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sollen einen viel tieferen Sinn haben, als man gevwöhnlich annimmt. Is, qui non possidet soll nicht

der seyn, der nicht besitzt, sondern der in den Be

sitz gesetzt zu werden verlangt und umgekehrt solle es sich mit dem is, qui possidet verhaltcn: denn man miissen annehmen, dass die Verfasser der Institutionen mit den Grundsätzen der alten Philosophen bekannt gewesen seyen. Hätten diese den Satz ausgesprochen, der ist der Reichste, der die wenigsten Bedürfnisse fühlet, so könnten Tribonian und seine Collegen auch wohl den besitzend nennen, welcher nicht für sich begehrt, was der Andere besitzt), so tritt uns wieder die Idee des moralischen Eigenthums entgegen: nur der Nichtbesitzende dürfe die rei vindicatio anstellen, folglich auch nur der Nichtbesitzende die Servitutenklagen. – Auch über den Beweis der Negatorienklage hat der Dr. Luden seine eigene Ansicht; ehe er jedoch diese aufstellt, sucht er die bisher aufgestellten zu widerlegen. Er möchte aber sehr irren, wenn er der Ansicht ist, dass neuere Schriftsteller die Ansicht, wonach stets dem Beklagten der Beweis der behaupteten Servitut obliegt, aus denselben Gründen vertheidigen, aus denen Accursius es that, wesshalb denn auch diese Ansicht nicht für widerlegt zu halten ist durch die Behauptung, dass für die Freiheit des Eigenthums keine rechtliche Präsumtion streite. Die eigene Ansicht wird folgendermassen begründet: da die Negatorienklage nach den Grundsätzen des R. R. nur dazu bestimmt gewesen sey, den Besitz der Freiheit dem zu verschaffen, welchem derselbe auf unrechtmässige Weise entzogen sey, so werde sie, wie jede Eigenthumsklage vom Nichtbesitzenden gegen den Besitzer angestellt. Nach dieser Voraussetzung habe der Kläger die Servitut zu beweisen, da die Gesetze in Beziehung auf ihn Nichts besonders bestimmten. Rec. sieht nicht, wie hieraus für den Beweis der Servitut Etwas folgen solle. Nach der vom Vf. aufgestellten, freilich nicht zu billigenden Ansicht, dass der Negatorienkläger nicht im Besitz der Servitut seyn dürfe, würde allerdings derselbe anfangen müssen zu beweisen: allein da er eine Eigenthumsklage, nur in besonderer Beziehung gedacht, anstellt, so genügt er seiner Beweispflicht auch dadurch, dass er sein Eigenthum beweiset. Das Vorhandenseyn aller, regelmässig im Eigenthum liegenden Rechte

hat er nicht darzuthun: die Beschränkung des Ei

genthums muss vielmehr von dem, der sie behauptet, bewiesen werden. Wollte man das Gegentheil anNehmen, so würde man von einem ganz zufälligen Umstande, ob nämlich der Kläger die Servitut kenne und von dieser Kenntniss Gebrauch machen Wolle, das ganze processualische Verhältniss abhängig machen. Auch das über den Besitz der Servituten Gesagte ist weder genügend noch vollständig. Uebries wird die Savigny'sche Ansicht angenommen, Ä nicht für alle, nicht durch besondere Interdicté geehützte Servituten, das interd.uti possidetis statthabe. Die gegen Mühlenbruch und Thibaut vorge

brachten Griinde wird man aber ebenso wenig, wie das von Savigny dagegen Behauptete für genügend halten können. Diese Bemerkungen werden vollkommen hinrei

chen das vom Rec. über das Werk im Eingange der Recension abgegebene Urtheil zu motiviren. Es findet sich in dem ganzen Buche fast keine, irgend bedeutendere Ansicht, die Hr. Dr. Luden nicht neu zu begründen versucht hätte, aber fast immer ohne Rücksicht auf Quellen und frühere wissenschaftliche Leistungen. Hätte der Vf. sich nicht damit begnügt, Uebersichten geben zu wollen, die, selbst wenn sie geistreich wären, am Ende doch zu nichts führen, so würde er sich durch Interpretation der Quellen ein Grundelement habe bilden können, das ihm der leitende Grundfaden bei den einzelnen Untersuchungen werden mochte; während er jetzt in Folge einer a priori construirten Idee vom physischen und moralischen Eigenthum Alles erklären und umstossen will. Und ist es überhaupt entschuldbar, wenn die Idee des Eigenthums an Rechten, nachdem sie besonders in neuerer Zeit ebenso scharfsinnig als gründlich widerlegt ist (Mühlenbruch's Lehre der Cession der Foderungsrechte §. 2 und §.49), ohne den geringsten Versuch, sie aus den Quellen zu construiren, ja! sie nur tiefer zu begründen, als die Basis einer gänzen und zwar sehr schwierigen Lehre des R. R. auf

