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als warmer Vertheidiger der Reform der Universitäten, indem er den Vorschlägen Broughams und Brighams das Wort redet und Head belobt um seiner sensible remarks on the monkish course of study pursued in our dim-sighted ancient universities. Diesen Gegenstand verfolgt er auch in dem ersten Capitel über den Einfluss der Erziehung auf die Gesundheit. Im zweiten Capitel sucht er zu beweisen, dass der Werth des Lebens in der Hauptstadt, welche die Lenker und Leiter des Volks enthält, grösser seyn müsse, als im übrigen Lande. Im dritten Capitel handelt er von der physischen Constitution der Bewohner Londons, vergleicht die verschiedenen Lebensalter und Volksclassen in Beziehung auf Gesundheit. Das vierte Capitel handelt von der Lebensdauer in London mit kritischer Berücksichtigung der vorhandenen Schriften; er vergleicht die Lebensdauer in verschiedenen Jahrhunderten, die der Bewohner Londons mit der der Bewohner des übrigen Englands und der grossen Städte des Continents. Das fünfte Capitel ist speciell den herrschenden Krankheiten, der Geschichte und dem Gange der Epidemien gewidmet. Das sechste betrachtet den Einfluss der Grösse, der Lage, der Bauart von London. Das siebente das Clima und die atmosphärischen Einflüsse. Das achte die Bevölkerung Londons. Das neunte speciell den Einfluss der Bauart und der Strassen. Das zehnte Schlachthäuser, Fabriken, Kirchhöfe. Das eilste das Trinkwasser. Das zwölfte von den Nahrungsmitteln. Das dreizehnte vom Genuss der spirituösen Getränke. Das vierzehnte und funfzehnte von Sitten, Gewohnheiten, Verfeinerung und Luxus, von der Quacksalberei. Das Sechszehnte von den Lebensversicherungen. Die drei folgenden Schriften setzen eine Reihe von Schriften fort, welche seit der Eroberung Algiers in Frankreich erschienen sind, und von denen wir früher schon Anzeigen lieferten. Nr. 7. Der Vf., IIr. Baudens, ist von der Eroberung Algiers bis zur Einnahme von Constantine als Wundarzt in Afrika gewesen. Er liefert hier eine Darstellung seiner Beobachtungen im Feldzuge gegen Constantine. Der Feldzug wurde unter ungünstigen Auspicien begonnen, Bona war mit Kranken überfüllt, die Hospitäler waren, wie immer nach dem Vs, unreinlich, Dysenterien herrschten und ein Regiment hatte die Cholera eingeschleppt. Der Vf, beschreibt die Lage von Bona, seine Gräben und Sümpfe, die Quelle von Miasmen, welche bösartige Wechselfieber erzeugen, besonders nach der Regenzeit; im Juni

