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nommen sind, von welchem auch Sextus Empiricus adv. Mathem. VI, 17 ein längeres Bruchstück aufbewahrt hat. Jedenfalls gehört dieser Vers nach der Färbung der Rede zu schliessen eher dem Euripides, als irgend einem anderen tragischen Dichter an. Aeschylus schrieb zwar auch einen Laius, der jedoch nicht die Liebe des Laius zum Chrysippus, sondern vielmehr das verhängnissvolle Schicksal des Oedipus bei seiner Geburt (man vergl. die Fragmente beim Schol. Aristoph. Vesp. v. 288 und Harpocrat. v. Maxtäusv) zum Gegenstande hatte. – Ueber die beiden Verse, welche Plutarch p. 8 mit folgenden Worten einleitet: Axoöstg Öé ttvog tgaytzoü yauérov Méyovrog tgóg tjv yvvaixa Mosig“ Ayd öé ööog utojoouat ztgóg zégóog Äxtov tjv Zujvátuay,

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repeti iussit. Mihi kamen libellus multis adhuc erroribus maculari videbatur, quae ut potui corrigere studebam. Unter dem Stallbaumschen Texte stehen die Warr. der edd. princc. und dreier Mss. Paris. (A. B. C), aus cod. C. kleine Scholien, die zuweilen nützlich für die Erklärung sind, ferner viele Conjecturen und kleinere Bemerkungen von Valckenaer, welche der Vf. in einem auf der Leidner Bibliothek bewahrten Exemplar von Gale's Opuscula Myth. et Phys. gefunden. Dicser Apparat (ob er dic Warr. der Pariser Mss. einer eignen Collation verdankt, und welcher, ist nicht gesagt) ist sorgfältig geordnet, in den Noten Valckenaer's, ist manches Förderliche, des Vfs. eigne Verbesserungen sind unter dem Text kurz angegeben, in den Noten weiter gerechtfertigt. Aber einen Mangel hat diese Ausgabe, einen recht grossen Mangel, nämlich, dass der Vf, den von Bekker aus 10 Mss. gesammelten Varianten-Apparat (Comment. crit. in Plat. Tom. II. p. 260 – 268) gar nicht berücksichtigt hat, ja gar nicht gekannt zu haben scheint. Nicht einmal die Lesarten des Bekkerschen Textes werden angeführt, sondern nur die der Ausgaben von Ast und Stallbaum, welche in den meisten Fällen Bekker gefolgt sind. Daraus erwächst nun für den, der sich dieser neuen Ausgabe bedienen möchte, der Uebelstand, dass man niemals weiss, wie sich die vom Vf. aus seinen Codd. A. B. C bemerkten Varianten verhalten, und der Vf, seinerseits würde sowohl bei eignen Aenderungen als bei Beurtheilung der Abweichungen, welche er bei Ast und Stallbaum fand, einen ganz andern Standpunkt gehabt haben, da er jetzt die letzteren für willkürliche halten musste und auch wirklich dafür gehalten zu haben scheint. Wir wollen eine Uebersicht der von Bekker und der voll Hn. de Gelder verglichenen Mss. geben, so wird sich über das Versäumte sowohl als über das Neue dieser Ausgabe leicht urtheilen lassen: Paris. 1808 bei Bekleer B 1809 1810 1815 1823 963 Venet. 184 Vatic. 225 Angelicus Monac. 324 Vindob. 32 – Also zwei Mss. haben beide gemeinsam; eins (Paris. 963) hat Hr. de Gelder mehr als Bekker; acht hat

