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Diese Bedeutung passt auch auf den Pflug, der das oft braune Erdreich aufwühlt. Das dritte und letzte Kapitel ist. „Demeter Thesmophoros" überschrieben und behandelt die sittiche Séite der Demeter- Religion, weil der AckerauGrund der Kultur und Gesetzgebung. Das Fest war, wie der Vf. nachweis’t, allgemein und muss daher uralt seyn, es ist Saatfest, nach. Bestellung der. Saat. Nach Schilderung des Festes in den verschieenen Ländern, besonders in Athen, wird dessen Bedeutung näher besprochen, und besonders eine Erinnerung an den rohen unbehilflichen Zustand VOP dem Ackerbau und die durch diesen bewirkte Kultur darin gefunden. Mit Recht bezweifelt der Vf. das Vorkommen geschriebener Gesetze allgemeinen Inhalts und beschränkt es auf Weiblichkeit, Kindererzeugung und Zucht und die Ehe überhaupt. Wie der Vf. nachweist nur nicht bestimmt genug hervorhebt, Gsouög ist hier die Ehe selbst, wie Jo auch im Deutschen Ehe ursprünglich nichts weiter als Gesetz bedeutet. Dabei erinnert er, wie den Griechen, das Furchen der Erde und das Säen ganz der thierischen Zeugung gleichgestellt und gleichbenannt ward. So ergiebt sich auch die Uebertragung des Aeusserlichen auf das Innere, des Niedern auf das Höhere, des Offenbaren auf das Verborgene. Der Vf, weist diese Analogie in dem ganzen Sprachgebrauch nach.

Uebrigens glaubt der Vf, doch die Beziehung der Demeter auf die Volksversammlungen nicht in Abrede stellen zu dürfen, da die freie Zeit nach der Erndte zu Volksversammlungen, besonders zu den grössern Zusammenkünften mehrerer Völker angewandt wurde.

Indem der Vf. schliesslich auf die Kadmäermythe kommt, deren Mittelpunkt, wie er meint, die Demeter ist, bestreitet er zugleich die ursprüngliche Verwandtschaft zwischen den Kabirischen Mysterien auf Samothrake und in Theben; nach letzterer Stadt, meint er, sind sie erst gekommen in der Zeit des Epaminondas. Das bezweifeln wir eben so sehr, als die angenommene Veränderung der Gephyrier in Cabyräer. Des Vfs. Darstellung selbst hat in uns die Ueberzeugung bestärkt, dass die Eleusinien in dem Sinne, den wir oben als den ursprünglichenerkannt haben, gleichen Ursprungs mit dem Kabirdienst sind. Die Ausführung würde hier zu weitläufig seyn. Nun folgen noch Beilagen, deren erste Etymologie und Allegorie enthält, namentlich wird die Ableitung des Nainens Demeter von Erde bestritten. Auf die Etymologie der Persephone folgen

die allegorischen Deutungen nach den Pythagorälern,.

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gär vieles nachtragen. Die zweite Beilage „zur Kunstmythologie des

Demeterkreises" enthält eine Zusammenstellung der

Ueberlieferungen über Kunstwerke aus diesem Krei

se, und ergänzt was über noch vorhandene Kunst. werke der Art im Werke schon vorgekommen ist. Diese Beilage wäre zweckmässiger in das Ganze verwebt. . . . . Die dritte Beilage behandelt die angeblichen Atticismen des Homerischen Hymnus auf Demeter und eine nähere Prüfung der Fragmente des PamphosDie meisten von Voss aufgeführten Atticismen werden mit Erfolg zurückgewiesen und daher der Schluss, dass der Vf. ein Attiker gewesen, wenigstens unsicher gemacht. " Wir scheiden vom Vf. mit Dank für manche Belehrung und mit dem Wunsch, dass die verdiente Anerkennung dieses Buches nicht nur die Fortsetzung dieser Untersuchung, sondern auch die Ausdehnung, namentlich auf den Mythenkreis des Diony

sus, veranlassen möge. Prof. C. Petersen.

SCHUL SCHRIFTEN.

