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dazu dienen, ein glaubensvolles und thatkräftiges jsjhum durch die aufgestellten ermunternden und warnenden Beispiele in den Herzen herrschend zj machen. Katharine II. in „ den Strahlen der Wahrheit" ist ein ausgezeichnetes Wesen, unermidetjn Beförderung des Menschenwohls, desinnern jedes äussern, hingehend und aufopfernd, selbst jr dadurch glücklich, dass sie glücklich macht. jc. kann nicht zweifeln, dass die Züge einer wirkjehenden Christin zu diesem anziehenden Gemälde benutzt sind. „Der Zweifler" bietet engegengesetzte Erscheinungen» und hat ergreifende Stelj Doch ist alles wieder so ungesucht und natürlich, dass auch hier die wahre Geschichte nicht zu jennen ist. Am meisten aber hat uns „die Heimath" angesprochen. Sie enthält ein wahrhaftes Musterbild einer rechten christlichen Erziehung ohne jstere Färbung, und eines wohlgeordneten: in Glück und Schmerz sich bewährenden Familienlebens. Äjeh die aufgestellten Gegenbilder dienen zur Erjchung des Zwecks und zur Belebung des Ganzen.

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Ein Tatar gab Auskunft über das Halikari-Gebiet und seine wilden Bewohner, die so höchst selten von Fremden heimgesucht werden, weil sie sich den Muhammedanern furchtbar gemacht haben. Die Nestórianer dieser unzugänglichen Gebirge sind wohl die einzigen Christen Vorderasiens, die der Unterwerfung durch die Muhammedaner entgangen sind. Es sind vier Stämme, die dem persischen Chan freiwillige Geschenke bringen, aber nur wenn er mit ihnen Freundschaft hält. Ihr eigentlicher Oberer ist der Katholikos, der in Kotsch Hannes residirt und ein starkes Heer stellen kann. Bei Dschulamerile, wo der Chan seinen Sitz hat, sind Eisen- und Bleigruben, die dem Chan gehören ausgenommen am Tage des heil. Georg, wo ein nestorianisches Kloster sie ausbeutet. Jener Tatar ging von Amadia nach Wan. Er fand den Weg durch das Gebirge sehr beschwerlich, die steilen Berge oft mit dichten Wäldern besetzt. Es wird dort weder Weizen noch Gerste, wohl aber Reis gebaut, woraus die Bewohner schmutziges Brod backen. S. 282 fg. wird ein kurdischer Hochzeittanz beschrieben, wozu eine Abbildung gehört. Der Vf. nimmt davon Gelegenheit, über die kurdischen Weiber zu reden. ... Sie leben in keiner Art so abgeschlossen, wie die türkischen,

A. L. Z. Num. 73. APRIL 1838.

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gehen meist unverschleiert und verrichten ihre Geschäfte vor den Augen der Männer, sind aber sittsam und geachtet in der Gesellschaft. Ihre Kleidung wird vollständig beschrieben S. 287 fg., desgleichen die der Männer S. 289 fg. – dem alten Stammsitze der Bebbeh's in Pischder, kam ein Mann, seine vornehmen Vettern in Suleimanie zu besuchen. Aus seinem Munde hörte R. die angebliche Geschichte des Ursprungs der Bebbeh - Dynastie, eine anmuthige Rittergeschichte, welche # in ihrem romantischen Gewande vollständig mittheilt S. 292–29ö. Sie könnte den Stoff zu einer charmanten Novelle abgeben. – Der Abschied von den kurdischen Freunden wurde Rich schwer. Er hatte die Leute dort gastlich, aufrichtig und brav gefunden, besonders zollt er dem ehrenwerthen Charakter des Pascha die verdiente Anerkennung. Er verabschiedete sich den 20. October, um am folgenden Tage nach Mosul abzugehen. . Der erste Band hät sechs Anhänge, . Der erste derselben (S. 331–375) enthält das Tagebuch der Mrs. Rich, welche ihren Claude auf dieser ganzen Reise begleitete und, wie aus ihrem Tagebuch erhellt, mit vielem Mluth ihrem kränklichen und oft melancholischen Gemahl zur Seite stand. Sie ertrug die Beschwerden der Reise mit vielem Humor und war wohl auf, wenn die ganze Gesellschaft krank und verdriesslich wurde. Nach morgenländischer Sitte brach sie mit der Baggage immer eine halbe Stunde später auf als Mr. Rich, doch zuweilen holte sie ihn uñverhofft zu Pferde ein, sie ging mit auf die Ruinen-Jagd, beobachtete in ihrem Takhtrewan den Thermometerstand und suchte in den weiblichen Kreisen, besonders in Suleimanie und Sinna Bekanntschaften und Unterhaltung. Selten klagt sie, nur einmal ruft sie missmuthig äus: „Love your dear England!" Uebrigens umfasst dies Tagebuch nur die Reise von Bagdad nach Suleimanie. Es giebt viele Wiederholungen aus dem Vorigen und nur kleine Details, welche neu sind. – Der zweite Anhang enthält auf sechs Seiten Nachrichten über Dschesira und dessen Umgebung: lauter abgerissene Einzelheiten über Localitäten, Ortsentfernungen, den Lauf des Tigris und des Chabur, welcher letz