reicht oft ein Aufenthalt von vier und zwanzig Stunden für den Menschen hin, um vom Miasma inficirt zu werden, das Fieber bricht aber gewöhnlich erst nach einigen Tagen, oft nach der Abreise von Bona aus. Der Vf, verwirft absolut die Behandlung der französischen Aerzte in Algier durch Aderlässe (was wir immer als einen grossen Missgriff zu betrachten geneigt waren), ein Emeticum und gleich darauf Chinin zeigte sich am vortheilhaftesten (und so im Allgemeinen auch bei uns); er behauptet, man müsse um so mehr Chinin geben, je mehr Miasma aufgenommen, je stärker die Vergiftung war; es müssen dort oft in 24 Stunden 50 bis 80 Gran Chinin gegeben werden (während bei uns oft 8 hinreichen). In heftigen bösartigen Fiebern tritt oft locale Gangrän ein, und es bleiben Verstümmelungen nach der Heilung zurück. Ueber die Entwickelung und Fortleitung der Miasmen, den Schutz der Städte durch Berge und künstliche Dämme theilt der Vf. Beobachtungen mit, die das aus andern Ländern Bekannte bestätigen. Der Vf, findet den Genuss des Branntweins in jenen Ländern ganz vorzüglich verderblich, und will Cassee an seine Stelle setzen. Der Vf, beschreibt dann die Einnahme Von Constantine und die dabei vorgekommenen Verwundungen. Die Cholera wurde durch ein Regiment nach Bona und von da nach Constantine verbreitet. Nr. 8. Der Vf, ein Arzt des 55. Regiments, welches allein 1800 Mann in Afrika verlor, macht auf die Ursachen der grossen Sterblichkeit, und die Mittel sie zu verhüten, aufmerksam. Die wesentliche Ursache der endemischen Krankheiten liegt in den Sümpfen, das Hauptmittel die Regentschaft gesund zu machen besteht in ihrer Austrocknung und der Herstellung der Canäle; die Kosten sind aber so immens, dass man so bald daran nicht denken kann. Ausserdem macht der Vf, aber auch auf nothwendige Verbesserungen im Lagerungsmaterial, der Bekleidung und Ernährung der Soldaten aufmerksam. Nr. 9. Hr. Worms liefert eine der besten und erfahrungsreichsten Abhandlungen über die Krankheiten der Armee in Afrika. Wie viele seiner Collegen, so muss auch er einen grossen Theil der Sterblichkeit auf Rechnung des Leichtsinns und der Nachlässigkeit der französischen Armee schieben. 2, Les documens officiels, publiés par le gouvernement, établissent que depuis l'occupation de l'Algérie, sur un effectif total de 204,397 hommes, on compte 16,482 décédés et 224,822 entrés dans les hópitau.r; j'ai en vain consulté, pour m'erpliquer des résultats aussi tristes, les données ne pouvaient me fournir, relativement à l'insalubrité du

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63 ERGÄNZUNG S BLÄTTER Num. 8. JANUAR 1840.

climat, les relations écrites et la mémoire des habitas idigènes. Wilestures, " la population afrijejremblait sous eur, n'étaient visités par des jjtés semblables; et en derniere analyse, il m'a fallu attribuer dans ces désastres une part fort grande à l'omission des plus simples lois e hygiene et à l'incertitude des bases do rait ejent. Trotz des längeren Aufenthaltes des Vfs. in Bona sucht man indessen vergebens auch nur nach den geringsten meteorologischen Beobachtungen. Äuch der Vf. sieht in der Wiederherstellung der alten römischen Canäle, oder der Anlage neuer das einzig sichere Mittel das Land gesund zu machen; auch er sucht neben den Sumpfausdünstungen und neben der Hitze eine Hauptquelle der Krankheiten in dem Genuss der spirituösen Getränke ; auch der Vf, findet den Cafe, sehr wohlthätig, er ist das allgemeine Getränk der Türken im Lande; zum Kriegführen taugen seiner Meinung nach nur die Monate Wo und Juni. Merkwürdig ist die Erzählung, Wo der Vf, von seinen im Walde Gjace (unter Brotssais) geschöpften verkehrten Ansichten nur allmälig geheilt wurde, wie das Unglück, welches er und seine Collegen mit ihren Aderlässe. und Blutigeln Jahre lang anrichteten, sie allmälig auf die bewährte Behandlung der älteren Aerzte durch Brechmittel und Chinin zurückführte; die Geschichte - - - tiV genug.

