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Die Soole des Badebrunnens wird nach 4 PrivathäuÄ die Stadt gefahren, von welcher sie eine iertelstünde entfernt ist. freier Säuerling dient meistens zu diätetischen Zwekken. Der Curbrunnen ähnelt am meisten dem Räkoczy, welcher in 16 Unzen ein Fünftel Gran Eisen, mehr, aber 32 K. Z. Kohlensäure weniger hat. Er wirkt sanft, aber doch tief ergreifend und auflösend auf den Organismus. Zu 2 bis 4 Bechern Morgens Tüchtern getrunken befördert er die Absonderungen der Haut, der Nieren und des Darmkanals, ohne dadurch die Verdauung zu belästigen. Er ist deshalb angezeigt bei Krankheiten des Lymph - und Blutsystems in Folge von ererbter oder erworbener Anlage, gehemmter Verrichtung der Ab- und Aussonderungsorgane u. s. w. Eine gute Auswahl der seit 2 Jahren behandelten Kranken bestätigen dieses. – Ein recht hübsches Kupfer und eine Specialkarte der Umgebung Homburgs, dann ein Plan der Saline vom J. 1738 dienen zur Zierde dieser recht guten Brunnenschrift. 32) BREsLAU, b. Gosohorsky, KissINGEN, b. den K. Curpächtern, Gebr. Bolzano: Die Heilquellen zu Kissingen im Königreiche Baiern, beschrieben von Dr. J. Wendt, mehrerer Orden Ritter, K. Preuss. Geh: Med. Rathe, Prof. d. Med. und prakt. Arzte zu Breslau. Mit einem den neuen Conversationssaal darstellenden Stahlstiche. 1837. XVIII u. 199 S. gr. 8. (1 Rthlr.)

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Ein recht guter eisen

billigen, dass der Rakoczy aus gemeinschaftlichen

: Gläsern den Kurgästen darch Brunnenknechte servirt

wird.“ Hr. Eisenmann sagt zwar: „Nur Personen aus den höchsten Ständen halten sich ihre eignen Gläser, welches übrigens auch keiner Privatperson verwehrt ist, aber als allgemeine Sitte kaum zulässig wäre, da es eine grosse Verzögerung zur Folge haben würde;" – allein warum geht es denn recht gut in den eben so und noch mehr besuchten böhmischen Bädern? Eben so eifert Hr. W. gegen das Rauchen am Brunnen während des Trinkens. Hr. E. hingegen nimmt die alte Sitte in Schutz und glaubt, dass ein Rauchverbot manchen alten Kurgast von Kissingen verscheuchen würde. Ref., selbst ein starker Raucher, hält das Rauchen während des Trinkens aus gemeinschaftlichen Gläsern für unanständig und ekelhaft, und welche Unannehmlichkeit muss für Nichtraucher der Tabaksqualin seyn, dem sie beim Trinken unter der Brunnenhalle bei unfreundlichem Wetter ausgesetzt sind!) – Nachdem Hr. W. die geognostischen, physischen und chemischen Verhältnisse der Kissinger Quellen auseinander gesetzt hat, zeigt er, wie wenige Brunnen dem Rakoczy (so findet sich dieser Name anf Münzen immer geschrieben) ähneln, besonders nicht die des Karlsbades, obschon man ihn sonst (auch jetzt noch fälschlich) kaltes Karlsbad nannte; eher sind ihm zur Seite zu stellen die Eger Salzquelle und der MIariakreuzbrunnen. Die Wirksamkeit und wahre Bedeutung wird aber den Heilquellen durch jenes eigenthümliche, imponderable Wesen, das sich bisher noch immer vor der Chemie versteckte, den Brunnengeist, gegeben. Ob dergleichen Annahmen auf dem Wege der unbefangenen Wahrnehmung und einer treuen Naturbeobachtung erhalten werden, wie Hir. JWendt meint, lässt Ref. als grosse Frage dahingestellt und wünscht nur zu wissen, wie lange der selbst nach aussereuropäischen Gegenden verschickte Rakoczy sein ihm zugeschriebenes Leben behält ? ob der Brunnengeist sich so gutwillig in steinernen und läsernen Gesässen auffangen lässt? und, wenn der runnengeist das vorzüglichste Ageus der Quellen ist, wozu nützen chemische Analysen und deren Wiederholung bei fortschreitender Wissenschaft? – Die Kissinger Quellen vermehren anfangs die Urinsecretion und erst später die Stuhlausleerungen, werden leicht vertragen und erregen einen bedeutenden Appetit, den Hr. I. durch Mittags- und Abendessen (versteht sich bei Bolzano) vollkommen befriedigen, also nicht wie v. Siebold aufhören lässt, wenn es am besten schmeckt. Die meisten Kurgäste in Kissingen leiden an chronischen Leberkrankheiten Hämorrhoidarien und Hypochondristen, bei denen die Störungen in den Eingeweiden so weit gediehen sind, dass man Karlsbad fürchten muss, werden hier noch geheilt. Auf Unterleibskrankheiten basirende Gesichts- und Gehörsfehler werden meistens gebessert. Die von v. Siebold gemachten Erfahrungen über die Heilbarkeit verschiedener Frauenziokrankheiten in Kissingen werden von Hn. W. b”ätigt. Recht

