Abbildungen der Seite
PDF

daß hierauf nur der Reichstag Einfluß nehmen konnte. Der Reichstag hat die Ungarn nicht ins Land gerufen, und kann sie eben so wenig hinaus dekretiren. Der ungarische Reichstag hat uns die Anzeige gemacht, daß er dem ungarischen Heere den Befehl ertheilt, Eure Ercellenz zu verfolgen, wohin Sie sich auch wenden mögen, und erst dann Halt zu machen, wenn Euere Excellenz entwaffnet wären. Der Reichstag wiederholt daher, daß er kein anderes Mittel des Friedens kennt, als daß Euer Excellenz mit Ihren Truppen sogleich den Rückzug in die Heimat antreten, und der gesetzlich bewaffneten Volkswehr der Umgebungen Wiens die Waffen zurückstellen. Geschieht dieß, dann kann der Reichstag mit Berufung auf die Sr. Majestat vorgetragenen Friedensvorschläge, auch die ungarische Armee zum Stillstand auffordern. Mit dieser Erklärung hat der Reichstag Alles gethan, was er thun konnte. Wird die von ihm ausgesprochene Bedingung nicht erfüllt, dann endet seine Friedensmacht, und es beginnt die Macht des Verhängnisses der unmittelbaren Schlacht mit den Ungarn, deren Folgen diejenigen erwägen und verantworten müssen, welche diesen Zustand veranlaßt haben.“ Wien, den 14. October 1848. Im Namen des Reichstages. Vom Reichstags-Ausschusse. Dr. Fischhof, m. p. Obmann. Fr. Schuselka, m. p. Schriftführer.“ In der Nachmittags-Sitzung des constituirenden Reichstages am 14. Oct. schritt über Aufforderung des Präsidenten der Abgeordnete Schuselka als Berichterstatter des permanenten Reichstags-Sicherheits-Ausschusses zur Erstattung der Berichte, wie folgt: 1) Er verlas eine Zuschrift der Nationalgarde von Steier vom 11. Oct., welche sich unter Dankesäußerungen über das von dem Reichstage zur Wahrung der Errungenschaften bis jetzt Veranlaßte zur Verfügung des Reichstages stellt. „Hoher Reichstag! Durch den Erlaß des hohen Reichstages vom 7. d. M. wurde das Wohl und die Freiheit des Vaterlandes, die Unverletzlichkeit des constitutionellen Thrones und des Reichstages unter den Schutz der Nationalgarde gestellt. Die gefertigte Nationalgarde erkennt übereinstimmend mit dem hohen Reichstage die Gefahr, die den ruhmvollen Errungenschaften des Volkes droht, sie kennt aber auch ihre Pflicht, und hört mit unerschrockenem Herzen den Ruf des Vaterlandes. Sie ist bereit, einig und kräftig, die Freiheit des Vaterlandes, seiner Vertreter und des constitutionellen Thrones zu schützen, und stellt sich im Sinne des oben angeführten Erlasses, unter Aeußerung des Dankes und Vertrauens, dem hohen Reichstag zur Verfügung. Steier, den 11. October 1848. Die Nationalgarde von Steier, Schoenthan, m. p. Command.“ (Folgen die Unterschriften von mehreren Garden.) 2) Eine Zuschrift der Nationalgarde von Troppau vom 13. October d. J. im gleichem Sinne.

[ocr errors][ocr errors]
[ocr errors][merged small]
[ocr errors]
[ocr errors]
« ZurückWeiter »