St. Ä Äropographie von Assam, obgleich von einem Arzte verfasst, enthält neben wichtigeren Beiträgen zur Anthropologo doch nur wenig über enjejhe Krankheiten. Assam begreift nach dem Vf das Thal des Bramaputra mit seinen benachbarten Gebirgen. Das Thal ist von indus bewohnt, die Gebirge von verschiedenen Völkern, deren, wenn auch kurze, Beschreibung verdienstlich ist; eben so auch die mitgetheilte Vergleichung einiger älteren inländischen Älphabete mit dem bekannten Bionano jen. Die Gesammtbevölkerung soll nur 7.9,59 betragen. Die Produkte aller drei Reihe sind sehr jejend, grossen Vortheil verspricht besonders Nutzholz vieler Bäume und der neuerlich in grosser Menge wild gesundene Theebaum , der den chinesischjersetzen zu können, scheint; auch der j wächst in Menge wild (bekanntlich vÄoburgh, Hallich und ght auch in Vorderindien gefunäen, der letztere führt 4 wenig von einander verschiedene Species oder Varietäten der Coffea arabica auf). Das Clima von Assam ist gut; lange nicht so heiss, als in Bengalen und nicht so kal: Ä Oberindien, sehr gleichmässig; Stürme und Erdbeben indessen häufig, am nachtheiligsten sind die häufigen und grossen Üeberschwemmungen. „Den sehr üblen Ruf der Ungesundheit, den Assam hat, verdient es nicht; Unvorsichtigkeit und Unkenntnis, des Landes jaben nur in den ersten Jahren nach der Eroberung eine grosse Sterblichkeit verursacht. Po Hauptquelle der Krankheiten ist die Malaria oder das Miasja von zersetzten Vegetabilien; über die Verbreitung derselben bestätigen die Beobachtungen des Vfs. das auch sonst schon Bekannte; die Hauptquelle dersel

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64 ben sind die Menge Sümpfe und Jungles in dem dünn. bewohnten Lande, dann die Ueberschwemmungen, der Reissbau, die in der Nähe der Wohnungen unterhaltenen Teiche und Schöpfbrunnen, die dumpfen. nicht gehörig gelüfteten Wohnungen, und die häufigen Ruinen (die weissen Ameisen ruiniren eine Menge Häuser). Zur Aufnahme des Miasma's wird der Mensch disponirt vorzüglich durch Mangel an guten Nahrungsmitteln, Genuss fauler Fische, Gebrauch der Holzasche anstatt des Salzes, Genuss von unreinem Wasser, nachlässiges Baden, die Gewohnheit Kranke an die Ufer der Flüsse zu setzen. Die herrschenden Krankheiten sind: Cholera, Skorbut und vorzüglich bösartige Wechselfieber. Nr. 1 1. Hr. Bonnet, bekannt durch seine Preisschriften über die Krankheiten der Leber und über Wechselfieber, nimmt aus dem Streite über die Contagiosität der Cholera Veranlassung, die herrschenden Begriffsbestimmungen in der Lehre von den epidemischen Krankheiten zu erörtern, wie solches auch in Deutschland häufig genug geschehen ist. Er lässt sich indessen nur in etwas nähere Betrachtung der Fortpflanzungsart der Cholera, der Pest und des gelben Fiebers in neuern Zeiten ein. Ein Gegenstand, den der Vf, in der Einleitung nur kurz berührt, verdiente allerdings eine tüchtige Bearbeitung, nämlich eine historische Darstellung der allmäligen Entwickelung jener Begriffe während des Auftretens der verschiedenen Epidemien im Laufe der Zeiten. Nr. i2. Die Influenza des Jahres 1837, welche nach sehr auffallenden Witterungserscheinungen als eine europäische auftrat, unterscheidet sich in ihrer Verbreitungsart sehr auffallend von der sogenannten Russischen. Die Geschichtschreiber der Influenzen

haben uns noch durchaus keine genügende Darstel

lung derselben geliefert, weil sie zu nachlässig distinguirt haben (von andern Dingen zu schweige); denn wenn man nach der beliebten Mode, alle Catarrhe ohne Unterschied zu Influenzen macht, so muss das Wesentlichste und Wichtigste der einzelnen Formen aus dem Auge verloren werden, und es giebt kcin Jahr. Welchen nicht eine geherrscht hätte, man muss unterscheiden 1) Erdinflüenzen, d. h. die soge-oto Russischen, deren sogar viele uns nicht mit Sicherheit bekannt sind; 2) beschränktere, wie z. B. eboo die europäische von 1837; 3) noch mehr j Äute; dann kann man auf die Ursachen und die Ä der Ä die Untersuchung mit Ullell auSdelunen. Der Vf. gi - - Stellung der Krankheit Ä Dar - --- , irmingham beohtete, die er indessen etwas einsj einem Nervenfieber macht. S ano s o. Ä Soe geb eine DÄtellung der 2C Wöl Ä die er vom Jahre 1828 bis 1837 (also im ÄÄÄ Influen rj Ä chung mit den menschlichen *en. Die verdienstvolle kleine Schriftsj*son schon zu vielfach in Deuj besprochen worden, als dass wir bei ihrer Anzeige zu verweilen

brauc uchten. Heusinger.