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gut sind die Vorschriften zur Trink- und Badekur angegeben, indessen kann Ref die Bestimmung: „die Temperatur des Bades richtet sich nach der individuellen Empfindlichkeit des Badenden; die oberste Vorschrift ist, dass sich dieser im Bade wohl befinde, was in der Regel bei 26–28° R. geschieht," nicht gut heissen. Eben so zweckmässig ist die bei der Kur nöthige Diät angegeben, nur möchte Ref. mehr zur Sieboldschen rathen. – Den Schluss machen Betrachtungen über Nachwirkung und Nachkur, ferner Angaben der Orte und Kaufleute, wo Kissinger Brunnen zu kaufen ist. – Unangenehm störend sind die häufigen Druckfehler, Diehl, Controlle u. s. w.; lustig ist der: die kleine runde und gewandte Figur Bolzano's wacht mit Argusaugen über dem Wohle aller Gäste (beim Essen in dem Salon). Hr. Eisenmann, der seine Beschreibung der Kissinger Heilquellen dem Prof. Kastner in Erlangen gewidmet hat, versichert, nicht zu den Verfertigern von Badeschriften zu gehören, die, während der Badpächter oder Eigenthiiner predigt, blos die Gesichter dazu schneiden, wie dergleichen erfahrungsmässig von Männern mit stolzem Namen geschehen sey; auch nicht zu den vielen, welche ihr Bad so befangen, wie der Vater seine eignen Kinder, beurtheilen; er glaubt durch öfteren Besuch der Kissinger Quellen, Beobachtung an sich und anderen HKranken während der Kur am Orte und in der Entfernung hinlänglich befähigt zu seyn, über deren VWirkung zu urtheilen und den Lesern auch etwas Neues mitzutheilen. In Kissingen lebt es sich gut und wohlfeil, so dass man für Wohnung, guten Tisch, Wein, Bäder, Trinkgelder mit drei rheinl. Gulden täglich auskommen kann. Die physikalischchemische Beschreibung der Quellen in und bei Kissingen ist kurz. Die davon anderthalb Stunden entfernten drei Bokleter Stahlquellen sind 1836 in Eine vereinigt und geben nun mehr und reichhaltigeres Wasser. Sehr recht hat Hr. E., dass die bald nach der neuen Fassung angestellte chemische Untersuchung von Kastner zu früh gemacht wurde, weil das Wasser zu der Zeit seine fremdartigen, besonders sumpfigen Theile noch nicht verloren gehabt habe. – Nach einer Angabe der Hauptwirkungen der Arzneimittel wendet sich Hr. E. zü der der Kiss. Heilquellen und zeigt, dass die der Soole eine bedeutend alterirende sey, und deshalb der Gebrauch der Soolläder bei allgemeiner Plethora, Gicht, Hämorrhoida, unterdrückter Menstruation u. s. w. so vorzügliche Dienste leiste. Ein fühlbares Bedürfnifs ist nach Hn. E. mit Recht eine Röhrenleitung von der Saline nach Kissingen, durch welche die Kurgäste auch in Kissingen mit unverfälschter Soole baden können, während sie jetzt, um die so häufige Verfälschung zu vermeiden, nach der zu entfernten Saline gehen müssen. – Der Rakoczy in seiner Totalität übt eine bedeutend alterirende oder umstimmende Wirkung auf den Organismus aus, und wirkt fe ner durch seine Salze ausheerend auf Leber, Darm uud Nieren, mittelbar und unmittelbar auf