DREsDEN u. LEIPziG, in d. Arnold. Buchh.: Kurzgefasste Religion(s)lehre für protestantische Schulen, von Christian Traugott Otto, Director am Schullehrerseminar zu Friedrichstadt-Dresden. Dritte verbesserte wohlfeilere Auflage. 1837. III Ule I08 S. 8. (6 gGr.) *

Die Einrichtung dieses in der dritten Auflage erscheinenden Leitfadens darf Rec. als bekannt voraussetzen. Die von D. Johannsen im Jahre 1823 aufgestellten Grundsätze für die Abfassung eines solchen Lehrbuches haben den Vf. bei der Isten Ausarbeitung geleitet. Er ist denselben im Wesentlichen auch bei der 2ten und 3ten Auflage treu geblieben und hat nur einzelne kleine Verbesserungen hinzugefügt. Die Zusammenstellung und Anordnung des Stoffes genügt ihm, nach seinem eigenen Geständnisse, in manchen Abschnitten jetzt selbst nicht mehr; er scheuet jedoch eine gänzliche Umgestaltung, damit das Buch in den Schulen, wo es bereits Eingang gefunden hat, nicht seine ganze Brauchbarkeit verliere. Dieser Grund scheint aber dem Rec. für die Beibehaltung der vom Vf. selbst anerkannten Mängel keineswegs genügend, und zwar um so weniger, als ja durch die Umgestaltung mancher Abschnitte die Brauchbarkeit des Buches für die Schulen, wo es schon Eingang gefunden hat, noch keineswegs ganz verloren geht. Uebrigens gehört das Buch auch in der vorliegenden Gestalt noch immer zu den bessern seiner Art. Möchte nnr Hr. D. O. den Lesern seiner Werke die Uebersicht durch ein beigefügtes Inhaltsverzeichniss erleichtern! Druck und Papier sind gut; der Preis ist mässig.

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VERGLEICHEN DE SPRACHK UND E.

LEMGo, i. d. Meyer'schen Hofbuchh.: Etymologische Forschungen auf dem Gebiete der Indo-Germanischen Sprachen, insbesondre des Sanskrit, Griechischen, Lateinischen, Littauischen und Gothischen, von Dr. Aug. Friedr. Pott, ausserordentlichem Professor an der königlichen Universität zu Halle. Th. I. 1833. Th. II. 1836. 8, (5 Rthlr. 12 gGr.).

Zweiter Artikel *).

N S, wie das Aeussere des zweiten Theils dieses Werks, zu dessen Betrachtung wir uns jetzt wenden, etwas angenehmer in die Augen Fallendes hat – indem sowohl die Qualität des Papiers, soweit es, ohne die Uebereinstimmung mit dem ersten zu stören, möglich war, verbessert ist, als auch der Druck ziemlich erweitert *– so ist auch die Form der in ihm enthaltenen Untersuchungen bei weitem stricter und zusammenhängender geworden. Es fehlt zwar auch hier nicht an häufigen, den festen und eigentlichen Gang der Forschung unterbrechenden, Episoden, allein sie greifen nicht mehr so schiebkästchenartig ineinander und der Ueberblick des Ganzen ist um vieles erleichtert. Mehrere Sprachen, welche der Vf. in dem ersten Theil weniger berührte, sind tiefer in die Untersuchungen gezogen und insbesondre den Erscheinungen in der Ausbildung der romanischen Sprachen eine eindringende und resultatenvolle Sorgsamkeit gewidmet. Der erste Hauptabschnitt dieses 2ten Theiles umfasst dasjenige, was Hr. P. grammatischen Lautwechsel nennt. Er selbst gesteht am Schluss desselben S. 349, dass er diese Lehre keinesweges vollendet, auch nicht in irgend einer derjenigen Sprachen, wel– che seine Aufmerksamkeit auf sich zogen. Allein er hat sich kein kleines Verdienst dadurch erworben, dass er die Wichtigkeit derselben für das tiefere Eindringen in jede einzelne Sprache hervorhob, vieles einzelne unter den ihm angemessenen Gesichtspunkt brachte und insbesondre alle Erscheinungen, welche hieher gehören, aus dem höhern Standpunkt der vergleichenden Sprachwissenschaft betrachtete. Zwar wirft hier eigentlich keine selbst von den verwandten Sprachen in Beziehung auf die, in den einzelnen be

