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SCHÖNE LITERATUR.

LüNebung, b. Herold u. Wahlstab: Gedichte von Isidor Bürger. 1836. 384 S. 8. (1 Rthlr)

VW glauben dem anspruchlosen Dichter, der hier in den mannigfaltigsten Weisen sein sinniges und reiches inneres Leben darbietet, nicht besser charakterisiren zu können, als wenn wir sein Schlussgedicht mittheilen: Abschied von der Poesie. Noch hält ein Kranz von Rosen mich umschlungen, Und schon muss ich mein Lebewohl ihr sagen – Des Fröhners schwere Kettenlast zu tragen, Der Scholle, die mein Grab einst wird, verdungen.

Mein Herz hab' ich, das eitle, längst bezwungen,
D'rum brauch' ich keinen Richter mehr zu fragen –
Der Weihe Stunde hat mir nicht geschlagen,
Gestrebt hab' ich, doch hab' ich nichts errungen.

Bedrohst du mich, gewitterschwang're Wolke,
Weil dennoch nicht mein Lied, die Sonne meidend,
Dem Dunkel, das ihm ziemte, treu geblieben?

Das Buch gilt Deutschland nicht, nicht seinem Volke,
Ein Dichterjünger hinterlässt es scheidend

- Als ein Vermächtniss denen, die ihn lieben.

Wir halten dies keineswegs für eine blosse Floskel angenommener Bescheidenheit, denn alle Gedichte dieser Sammlung tragen den Stempel der Wahrhaftigkeit: man fühlt bei ihnen, dass der Dichter einpfand was er sang. Bei einer nicht gemeinen dichterischen Anlage und einem sichtbar ernsten Streben, mochte er sich nicht befriedigt finden durch seine fleistungen, auf die mancher unsrer neuern Versjünger stolz seyn und einiges Recht dazu haben würde. – Es findet sich hier nicht das gewöhnliche Versgeklimper, sondern bei einer ausgezeichneten technischen Gewandtheit auch Neuheit in der Auffassung selbst des Gewöhnlichen, Geist und Bildung, ein zarter reiner Sinn, Kraft des Ausdrucks und hohe Natürlichkeit, wenn man auch wohl die würdigen Vorbilder erkennt, an denen er sich heranbildete. –

Ergänz. B. zur A. L. Z. 1840.

Dem Namen Bürger, der in unserer Literatur seinen guten Klang gewiss erhalten wird, macht unser Dichter auch dadurch Ehre, dass er den Balladenton so gut zu treffen weiss, ohne jedoch den ältern Dichter gerade darin zum Vorbilde genommen zu haben. Er hält mehr den Ton der spanischen Romanzen. – Was seine persönlichen Verhältnisse betrifft, so ist er nach mehrern Andeutungen, besonders in seinen Sonetten, ein Rechtsbeamter und Themis scheint ihn gänzlich in Beschlag nehmen zu wollen. Wir hoffen aber doch, er werde seine bescheidene und besonnene Muse, wenn sie sich einstellt – und sie wird dies gewiss – nicht mit der strengen Richtermiene abweisen. – Sein Wirkungskreis scheint auf Helgoland in der Nordsee sich zu befinden, welches auch wohl sein Geburtsland seyn mag. – Er hat diese Sammlung in drei Rubriken getheilt. Die erste heisst Mord und Süd und besingt Helgoland und einen V.... e bezeichneten Ort des Südens, und interessant ist der ganz verschiedene Ton, den die Liebe anstimmt im strengen sittigen Norden, den der Dichter in seiner sinnigen Einfachheit gar anmuthig darstellt, und in dem üppigen Süden, wo der Nordländer selbst umgestimmt wird. – Die zweite Rubrik: Märchentraum, zum grössern Theil in Terzinen, ist Hochzeitsgedicht und als solches, ob es gleich als Gelegenheitsgedicht sich auszeichnet, doch zu lang ausgesponnen. Die dritte Rubrik: Vermischtes, zerfällt wieder in drei Abtheilungen: die erstere enthält gleich im Anfange eine schöne Ballade: Des Ahnherrn Erwachen ( Hohenzollern-Sigmaringen), eine sinnige Feier des Königs von Preussen, und darauf folgt eine Maurische: Das Auge Gottes. – Nur in zweien: Der alte Räuber CS. 224) und Königs Seefahrt (S.231) haben wir die gewohnte Klarheit vermisst.– Die Elegien – (Göthisch) – sind zart und innig, die Dissonanzen enthalten Schauriges, das aber nicht besonders der Eigenthümlichkeit der Muse des Dichters angemessen scheint. Die dritte Abtheilung entCC

hält unter andern sehr gelungene Gelegenheitsgedichte. Drei Blätter Anmerkungen erläutern manche Ausdrücke und Anspielungen.

