Würde eines evangelischen Landesbischofs erhoben worden.

Der seitherige Kreisphysicus Dr. Herzog ist zum Medicinalrathe und Mitgliede des Medicinal – Collegiums in Posen; der griechische Medicinalrath und Arzt Dr. Dotzauer in Bamberg zum Assessor des da– sigen Medicinalcomité ernannt worden.

Der Regens im bischöflichen Clericalseminar zu Würzburg Dr. Benkert ist zum Domcapitular an die Stelle des kürzlich verstorbenen Dr. Rutt a befördert. Der Geheime Hofrath Carl Wilhelm Stark in Jena ist zum Mitdirector der beiden Kliniken, des Land – Krankenhauses, der Irrenanstalt und des Ent– bindungshauses ernannt. Der durch das freiwillige Ausscheiden Letron ne's erledigte Lehrstuhl der Geschichte an der Universität zu Paris ist durch den gediegenen, deutscher Gründlichkeit nachstrebenden Historiker IT ich e le t besetzt worden. Der aus Belgien nach Freiburg berufene Professor der Rechte Hofrath Yarn könig wird in gleicher Ei– genschaft mit erhöhtem Gehalt nach Heidelberg versetzt. Der Privatdocent und Assessor der philosophischen Facultät in Göttingen Dr. G. H. Bode ist zu einer Professur in Erlangen berufen worden. Dr. Höfl er in München ist, der erste seit längerer Zeit, zum Privatdocenten an der Münchner Universität ernannt (?) worden. Er ist Redacteur der „Münch

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ner politischen Zeitung", die sich durch eine gehässige und aufreizende Polemik gegen Preussen auszeichnet. Die Bibliothekarstelle an der Universität in Wien ist dem ersten Scriptor der k. k. Hofbibliothek Franz Lechner verliehen; in Paris ist Jom ard als Director der k. Bibliothek von dem Könige der Franzosen bestätigt worden. Der bisherige Rector an der Gelehrtenschule zu Husum P. Friedrichsen ist zum Prediger in Jevenstedt (Probstei Rendsburg) ernannt worden. Die beiden Mitglieder des Oberstudienrathes in Baden, Hofrath und Lyceumsdirector Dr. E. Kär cher (welcher durch Pensionirung des Kirchenraths Dr. Zandt in jene Stelle aufgerückt ist) und Ministerialrath Dr. C. Zell haben das Ritterkreuz des Zähringer Löwenordens erhalten; dasselbe ist auch dem Hofrathe La do mus, Lehrer der Mathematik an der polytechnischen Schule in Carlsruhe, verliehen.

Des Königs von Preussen Maj, haben dem Fürstbischof von Breslau, Grafen von Sedlnitzki den rothen Adlerorden 2. Cl. mit Eichenlaub zu verleihen geruht. Der Geheimerath von Klenze in München hat von dem Könige der Franzosen den Orden der Ehrenlegion erhalten; dieselbe Auszeichnung ist dem Dr. Weiland aus Weimar wegen seines Benehmens bei der Cholera in Paris zu Theil geworden. Des Königs von Preussen Maj. haben dem Dr. J. H. Mädler in Berlin das Prädicat eines königlichen Professors, und den Kreisphysikern Dr. Rehfeld in Prenzlau und Dr. Ha acth a usen zu Neisse sowie dem Dr. E. Yal. JWeigel in Schmiedeberg den Hofraths– Charakter beigelegt. Die Academie des inscript. et bell. lettr. in Paris Ihat an die Stelle des verstorbenen Grafen Reinhard den Hellenisten Philipp Le bas, der früher in Arenenberg. Init der Erziehung des Prinzen Ludwig Bo– naparte beauftragt war, zu ihrem Mitgliede, Jom ard für das Jahr 1838 zum Präsidenten, und Amary– Duval zum Vicepräsidenten erwählt. Am 26. Januar vereinigte die Gedächtnissfeier der vor funfzig Jahren geschehenen Aufnahme des jetzigen Directors der Königlichen Academie der Künste Dr. J. G. Schadow unter die ordentlichen Mitglieder derselben die Künstler und Kunstfreunde Berlins zu einer seltenen Feier. Schon am frühen Morgen be–