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stehenden, Gesetze der Lautwandlung ein Licht auf die andre; im Gegentheil gilt es in dieser Beziehung die einzelnen Sprachen scharf auseinanderzuhalten da es sogar oft geschehen kann, dass dieselben lautlichen Resultate auf ganz verschiednen Principien in den verschiednen Sprachen beruhen. – Denn wir treten hier gleichsam in die Werkstätte jeder einzelnen Sprache und sehn, wie, z. B. bei unter sich verwandten, jede den überkommenen gemeinschaftlichen Stoff, welcher sich in ihnen gemäss den lexicalischen Lautentsprechungsgesetzen abspiegelt, auf ihre eigenthümliche Weise, nach eignen Gesetzen, weiter ausbildet. – Allein ohne die Sprachvergleichung ist es oft unmöglich zu unterscheiden, welches Princip bei der Umwandelung vorherrschte, und wel– ches die Form gewesen sey, die der umgewandelten vorherging. Zugleich ist es für die Erkenntniss der Sprachentwickelung überhaupt bedeutsam, zu sehn, wie in all diesen lautlichen Umwandlungen dieselben Principien walten und wie diese zugleich in den verschiednen Sprachen so verschiedenartig wirken. Als sehr wirksame Principien erkannte Hr. P. I) das Streben nach Verähnlichung der Laute (Assimilation), mit 2) einem ihm entgegengesetzten gepaart, welches einen zu grossen Gleichklang zu vermeiden sucht (Dissimilation), ferner 3) eine gewisse Indulgenz der Sprache, wodurch sie es zulässt, dass manche Elemente der Wörter ihre Stellen vertauschen (Metathesis) und endlich 4) ebenfalls eine Indulgenz der Sprache, wodurch sie es zulässt, dass bedeutsame Elemente zu Anfang, zu Ende und in der Mitte eingebüsst werden, oder im Gegensatz davon ein Streben der Sprache lautliche Mängel durch Zusätze zu Anfang, zu Ende und in der Mitte zu verdecken (jenes, nennt Hr. Pott Figuren des Mangels, dieses des Ueberflusses und fasst sie unter einer Rubrik zusammen). Aus einer Menge, theils in näherer, theils in entfernterer, theils in gar keiner verwandtschaftlichen Verbindung mit einander stehender Sprachen werden Fälle angeführt, um diese

Rubriken zu erläutern. Die Assimilation, welche Hr. P. von S. 6.–65 behandelt, fasst er in einem grössern Umfang der Bedeutung, als bisher von den Grammatikern geschehen ist. Sie ist ihm überhaupt das Verhältniss, wo ein lautliches Moment auf ein andres eine Kraft

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übt, wodurch dessen Laut dem seinigen gleich r ähnlich wird. Manche Erscheinungen werden rdurch unter die Rubrik Assimilation gezogen, che, obgleich bemerkt, doch namenlos oder under vagen Bezeichnung „des Euphonismus we" abgethan wurden. Die Assimilation ist nach n Grade der eintretenden Umwandelung entweder gleichung oder Anähnlichung; es wirken assimind auf einander entweder Consonant auf Consot, oder Vokal auf Vokal, oder Consonant auf kal und umgekehrt. Durch die Assimilation wird weder nur ein Laut afficirt oder beide. Die Wirng ist entweder vorwärts oder rückwärts. Die einander wirkenden Laute berühren sich entwemittelbar oder unmittelbar u. s. w. Dies ganze ohwerk hat Hr. P. wenigstens durch einige Beiele erst klar gemacht und schliesst daran den Verh (S. 12): „einen grossen Theil der lautlichen mwandlungen im Sanskrit, Griechischen und Lamischen als Folge und als verschiedne Aeusserung grossen in der Sprache regsamen Assimilationsetzes aufzuzeigen und physiologisch zu begrün." Alle angeführten Fälle durchzugehn und gezu prüfen, ob sie mit Recht zu dieser Rubrik ählt werden, würde natürlich zu weit führen. Ganzen gestehn wir gern, selten hier Grund zu »en, von dem Vf. abzugehn. Doch kann es nicht len, dass er in einigen uns weniger sorgsam die,