tere in den Bergen von Amadia entspringt und von

Kinneir mit dem Flusse von Sert verwechselt wird 379). – Der dritte Anhang besteht in einer iste der Fürsten vom Hause Bebbeh, welche Rich in Suleimanie erhielt. Das Original ist in persischer Sprache. Daran knüpft sich das Verzeichniss einiger historischer Data. – Der vierte Anhang giebt Reiserouten für Kurdistan, der fünfte Aehnliches zur Topographie von Kurdistan, lich giebt auf den letzten fünf Seiten des ersten Bandes kurdische Sprachproben in verschiedenen Dialecten, auf welche wir in dem zweiten Artikel unserer Anzeige zurückkommen werden, B. R,

Der sechste Anhang end

Aus Darischmana, REISEBESCHREIBUNG. FRANKFURT a. M. b. Sauerländer: Reise durch die jeiz, das südliche Frankreich, Italien, Tyrol jrn. Tagebuchblätter vom Sommer und jrbst 1835. Von Guido von Meyer. Erster Band. 1837. 409 S. in 8. ( 1 Rthlr. 12 gGr.)

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585 - - – 74 – 586 ALLGEMEINE LITERATUR - ZEITUNG

April 1838.

D., Titel nennt so vielfach bereisete Länder, dass Ä in der That eines entschuldigenden Vorworts.bejurfte um die Bekanntmachung einer abermaligen Schilderung derselben zu rechtfertigen. Es genügt indessen dem Vf. wenn die anspruchslose Gabe einen ähnlichen Eindruck auf seine Leser hervorbringt Äls er ihn sich selbst in dem erlebten Wechsel von Sjenerie und Welt versprechen durfte. Gewiss, wird das Buch dies leisten. Es wird anregende Erholung jnd Aufheiterung gewähren; denn es ist gut geschrieben; es bezeichnet, wenn gleich nur im Fluge, eine Menge der mannichfaltigsten Gegenstände; es erweilt bei keinem lange genug um das Gefühl der Langenweile hervorzubringen und selbst da, wo es ausführlicher wird, ist dieses Verweilen durch Zeitkiirze bedingt. Für diese Kürze entschädigen oft einzelne geistreiche und treffende Bemerkungen. Die Wanderung beginnt im Eilwagen, in der Mitte des Juni 1835. Sie führt über die Bergstrasse, den bizarren architectonischen Fächer – Carlsruhe –, Freiburg, Basel, das berüchtigte Liestall – „dieses dem fränkischen Hahn entfallene Ey!" – den untern Haumstein, Luzern, Alpnach, den Brienzer-See nach Interlacken (Zwischen-Seen), Unterseen, durch das Lauterbrunner Thal, das Ometha I, Hasli, Gutannen, die Handeck, das Grimselhospitz, das Wallis, den Genfer-See und Genf nach Lyón... Auf diesen ersten 141, in fünf Kapitel einétheilten Seiten haben uns die Notizen über den Äe Hübsch in Carlsruhe, die in Basel aufbewahrten Oelbilder und Handzeichnungen von Holbein und die Schilderung von Genf mit Benutzung von Ale r. Dumas. Impressions de Voyage am Meisten angezogen. Treffend sind die Bemerkungen über die Wirthshäuser in der Schweiz, die immer mehr zu Zollhäusern werden, und über die Kette von Faseleien und Erdichtungen, die man den romantisirenden Reisebeschreibern verdankt. Höchst bezeichnend ist das Wert Kuhseufzer für den Gesang der Schweizer Hirten und der Ausdruck Geldmelkerei für die unverschämten Forderungen der Schweizer handelt es sich darum, einem Fremden irgend eine Naturmerkwürdigkeit ihres Landes zu zeigen. Leider -- L. Z. 1838. Erster Band.