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Herausgegeben von Linde, Mare zoll, v. Schröer. XI Bandes 2s Heft. gr. 8. brochirt. Ladenpreis des Bandes von 3 Heften 2 Rthlr. oder 3 Fl. 36 Kr. Inhalt dieses Hefts: V. Bemerkungen über die Zulässigkeit der Gewis– sensvertretung und des Gegenbeweises wider dieselbe. Von Linde. VI. Ueber den Begriff und die Eintheilung des Klagegrundes von Dr. T. Brackenhöft in Kiel. – VII. Ueber die durch Zurückgabe der Schuldurkunde angeblich begründete Rechtsvermuthung geschehener Zahlu g. Von Dr. Yermehren, Oberlandesgerichtsrath in Hildburghausen. – VIII. Ueber die doppelte Bedeutung des Begriffes in factum actio, nebst einigen Bemerkungen über die actio praescriptis verbis. Von Dr. G. E. Heimbach in Leipzig. Herabgesetzter Preis des 1ten bis 10ten Bandes bei deren vollständiger Abnahme, so lange der kleine Vorrath zu diesem Preis eigen ds bestimmter Exemplare noch ausreicht, 14 Rthlr. oder 25 Fl. 12 Kr., nachher tritt der Ladenpreis wie der ein.

Giessen, Februar 1838.
B. C. Ferber.

II. Ankündigungen neuer Bücher.

In meinem Verlage ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu erhalten: Das

Preussische Intest at – Erbrecht,

aus dem gem einen deutschen Rechte entwickelt V O. n K a rl Witte, Professor in Halle. Gr. 8. 1 Rthlr. 12 Ggr.

Leipzig, im Januar 1838.
F, A. Brockhaus.

Bei W. van Boekeren in Gröningen ist erschienen und bei J. A. Barth in Leipzig zu bekommen: Catalogus juridica rum dissertation um, quaestion um academ., Oration um etc. Diese Sammlung enthält 1500 der vorzüglichsten Dissertationen etc., welche in den Niederlanden erschienen und bei W. van Boeker en vorräthig sind.

Der Katalog über die naturhistorische Bibliothek des Rechnungsrathes Neydeck in Mannheim, bestehend zum Theil in den seltensten und kostbarsten Pracht – und Kupferwerken, die hier dem Liebhaber billig angeboten werden, ist in allen soliden Buchhandlungen zu finden. Bestellungen sind bei der unterzeichneten Buchhandlung, die mit dem Verkauf der Bibliothek beauftragt ist, zu machen.

Mannheim.
Schwan u. Götz'sche Hofbuchhandlung.

Giefsen. Im Verlage von G. F. Heyer, Vater, ist neu erschienen und in allen soliden Buchhandlungen zu haben: Mackeldey (Dr. F.) Lehrbuch des heutigen Römischen Rechts. Nach des Verfassers Tode durchgesehen und mit vielen Anmerkungen und Zusätzen bereichert von Dr. K. Fr. Rosshirt. 2 Bde. 11te Original-Ausgabe. gr. 8. 3 Rthlr. 16 Ggr. Vogt, (Dr. Ph. Pr. Wilh.) Lehrbuch der Pharmakodynamik. 2 Bände, vierte sehr verbesserte und vermehrte Original-Ausgabe. gr. 8. 5 Rthlr. 8 Ggr. Spiess (J. B) Unterrichtswegweiser für das GeSammtgebiet der Lehrgegenstände für Lehrer an Yolksschulen. Ister Lehrgang 4ter Theil, Raumlehre enthaltend. gr. 8. cartonnirt 10 Ggr.

Im Laufe dieses Jahres wird unter Anderen in meinem Verlage weiter erscheinen:

Schmitthenner (Dr. Fr., Geh. R. R. und Professor in Giessen) Systematische Encyclopädie der Staatswissenschaften. 2 Bände. gr. 8. (Der erste Band dieses Werkes ist unter der Presse, und erscheint im Laufe dieses Sommers.)