saugend, aber auch zuverlässig innerhalb gewisser Grenzen tonisirend. Mit des Ref. Erfahrungen stinimen auch die des Hn. E. überein, dass der EisengehaIt in den salinischen Wässern nicht, wie 0san» wilt, die ausleerenden Wirkungen der übrigen Salze verstärke, sondern bemerklich beschränke, wie man sich davon leicht bei dem verschieden gefällten Franzensbrunnen überzeugen kann und auch scho Yoo Brick als so wichtig für die Brunnenpraxis erkannt wurde. Plethorischen Kranken schadet der Rakoczy, wenn er keine Ausleerungen macht; deshalb liess B. daneben Püllnaer Bitterwasser mit gutem Erfolge trinken. Der Pandur steht mitten zwischen Soole und Rakoczy. In den Bolleter Stihlquellen ritt die tonisirende Wirkung vor der auflösenden überwiegend hervor. – Ueber Diät und Dauer der Knr das Bekannte und erinnert Hr. E. wiederholt, dass bei eingewurzelten Krankheiten in der Regel eine vierwöchentliche Kur nicht genüge und er an einen 80genannten Saturationszustand (Mas) der Brunokur nicht glaube, sondern ein solcher Zustand ein Nichtzusagen des angewendeten Mitels sey? Wo Ref. nicht übereinstimmt. – Im 6. Kapitel führt Edie ganze Suite der nach seinem Systeme geordneten Krankheiten vor und zeigt, was inan von den Kissinger und Bokleter Heilquellen gegen sie bei ihnen zu erwarten hat. – Im 7. Kap. spricht er über die Versendung des Rakoczy und klagt, dass derselbe so oft, besonders in den steinernen Krügen, wenige in Glasflaschen, dem Verderben ausgesetzt sey o dann ganz anders als an der Quelle wirke. Wie dergleichen Uebel zu heben seyen, untersucht er ganz genau, ohne jedoch ein genügendes Resultat zu Ärhalten. Ganz gut würde sich der versendete Rakoczy halten und von dem an der Quelle getrunkenen nicht zu unterscheiden seyn, wenn man sich der Hecht'schen Füllungsmaschine bedienen wollte, wie man sich von dem Gehalte und dem Halten der Versendeten Salzqrtelle und des Franzensbrunnen, Yorausgesetzt, dáss sie in Hyalithflaschen und nicht Steinkruken, deren Poren immer kohlensaues Gas entweichen lassen, verschickt sind, leicht überzeugen kann. e. - Hr. Balling, seit 1834 Brunnenarzt, hat in dieser Zeit Vieles ausgeführt, was die Benutzung der Kiss. Heilquellen wesentlich erhöht und vermehrt hat. Hierher gehört die Einrichtung der Sool- und Gasbäder, die, obgleich noch unvollkommen.» doch schon die günstigsten Resultate lieferten. . Das Ausströmen des kohlensauren Gases geschieht es der Soolquelle, dem runden Brunnen, und hat sie Mewürdiges. Man bohrte diese Quelle im J. 822. bis zu Tiefe von 298 Fuss, wo das Bohrgestäng in einer Felsenspalte abbrach. Seit dieser Zeit quillt eine Masse Soole mit gewaltigem Wogen, Susen" Sprudeln zwei, drei, 6 Stunden und darüber anhaltend empor, bis sie plötzlich zurücksinkt und nach drei Viertel Stunden wieder von Neuem sich wege" hebt. Gleichzeitig steigt eine so bedeutene Menge kohlensauren Gases empor, dass es - so "5° die