LEIPzig, b. Brockhaus: Gesänge des Grafen Giacomo Leopardi, nach der in Florenz 1831 erschienenen Ausgabe übersetzt von Karl Ludwig Kannegiesser. La mia favola brove è gia compita E furnito il mio tempo a mezzo gli anni. Petrarca. 1837. XVI u. 127 S. 8. (16 gGr.)

Die elegischen Gesänge des italienischen Dichters, die uns Hr. Kannegiesser in metrischer Uebersetzung mittheilt, beweisen abermals, dass die Politik eine falsche Muse ist, die Liebe dagegen eine wahre, wenn sie auch nicht immer zu noch unerhörten Tönen begeistert. Der Hr. Uebersetzer rühmt sich in der Zueignung an Hn. Professor Witte in Halle der Treue, und wir glauben einen Beweis davon auch darin zu finden, dass die Uebersetzung der politischen Gesänge, in welcher der Dichter in welker historischer und mythologischer Pracht im Andenken an die entschwundene alte Herrlichkeit Italiens Schmach beweint und bezürnt, bei weitem holpriger ist, oft unklar und starr, wogegen die Liebesklagen melodischer fliessen. Viele dieser Gedichte sind reimlose Jamben; bei andern scheint sich der Uebersetzer den Reim leicht gemacht zu haben, und in den Canzonen ist er sclbst verwirrend. – Dagegen sind die Terzinen in dem fast deutsch gefühlten „Die erste Liebe" sehr gut behandelt. Ueberhaupt müssen wir gestchen, dass weniger italienischer als deutscher Hauch uns aus diesen Gesängen anweht, wie z. B. aus dem ,,An sein Mädchen” – ein Ideal, und auch »Der Traum,” ohne dass sich uns doch eine Spur verrieth von einer Bekanntschaft des Dichters mit deutscher Dichtkunst. – Der Uebersetzer hätte uns, statt der nichtssagenden Anmerkungen, mit dem Dichter selbst bekannt machen sollen, der in seiner Zueignung an seine Freunde unsere Theilnahme erweckt durch die Andeutungen, dass er, gelähmt im 20sten Jahre, und erblindet oder der Erblindung gewärtig, allem Glück des Lebens entsagen muss, wodurch die dürchgängig weichliche Sentimentalität und Stimmung seiner Muse wohl erklärbar ist. – Hr. Kannegiesser sagt in seiner Zueignung, dass der Italiener dem Uebersetzer gewiss jen so viele Schwierigkeiten darbiete, als der Pole - (er hat Miskiewicz's „Konrad Wallenrod'übersetzt) - und dass ihm in einigen Stellen auch wohl der Sinn nicht ganz klar geworden sey; er hat sich aber auch wohl zuweilen nur im Worte vergrif

fen, wie in der Zueignung des Dichters, der von sich

sagt: „Ich habe alles verloren; ich bin ein Stamm,

welcher fühlt und gepeinigt wird,“ welches keinen Sinn giebt. Wahrscheinlich steht im Original troned,

und das wäre wohl durch Rumpf oder auch Stümmel

– wenigstens sinnähnlicher bezeichnet, weil es vom Menschenkörper gebraucht wird, welches bei Stamm nicht der Fall ist, und das Fühlen nicht ausschliesst. – Die typographische Ausstattung ist schön.

BERLIN, b. Plahn: Esaias Tegnér's kleinere Dichtungen. Aus dem Schwedischen von Ernst Theodor Mayerhoff 1837. XXu. 244 S. 8. (1 Rthlr. 8 gGr.) Auch unter dem Titel: Esaias Tegnér's poetische Werke. Schwedischen u. s. w. Zweiter Band.

Der treffliche Dichter hat sich durch seine »Frithjofssage" und ,,Axel" auch in unserer Literatur, in welche sie durch mehrere Uebersetzungen eingeführt wurde, zu vortheilhaft bekannt gemacht, als dass wir nicht mit grosser Erwartung und einem günstigen Vorurtheil diese Auswahl seiner kleinern Dichtungen, welche er 1828 und in einer unveränderten Auflage 1832 zu Stockholm herausgab, hätten in die IIand nehmen sollen. Wir danken nun wohl in jedem Falle dem deutschen Uebersetzer für diese Gabe, von denen uns einiges bereits durch Hn. Mohnicke bekannt geworden war; allein – der berühmte schwedische Dichter kann als Lyriker den Rang nicht einnehmen, den er als Epiker mit Recht in Anspruch nimmt. Doch bescheiden wir uns seinen Werth für seine Landsleute bestimmen zu wollen, denn so wie der italienische Dichter noch immer seine Bilder aus der griechisch-römischen Mythologie nimmt, für seine Landsleute national, für uns eine welke Pracht, so ist es bei den hochnordischen Dichtern der Fall mit der altskandinavischen Mythologie. sten der Gedichte in diesem Bändchen Gelegenheitsgedichte, deren Anlass uns fremd ist, und von denen der Dichter selbst sagt, dass sie mit Recht aus einem andern als poetischen Gesichtspunkte betrachtet werden können, wodurch wir ihnen aber ihren poetischen Werth nicht absprechen wollen. Allerdings erscheinen uns aber einige wenig anders als gereimte Prosa, wie der edel und schön gedachte Epilog bei der Magister – Promotion in Lund 1820, wo statt des Doctorhutes die Promovirten mit Lorbeerkränzen geziert sind. – Auch geben einige Gedichte fremde Vorbilder an, wie Schiller und den bei seiner Anwe