- bei de Gelder B

Bekker mehr als de Gelder. – Es bedarf kaum noch der Beispiele, um die üblen Folgen dieses Versäumnisses zu bemerken; doch wollen wir einige beifügen: cap. 1. p. 2 de Gelder d'éztóusváts zu ovvatta sig äváyxav äváyeoGat. Dazu die Note: Stallb. et Astius participium övra addunk. Non opus est. Aber Bekker hat dieses övta mit gutem Grunde aus Vindob.; Paris 1808 und 1809; Angel. aufgenommen. – P. 5 á).?' oö yóg täya ?otiv öguöv ?zt. pôogóv yevváuarog x«A) otto. Unten: Stallb. et Astius Zotiv öouá, und in den Anmerkungen p. 58 Miror adeo Stallbaumium et Astium pro infinitivo öguäv substantivum öouá scribentes. Bekker hat öguá aus denselben 4 codd. aufgenommen. – P. 8 xa3' äy Öé etc. Sic scripsimus e coniectura Stephani, Stallb. et Astio probata. Für diese war es keineswegs Conjectur, sondern die Lesart der codd. Venet. Vindob. Paris 1808. 1809. 1810. – So in sehr vielen Fällen, wie denn auch der oft sehr zweckmässigen Aenderungen des Vfs. gewiss mehrere geworden wären, wenn er jene Sammlung benutzt hätte. – Von diesen Aenderungen bemerken wir nur eine, die beträchtlichste, welche uns sehr angebracht scheint. P. 11 nämlieh hat er aus den edd. princc. ein Diagramm der harmonischen Proportionen wieder in den Text gesetzt, nach welchem die Bildung der Weltseele im Platonischen Timäos zu berechnen ist (vgl. Boeckh in Daub und Creuzer Studien III. S. 76 ff.), und nach welchem sie der Vf. des Timaeus Locr. sicher berechnet hat; wodurch sich zugleich die Wiederholung der Totalsumme sämmtlicher in ihr enthaltenen Zahlen (114695) passend erklärt. Die Mss. lassen dieses Diagramm gewöhnlich aus, dagegen findet es sich auch in den edd. princc. des Platonischen Timäos, und dass es das echt Platonische Sey, erkennt auch Böckh an a. a. O. S. 78. Ja der Vf, macht sogar aus Nicomachus Gerasen. (Harm. Man. Lib. 1. p. 24 Meibom) und Proclus (in Tim. p. 197) wahrscheinlich, dass dieser Schriftsteller es beim Timaeos Locros schon vorgefunden, so dass an der Richtigkeit dieser Aenderung wohl kein Zweifel seyn kann. Wir werden auf dieses Diagramm im Folgenden zurückgeführt werden. 2) Erklärende Anmerkungen. Der Vf, zeigt sich in ihnen besonders als geübten Kenner der griechischen Mathematik, Harmonik u. s. w. Er hat früher

(Lugd. Bat. 1827) den Theo Smyrn. de Arithmetica

herausgegeben (die arithmetische Abtheilung der von Bullialdus Paris 1644 edirten expositio eorum, quae in Mathematicis ad Platonis lectionem utilia sunt),

auf welches Werk er wiederholt verweist; p. 82 ist auch ein früher schon von Gale (Add. not. in Parthen. Erot. cap. XVI. p. 149) herausgegebenes, neuerdings von Waele Sched. Crit. p. 7 behandeltes Fragment des Alexander Aetolus (Waeke erklärt es für ein Fragment des Al. Ephesius. Der Vf, behauptet, es sey vom Aetolus, s. S. 133) aus dem bis jetzt nur handschriftlich zu benutzenden Theo Smyrn. de Astronomia mitgetheilt, welches der Vf, wie er sagt, herausgeben würde (cf Prooem. ad Theon. Smyrn. Arith. p. 36Not. 4 und Annot. p. 111), wenn er nicht hoffte, dass sein Lehrer Balke dieses Geschäft übernehmen würde. – Mathematische Auseinandersetzungen nun sind besonders p. 68 sq. die über Tim. p. 35 B, woraus Tim. Locr.cap. IV; – p. 74 sqq. die Erklärung des schon berührten Diagramms; p. 79 sqq. über Tim. p. 36 D und das danach gearbeitete cap. V. bei Tim. L0cr., von den entgegengesetzten Bewegungen des Fixsternenhimmels und des Zodiacus mit den Planetenbahnen, vgl. Böckh in Daub und Creuzer Stud. III. S. 25 ff, worauf der Vf. wohl hätte verweisen sollen; – p. 95 über Tim. p. 53 C sqq., wonach Tim. L0er. cap. VIII, Zurückführung der Elementarkörper auf stereometrische Figuren. – Bei diesen Erörterungen sowohl, wie überhaupt, hat sich der Vf, mit Recht zur Hauptsache gemacht, die jedesmal entsprechenden Stellen aus dem Platonischen Timäos anzuführen. Ausserdem sind die Abweichungen des Timaeos Locros von seinem Originale in Lehre sowohl als Sprachgebrauch ziemlich fleissig angemerkt, meistens mit Berufung auf Tennemann System d. Platon. Philos. I. S. 100 f., vielleicht zu sehr mit Beruhigung bei den Beobachtungen Tennemanns, da namentlich für die genauere Analyse des Sprachgebrauchs im Tim. Locr. noch Manches zu thun gewesen, um für die Zeit, wo diese Schrift ins Publikum getreten seyn möchte, daraus bestimmtere Andeutungen zu suchen gewesen wären. 3) Allgemeine Ansicht über Entstehung und Absicht der Schrift. Wir wollen uns auf diesen Punkt, als den interessantesten, ausführlicher einlassen. Der Vf, sagt mit Recht, davon, dass Plato diesen Tim. Locr. gekannt habe, könne nicht mehr die Rede seyn. Bardili hatte es zuletzt behauptet, Epoch. der vorzügl. philos. Begriffe S. 165 ff., gegen den Tennemann, System d. Platon. Philos. I. S. 93 f. die von Meiners zuerst ausgesprochene Ansicht, dass der Tom. Locr. untergeschoben sey, am gründlichsten von Allen, die darüber gehandelt, geltend gemacht hat.