estellt wird? Möge Hr. Dr. Luden einen andern

eg betreten und mit Ernst zu Werke gehen, wenn

er die andern Monographien ausarbeitet, die, wie er in der Vorrede verpricht, der Lehre von den Servituten nachfolgen sollen. – Druck und Papier lassen wenig zu wünschen übrig.

MEDICIN.

BERLIN, b. Heymann: De methodo antiphlogistica remediisque, quae illa amplectitur. Commentatio critico-historica, a facultate medica Universitatis Berolinensis praemio aure0 ornata. Auctore L. Hollstein. 1837. 199 S. gr. 8. (1 Rthlr.)

Der Vf. beginnt seine Schrift, welche er auf Veranlassung einer Preisaufgabe der medicinischen Facultät zu Berlin verfasste, und die sich, wie aus dem Titel zu ersehen, des ersten Preises zu erfreuen hatte, mit einer Angabe der, den in Rede stehenden Gegenstand behandelnden Schriften im Allgemeinen. Wir können derselben aber keineswegs das Prädikat der Vollständigkeit geben, da sich schon aus Plouquet leicht eine Nachlese halten liesse, und wir selbst eine Anzahl Dissertationen besitzen, die allein zu Berlin über diese Heilmethode erschienen sind, mithin, da sie doch auf der dortigen Universitätsbibliothek aufbewahrt werden, dem Vf. leicht zugänglich waren. Indessen ist dies allerdings von geringem Belang, zumal da der Ertrag aus der Lektüre jener Schriften nicht eben reichlich ist; auffallender dagegen ist es, dass der Vf. nicht einmal Meyer's Geschichte der Entzündungen. lster Thl. Berlin 1813. gr. 8. zu kennen scheint, die ihm bei der Bearbeitung

des zweiten Theils seiner Schrift sicher wesentliche Dienste geleistet haben würde. – Die Schrift selbst nun anlangend, so zerfällt sie in 3 Theile, deren jeder mehrere Kapitel und diese wieder mehrere durch die ganze Schrift fortlaufende Paragraphen enthalten. Der erste Theil, Pars theoretica überschrieben, handelt im ersten Kapitel von dem Begriff der antiphlogistischen Methode. Es wird hier gezeigt, dass der Begriff der Antiphlogistica von den verschiedenen Schriftstellern verschieden aufgefasst sey, und diese Ansichten werden in 3 Abtheilungen gebracht. Die erste enthält die Schriftsteller, welche darunter in Allgemeinen die Methode verstehn, welche bei Entzündungskrankheiten angewendet werde; der Vf, will sie um Verwechslung zu vermeiden, lieber contrainflammatoria nennen; es werden hierher Boerhave, von Swieten, Ziehm, Tode, Marcus, S. Cooper, Dzondi, Zimmermann, Caspari und Schönlein gerechnet. Die zweite Abtheilung bilden die Ansichten derer, welche Antiphlogistica und Refrigerantia für identisch holten, wie Hartig, M. Stoll, Af, Hecker, Schröder, Sprengel und Voigtel. Die dritte Abtheilung endlich stellen diejenigen dar, welche Antiphlogistica als Debilitantia oder Mitigantia betrachten; es werden hierher gerechnet Krocker, Hufeland, Reil, Horsch, von Hildebrand, Berends, Wolfart, Bartels, Boehr, Siebergundi, Nasse, Suringar, Hartmann, Bischoff, Puchelt. Der Leser sieht aus diesen Namenverzeichniss schon, dass keineswegs eine Vollständigkeit hier bezweckt ist, denn nur bei den Lehrbüchern der neueren Zeit zu bleiben, so sieht man sich vergebens nach den Namen von Augustin, Mettmann, Remer, IVaumann, Hergenröther, Berndt etc. um. Hierauf sucht der Vf. die Unzulänglichkeit dieser Ansichten nachzuweisen, wobei wir ihm aber hier nicht genauer folgen können, da eine Prüfung seiner hier geäusserten Ansichten uns zu weit führen würde. Nur eins wollen wir als Beispiel der Schlussfolgen anführen, woraus der Leser allenfalls sich schon ein Urtheil bilden kann. S. 36 heisst es: es gebe keine antiphlogistische oder contrainflammatorische Methode, dies werde durch die Geschichte der Theorien bestätigt: Non quidem eo, quod omnino variae fuerintinflämmationistheoriae, minime! . De syphilide etiam variae exstiterunt, et kamen methodum habemus antisyphiliticam, quae optime in hoc. nomen meretur! Séd, quoniam una cum inflammationistheoriis rationes elitton illam eurandi mutarentur etc. Freilich eifert der Vf, sehr gegen die antiphlogistische Behandlung der Syphilis S.86. Trotz allem diesem soll aber doch eine antiphlogistische Methode beibehalten werden, welche S. 53 also definirt wird: quae valeat, systematis sanguiferi nimias actiones, atque energiam erorbitantem restringere atque imminuere etc. – Das zweite Kapitel handelt yön den Grenzen der antiphlo; gistischen Methode und giebt ihre Indicationen und Üontraindicationen im Allgemeinen, wie im Specielden bei Fiebern, Entzündungen, Exanthemen, meökanischen Verletzungen, so wie bei fieberlosen und