die Entscheidung wichtigen, Momente beachtet haben schien. So, um nur ein Beispiel anzufüh, heisst es S. 29. „Dem im Pruesens nach dem ster von tvt t flec-t (vgl. Grimm III, 520) hinefügten r, welches auch in o übergeht, werden vorhergehenden Mutae, nicht immer bloss homol, sondern auch oft gleich gemacht. Es ist in der at auffallend, dass von solchen Formen die Sprachscher meistens entweder gar keinen oder einen ichtigen Begriff haben. Der Uebertritt stummer chstaben in Tr, oo , welcher so schlechthin statt en soll, wäre eine baare physiologische Unmögkeit. Assimilation, hat hier jedenfalls die Hand Spiele und nur das könnte etwa zweifelhaft einen, ob es immer ein t (oder dafür ein o) sey, lches die Assimilation herbeiführte, und nicht veilen auch ein ursprüngliches, nicht erst aus r standenes o (vgl. Th. I. S. 167) oder selbst Jota." bin weit entfernt, die Untersuchung über dieses

rt im Verhältniss zu den für radikal geltenden oder P-Lauten hier zu einem bestimmten Resulführen zu wollen. Allein eine Betrachtung die

Wandlung vom rein - griechischen Standpunkt scheint uns zu keinem befriedigenden Resultat zu ren. An der angeführten Stelle des ersten Theils 167 hat Hr. P. mehrere sanskritische Wurzeln vorgehoben, welche durch Hinzutritt eines s, den liessenden Consonanten der Wurzel in ksh (r) wandeln, z. B. móksh lösen aus muk (zugleich

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Nebenher bemerke ich jedoch, dass rantratvo ein Denominativ ist;

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kakshan Auge, welches sich zu kakshu verhält wie akshan Au je zu akshi.

sel erscheinen und alle reducirbar auf eine Form, welcher im Sskr. ksh (r) lautet, und ich glaube desswegen, dass man dieser Art Erscheinungen im Griechischen grösstentheils nicht durch eine auf griechischem Boden entstandene Assimilation erklären darf, sondern zunächst auf eine Grundform zurückführen muss, welche im Sanskrit, wenn sie darin ausgebildet oder erhalten wäre, ksh (r) haben würde. Ohne diese Annahme wird man eine Menge Wurzeln gar nicht vereinigen können, z. B. ggtx qešó, qglago Iässt sich mit dem ihm entsprechenden sskr. hFish starren für bhFish nur durch Annahme eines zwischenliegenden bhFiksh verbinden; 6gsz-ouat rig-are und goth. rig - man mit sskr. vFish regen nur durch wFiksh; ép – Góg von pal kochen stellt sich nur durch Annahme eines zwischenliegenden paksh in Analogie zu öp – Gauog, eben so äp, ättco zusammenknüpfen, welchem im Sskr. sak entspricht nur durch Annahme einer Mittelform saksh (vgl. gartco, sig-us). Wie diese Deutung für die meisten Fälle ausreicht, dafür soll nur noch ein Beispiel sprechen – da hier nicht der Ort seyn kann, diese Untersuchung ihrem Ziel ganz zuzuführen. Das von Hn. P. erwähnte gua.cooco im Verhältniss zu ua?azóg, – welches man am ersten vielleicht auf die von Hn. P. angedeutete Weise durch Assimilation aus einem von ua?ax gebildeten Denominativum gewissermaassen malaljámi ableiten könnte, wozu sich ua dooo verhalten würde wie Gäooov zu razov – ist nach unsrer Ansicht auf eine Wurzelform zurückzuführen, welcher im Sskr. malaksh entsprechen würde und in der That finden wir im Sskr. die V mraksh einölen, belegt durch mrakshan'a I) Oel, 2) Einsalben. Dass aber ua aooo mit dieser identisch sey und für ug«oooo stehe und zwischen der anlautenden Gruppe ein «eingeschoben (wovon weiterhin), g in 2 verwandelt habe und eigentlich einölen und dann durch Einölen erweichen heisse, wird wohl niemand bezweifeln. Die Urwurzel ist übrigens die S. M mrig wischen und ra in mraksh verhält sich zu diesem Fi, wie in vrag zu vFig' weggehn. Das Resultat der hier angedeuteten Un

tersuchung wäre, dass in den Fällen, wo wir diesen

Wechsel, welchen Hr. P. für eine auf griechischem Boden enstandene Assimilation nehmen will, finden, grösstentheils ein Doppelconsonant zu Grunde liegt, welchem im Griechischen xt, xt , (ox. oz) oo, tr entspricht; erscheint statt dieser Doppelconsonanten ein einfacher, ein P- oder KLaut, so folgt daraus keinesweges, dass er der ursprüngliche sey, sondern er ist, was ich anderes Ortes fester stellen