passt das letzte Wort nicht allein auf die Schweiz; denn um nur ein von dem Rec. noch im verflossenen Jahre erlebtes Beispiel anzuführen, auch in Adersbach in Böhmen werden die Naturwunder verpachtet und dem Fremden nur gegen Erpressung von allerhand Abgaben vorgewiesen. In der Schweiz sind Feerei und Wildniss so verschwistert, dass man sich wundern muss, wie die Menschen dabei oft so prosaisch bleiben können. Dieser Vorwurf trifft indessen den Hn. v. Meyer nicht; der vielmehr mit empfänglichem und wahrhaft frommem Gemüthe das Wunderland bereiste. Der in dem sogenannten Eismeere im Sommer 1821 verunglückte und erst zwölf Tage später gefundene Aime Mouron, dessen Grabmal die Kirche in Grindelwald ziert, war nicht, wie S. 67 gesagt wird, ein Walliser, Pfarrer, sondern aus Chardonne im Canton de Vaud gebürtig und daselbst als Geistlicher angestellt. Man hat von ihm in dem Conservateur Suisse 0u Etrennes helvétiennes pour l'an de grace bissertile, 1824 ein höchst sinniges Gedicht: „L'arbre mystérieur; songe d'un Suisse en 1817." – Mit S. 142 oder dem sechsten Kapitel beginnt von Lyon aus die Wanderung durch das südliche Frankreich Avignon, Vauclüse, Nimes (Colonia Augusta Nemausensis), Montpellier, Beziers, Narbonne, Carcassonne, Toulouse, Auch (Auscia), Tarbes, Pau, die Vaterstadt des berühmten Feldherrn Renau, des bon Henry (Heinrich IV), des gelehrten Bordeu und des jetzigen Königs von Schweden (Bernadotte), Bayonne (von Bay-ona, gutem Hafen), das Baskenland und das Thal von Ronceval. In den Hautes-Pyrénées nennt der Vf. als seine deutschen Vorgänger Ä Lüdemann, Hausmann und Pückler-Muskau. Er hätte auch, da es ihm weniger auf Specialquellen anzukommen scheint, füglich Millin ( Voyage au Midi de la France) und des Grafen Orloff's Voyage dans une partie de la France. Paris 1824 benutzen können. Der Vf. wünscht ausdrücklich durch einige geschichtliche ästhetische Notizen selbst durch historische Excurse belehrend zu unterhalten. Dies ist ihm vollkommen gelungen. Seine Skizze der Päpste zn Avignon S. 186 – 201, zwar auf ein gemischtes Publicum berechnet, und das Bild, welches er von Laura de Noves und dem unglücklichen Petrarca entwirft, gehören mit zu den gelungensten Theilen des Werkes. In Toulouse wird selbst im Innern der Häuser der Göttin Cloacina auf so extravagante Weise gehuldigt, dass man unwillkürlich an den bekannten Spruch erinnert wird:

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Dafür entschädigen Notizen über das Capitol und andere merkwürdige Localitäten und den langedokischen Dichter Goudouli, dem die gayo sencio mehr Ausbildung verdankt. Ueber den Letzten hätten wir gern noch mehr vernommen. Für deutsche Leser, zumal die wenigsten die Schriften von Salvandy und Jouy kennen, werden die Schilderungen des französischen Baskenlandes (Labourt, Wavarre, Soule und Mirte) seiner Bewohner, ihrer Eigenthümlichkeiten, ihrer schwer zu erforschenden Sprache und Herkunft, ihres Hauswesens und ihrer Sitten viel Anziehendes und selbst viel Unbekanntes darbieten. Im hohen Grade hat uns das letzte oder sechszehnte Kapitel dieses ersten Bandes S. 366 befriedigt. Es führt die Sagen und Dichtungen von Roland auf die Quellen zurück, mit Benutzung des erst im Jahre 1836 erschienenen Werkes Fauriel's Histoire de la Gaule méridionale sous la domination des conquégants germains. Ronceval war der Ort, wo die Merowinger und Carolinger ihren letzten Groll auskämpften. Die Darstellung der oft äusserst verwickelten Verhältnisse schliesst mit nachstehenden Worten: „Das unglückliche Geschlecht der Merowinger endete unter Ludwig XI. mit den eben so unglücklichen Grafen von Armagnac, ein Stamm, früher durch Helden ausgezeichnet und Besitzer der reizenden Vierthäler-Herrschaft in der Mitte der französischen Pyrenäen, aber in Johann W., der sich durch Hlutschänderische Verbindung mit seiner Schwester sahelle und durch den Undank und Treulosigkeit brandmarkte, so düster untergehend, als es sich in dem heidnischen Chlodwig, dem finstern Sigamber, auf den Thron Frankreichs und Deutschlands geschwungen."

sTATIsTIK.

BERN, b. Fischer u. Comp.: Staatshandbuch der schweizerischen Eidgenossenschaft für das Jahr 1837. Herausgegeben von Dr. C. Herzog, Prof. der Staatswissenschaften an der Hochschule in Bern. 1837. Ilu.419 S. gr.8. (1 Rthlr. 10gGr.)

Es liesse sich darüber streiten, ob der Herausgeber gerade einen günstigen Augenblick gewählt habe um das übrigens an sich nützliche Werk zusammenzutragen, da der Kampf der politischen Parteyen in der Schweiz leider, noch mit der grössten Erbitterung fortdauert, und in mehreren Kantonen nicht nur die Verfassung sondern auch selbst die Verwaltung von der organischen Vollendung noch weit entfernt sind, welche sie dereinst haben müssen. Dazu kommen die erst in der Berathungbegriffenen, die gesammte Eidgenossenschaft umfassenden Maassregeln über das Militärwesen u. dgl. m. Auf der andern Seite war es wünschenswerth die seit dem leten revolutionairen Umtrieben, so sehr veränderten Verfassungen und gleichzeitig Ä sonalbestand der gegooietigen Verwaltungsbehörden in einem Gesamrhtbilde kennen zu lernen. Diesen Zweck erfüllt das vorliegende Staatshandbuch.