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Societatis, quae colendis proferendisque doctrinis, literis, artibus, 1NSTITUTI REGII BELGICI nomine, Almstelodami constituta est, Classis Tertia, cui Literarum antiquarum et Historiae exterarum gentium ac Philosopbiae partes tributae sunt, ad quaestionum, in Conventu publico, habito die xx MI. Novembri anni cIoIocccxxxv iterum propositam : Quaenam propria est natura illius sensus, qui vulgo instinctus, seu (strictiori significatione) naturalis impulsus [natuurdrift] vocatur? Quaenam sunt criteria, quibus sensus ille ab ea distinguitur cognoscendi facultate, quae secundum leges seu formas cogitandi Logicesque principia iudicat et concludit ? 4n intellectus et ipsa ratio humana eiusmodi sunt cognitionis facultates, quae in se quidem eiusdem naturae et indolis, atque eae, quae ad instinctum pertinent, eæperientia tamen et mutuo hominum commercio magis eacplicitae sunt, et ad sublimiorem gradum eaccultae? Si affirmatur ? — Quibusnam argumentis anthropologicis et zoologicis haec sententia defendi possit? Sin minus ? Quomodo illa convenientia, quae inter actus animalium, technico, uti saltem nobis apparet ; sensu praeditorum , et actio— nes hominum ad scopum propositum tendentes eacistit, eaeplicanda est ? Et, postremo, quid commodo eac accuratius definitis notionibus circa ea, quae naturam instinctus ejusque indolem, tam in hominibus quam in animalibus, spectant, eae amborum cognitionis fontium comparatione philosophia consequi potest ? Unum accepit responsum, patrio sermone conscriptum, 118 paginas, in forma, quae dicitur in Quarto, implens, his verbis insignitum: a great Philosopher, etc. H UM pHRY DAVY. Indicavit autem Classis, iam in priori parte quae— stionis tractanda, ubi de propria instinctùs natura quaeritur, minus feliciter versatum fuisse scriptorem, quum ibi quae proferuntur, minime cohaereant, neque ad certam ducant conclusionem ; conatum quidem eum deinde accuratius noliones quasdam definire sed neque

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id bene ei cessisse, propter male explicitam priorem quaestionis partem ; de commodo autem, quod ex cog— nitione Instinetüs haurire possit Philosophia, gravissima sane argumenti parte, aut parum aut nihil afferri, notatu dignum ; recte observatâ nonnulla hic et illic occurrere quidem, sed quae sic probari merentur, adeo coinmixta esse cum placitis inter se neque cohaerentibus, neque consentaneis, ut hanc Disputationem idoneum ad quaestionem responsum continere existimare non potuerit Classis. Quocirca praemium ei abiudicatum est. Responsum etiam accepit Classis ad Quaestionem: » Disquiratur: quaenam fuerint potissimum politicae Demostheneae principia, tum etiam, quem ad modum congruat cum illis priva et propria Demostheneae eloquentiae ratio. Ducenda disquisitio in primis est eae ipsis Oratoris scriptis.” Latine conscriptum', 156 paginis, in forma quae in octavo dicitur, absolutum, his adscriptis verbis: IMάσων τε άητής' άμεναι, πρηκτῖσά τε ἐgyων. Censuit Classis, multa doctrinae documenta dedisse huius Commentationis scriptorem, et in hoc laudandum, quod praesertim ipsos veteres adiit adhibuit— que fontes, ita tamen, ut neque recentiores scriptores negligeret. Visus est eidem in dispositione argumen— torum plerumque ipsam quaestionem diligenter secutus esse, attamen, eadem indice, idoneum ad eam responsum non dedit, quippe qui, in disputatione de Politica Demosthenis, oimdià coimposuerit `ad tuendam sententiam, idoneo, ut videtur, fundamento destitutam, Demosthenem scilicet Politicam purgasse ope Philosophiae, eumque hoc ipsum Socraticae atque Pla— tonicae Philosophiae debuisse; quo placito ita se abripi passus est scriptor, ut in Demosthenea Politica contemplanda multa alia, eaque ad eius propriam indolem significandam aptissiina omiserit, quiae omittere eum minime oportuerat. Censuerunt etiam Iudices, in priori hac Disputationis parte varia reperiri, quae cum argumento minus cohaerent. Quod autem ad alteram attinet partem , qua de Eloquentia Demosthenis et priva propriaque eius ratione disserendum erat, quid Classis postulaverit, recte perspexisse scriptor non vi— detur, quum existimaverit se quaestioni facere satis, ostendendo, Deinosthenem in Orationibus suis ea ipsa politica principia professum esse, quae in disciplina sua politica commendaret, et eas partes actionesque tuitum esse, quae cum principiis illis congruerent; ita autem scriptor proprias stili Demosthenei dotes, orationis formam, et reliqua huiusmodi plane neglexit. Quibus de causis Classis decrevit, neque huius commentationis scriptori praemiuum propositum adjudicari posse.