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vom Ursprung der antiphlog. Methode im ersten Kapitel, und beweiset, dass sie lange vor Boerhave bestanden habe, der ihr nur den besondern Namen gegeben habe. Der 20. Paragraph hätte füglich weg» bleiben können, oder wenigstens schon oben sein Inhalt kurz erwähnt werden sollen. Der hier beiläufig mit einer Anekdote erwähnte Lehrer dürfte es wenigstens kaum als einen Beweis ansehen, dass den Vf, ihn zu den summe venerandis praeceptoribus, denen die Schrift gewidmet ist, rechnet. Das Geschichtliche über die antiphlogistische Methode wird in drei Theile getheilt und zwar beschäftigt sich Cap. II. mit den Ansichten von Hippocrates bis auf Boerhave; Cap. III. von letzterm bis auf Brown und Cap. IV, von Brown bis auf unsere Zeit, d. h. bis auf Hahnemann. Der Vf, hat hierauf augenscheinlich viel Fleiss verwandt, was wir von der einen Seite um so mehr mit Dank anerkennen müssen, als er, wie gesagt, die vorhandenen Vorarbeiten nicht einmal benutzt hat, wie das oben genannte Werk von Meyer und den ersten Band von Langenbecks Chirurgie, der bekanntlich eine sehr ausführliche Darstellung der Lehre von der Entzündung auch in geschichtlicher Hinsicht enthält. – Der dritte Theil der Schrift: de singulorum medicaminum antiphlogisticorum origine atque viribus, welcher eigentlich doch die Hauptsache ausmachen sollte, ist leider etwas mager ausgefallen, und es scheint uns, als hätte der Vf. eilen müssen mit seiner Arbeit um zur rechten Zeit fertig zu werden, was freilich bei Preisaufgaben ein übles Verhältniss ist, das nicht selten eintritt. Das erste Kapitel handelt von den Blutentziehungen, wo nur das ganz Allgemeine angegeben, nicht einmal des Streites im Mittelalter de vena secanda in pleuritide etc., besonders in Bezug auf die Oertlichkeit erwähnt wird. Die Münchner Fakultät hatte 1831 hierüber eine Preisaufgabe gestellt, zu deren Lösung B. Geis und von Loewenfeld zwei ebenfalls gekrönte Abhandlungen schrieben: de viis proximis ad organa intus p0sita, quote in e0rum passionibus inflammationis vel similibus patent medico in usum sanguinisevacuationis. Monach. 1832 u. 18 33. Mit leichter Mühe hätte sie der Vf. auf der königl. Bibliothek zu Berlin finden können. Das zweite Kapitel handelt von der Kälte als Antiphlogisticum, das dritte von den Neutralund Mittelsalzen, so wie von den vegetabilischen Salzen und Säuren, die mehr als zu kurz wegkommen. Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit den Metallsalzen, hesonders dem Calomel und Tartarus stibiatus; das fünfte mit dem antiphlogistischen Regimen und den Beschluss machen einige Bemerkungen über die Mineralsäuren, Narkotika, Blei u. s. w. im sechsten Kapitel. –. Die Sprache ist fliessend und gut; Druck und Papier sind zu loben; der Preis

von einem Thaler aber etwas zu hoch für dreizehn Bogen- brunnen von Ungarn, ihre Eigenschaften, Heilkräfte und Gebrauchsweise. Nach den besten uellen und eignen Untersuchungen für Aerzte und Heilbedürftige dargestellt. 1) Mehadia. 2) Trenchin. 3) Pöstyén. 4) Toplika, 5) 0fen. 6) Parád. 7) Bartfeld. 8) Füred. 9) Szliács. 1837. 226 u. 3 unpagin. S. 8. (1 Rthl.)