Quelle oben ist, höher als drei Fuss über der Wasjäche steht und fortwährend nach allen Seiten jcht. Hr. Eisenmann stellt mehrere periodije Strömungen fremder Quellen mit dieser Erscheinung zusammen, wozu Ref; noch die Beobachtung des periodischen Strömen der kalten, nie frierenjogen. Wunderquelle, Dagadó-Forr (Schoeoquelle) im Biharrer Comitate, neben dem walachiÄhen Dorfe Kabugger gelegen, hinzufügt. Diese

uelle stösst mehrmals täglich - mit ausserordentlicher Heftigkeit eine ungeheure Menge Wasser herj und steht dann wieder still, ja trocknet nicht jten aus. Einem jedem Wasserstrome geht ein

weit zu hörendes unterirdisches Brausen voran. Das Becken ist dann binnen 2 Minuten jedesmal mit Wasser gefüllt und ergiesst dann 40 bis 50 ungarische Einer. Am häufigsten und stärksten sind ihre Strömungen von Weihnachten bis in die Mitte des Sommers, wo fast in jeder Viertelstunde eine Eruption erfolgt, seltner im Herbste, obschon zu dieser Zeit häufig Regen erfolgt. Verwundete, Hautkranke und Gichtische baden hier mit Vortheil. Ausland. 1837. Nr. 273. – Nachfolgend sind die Resultate der neuesten Analyse Kastner's, die sich von der durch Vogel gemachten (vid. A. L. Z. 1829. Nr. 138) durch Entdeckung neuer Bestandtheile auszeichnet:

",

ienIn 16 Unzen nach Kastner 1833: Rakoczy Pandur Maxbrunnen "Ä Soolensprudel (1836) Temperatur + 9° R. |+ 8,87° R + 8,75° R. + 9° R. + 15,6° R. Chlor- Natrin . . . . . . 62,05 Gr. 57,00 Gr. 18,270 Gr. 18,40 Gr. | 107,5153600 Gr. Chlor-Kalin . . . • • 0,91 – 0,25 – 1,002 – 0,85 – 0,9792000 – Chlor-Lithion . . . - - 0,00 – 0,00 – 0,000 – 0,00 – 0,1920000 – Chlor-Azotogen-Hydrat . 0,05 – 0,05 – 0,000 – 0,00 – 0,0000000 – Chlor-Calcit . . . - - 0,60 – 0,00 – 0,000 – 0,00 – 3,9936000 – Chlor- Magnin . . . . . 685 – 5,85 – 3,102 – 2,75 – 24,5161000 – Brom-Natrin . . . - - 0,00 – 0,00 – 0,000 – 0,07 – 0,0000000 – Brom-Magnin . . . . . 0,70 – 0,68 – Spuren Spuren 0,0629760 – Jod- Magnin . . . - - - Spuren Spuren 0,000 – 0,00 – 0,0000000 – Jod- Natrin - - - - - - 0,00 – 0,00 – 0,000 – Spuren 0,0000020 – Carbonsäure - Natron . . 0,82 – 0,03 – 0,380 – 0,39 – 0,0000000 – -d Carbonsäure - Lithion Spuren Spuren Spuren 0,00 – 0,0000000 – Carbonsäure - Kalin . . . 0,00 – 0,00 – 0,000 – 0,05 – 0,0000000 – Carbonsäure-Calcit . . . 3,55 – 5,85 – 2,590 – 2,00 – 1,6512000 – Carbonsäure - Strontit . . Spuren Spuren 0,000 – 0,00 – 0,0000000 – Carbonsäure-Magnit . . 2,50 – 1,62 – 1,825 – 2,37 – 6,4128000 – Carbonsäure - Eisenoxydul 0,68 – 0,45 – 0,000 – 0,00 – 0,3550000 – Carbonsäure-Manganoxydul Spuren Spuren 0,000 – 0,00 – 0,0008815 – Schwefelsäure - Natron . . 2,00 – 1,75 – 1,860 – 1,35 – 25,3079100 – Schwefelsäure-Calcit . . 2,50 – 0,75 – 0,651 – 0,75 – 0,0000000 – Phosphorsäure- Natron . . 0,17 – 0.05 – 0,125 – 0,00 – zweifelhafte Spuren Siliesäure . • • • • • 2,25 – 1,55 – 0,465 – 0 50 – 0,0000000 – Alumoxyd - - - - - - 0,18 – 0,05 – 0,000 – 0,00 – 0,0000000 – Organisches Extract . . . 0,15 – 009 – 0,000 – Spuren 0,8640000 – Verlust . . . . . . . . ast 0,3 nahe 0,37 nahe 0,380 ? ? Summe 85,74 Gr. 76,39 Gr. 30,65 Gr. 29,63 Gr. 187,68105 Gr. Gasgehalt: Kohlensäuregas 26,24 P. 28,85 P. 31,04 P. | 28,35 Par 30,576 Par. Kub. K. Z. K. Z. K. Z. K. Z. Zolle Stickstoffgas Spuren Spuren 0,008 – 0 – Kaum merkl. Menge Sauerstoffgas . 0 0,003 – 0,05 – 0

(Die Fortsetzung folgt.)

ALLGEMEINE LITERATUR - z EITUNG

Mai 1838.

MEDICIN. Brunnen und Bade schriften.

(Forts et zu ng von Nr. 83.)

32) BREsLAU, b. Gosohorsky, KissINGEN, b. den K. Curpächtern, Gebr. Bolzano: Die Heilquellen zu Kissingen im Königreiche Baiern, beschrieben von Dr. J. Wendt u. s. w. 33) ERLANGEN, b. Palm u. Enke: Die Heilquellen dés Kissinger Soolthales – – von Dr. EisenM(lNN U. S. W» 34) STUTTGART, in d. Balz. Buchh.: Kissingens Bäder und Heilquellen – – von Dr. F. A. Balling u. s. w. - , De Wirkung der Trinkkur in Kissingen ist nach Hn. B. im Allgemeinen anregend, den ganzen Ernährungsprocess in seinem Wesen ergreifend, umstimmend, alle Ab- und Aussonderungen befördernd, dadurch auflösend, vereinigend, neugestaltend. Zu dieser Wirkungssphäre kommt aber im Rakoczy und Pandur durch den Eisengehalt noch eine zweite, die stärkende, kräftigende. Aus diesem Grunde stehen diese Heilquellen einzig in ihrer Art da, zumal die auflösende mit der stärkenden Kraft in der schönsten Harmonie mit einander verschmolzen ist, während bei allen anderen Mineralquellen entweder das auflösende oder stärkende Princip das Uebergewicht hat. Die Bäder, besonders die vom tief durchdringenden, stark lösenden Soolensprudel wirken durch die Haut, indem sie die gestörte Harmonie zwischen inneren und äusseren Häuten wieder herstellen, auch auf innere Krankheiten. In dem Folgenden zeigt Hr. B., was durch innerlichen und äusserlichen Gebrauch der verschiedenen Quellen in diätetischer Hinsicht bei Krankheitsanlagen, Krankheitsprozessen und Formen, Nachkrankheiten acuter Leiden u. s. w. zu erwarten ist. – In den Bolleter Stahlquellen überwiegt das stärkende Princip das auflösende, somit schliessen sie sich dem Rakoczy an und dienen vorzüglich da, wo nach hinreichender Lösung Kräftigung nöthig wird, ohne dabei die auflösende Wirkung ganz unterlassen zu dürfen. Deshalb besonders bei Hypochondrie, Hysterie, Melancholie, Atonie der Unterleibsorgane u. s. w. Der dritte und vierte Theil dieser interessanten Brunnenschrift ist besonders für Kurgäste und beschäftigt sich mit Regeln zur Anwendung der Heilquellen und Bäder zu Kissingen in medicinischer und Ä Hinsicht und giebt ihnen Nachrich