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zu deuten; bei diesen Untersuchungen gilt es stets jeden einzelnen Fall scharf ins Auge zu fassen. Was z. B. /rouat, iooouat anlangt, so hält Hr. P. hier einen Dental für radikalen Vertreter des oo; es kann dies ein Beispiel seyn, wie schwer es ist, grammatische Regeln zu geben, ehe man die wahre Wurzel einer Form besitzt. Alooouat ist durch Assimilation aus der sskritischen Desiderativform von labh erlangen, welche lips lautet, entstanden. Die eigentliche Bedeutung ist also zu erhalten wünschen. Das Substantiv Arj ist ganz das sskritische lipsá der Wunsch durch Assimilation too dann Arrs; und Auto ist weit entfernt in dem r den schliessenden Radikal zu enthalten; vielmehr ist hier, wie oft, das eine t ausgefallen. Eine andere Form von lips ist Ainr – co, wo 7tt gleich dem Sskr. ps ist, wie oft xr gleich ist ksh (vgl. z. B. noch Filesha ägxtog). Dass auch hier das t kein auf griechischem Boden erwachsener Zusatz ist, zeigt sich deutlich; was égéooco anlangt, so war von Hr. P. das sskr. ar-itram Ruder anzuführen, woraus man schliessen kann, dass die Wurzel sich trotz dem lateinischen resmus rückwärts nicht über ar ausdehnt; dass sie vorn verstümmelt sey, werde ich an einem andern Orte zeigen; über die Entstehung von doésooo muss man sich bis jetzt bei der von Buttmann II, 310 a. g. g. gegebnen Erklärung beruhigen. –

Wo Hr. P. von den im Sanskrit nach dem Nasal eingeschobenen s handelt, (S. 12) erklärt er sich in Beziehung auf die Frage, ob das s in san-s-kFi zur Wurzel, oder zu dem Praefix sam gehöre, für letz– teres, indem er sans für eine Adverbialform vón samt hält. An und für sich liesse sich gegen diese Erklärung wenig einwenden; den Zusatz von s betreffend,

könnte Hr. P. das sehr entscheidende zendische avó

(für avas) identisch mit dem sskr. ava (Burn. B. C. s. l. Y. I, 549) anführen. Allein für diesen besondern Fall bei kri scheint es mir dennoch, als habe Hr. P. unbeachtet gelassen, dass gerade vor kFi dieses s, wie schon Bopp bemerkt (K. G.S. 59. welcher §. 111 der Gr. cr. entspricht) auch nach ara, prati, parierscheint, und wie ich hinzufüge, auch nach upa und apa. Hieraus mit Bopp eine Regel zu bilden, dass nach diesen Praefixen vor kF ein s eingeschoben werde, scheint mir zu willkürlich; die einzigen analogen Fälle pratishkaça und pratishkasha entscheiden nicht, da bei beiden die wahre Wurzelform noch nicht ermittelt ist. Ich wage daher bei weitem eher in diesen Fällen eine Wurzelform sleFi anzunehmen, ohne jedoch zu behaupten, dass dieses die Urform sey; vielleicht ist dass – wie ja so sehr oft – nur Ueberbleibsel des Praefixes sa.

Wenn Hr. P. S. 30 virgov, wie auch Passow thut, von vitro ableitet, so zweifle ich sehr an der Richtigkeit dieser Annahme, obgleich ihr formell wenig entgegensteht. Da dieses Mineralerzeugniss insbesondre im Orient gebraucht wird und der Name -r: schon in den Spr. Salom. und Jerem. vorkommt, so zweifle ich nicht daran, dass das Fabrikat mit