AL LG. LITERATUR - ZEITUNG

Es wird dasselbe zur Kenntniss der inneren Verhältnisse der Schweiz das Seinige beitragen, Ob aber, wie der Vf. es wünscht die Nothwendig einer grössern Centralisation einzelner Verwaltungszweige darzuthun vermag, möchten wir fast bezweifeln; wenn wir nämlich überall das Wesen der schweizerischen Eidgenossenschaft und das dieselbe bildenden zwey und zwanzig souverainen Staaten richtig aufgefasst haben und sie von dem Standpunkte aus betrachten, der ihnen in dem europäischen Staatensystem sowohl durch den Pariser Frieden als durch den Wiener Congress angewiesen ward. Wir setzen übrigens voraus, dass dieses Staatshandbuch in Beziehung auf den Personalbestand nicht blos ein Abdruck des in den einzelnen Kantonen jährlich erscheinenden, sogenannten „Regimentsbüchli" ist; denn diese Regimentsbücher oder Kantonal-Staatshandbücher lassen, alle ohne Ausnahme, noch gar zu Viel zu wünschen übrig. Auch scheint es angemessen, dass in den folgenden Auflagen der Hr. Prof. Herzog sowohl bei der gesammten Eidgenossenschaft als auch bei den einzelnen Ständen eine Uebersicht der bezüglichen, staatsrechtlichen und statistischen Literatur gebe. Wir vermissen sie hier ungern; weil sie denjenigen, denen die Notizen des Staatshandbuches nicht genügen, die weitern zu Rathe zu ziehenden Quellen nachweisen würden. Die ersten 12 Seiten des Buches nehmen die Bundesbehörden und Beamteten der Schweizerischen Eidgenossenschaft für das Jahr 1837 ein, die übrigen sind den Verfassungen und den Behörden der einzelnen Kantone gewidmet. Bei den letzten vermissen wir zu oft die Vornamen der Mitglieder dieser zahlreichen Räthe, Behörden, Verwaltungen, Departements, Commissionen u. s. w. Dies ist aber ein sehr wichtiger Punkt in den einzelnen Kantonen, da, im Ganzen, die Verwaltung nur in den Händen weniger Familien sich befindet. Ohne Angabe der Vornamen sind Verwechselungen aller Art unvermeidlich. Wie wichtig es bleibt zu wissen welchem Ort der Beamte angehört, dies gehet daraus hervor, dass dieser Ort fast immer angegeben wird; doch giebt das zur Bezeichnung dieses durch die Kantonal-Verfassungen wichtig gewordenen Verhältnisses gebrauchte Wort , von "zu Namensverwechselungen Anlass und wir würden künftig lieber än dessen Stelle entweder die Wörter „aus" oder „zu" öder zio" wählen. So heisst es z. B. ganz unrichtig K. J. Güiguer, von Prangins; J. Herzog, von Effingen; A. von Effinger, von Wildegg; Göldlin, von Tieffenau; Meyer, von Schauensee; Pfyffer, von Heidegg; denn die hier cursiv gedr. Wörter sind die hézügliahen Beinamen der Familieh Guiger, Herzog, Efsinger, Göldlin, Meyer und Pfyffer und bezeichnen keinesweges die Orte in welchen sie das Gemeindebürgerrecht besitzen. Die vor*ngehenden ,," sind mithin ganz falsch und sinnentstellend; denn da z. B. -das bekannte Luzerner Patricier-Geschlecht Göldlin oon Tiefenau heisst, so dürfte nicht geschrieben werden Göldlin, von Tiefenau. Bei Neuenburg fehlen der Militär-Etat, das bedeutende 'Collège, die in - . . .

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staatsrechtlicher Beziehung wesentlichen vier Bourgeoisies von Neuchâtel, Valangin, Boudry und Landeron. Wenn die Ritter des sardinischen Ordens de St. Maurice et St. Lazare und der französischen Ehrenlegión angegeben werden, dann ist in der That nicht abzusehen, warum die übrigen Orden, mit welchen Schweizer decorirt sind, nicht auch bei den betreffenden Personen aufgeführt stehen. Unter den erwähnten Erziehungs- und Bildungsanstalten machen wir besonders aufmerksam auf die Hochschule in Zürich mit 30 Professoren, auch die Hochschule in Bern mit 44 Professoren, auf das Gymnasium und das Lyceum zu Luzern, auf das Jesuiter – Kollegium in Schwyz, auf das Jesuiter-Kollegium zu Freiburg, auf das Athenäum, das Gymnasium und das KarlsSeminar daselbst, auf die höhere Lehranstalt in Solothurn mit 16 Professoren und Lehrern, auf die alte

ehrwürdige Universität zu Basel (die alma Rauracorum universitas) mit 24 Professoren, das Pädagogium, das Gymnasium, die Realschule und die Allgemeine Töchterschule daselbst, auf das Collegium humanitatis mit 19 Professoren und das Gymnasium mit 13 Lehrern zu Schaffhausen, auf die Kantonalschulen zu St. Gallen und zu Aarau, auf die Académie, das Collège académique, die Ecoles normales pour les Instituteurs et Institutrices und die Ecole modèle zu Lausanne, auf das Collège zu Sitten im Kanton Wallis, endlich auch die Académie und le College zu Genf. Der Flächeninhalt der ganzen Schweiz ist zu 847 % Geviertmeilen angenommen. Nachstehende aus Seite 418 entlehnte Tabelle liefert eine Uebersicht der Bevölkerung der Schweiz nach den im Jahre 1837 dem Vorort amtlich gegebenen Verzeichnissen:

- - - - Kantonsbürger Bürger Einwohner Ka n t on e. und anderer Ausländer Total auf. Einer Angehörige | Kantone - Geviertmeile Zürich . . . . 217,219 7,991 6,366 | 23,576 | 7,236 Bern O s d s 381,200 13,954 4,846 400,000 2,312 Luzern . . . . . 120,512 3,383 626 | 124,521 | 3,431 Ury - - - - 12,948 537 34 13,519 866 Schwyz . . . . 39,326 I„128 I96 40,650 2,463 Unterwalden O. W. . I1,857 500 II. 12,368 Unterwalden N. W. . 9,804 388 II. 10,203 1,805 Glarus . . . . . 28,217 82 310 | 29,348 1,375 Zug . . . . . . 14, 193 1,09 I 10 15,322 | 2,727 Freyburg . . . 83,234 6,010 1,901 91,145 | 3,439 Sökothurn . . . . 59,214 3,274 708 63, 196 4,410 Basel-Stadttheil . . . 10,611 8,481 5,229 24,321 2 Basel-Landschaft . . .“ 35,990 3,952 1,61 41, 103 7,269 Schaffhausen . . - . 29,462 1,409 25 31,125 | 3,895 Appenzell A. Rh. . 38,701 1,838 481 41,080 7,271 Appenzell J. Rh. . Ed 9,671 89 3G 9,796 ) St. Gallen O e. (d 144,359 11,139 3,355 158,853 3,970 Graubündten . . . 84,670 2,412 I,424 88,506 632 Aargau . . . . 174,992 | 5,965 | 1,798 | 182,755 | 4,809 Thurgau . . . O 78,160 - 4,463 , 1,501 84,124 5,409 Tessin . . . . 110,45 299 | 3,179 113,923 2, 190 Waadt . . . . 164,686 | 14,931 | 3,965 | 183,582 | 2,622 Wallis O e. d 73,673 778 I,347 75,798 85 Neuenburg . . . . 40,868 14,534 3,214 | - 58,616 | 3,663 Genf • . • • • 38,156 | 8677 II,833 | 58,666 13,036 . . . . . . . 2,120,168 | 118,032 53,896 | 2,184,096: 2,575 ,

STAATS WISSENSCHAFTEN.

LeipziG, b. Baumgärtner: Ist es rathsam den Juden das volle Staatsbürgerrecht unbedingter Weise zu ertheilen? Ein staatswissenschaftliches Bedenken von einem Staatsgelehrten. 1838. 57 S. in 8. (4 gGr.) Warum hat der Staatsgelehrte, dessen der Titel gedenkt, seinen Namen verschwiegen? Ist es ihm

etwa unbekannt, dass wer den Beruf fühlt in einer wichtigen Angelegenheit öffentlich mitzusprechen auch die Pflicht hat, sich zu nennen? Der Nanne, den man führt und selbst das Amt, welches man bekleidet, verleihen oft beim grossen Publikum einem staatswissenschaftlichen Bedenken ein eigenthümliches Gewicht; ob gleich aus der Stellung, die Jemand in der bürgerlichen Gesellschaft einnimmt, sich nicht beurtheilen lässt: ob der Begutachter