A. L. Z. 1838, Zweiter Band.

ten über die polizeilichen und ökonomischen Verhätnisse. VI. Die Thermen.

Von grösserem Interesse ist das Hervorbrechen der warmen und heissen Quellen, und das von jeher nicht blos die Hilfesuchenden, sondern auch die Naturforscher angezogen hat. Jene fanden in der Regel, was sie suchten, Heilung, diese nie oder unvollkommen, nämlich Erklärung des Zustandekommens dieser Naturerscheinung. Deshalb sind die Arten noch keineswegs geschlossen und jährlich erscheinen neue Versuche, um den Ausspruch: Ins Innere der Natur dringt kein erschaffner Geist! zu entkräften. Auch im verflossenen Jahre erschienen zwei Schristen dieser Art, die wir hier analysiren und über die allgemeinen Schriften und die von den alkalischen und Schwefelthermen handelnden Bericht abstatten wollen.

a) Allgemeine Schriften über Thermen und Zusammenstellung von Berichten über Thermen einzelner Länder u. s. w.

35) WIEN, im VerI. der Wenedict. Buchh.: Das Leben der Thermen, mit besonderer Beziehung auf die warmen Schwefelquellen Badens bei Wien. Von Max Landesmann, Dr. d. Heilkunde, Mitgliede der löbl. med. Facultät zu Wien, ausübendem Arzte in Baden. 1836. VIII u. 104 S. 8. (12 gGr.) Jedes Wasser, es mag in Quellen, Flüssen, der Luft oder in festen Körpern vorkommen, hat nach dem Vf. sein eignes Leben und das der Thermen kommt dem animalischen nahe (Beweisführung fehlt. Ref.). Das Leben der Badener Thermen werde durch dessen Wirkungen auf fremdes Leben bezengt(?), so dass diese Quellen nicht blos durch ihre auflösende Kraft, ihren Gehalt an Schwefel und die aus dieser Verbindung hervorgehende specifische Wirksamkeit, sondern auch durch ihr Leben heilen. Um die volle Wirkung des Quellenlebens und dessen erregenden stärkenden Einfluss in sich aufzunehmen, badet man nüchtern bei dem Körper behaglicher Temperatur und Dauer, und trinkt von dem aus der Römerquelle in einem Becher schnell gefüllten Heilwasser, ohne Zögerung und hastig so viel, als man in Einem Zuge schlucken kann, und wäre es nur die Hälfte dss Ganzen, wäre es nur Ein Schluck, es muss genügen – denn nicht auf die Menge, nur auf die Beschäffenheit des Heilmittels kommt es.hor an – der verrauchte, des Geistes beraubte Rück

stand, muss als nutzlos, ja als schädlich weggeschüttet werden." Nach einigen Tagen wird diese Procedur zwei, höchstens drei Mal wiederholt. Wie die Homöopathen versichert der Vf., dass aus dieser Gebrauchsart nie Schaden, sondern nur preiswürdige Folgen entstehen und Ref. erinnert nur, dass das Baden in Baden wohl immer die grossen Heilungen hervorbringen müsse, wenn dergleichen JMedicina magica auf nervenschwache Kranke ihre Wirkung verfehlen sollte. So scheint der Vf. nicht zu viel gewagt anzunehmen, dass im Frühjahre nicht blos das Thierleben, sondern auch das gesammte Leben der Erde, also besonders auch der Thermen zunehme, und deshalb die Wirksamkeit dergleichen Heilquellen zu dieser Zeit am stärksten sey. – Das Biichelchen ist, wie man sieht, nicht ohne rege Phantasie geschrieben. -