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den sogen. Allöopathen, sondern selbst von den Heroen der Homöopathie die unverschämtesten und absichtlichsten Lügen nachgewiesen sind. Nachdem der Vf. gezeigt, dass man die Heilwirkungen des Eisens und deshalb auch nicht die der Eisen- fälschlich Stahlbäder noch gar nicht kenne, wendet er sich zu den Ostund Nordseebädern, von ihnen versichernd, dass sie keine Heil-, sondern nur diätetische Mittel seyen, Wolle man das Hannov. Bad Worderney heben und die Frequenz der Badegäste steigern, so müsse man einen anerkannten homöop. Arzt (wahrscheinlich den Hrn. Vf. selbst) dahin committiren, der gewiss verhindern würde, dass die Kranken mit Parforcekuren und besonders dem Trinken des ekelhaften Seewassers verschont würden. (Denkt der Vf, nicht an die von den gewöhnlichen Homöopathen verordneten isopathischen Mittel, wenn er von ekelhaft redet? Ref.). – Ferner lehrt der Hr. Vf., dass die Rücksicht der AIlöopathen auf die chemischen Bestandtheile der Mineralquellen und die während des Gebrauchs derselben gemachten Erfahrungen eben so triiglich sey, wie die Erfahrungen der alten Schule, und spricht von reinen Erfahrungen, genauer Krankenuntersuchung u. s. w., als wenn sich ein Homöopath nie irren könne und alle Hilfsmittel der Diagnostik anwende. (Gedenkt der Hr. Vf. nicht seines Besuches bei einer vornehmen Dame in H., die ihn wegen Mangelhaftigkeit der Untersuchung und der dadurch hervorgegangenen Charlatanerie abwies? Ref. Der Hr. Vf., der sich und seine Kranken mit heroischen und besonders mit abführenden Mitteln 17 Jahre hindurch eifrigst behandelte, ging zur Homöopathie über und sah, wahrscheinlich zum ersten Male, dass eine Krankheit auch ohne Arznei und gewiss sanfter als bei dem Gebrauche stürmisch wirkender Arzneien in Genesung überging. Kein Wunder, dass er sich viel besser dabei befand; aber trotz aller Geständnisse und Bekenntnisse, die Grieselich und Schroen und viele Gleichgesinnte mit ihm in Magdeburg unterschrieben, scheint er doch nicht die Lügenhaftigkeit und Unsicherheit seiner neuen Geliebten einzusehen.) Der Hr. Vf. versichert übrigens, dass die Mineralbrunnen allerdings Arzneimittel seyen und ihre Wirkung auf Gesunde und Kranke haben; allein „die homöop. Aerzte, welche es nun einmal, zum Verdrusse der rationellen Herren, mit den sogenannten Erfahrungen genauer neh

*) Hieher gehören zum Theil auch die später erwähnten Schriften Löw's und Landesmann's.

A. L. Z. 1838. Zweiter Band.

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Jnter Nachkuren versteht der tüchtige BrunnenF. die nach Brunnenkuren nothwendigen Heileduren. Sie sind nöthig, wenn die sonst richtig zirten Gesundbrunnen nur bis auf einen bestimmPunkt heilen, bei fortgesetztem Gebrauche den gast kränker machen und nach völliger Erholung der Kur nicht von selbst verschwinden. In neueZeiten hat man dergleichen Krankheitsreste auch h die Traubenkur beseitigt. Man gebraucht zu nicht die Keltertrauben, sondern die von srigerem Gehalte, aber in guten Weingegenden. isst sie erst zwischen 11 und 12 Uhr und Nachags gegen 4 Uhr und trinkt, ausser dem Kassee Morgen und etwas alten Rheinwein bei der Mit- und Abendmahlzeit, die aus kräftiger Fleische, Kartoffeln in der Schale und gebratnem Rindche oder Wildpret besteht, gar nichts. – Ersich nach dem Gebrauche der Thermen des sonst genesenen Kranken Verdauungsapparat nicht tändig, bleibt noch immer Schwäche und Mat