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Dass im Lateinischen ras-trum das s für d stehe, rie Hr. P. S. 61 annimmt, könnte formell richtig eyn. Allein die Etymologie weist diese Vermuhing zurück. Rastrim ist das deutsche Karst und eide zieh ich unbedenklich zu der sskritischen Wurel Fish ziehen insbesondere Furchen ziehen und llgemein ackern; ras-trum steht demnach für crasrom und ist im Allgemeinen Ackerwerkzeug; ra teht für ji wie gewöhnlich. Bestätigt wird mir iese Etymologie durch das ganz identische griechiche .to – tgov statt Ato - tgoy; dass die Griechen ein Guna in dieser Form haben (wie es ihr nach zopp zukäme: ,Gramm. crit ling. Sanser. S. 263), wird uns nach den Bemerkungen (Ergänzungsbl. Wr. 114 S. 912) nicht mehr stören. Beiläufig bemerke ich, dass Al- äleo Gat seitwärts weggehn ebenalls zu kFish gehört; dies beweist die Form, wo ie Wurzel vollständig erhalten ist, xagg – wog schief. Dass die Bedeutung krümmen die Grundbedeutung on kFish ist und diese Wurzel eine secundäre Form on hvji krümmen, wird sich an einem andern Ort eweisen lassen. Der Uebergang von hvFi in leFi iegt auch im sskr. leji-mi Wurm; die Grundform on krimi ist hvri-mi. Mit Verlust des h entspricht iesem vermis goth. vaurms griechisch /Te? –utvô. zuvG) ./F).-uyy (é? uyy). Mit le für hv, wie im iskr., entspricht persisch kirm litt. kir-minis; mit Jebergang des h in 2 (wie im Lettischen, analog dem Zend, gewöhnlich) und Verlust des vim Lettischen

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Der Assimilation wird die Figur der Dissimilation entgegengesetzt, welche der Vf. zuerst einer geI allEI'EIl Beachtung (von S. 65 –) unterworfen hat, obgleich schon im Allgemeinen keinem genaueren Sprachforscher das Streben der Sprachen, unangenehmen Gleichklang zu vermeiden entgehn konnte, Dieser Rubrik weist Hr. P. insbesondre das Bestrgben, den Hiatus zu fliehen, zu; ferner die bei der Reduplication eintretenden Lautumwandlungen. Bei dieser Gelegenheit geht er genauer in die Lehre von der Reduplication und Augmentation ein, wo er unter andern zu dem Resultat gelangt, dass das sogenannte augmentum temporale im Griechischen auf dem Princip der Reduplication, bei Vokalen Gemination, beruhe. Es liesse sich vieles zu dieser Ru: brik, welche eine reiche zu werden verspricht, anmerken. Wir beschränken uns auf eine Note in Beziehung auf die vom Vf, genauer beachtete, Redur plication. Ich will nämlich auf ein, so viel ich weiss, einzig da stehendes Beispiel aufmerksam machen, wo im Griechischen die regelrechte Perfect-Reduplication einer mit E entsprechend sskritischem a beginnenden und auf zwei Consonanten schliessenden Wurzelform bewahrt ist, wie sie sich für das Sskrit bei Bopp Gramm. crit. L. Sanscr. 433 vorgeschrieben findet. Es ist dies in der Wurzelform Zyx welche componirt mit dem Praef. sv bekanntlich mehrere Tempora von qégo bildet. Gestützt auf die Analógie von äyx – doua (von äyxa) in die Arme nehmen, und den wissenschaftlich begründeten bedeutungslosen Wechsel zwischen « und s halte ich es kaum für beweisesbedürftig wenn ich Zyx ebenfalls in den innigsten Zusammenhang mit äyx« bringe und vsyx geradezu erkläre: in die Arme nehmen, dann tragen. Diese Wurzel würde im Sskrit ank lauten; für dasjenige, was ich hier bemerken will, bedarf es nicht des Beweises, dass die bei Rosen angeführte und zwar nicht als Verbum aber durch Nomina belegte Sskritwurzelak ank identisch ist mit syx; doch liesse er sich mit Leichtigkeit führen. Das Perfectum dieser Sskritwurzel hiesse nach der a. St. bei Bopp ánanla in Medium nanké für ursprüngliches ánank-mé. Das Pf. Activi von y – sy« heisst év – jvogo vom Medium v– vsyuat, oder wenn wir die Praeposition weglassen jvoxa vsyuat.

(Die Fortsetzung folgt.)

*) Diese Etymologie von aló glaube ich mit Entschiedenheit geben zu können; auf jeden Fall ist sie der von Hr. P I, 246 gegebe

nen V0rzuziehn.

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