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) a es dem Vf. nicht gefallen hat in einer Vorrede des Zweck und die ihn bei der Ausarbeitung dieses Vademecums (S. 3) geleitet habenden Grundsätze näher zu bezeichnen, Ref sich aber durchaus keines, selbst nicht des entferntesten Verwandtschaftsgrades mit dem königlichen Sohne des Lajus bewusst ist, so bleibt ihm weiter nichts übrig als den Lesern in aller Kürze ein dem Buche fehlendes Inhaltsverzeichmiss zu liefern. Es zerfällt in drei besonders paginirte Theile. Der erste Theil (S. 1–93) beschäftigt sich auf zwei Seiten mit der Geschichte der Medicin, geht dann mit Uebergehung der Naturphilosophie, Physik und Chemie, die auf 2 der angehängten Tabellen schematisirt werden, zur Anatomie und Physiologie über, indem der Vf, nach dem Vorbilde von Blumrich's „Die Anatomie in einer MWuss” die blossen lateinischen Namen der Theile und Organe aufführt, und die auf einer halben Seite angegebene Bestimmung der Funktionen der Hauptorgane als Physiologie nimmt. Dann wird unter der Ueberschrift Pathogonie und Pathologie ein sehr ungleichmässig ausgeführtes System der Krankheiten gegeben, welches allerdings einige interessante Andeutungen enthält und von tieferer Forschung Zeugniss ablegt. Kürzer ist das hierauf folgende System der Chirurgie, an welche sich pathologisch-physiologische und pharmakodynamische Nachträge schliessen, woraus wir erfahren,

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dass wir vom Vf, eine Monographie über Lues venerea zu erwarten haben, und der Name Choloxygenosia acuta für die Cholera und andere früher gegebene Andeutungen zu rechtfertigen gesucht werden; endlich empfiehlt der Vf, unter der Benennung Dermatosis Laurina artificials die Einreibung des Ol. lauri zu 3ss des Tages 3 mal auf Brust und Bauch als die Autenriethsche Salbe und andere an Wirksamkeit übertreffendes Rubefaciens gegen Krampfhusten, bedeutende Verkältungen und Lähmungen. Den Beschluss dieses Theils macht »Naturkunde oder Naturgeschichte, worin zuerst die Arzneistoffe aus dem Thierreich, nebst den Blumenbachschen Klassen der Thiere, dann das Linncische System der Botanik mit den officinellen Gattungen, eine Uebersicht des Jussieuschen Systems, Blumenbachs Uebersicht des Mineralreichs und zum Schluss eine kurze Auswahl der chemischen Reagentien auf Mineralwässer, so wie eine UeberSicht der Verschiedenheiten der thierischen Conkretionen nach du Menil gegeben werden. – Im Zweiten Theile handelt der Vf, von der Heilmittellehre, nach den Heilmethoden, von denen er folgende annimmt, 1) die absolut schwächende oder plastischnegative, 2) die relativ – schwächende, allgemein er– regend evakuirende, 3) die nervalterirende und narkotisirende, 4) die absolut erregende oder plastisch positive. Dann wird die Physiatrik und Diätetik jede auf einer Seite abgehandelt; ihnen folgt die Psychiatrik und die Chirurgie als Ch. medica, Akiurgia, Deligatio, wobei der ganze Instrumentenapparat, die Utensilien einer Apotheke, die pharmaceutischen Handelswaren, die chirurgische und medicinische Practique (Operationen u. s. w.) abgehandelt werden. Den Beschluss macht eine Receptsammlung, deren For-s mcln der Vf. durch 20jährige Erfahrung erprobt gefunden hat, und eine Uebersicht der natürlichen Mineralwässer. – Der dritte Theil enthält von S. 1– 85, unter der Ueberschrift Akiurgia specialis, einen Auszug aus Grossheim's Lelarbuch der Akiurgie; von .

