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„Liebe Wiener! So eben ist wieder eine neue Deputation aus Gratz angekommen, um die noch immer verzögerte Absetzung Wickenburgs zu bewirken.“ „Nach ihren Mittheilungen hat Graf Wickenburg die an ihn Montag und Dinstag vom Ministerium erlassenen telegraphischen Depeschen, in welchen die Ankunft Jella éi é's, und die für Wien drohende Gefahr berichtet, und die dortige Nationalgarde auf ihre Anfrage aufgefordert wurde, hierher zu kom

*) Welcher Wiener erinnert sich nicht, auf welch großartige Weise die 800 Brünner Garden, welche der Wiener Nationalgarde eine Fahne überbracht haben, in Wien am 30. Juli 1848, empfangen worden sind! – – –

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getragene Notiz über den würdigen General, für den letzten Theil dieser Schrift berichtiget würde. Dr,

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Ein von Wessely beantragtes Plakat an die Bewohner Wiens über die Stellung der Sicherheitswache wurde genehmiget.

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an greifen lassen dürfe, welches auch mit dem Antrage Braun's angenommen wurde, 10 Uhr Nachts. Messenhauser wurde, wie bereits berichtet, zum OberCommandanten gewählt, und zwar zum zweitenmale. Spät Abends erschien eine Deputation des Gemeinderathes in der Permanenz des Verwaltungsrathes beim Ober-Commando, mit dem Ersuchen, allsogleich einen Ober-Commandanten zu wählen. Da die Permanenz mit dem gerade anwesenden Vice-Präsidenten Dr. Bauer sich berieth, und der Deputation erklärte, daß es für die Permanenz zu viel gewagt wäre, daß dieselbe am nächsten Morgen die sämmtlichen Vertreter einberufen wolle, und dann eine Wahl treffen würde, mit Zuziehung der Bürger, Studenten und akademischen Legion, da nahm Bernbrunn als Sprecher der Deputation das Wort, schilderte die Umstände wie sie waren, und ohne Ober-Commandanten werden könnten, und bath sogar wenigstens nur für die Tage der Gefahr – am Ende nur für diese Nacht einen Ober-Commandanten zu wählen, in welches letztere Verlangen die Permanenz unter der Bedingung willigte, daß das Studenten-Comitee davon benachrichtiget werden und mitwählen müsse. Das Studenten-Comitee sendete folgende Herren: Gunster, Fränkel, Döhler, Passek, Bondi und Heller*), welche mit einer Vollmacht versehen sich mit der Permanenz des Verwaltungsrathes vereinigten um zu wählen, und den schon einmal zum Ober-Commandanten ernannten Messenhauser aufs neue vorschlugen, gegen welche Wahl wohl die Permanenz-Mitglieder größtentheils protestirten, der aber nach geschehener Wahl dennoch die meisten Stimmen erhielt, und Obercommandant der Nationalgarde geworden, von da in die Verwaltungsraths-Permanen, und von dieser in die ReichstagsPermanenz gerufen, und auch anerkannt wurde. An direkten und indirekten Versuchen, den Gemeinderath zur Theilnahme an den Umtrieben der Umsturzpartei zu vermögen, wenn nicht zu verlocken, hat es nicht gefehlt. Zu der erstern Gattung ist unbedingt folgende vorerwähnte Zuschrift zu rechnen. „An den löblichen Gemeinderath der Stadt Wien. Da der heute ernannte Commandant der Nationalgarde, Herr Spitzhitl, die Stelle nicht aunehmen will, und es äußerst nöthig ist, daß die Nationalgarde in diesem Augenblicke nicht ohne Führer sey, so ertheilt hiermit der Reichstags-Ausschuß an den löblichen Gemeinderath den Befehl, daß die Commandanten-Stelle durch einen würdigen, das Vertrauen der Garde besitzenden Mann besetzt werde. Wien, 12, October 1848. Vom Reichstags-Ausschusse, Fischhof, m.p, Obmann. Füster, m.p. Schriftführer.“

*) Solche brachten dem Spitzhitl das Mißtrauensvotum? –

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