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chemische Analyse sie abscheidet, daher auch in medicinischer Hinsicht die Wirkung des Wassers nicht verglichen werden kann mit der Wirkung der einzelnen Salze für sich, ist jedoch weit entfernt, in dem Mineralwasser eine eigenthümlich organische Kraft, einen Erdgeist, anzunehmen und zu behaupten, dass nicht auch oberhalb der Erdrinde, in dem chemischen Laboratorium, durch Zusammenbringen der durch die Analyse gefundenen (vorausgesetzt, dass sie alle Theile quantitativ nachgewiesen – hic haeret aqua. Ref.) Bestandtheile eines Mineralwassers und mit Berücksichtigung der Temperatur und sonstiger (?) Umstände ganz dieselbe Mischung, begabt mit allen Eigenschaften des Mineralwassers hervorgebracht werden könne, und dass die chemische Analyse nicht einen richtigen Maassstab zur Beurtheilnng der medicinischen Wirkung eines Mineralwassers liefere. Es herrscht nur eine chemische Kraft, wie wir nur eine elektrische und eine magnietische Anziehung kennen." Ebenso ist der Vf. überzeugt, dass, wenn auch in der Zusammenstellung der Bestandtheile, die sich durch die Analyse ergeben, die Chemiker abweichen, durch Auflösen der verschiedenen Verbindungen ein Wasser von gleicher Zusammensetzung wie das natürliche erhalten werde. (Hierin weicht er also sehr von Struves Ansichten ab.) In dem Folgenden lehrt er, wie mit dem Badner Wasser mehrere Mineralwasser künstlich bereitet werden können. Ferner beweisen die vom Vf. angestellten Versuche, dass die Annahme von innigerer Verbindung der Wärme mit dem Thermalwasser, wie die, dass diese Wärme in dem Thermelwasser eine andere Qualität als die in dem künstlichen habe, grundfalsch sey. Chemische Untersuchung der in dem Thermalwasser vorkommenden organischen Materien ist nach dem Vf. ganz werthlos, da auch er die durch mikroskopische Untersuchung gemachte Entdeckung Turpin’s, dass das Baregin Longchamp's (aus dem Schwefelwasser von Barège) keine organisirte Materie, sondern nur ein Haufwerk organischer Ueberreste sey, welche bei Zutritt von Licht und Luft organischen Wesen ihre Entstehung gebe und die Bildung von Oscillatorien, Conferven veranlasse, bei Untersuchung des Badner Thermalwassers bestätigt fand. (Nach Turpin ist das von „Robiquet in den Thermen zu Veris aufgefundene Baregin die unter dem Namen Wostoch thermalis bekannte Pflanze.) Von diesem organischen Stoffe soll, nach dem Vf, wenn er auch, wie es geschehen, lothweise genommen werde, keine medicinische Wirkung zu erwarten seyn; überhaupt sey derselbe dem Thermrälwasser nur beigemischt und dürfe nicht wie die Salze zu seinen Bestandtheilen gezählt werden. – Die Ansichten über Entstehung der Mineralquellen sind nach L. theils naturpoetisch (Keferstein), vorzüglich aber naturphilosophisch. Nach der wissenschaftlichen Theorie des Ä die Heilquellen, so wie sämmtliche Quellen ihr Wasse. Ä dem atmosphärischen Wasser Ä Ä Thau uosj), jÄrej Tiefe von den Podarten, durch

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