S. 86–93 wird eine Systemkunde der Gesammtmedicin gegeben, eine kurze Zusammenstellung des bereits Dagewesenen, dann kommen S. 94–96 Miscellen, d. h. ein buntes Gemisch von empfohlenen Arzneimitteln u. s. w. aus der Lektüre des Vfs., welche mit der Notiz beginnen, dass eine 40jährige Frau, nach 10 Jahr langer Pause Drillinge geboren hat, welche wohl und munter seyen. S. 97 stehen einige Aphorismen, längst bekannte Dinge enthaltend. S.98 bis 101 unter der Ueberschrift Literarisches und Literatur, Anführung von Büchertiteln ohne bestimmte Ordnung. Den Schluss macht von S. 103 – 140 eine kurze alphabetische Terminologie, so wie von S. 141 bis 143 eine Tabelle der Dosen der Arzneimittel auf 24 Stunden berechnet. Was die Tabellen betrifft, so stellt die erste ein Schema der Physis, welches im Ganzen nach einem dualistischen System aufgestellt ist, die zweite ein Schema der Chemie (Sauerstoff-, Metall- und Metalloidreihe), die dritte einen Plan der speciellen Psychologie und abermals ein System der Pathologie und Iamatologie, die vierte aber das auf dem Titel genannte Planiglobium dar, von dem der Vf. Selbst sagt, dass nicht bloss mehrere leicht zu verbessernde Fehler, sondern auch Undeutlichkeiten zurückgeblieben sind. Da sie nicht näher bezeichnet werden, so ist Ref um so weniger im Stande, dieses Kunstprodukt deutlich zu machen. Eine nicht geringe Menge Druckfehler, deren kleinster Theil auf dem letzten Blatte angegeben ist, auf dem sich ebenfalls wieder ein Druckfehler findet, zieren dies, wahrscheinlich wegen allzu grosser rationeller Kürze für den Ref. wenigstens unverdauliche Werk.

CAssEL, b. Bohné: Ueber den Catheterismus der Eustachischen Röhre. Von Georg Hermann Möller. 1836. X u. 81 S. gr. 8. Mit einer lithogr. Tafel. (geheftet 12 Ggr.)

Der Vf. dieser kleinen interessanten Schrift war früher Prosektor am anatomischen Theater zu Mlarburg und hatte sich bereits mehrere Jahre mit dem in Rede stehenden Gegenstande beschäftigt, als er ihn in seiner Inauguralschrift zuerst lateinisch behandelte, wovon wir hier eine deutsche Bearbeitung erhalten. Die Schrift zerfällt in 3 Abschnitte, von de– nen der erste eine vollständige und ziemlich ausführliche Geschichte des Catheterismus der Tuba Eustachi von ihrem Erfinder Guyot an bis auf Kramer (S. 1– 46) giebt. Vermisst haben wir nur Troschel de ub. Eust. catheter. Berlin 1833. 8. – Schramm de morb. tub. Lust. Berlin 1835. 8. – L. Rappard de cathet.

tub. Eust. Berlin 1836. 8. Der zweite Abschnitt liefert eine gedrängte anatomische Beschreibung der in Be