h

auch die innere Befähigung besitzt, sich über j zum Staatsleben gehörenden Gegenstand zu jrn. Der Vf. des vorliegenden Bedenkens ist ostenbar ein vormaliger bayerscher Landstand. Dies ergiebt sich aus S.1,43 u. 47. Seine Ansicht von j Emancipation des Juden gehetin Wesentlichen Ähin, dass zwar den Juden, die Ertheilung des voljstäatsbürgerrechts nicht länger vorenthalt werj könne, ohne sich an den Principien der Staatsjssenschaft, der Lehre von der vollkommenen Einrichtung eines Staates, schwer zu versündigen; dass jches nicht unbedingter Weise geschehen dürfe, wenn man nicht dabei den eigentlichen Zweck jfehlen wolle, dieses unter uns wohnende fremde, ursprünglich asiatische Volk dergestalt zu nationalisirén, dass es keine feindliche Zwischenwand mehr jn uns trenne, wie solches bisher der Fall zu seijn und zu unserem Nachtheile gewesen sey. A!” diesen Worten gehet hervor, dass der anonyme Vf. Är ein Staatsgelehrter aber kein Schriftgelehrter ist; in welcher letzten Hinsicht wir ihn auf ein dieselbe Frage behandelndes höchst lehrreiches Werk jj Hn. Pastor Haas verweisen; welches wir kürzich in diesen Blättern angezeigt haben. Vollkonj recht hat er übrigens alle Künste der BeredÄmkeit zu verschmähen, und nur Gründe für seine Ansicht sprechen zu lassen; weil seine Ansicht dabei nicht, wie auf Ständeversammlungen, auf Ueberredung, sondern nur auf Ueberzeugung gerichtet sey. Wir befürchten indessen dass, die Sache einmäi aus dem höchsten Standpunkt betrachtet, man entweder nicht mit seiner Ansicht oder nicht. mit seinen Gründen einverstanden seyn wird. Seite 9 wird die Gültigkeit der Ansprüche unserer jüdischen Mitbürger auf vollen Genuss staatsbürgerlicher Rechjücklich anerkannt und zwar aus den beiden Principien eines vollkommnen Staatshaushaltes; dem dj Gleichheit aller Unterthanen rücksichtlich des Änusses staatsbürgerlicher Rechte und dem der Wegräumung aller Hindernisse eines ruhige und glücklichen Zusammenlebens der Menschen im Staae. So vollkommen wir mit dieser Ansicht uns einverstanden erklären müssen, desto mehr hat es uns überrascht, im Widerspruche mit derselben: S. 15 zu lesen, dass die Emancipation der Juden dennoch erst von nachstehenden Bedingungen abhängig gemacht werden müsse. Sie sollen die mosaischen speiseverbote, das Verbot der Verehelichung mit jern Glaubensgenossen aufheben, drittens. die Verlegung des Ruhetages von dem letzten Wochetag auf den ersten bewirken und viertens endlich ih

–ren Gottesdienst in deutscher Sprache abhalten; den Unterricht in hebräischer und judendeutscher Sprache aus ihren Schulen verbannen und das §Ä jener nur zukünftigen Geistlichen überlassen. Wie ganz unwesentlich diese Bedingungen sind, wird jeder eingestehen müssen, der mit dem Gegenstand vertraut ist; was leider, nur sehr wenige christliche Staatsmänner sind. Indem wir nun den Leser auf den interessanten Inhalt der vorliegenden Schrift selbst verweisen, möchten wir dem Vf. an den Ausspruch eines bekannten Dichters erinnern:

„nichts halb zu thun ist edler Geister Art!"

Also lieber gar keine Emancipation als eine halbe. Die letzte kann zu Nichts helfen, vielmehr verschlimmert sie nur die Lage der Sache. Man zögere nur nicht länger mit der unbedingten Gleichstellung der Juden mit den Christen in Beziehung auf Rechte und Pflichten; dann wird sich das Uebrige schon von selbst finden. Zum Beweise führen wir Frankreich Ä die Niederlande an und berufen uns auf Schiller's WOrte:

„Alles Menschliche muss erst werden und wachsen und
- - reifen, -
Und von Gestalt zu Gestalt führt es die bildende zeit"

die der Vf. selbst als Motto seiner Schrift vorgesetzt hat. Auch dem Rec. erscheint es unbegreiflich, wie man in einem gewissen S. 54 angedeuteten Staate, wo bisher so viele Intelligenz herrschte, der Einführung des Gottesdienstes in deutscher Sprache und mit Gesängen seinen Schütz verweigerte, und den Juden die Confirmationshandlung oder feierliche Aufnahme der Herangewachsenen in die kirchliche Gemeinde auf Antrag veralteter Rabbiner untersagen konnte. Auch wir halten es für einen staatswissenschaftlichen Missgriff und der begonnenen Verbreitung des religiösen Lichtes unter den Juden höchst nachtheilig, dass man sich jüngsthin bemühete, eine der christlichen ähnliche Hierarchie auch bei den Juden durch Anwendung von General - Synoden und Consistorien einzuführen. Als Anhang zu der durch Papier und Druck gleich ausgezeichneten kleinern Schrift befindet sich die Ankündigung einer bei dem Verleger erscheinenden Allgemeinen Zeitung des Judenthums. Dieses Unternehmen, von dem israelitischen Prediger in Magdeburg Dr. Ludwig Philippson redigirt, ist ein Äe Organ für alles jüdische Interesse in Betreff von Politik, Religion, Literatur, Geschichte, Sprachkunde und Belletristik. Der Jahrgang kostet nur 2 Rthlr. 12 gGr.

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