eit zurück, ja scheint Cachexie zu drohen, so

die kohlensäurehaltigen Stahlbrunnen die einn, jedoch mit grosser Vorsicht anzuwendenden smittel. Bei bedeutender Einwirkung auflösenThermen entsteht (besonders wenn sie nicht früh g gegen die Krankheit gebraucht wurden) leicht se Aufregung und Reizbarkeit; hier Ruhe und Febrauch des calmirenden Schlangenbades (Diel). htet man, dass der durch die Thermalkur geneKranke recidiv werde, so lasse man ihn Stahllen gebrauchen und zweckmässig reisen. In er Hinsicht nützt auch der Aufenthalt in den Geen und namentlich im südlichen Tyrol, weshalb hier anzeigt:

WIEN, gedr. b. Strauss's sel. Wittwe: Ueber die Stadt Meran in Tiro/, ihre Umgebung und ihr Klima. Nebst Bemerkungen über Milch-, Molken - und Traubenkur und nahe Mineralquellen.

(Mit einer Karte der Umgebung.) 1837. 45 S. gr. 8. (8 gGr.)

Meran, an der Poststrasse zwischen Botzen und Italien unter 28°49“ o. L. und 46°41“ n. Br., 1190 F. über der Meeresfläche liegend, hat 220 Häuser und 2400 Einwohner. Die mitgetheilten meteorologischen Tabellen der J. 1830–35 ergeben, dass der Winter Meran's (milder noch als der des südlicheren Trients)hinsichtlich seiner Temperatur und Heiterkeit mehr dem italienischen, und der Sommer wegen öfteren Regens und häufigerer Gewitter mehr dem deutschen gleicht. Zu den häufiger vorkommenden Krankheiten dieser an Naturschönheiten reichen Gegend gehören der Friesel und die Convulsionen im kindlichen Alter, beide jedoch nur Folgen fehlerhafter Lebensart. Die an Convulsionen (?) Verstorbenen machen jährlich / , die an Lungensucht nur % aller Todten aus; das Verhältniss der durch Schlägflüsse Getödteten ist !/o, der durch Wassersucht */9. – Nur bei beginnender Lungensucht, ohne hectisches Fieber, nützt der Aufenthalt in Meran, mehr aber noch den entkräfteten, nervenschwachen Personen. An Gicht und Rheumatismus Leidende können durch das gleichmässige Klima mit Hilfe zweckmässiger Diät und Heilmittel gänzlich genesen. Hier ist jer Ort, wo man im Frühjahre und Sommer Milch- und Molkenkuren, im Herbste Traubenkuren mit Nutzen verordnen kann. Es werden da auch Mineralwasserkuren verordnet; besuchter ist indessen das nahe Mitterbad im Alten Thale, ein Eisensäuerling, der aber auf unzweckmässige Weise zu heissen Bädern benutzt wird. Der Vf. räth zur Anlegung einer Wasserkuranstalt, wozu sich eine Quelle ganz vorziiglich eignet.