tracht kommenden Theile, nebst den verschiedenen

Ansichten über die physiologische Bedeutung derselben, wobei der Vf. mit Itard annimmt, dass die Tuba Eustachi keinen andern Nutzen habe als das Gleichgewicht zwischen der in der Trommelhöhle enthaltenen Luft und der äussern zu erhalten, so wie in der Trommelliöhle angehäufte Feuchtigkeiten nach der Rachenhöhle hin auszuführen. Im dritten Abschnitt findet sich eine Beschreibung der Instrumente und Handgriffe, deren sich der Vf, bedient, und welche zum Theil auf der beigegebenen lithographischen Tafel abgebildet sind; nämlich 1) silberne Röhrensonden (Fig. 1. 2. 3). Die Vortheile der elastischen Röhrensonden von Deleau konnte der Vf, so wenig finden als die der von Kuh angegebenen zusammengesetzten. 2) Fischbeinsonden für jede Röhrensonde, welche M. den metallenen von Kuh und den Gummisonden von Itard vorzieht. 3) Das Stirnband (Fig. 4–7) ist das etwas modificirte von Itard, welches der Vf, für durchaus nothwendig hält. 4) Der von Kramer angebene kleine doppelte Blasebalg. 5) Die Injektionssprütze (Fig. 8). 6) Ein Apparat zur Anwendung von Aetherdämpfen. Das nun folgende Verfahren bei der Anwendung dieser Instrumente müssen wir den Lescr selbst nachzulesen bitten, da eine genauere, verständliche Angabe die Grenzen dieser Anzeige überschreiten würde. Um die Hörweite zu bestimmen bedient sich M. übrigens wie Sunders und Kramer der

Taschenuhr; zur Untersuchung des äussern Gehör

ganges aber nur eines einfachen Convexglases, oder des Kramerschen Ohrspiegels. Den Beschluss machen die genauer erläuterten Indicationen zur Anwendung des Catheterismus der Tub. Eustach., nämlich Verengerung und Verstopfung, widernatürliche Sekrction, Ablagerung von coagulirtem Blut und Concrementen in der Trommelhöhle und Insensibilität der Gehörnerven. – In der Vorrede S. IV spricht der Vf, von einem besondern Abschnitt (dem dritten in der Reihenfolge), welcher die Krankheiten des mittlern und innern Ohres, ihre Diagnose, Ursachen, Prognose und IIeilanzeigen enthalten soll, wonach Ref. jedoch im ganzen Buche vergebens gesucht hat. Fand sich dieser Abschnitt vielleicht in der lateinischen Bearbeitung und wurde hier weggelassen? Dann müsste freilich jene Stelle in der Vorrede aus Versehen mit " übersetzt seyn?– Die äussere Ausstattung der kleinen Schrift ist lobenswerth; möge letztere nicht bloss Käufer, sondern auch Anwender finden,

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BREsLAU, b. Gosohorsky: Lateinisches medici

“nisch chirurgisches Lesebuch. Herausgegeben von K. L. Kannegiesser. 1838. V. u. 372 S. gr.8. (1 Rthlr. 8 Ggr.)

Der Herausgeber des vorliegenden Lesebuchs hat seit dem Jahre 1823 den Unterricht im Lateinischen und Deutschen an der medicinisch – chirurgischen Lehranstalt zu Breslau zu besorgen, fand das anfangs zum Grunde gelegte lateinische Lesebuch von Gedike für seinen Zweck unzulänglich, und beschloss deshalb im Einverständniss mit dem Director der Anstalt, Hn. G. M. R. Prof. Dr. Wendt, die Bearbeitung des vorliegenden. Die Hauptsache war, seiner Angabe nach, solche Stücke auszuwählen, deren Inhalt für künftige Chirurgen und Mediciner brauchbar wäre. Sich dabei ganz an die lateinischen Klassiker zu halten, schien zwar der Sprache, nicht aber der Sache wegen rathsam; es blieb also nur übrig, von den neuern Lateinern die bessern hinzuzuziehen. So besteht denn die Sammlung aus 5 Stücken alter Klassiker, von denen zwei, die vier ersten Bücher der Aphorismen des Hippocrates (nach Haller) und die Beschreibung der Pest zu Athen im zweiten Buche der Geschichte des Thucydides (nach wem? ist nicht angegeben) nur in lateinischen Uebersetzungen, die übrigen im klassischen Latein des Originals aufgenommen wurden; nämlich das 2. Buch des Celsus, das 29. Buch der Naturgeschichte des ältern Plinius und der 20. und 21. Brief des jüngern Plinius, welche die bekannte Beschreibung des Ausbruchs des Vesuvs, der dem ältern das Leben kostete, enthalten. Die Ausgaben, nach denen der Abdruck veranstaltet ist, sind nicht näher angegeben. Die übrigen 12 Stücke bestehen aus Linnés Abhandlung über die Oekonomie der Natur, dem ersten Theil von Link's Elementa philosophiae botanicae, Blumenbach degeneris humani varietate nativa, im Auszuge, die Einleitung von C. Sprengels institutiones medicae, ein Theil der Prolegomena von Jos. Franks prareos med.universae praecepta, das 1. 2. 14. Kapitel des I. Buchs von Baglivi de prari medica, die Prolegomena von Gaubs Instit. patholog. und Receptirkunst, die Artikel Acetum, Camphora, Castoreum, China, Manna, Moschus, Myrrha, Opium, Phosphorus, Saccharum, Sapo Hispanicus albus, Spongia marina, Sulphur, Waleriana Zincum, Acidum nitricum, tartaricum, Aether sulphuricus, Aqua amygdalarum amararum, orymuriatica, Argentum nitricum fusum, Calcaria muriatica, Emplastr. adhaesicum anglic., Empl. can