C Der Beschluss folgt.)

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Doch Tennemann (S. 105) glaubt noch, dass, wenn unser Tim. Locr. auch unecht sey, es doch eine Schrift von dem Pythagorecr vor Plato gegeben habe, was er aus Simpl. in Arist. Phys. föl. 3 folgert; wogegen Böckh de Plat. corp. mund. fabrica p. XXIX sqq. auch diese letzte Wirkung des literarischen Betruges, welchem wir den grössten Theil der Pythagoreischen Literatur verdanken, aus dem Wege geräumt hat; vgl. Ast Platon's Leben und Schriften S. 370 f. – Der Vf. nun bespricht die Frage praef p. III sqq., äussere und innere Gründe für die Unechtheit unterscheidend, denen wir folgen wollen. a) Stellen, wo Tim. Locr. citirt wird. Es sind ausser den Neu-Platonikern (Jamblich, Syrian, Simplicius, Proclus) Clemens Alexandrinus Strom. V. p.718 Pott., der gewöhnlich als der erste, welcher ihn citirt, genannt wird. (Nach ihm zunächst Eusebius Praep. Evang. XIII. p. 681 D und Theodoret. Therapeut. II. p. 36.) Inzwischen ist hier wohl Tuaog 5 Moxgöç Zv to qvou« ovyygäu“att genannt, aber die angezogenen Worte: ulu ä0záx. 7. . finden sich in unserm Tim. Locr. keineswegs wieder, so dass entweder anzunehmen wäre, Clemens habe aus dem Gedächtnisse citirt und nur den allgemeinen Inhalt geben wollen, oder was mir wahrscheinlicher ist, denn unser Tim. Locr. fängt gleich damit an, dass öéo atlat scyen, und bemerkt hernach cap. II. init. (vgl. die Anm. des Vfs.) blos, dass der voüg 'mächtigersey als das entgegengesetzte Princip und deshalb zugleich der Demiurg), dass er eine andere Schrift desselben Anspruches, vom Tim. Locr. zu seyn, vor Ergänz. Bl. zur A. L. Z. 1840.

sich gehabt habe. Ausser diesen Citaten sucht der Vf, nun aber noch frühere Berücksichtigungen des Buches nachzuweisen: 1) Plin. Hist. Nat. II, 18 vgl. Annot. p. 86. Tim. Locr. spricht vom Morgenstern (pwopó90g) und gebraucht von diesem sowohl den Namen des Sternes der Venus als den der Juno. Dieser letztere nun findet sich erst beim Ps. Aristot. de Mundo cap. 2 und dann beim Plin. 1. l., welcher sagt: Itaque in magn0 nominum ambitu est. Alii enim Iunonis, alii enim Iridis, alii Matris Deum appellavere. Huius natura cuncta generantur in terris. Namque in alterutroerortu genitali rore conspergens, non terrae modo conceptus implet, verum animantium quoque omnium stimulat: signifer, autem ambitum peragit trecentis et duodequinquagenis diebus, absole numquam absistens partibus ser atque quadraginta longius, ut Tima e 0 placet. Der Platonische Timäos kann hier freilich nicht gemeint seyn; aber wohl auch unser Tim. Locr. nicht, da hier blos dieses zutrifft, dass der Venus - Stern zugleich Juno – Stern genannt wird, worauf doch beim Plinius die Worte ut Timaeo placet nicht gehen können; man müsste ihn denn einer so grossen Confusion beschuldigen, dass die Stelle überhaupt unbrauchbar würde. Man würde auch hier an einen zweiten Pseudo-Timaeus denken können; doch bedarf es kaum überhaupt der Annahme einer Schrift; Plinius kann die Angabe auch durch Ueberlieferung haben; oder endlich, es kann auch ein anderer Timaeus gemeint seyn, etwa Timaeus Mathematicus, vgl. Goeller de situ et orig. Syracus. p. 202. 2) Wicomach. Gerasen. Lib. I. p. 24 Meibom, wo Tim. L0cr. bestimmt angeführt wird, und zwar mit Rücksicht auf das besprochene Diagramm, und mit dem Zusatze ö Aoxgög Tualog, i ca II ärov tagmxooöGyoe». Nicomachus war Zeitgenosse des Ptolemäus (s. Meibom vor dem Manuale, und Fabr. Bibl. Gr. V. p. 629sqq. Harles), lebte also etwa 150 v. Chr. Um diese Zeit also sah man in dem Timaeus Locrus schon das VorMI

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