Deinde Classis, quaestiones ad disceptandum denuo propositura, has iterandas statuit, qüae iam ante propositae fuerant:

1) Quum proæimis his quinquaginta annis Historia gentium universa egregie fuerit eaeculta et simul felicissimo cum successu tractata fuerit !uris Historia,

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cum escterna tum interna; quae dicitur, quâ origo et fata disciplinae et juris placitorum apud singulas gentes enarrantur; rogat Classis: Quid eacistimandum est de universa quadam Iurisprudentiae Historia, quae doceat, quibus mgdis, et quibus opportunitatibus, notio iuris, variis indutg for7nis, in Gentium Historia universa se eaeplicuerit; Num peculiares sunt rationes, quae vel huiusmodi IHistoriam conscribendi conatus dissuadeant, vel eam conscribi plane non posse ostendant ? -4n vero a nova hac juris disciplinae parte veram quandam utilitatem eaespectare licet? Quomodo, si posterius videatur, haec universa Iurisprudentiae Historia debet institui atque tractari ? Qùid hac in re iam praestiterunt viri docti ? Quid faciendam restat, et quaenam sunt subsidia, quae adhiûeri et possint et debeant ? Classis, quaerens de ratione, qua iuris notio se eaeplicuerit in Gentium Historia universa, omnes intelligit iuris et iurisprudentiae partes, omnem utriusque ambitum. 2) Cum in omnibus linguis cognitis multa vocabula per onomatopoeiam formata esse constet, verosimile autem videatur in primitivarum omnium cuiusque linguae vocum formatione mota et agitata fuise elocutionis organa secundum affectum aut sensum, quem in loquentis mente vel animo res voce significanda eaccitasset; cumque in vocibus, quae radices merito haberi possint, fere una tantum litera illum affectum aut sensum quasi repraesentet, petit Classis, ut e maæime cognitis, tum aeteris ac recentioris Europae, tum Semiticis aliisque Orientalibus linguis ostendatur, quem affectum aut sensum in hominis mente vel animo ab obiectis et voce significandis rebus eaecitatum quaeque litera potissimum eacprimat et quasi repraesentet.

8) Detur historia scripturae Hebraicae, quae dicitur quadrata ; in quâ, institutd inprimnis aliorum affinium scripturae generum et translationum veterum col

latione, inquiratur et, quam accuratissime possit, de

finiatur: num tempore eæilii Babylonici, aut postea, noc scripturae genus ab aliâ gente Iudaei acceperint; quod si affirmandum esse videatur, eae quâ igitur gente, ct quando, acceptum sit ; et quas mutationes, quum universe, tum in singulis literis, apud Iudaeos passum sit.

Novas porro has quaestiones Classis proponit:

4) Eaeplicetur ratio Scholarum et Academiarum, , quae olim apud Arabes in diversis ipsorum imperio subiectis terris, maocime vero in Babyloniâ, IMesopotamiâ, Syriâ, Aegypto et Hispaniâ, eaestiterunt. Simulque breviter ostendatur, quatenus hodiernae Turcarum Scholae adhuc eodem modo, atque 4rabum olim , institutae sint. .

5) Quae fuit origo et qui progressus studii Grammatici apud Yeteres Graecos? Quamque vim habuit in illam disciplinam tum philosophia, tum historica scientia : -

6) Historia commercii, quod Provinciis Belgii Unitis cum Germania intercessit, tum Politici, tum Doctrinarum, literarum et grtium Seculis XYII et XYIII, usque ad Reipublicae Conversionem anni 1795. .

Victori in hoc certamine literario, iudicum sententiis declarato, praemium dabitur numisma aureum, Trecentos florenos Hollandicos valens. Si quis autemi secundas a victore partes obtinuisse fuerit iudicatus, huic Classis publicandum suo sumtu et in suis Commentariis scriptionem, addito, si consenserit, auctoris nomine, honorifice offeret, simulque honoris meriti scriptum exhibebit testimonium.

Ad propositum laudis atque honori§ certamen omnes admittentur viri docti, praeter ipsos huius Classis socios. Sociis yero extrapeis, alque etiam iis, quos vulgari nomine Correspondentes appellatos Classis'sibi. cooptavit, in certamen iudiciumque venire concessum est.

Ipsae responsiones sermone Latino, aut Belgico, aut Franco-Gallico, aut Anglico, ant denique Germanico, modo ne characteribus Germanicis, conscribantur, et ad Scribam Classis ordinarium, nullo huius aut Classis sumtu, ante initium mensis Maii anni huius saeculi xxxix mittantur.

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I NT EL L I G ENZ B LA TT

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A L L GE ME IN EN LITERATUR - ZEITUNG

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Universitäten, Academieen und gelehrte Gesellschaften.