tharid. perpet., Empl. litharg. comp. Hydrargyrum muriaticum corrosivum, Hydr. muriaticum mite, Kali mitricum depuratum, Kali tartaricum, Liq. ammonii carb., Liq. ammon. caust., Sulph. stib. aurant., Tartarus stibiat., Tinct. opii crocuta, Ung. hydrarg. cner., Ung. rorismar. comp., Zincum sulph, aus der Pharmacopoea Borussica; die Vita Bernh. Albini von Boerhave; die Vita J. B. Morgagni von Angelus Fabronius; die Vita Guil. Heberdeni von Friedlaender, zuletzt eine Anzahl Artikel aus Blancards medicin. Wörterbuch, nach der Ausgabe von Kühn. Ueber die Auswahl selbst steht Ref. eigentlich kein Urtheil zu, da es der Herausgeber verschmäht hat, über die Grundsätze, nach denen der Sprachunterricht in jener Anstalt ertheilt wird, so wie über das Maass von Kenntnissen, welches seine Schüler besitzen und er– werben sollen, nähere Auskunft zu geben. Von Gedikens Lesebuch bis zu der vorliegenden Sammlung dürfte dennoch in vieler Beziehung ein bedeutender Sprung seyn. Statt der Auszüge aus Gaubius und aus der Pharmacopoe hätte sich gewiss aber etwas besseres finden lassen, um so mehr, da letztere doch sicher in die Hände der Schüler kommen muss. Warum wurden nicht Friedlaender's fundamenta patholog. benutzt? Da Ref. nicht weiss, ob die Chirurgenschüler auch Griechisch lesen können oder nicht, so kann er auch über die Zweckmässigkeit des Abdrucks der griechischen Wörter in den Artikeln von Blancard kein Urtheil fällen; so viel glaubt er aber wohl aussprechen zu können, dass es besser gewesen wäre die mannigfachen, in den verschiedenen Stellen vorkommenden Kunstausdrücke alphabetisch zu erklären, und dem Texte eine Auswahl sprachlicher und sachlicher Bemerkungen unterzusetzen. Auch würden die eigentlich chirurgischen Bücher des Celsus sicher dem Schüler willkommner und brauchbarer gewesen seyn. Wie wenig aufmerksam der Correktor gewesen, zeigt die Angabe der eine ganze Seite einnehmenden Druckfehler, deren Zahl, wenn es sich der Mühe lohnte,

sich leicht noch vermehren liesse, ein Uebelstand, der

einem Schulbuche zum Unterrichte in der lateinischen Sprache unmöglich zur Empfehlung gereichen kann. Die typographische Ausstattung ist zu loben.

LATE IN ISC II E LITERATUR.

BERN, CiUR u. LEIPzG, b. Dalp: Epistolae P. Bunelli, Paull Manutii, Chr. Longoli, Pet. Bembi, Jacobi, Sadoleti, Aoni, Palearii, Verulani, partim selectae, partim integrae: brevem narrationem de vv. dd. vitis praemisit, annota one per

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