Aus dem

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Auch sind die mei- . senheit in Stockholm besonders vom Bischof Tegnér hochgefeierten Oehlenschläger. Unter den freien Gesängen ist gleich der erste: » Dichtersang," dann „Die Klosterruine” und vorzüglich der sinnige „Der Fluss" und einige andere auszuzeichnen. Durch alle Gedichte zieht sich charakteristisch der rothe Faden der innigsten Vaterlandsliebe und auch des Stolzes darauf. Dieser drückt sich selbst in dem Distichon, welches unter den 13 » Die Sprachen" überschriebenen, die schwedische Sprache charakterisirt, nachdem von der deutschen gesagt wird: Frisch, starkgliedrig und derb, Du Jungfrau im Walde erzogen, Schmeidig daneben und schön, aber dem Munde zu breit. Etwas rascher, wohlauf! Verlass das Pslegma, dass nimmer (?) Man den Anfang vergisst, eh' man zum Schlusse gelangt. Und von der dänischen: Mir behagest Du nicht, zu weich für nordische Stärke; Um zu behagen dem Süd, bist Du schon nordisch zu sehr.

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Dieser Roman hat sich uns in einer so zierlichen, eleganten Gestalt dargestellt, dass er hiedurch fast alle Kritik entwaffnet. Meinung, dass derselbe von einer Dame verfasst sey und hat, obschon auch als Rec. nicht eben jung, doch noch nicht alle Galanterie in dem Grade verloren, dass er nicht bei Fehlern und Mängeln der Damen – Literatur ein Auge zudrücken könnte, wenn sich sonst manches Gute von einem Buche sagen lässt. Das ist aber hier der Fall. Freilich enthält dasselbe manche Unwahrscheinlichkeiten, die Liebe – wie mächtig sie auch immer ist – macht doch zu schnelle Fortschritte und veranlasst eine gehorsame Tochter zur bittersten Täuschung ihrer Eltern, zu einer Zeit, wo

Nun hegt Rec. überdies die

der Vater todtkrank liegt, der Pfarrer, der den kaum erst geschiedenen Mann mit dieser Tochter zusammengiebt, verrichtet sein Geschäft fast so eilig wie der bekannte Schmidt in Gretna – Green, die Entsagung endlich wird in dem Buche gar zu fleissig geübt, und wenn wir auch die Kraft des weiblichen Herzens bewundern müssen, so ist auf der andern Seite die Erfindung, durch welche die Liebenden getrennt und die Entsagung herbeigeführt wird, etwas zu wenig durch die Umstände motivirt. Dagegen haben wir an dem Buche eine frische, lebendige, gebildete Sprache zu rühmen, ein glückliches Talent im Schildern und eine zarte Behandlung von Verhältnissen, deren Beschreibung und Ausmalung hinlänglichen Stoff zur Ueppigkeit dargeboten haben würde. Wir glauben demnach, dass ein nicht unbedeutendes Talent in die– sem Buche verborgen ist und hoffen demselben auf dem weiten Felde unserer heutigen Belletristik wieder zu begegnen.

KRIEGS WISSENSCHAFT.

MAGDEBURG, b. Bühler: Abhandlungen über die Fortification oder gründliche Untersuchung der Vortheile und Nachtheile der bestehenden Befestigungen mit vielen neuen, sehr einfachen Mitteln, die vorhandenen Plätze mit wenig Kosten zu verbessern und die Belagerungen sehr in die Länge zu ziehen. Mit Figuren; von P. M. Theodor Choumara, Ingenieur-Capitain, Ritter v. St. Louis und der Ehrenlegion; früher Eleve der Ecole polytechnique. Deutsch von D. Mit dem Motto: –? Ce champ ne se peut tellement moissonner, que les derniers venus my trouvent à glaner. 1837. XXIV u. 227 S. 8. (1 Rthlr. 8 gGr.)