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In der aus Wien datirten Vorrede klagt der dem Ref. unbekannte Vf, dass die Arbeiten über einzelne Kurorte Ungarns so mangelhaft abgefasst soyen, ja selbst die neuesten Monographieen über Mehadia, Trenchin, Pöstyén, Füred u. s. w. so Vieles zu winschen übrig liessen, weshalb man auch den Vf-dieser Collectivschrift, der sich in und aus dem ungeheuern Wuste die Bahn selbst brechen musste, nachsichtig beurtheilen möge. Wenn auch Ref. das Yon Vf. über seine Vorgänger gefällte Urtheil zum Theil unterschreiben muss, so gesteht er doch, dass der Vf. auch nicht mehr als eine leidliche Compilation gegeben hat, denn von dessen eignen UntersuchunÄen bemerkte Ref. nichts. Ungarn, ein von der Natur vorzüglich begünstigtes Land, besitzt über 700 Mineralquellen, von denen man jedoch nur we nige benutzen kann, da die meisten ungefasst und selbst der allernöthigsten Einrichtungen entbehren. Fast nur die Schwefelthermen und einige an Kohlensäure oder Eisen reiche Mineralquellen sind wieder in neuerer Zeit (denn die früheren Badeinrichtungen sind verfallen) mit einigen Anstalten versehen und erfreuen sich jährlich einer grösseren Frequenz an Gästen. Zu diesen Quellen gehören die auf dem Titel genannten 9 Bäder, deren Beschreibung mit Ausnahme von Mehadia, Trenchin, Pöstyén, Ofen und Füred (welche Ref. bei Gelegenheit der über sie erschienenen Monographieen besprochen hat und noch besprechen wird), hier folgen wird. – Die Schwefeltherme Toplika oder Töplitz bei Warasdia (+45– 47° R.) wurde schon vor Christi Geburt von den Römern benutzt und nach dem Verfalle der Badeinrichtungen diese im 1V. Jahrhunderte durch Constantin wieder prächtig restaurirt, daher auch die von den Pilgern Aquae vivae geheissenen Thermen Thermae Constantinianae genannt wurden. In unserm Jahrhunderte wurden vom Agramer Domkapitel die Josephsbäder neu errichtet, wo sich auch 2öffentliche Bäder befinden, deren jedes bequem 100 bis 200 Personen fassen kann. Auch für Schlammbäder ist Sorge getragen. Selten wird eine Trinkkur verordnet: Badeinrichtungen und vorzüglich die Badkanzlei sind gut. – Parád, 4 Stunden von Erlau, 12 Meilen von Pest, hat am Fusse des Matragebirges eine überaus reizende Lage. Des Dorfes Mineralquellen wurden besonders durch Kitaibel aus ihrem Dunkel, das nur die nächste Umgebung kannte, hervorgezogen, und haben jetzt an vielen ungarischen Aerzten, besonders am Prof. Bene in Pest, ihre Lobredner. Noch ist nicht bestimmt, ob die ersten 2 Quellen Eisen enthalten (Kitaibel) oder nicht (Meissner). Reich sind sie an kohlensaurem Gase und besitzen

behauptet wurde).

noch Schwefelwasserstoffgas und schwefel- und salzsaure Salze, bei einer Temperatur von +7–8° R. Bene empfiehlt sie besonders bei veralteten chron. Katarrhen mit starker Schleimabsonderung. Eine dritte Quelle hat nur eine Spur von kohlensaurem Eisen; dagegen eine vierte 4,50 und die fünfte gar 5,50 Gr. in 16 Unzen (?), dabei 36–38 Kub. Z. kohlens. Gas. Bei diesen letzten Quellen fehlen alle Einrichtungen und wird das Wasser durch Boten herumgetragen. – Das / Stunde entfernte Alaunwasser ist ergiebig (wovon das Gegentheil in Osann's Werke Man benutzt es selten zum innerlichen Gebrauche. – Bartfeld's an Natron und kohlensaurem Gase so reiche, auch kohlensaures Eisen enthaltende Mineralquellen sind schon seit 300 Jahren bekannt und gebraucht. Sie liegen eine halbe Stunde von der Stadt Bartfeld. Die Fassung, deren sich aber nicht alle Quellen zu erfreuen haben, ist ein hohler Baumstamm. Fiir die Bedürfnisse der Kurgäste ist ziemlich gesorgt. – Szliacs ist eine Anhöhe über den Dörfern fibar und Hainik und der Nähe von Altsohi; deshalb werden die daselbst entspringenden Mineralquellen bald szliácser, bald ribárer genannt. Schon zu Math. Corvinus Zeiten waren sie wegen des gewaltigen Ausströmens von kohlensaurem Gase und dadurch bewirkter Tödtung kleiner Thiere bekannt. Erst Bel und Marsigli (im Anfange des 18. Jahrhunderts) rühmen die Heilkräfte und gedenken einiger Badeinrichtungen. Von den 7 Quellen entspringen 3 oben auf dem Hügel und liefern das Wasser zu den Herren-, Bürger- und Bauernbade. Ihre Temperatur ist +25–22° R. Die anderen brechen an der Seite des Hügels aus und haben + 19–17, ja eine nur + 9° R. Diese werden mehr zum Trinken benutzt. Alle Quellen sind reich an Kohlensäure, Eisen und Salzen, je kälter desto reicher an Eisen und Kohlensäure, aber desto ärmer an Salzen. Man gebraucht die Quellen in vielen chronischen Krankheiten, bedeutend aber ist ihr Ruf bei Harngries und Harnsteinen, weiche sie auflösen sollen. –

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