Berlin. Aus dem soeben erschienenen „Bericht über die zur Bekanntmachung geeigneten Verhandlungen der Königl. Preuss. Academie der Wissenschaften” im Monat Januar 1838 entnehmen wir Folgendes: In der Sitzung der philosophisch-historischen Klasse am 8. Jan. las Hr. Gerhard über neuentdeckte etruskische Spiegel und deren Bekanntmachung. Zugleich mit dreissig während seines neulichen Aufenthalts in Rom veranstalteten Handzeichnungen etruskischer Inedita legte der Berichterstatter Probedrücke von 20 für die beabsichtigte vollständige Herausgabe etruskischer Spiegel bereits gestochenen Blättern vor. Das Werk wird mit den sogenannten mystischen Cisten beginnen, in denen die Spiegel sich vorzufinden pflegen, demnächst Spiegelformen und Spiegelzierrathen zusammenstellen, sodann aber die in den Spiegeln eingegrabenen Zeichnungen, nach ihren hieratischen, mythologischen oder alltäglichen Gegenständen geordnet, enthalten; der gesammte bildliche Inhalt wird sich auf ungefähr 120 Tafeln in Quartformat vertheilen lassen. – In der Gesammtsitzung der Academie am 11. Jan. las Hr. Lachmann eine Abhandl. des Hrn. Hoffmann über die Unzulässigkeit eines Schlusses auf Sittenverfall aus der Vermehrung der gerichtlichen Untersuchungen gegen jugendliche Verbrecher, in welcher nachgewiesen ward, dass aus der Zunahme der Anzahl gerichtlicher Untersuchungen keinesweges auf eine Vermehrung der Verbrechen, worauf sie gerichtet sind, zu schliessen sey, sondern nur auf eine Zunahme der Neigung, dieselben zur gerichtlichen Bestrafung zu bringen und nicht so allgemein, als es früher geschah, blos im Wege der hausväterlichen oder herrschaftlichen Zucht zu beahnden. Die Zunahme jener Neigung entsteht aber aus den Fortschritten der sittlichen Bildung unter den Hausvätern und Herrschaften, vermöge welcher ein Widerwille gegen die Vollziehung strenger Straf- und Besserungsmittel erzeugt, das Zutrauen zu den Gerichten vermehrt und der Hang Beleidigungen durch Selbsthülfe zu rächen erstickt wird. Die Academie genehmigte einen separaten Abdruck der trierarchischen Inschrift. – In der

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Gesammtsitzung am 18. Jan. Ias Hr. Eichhorn über die technischen Ausdrücke, mit welchen im dreizehnten Jahrhundert die verschiedenen Classen der Freien bezeichnet wurden, und zeigte, dass der im Schwabenspiegel zur Bezeichnung des Herrenstandes gebrauchte Ausdruck Semperfreie niemals zu den technischen Ausdrücken gehört hat, sondern aus einer wörtlichen Uebersetzung des Ausdrucks synodales homines, welcher im lateinischen Texte des Landfriedens K. Fried– richs II. vom Jahre 1235 sich findet, entstanden und nur durch Missverständniss dieser Stelle für eine dem Herrenstand eigene Benennung genommen ist. Hr. Ehrenberg theilte Nachrichten über drei neue Lager fossiler Infusorien - Schalen und über die schon ältere Gewohnheit des Essens von Infusorien – Erden in Schweden und Finnland mit. – In der Sitzung der physikalisch-mathematischen Klasse am 22. Jan. las Hr. v. Olfers den ersten Theil seiner Abhandlung über Argonauta Argo und legte nach der Natur gemachte Zeichnungen des Thiers ausserhalb und in der Schaale, der Eier und der in denselben enthaltenen Embryonen vor, woran er Bemerkungen über den Bau und die Lebensart des Thiers knüpfte. – Ueber die öffentliche Sitzung zur Feier des Geburtsfestes Friedrichs II. am 20sten Januar haben wir bereits in diesen Blättern berichtet; die dort erwähnte Rede Boeckh's ist inzwischen im Druck erschienen (Berlin bei Veit).

Bonn. Von den academischen Schriften der Rheinischen Friedrich – Wilhelms – Universität aus dem Jahre 1837 sind uns folgende zugekommen: das Verzeichniss der Sommer Vorlesungen mit einigen einleitenden Worten (Naek e’s?) über den alten Namen der Insel Salamis Koü%.ovgug, auf den nicht blos ein schon von Osann mitgetheiltes Schol. in Euseb. P. E. IV. 16., sondern auch der heutige Name der Insel Ko– louri führe. Dem Index praelectionum für das Winterhalbjahr ist die Festrede vom 3. August vorangeschickt, zu deren Anhörung Hr. Prof. Dr. Ferd. Walter quaedam iuris Wallici capita (17 S. in 4.) als EinladungsProgramm geschrieben hat.

In der theologischen Facultät erlangte die Würde eines Licentiaten der Candidat der Theologie Joh. Gottfr. Kinkel, nachdem er am 2. Mai über theses theologicae disputirt hatte.

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