Von dem richtigen Grundsatze ausgehend: dass die

Oeffnung der Umwallung das Ziel jeder Belagerung

ist, weil der darauf folgende Sturm die Festung in des Feindes Hand liefert, wenn es nicht schon vorher, in Erwartung desselben, durch gütliche Uebereinkunft geschehen ist; sucht der Vf, den Wallbruch möglichst zu verzögern, indem die, an einer schon vorhandenen Festung des bastionirten Umrisses von ihm gemachten Einrichtungen zu Erreichung jenes Zweckes mehrere (5 verschiedene) Brechbatterien in auf einander folgenden Zeiträumen nöthig machen. Die Dauer des Widerstandes wird dadurch bis gegen 100 Tage verlängert; über alle Berechnungen des gewöhnlichen Widerstandes, selbst der stärksten Festung, hinaus.

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Der Festungs-Angriff lässt sich auf zweierlei Art führen: 1) auf die bisher allgemein gebräuchliche Weise, wie sie auch in fast allen fortificatorischen Schriften gelehret wird: gegen 2 neben einander liegende Bollwerke, und das Ravelin zwischen ihnen. Bei älteren Festungen von etwa 6 bis 9 Seiten, mit nicht weit vorspringenden Ravelinen, ist dies Verfahren das einfachere und leichtere, weil die Raveline der Nebenfronten zu weit zurück liegen, um bedeutenden Einfluss auf den Angriff zu haben, wie bei grösseren Festungen von zwölf und mehr Seiten, mit grössern Ravelinen, die gegen die feindliche Annäherung Rückenschüsse zulassen. In solchem Falle muss der Angriff gegen 3 Raveline 3 Reduits derselben 2 Bastione und die 2 Abschnitte derselben geschehen. Bousmard hat daher, wie einige andere nach ihm, vorgeschlagen, gegen beinahe in gerader 1,inie laufende Fronte, 2 neben einander liegende Raveline und ihre Reduits 1 zwischen ihnen liegendes Bastion 1 Abschnitt desselben, anzugreifen. Sobald übrigens der Abschnitt des Bastions haltbar ist, und man sich versprechen darf, den Sturm auf demselben zurück zu weisen, kann man hinter einem zweiten Abschnitte dem Sturme entgegen sehen, und – vielleicht erst, nach dem Abschlagen desselben, an die Uebergabe denke. Aus diesem Grunde schlägt der Vf. vor, nächst den doppelten Abschnitten, zwischen den Schulterpunkten und hinter der Kehle des angegriffenen Bollwerkes – zu welchem letzteren besonders eine queer vorliegende, bombensichere Kaserne oder ein

Magazingebäude benutzt werde, – alle übrige Ba

stione einer Festung, sie mögen dem feindlichen Angriffe ausgesetzt seyn oder nicht, zur inneren Vertheidung gegen die Stadt einzurichten; um sich dann noch zu vertheidigen, wenn der Belagerer schon den zweiten Abschnitt gewonnen hat. Diese, auch von andern guten Ingenieuren (Speckle, Rimpler, Landsberg, Suttinger, Herlin, Herbort, Cochorn, Montalembert, Virgin) empfohlene Anordnung der Werke muss aber bei dem Neubau einer Festung berücksichtiget werden; so will es auch der Vf.; die eigentlichen Abschnitte im angegriffenen Bastion sollen erst dann hergestellt werden, wenn die Angriffsseite der Festung sich wirklich durch die Eroberung

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Das vornehmste Mittel, wodurch der Vf, die Verbesserung der gangbaren Befestigungen zu erreichen sucht, ist die Unabhängigkeit des Walles von der vorhandenen Futtermauer des Escarpe (der Feuerlinie von der Magistrale); indem er jenen von der andern entfernt, wird ihm die Deckung seiner Aufstellungen gegen den feindlichen Schleuderschuss erleichtert, und zugleich das Flanken- und Kreuzfeuer gegen die nahen Angriffsarbeiten begünstiget. Um seine Bastione vollständig gegen den Rikoschet zu schützen, dient eine hohe, kasamattirte Traverse in der Spitze, senkrecht auf der Capitale stehend, welche die Verlängerung der zurück gezogenen Facen aufnimmt, gemeinschaftlich mit 2ähnlichen Traversen auf den beiden Schulterpunkten, die Sicherheit gegen die feindlichen Bomben und die Möglichkeit zu bedecktem Flankenfeuer gegen die Spitze des eignen, und gegen das Nebenbastion, so wie gegen die Contre – und Brechbatterien gewähren. Damit die letzteren weder vom Glacis noch im Gedeckten-Wege, – wo sie gewöhnlich angelegt werden, – die Futtermauer tief genug fassen können, um eine ersteigbare Sturmlücke hervor zu bringen, macht der Vf, seinen Hauptgraben an der Contrescarpe 13“ tief, und lässt ihn 10% Ruthe breit mit sechsfacher Anlage bis zu einer Höhc vom 8“ über dem Horizonte ansteigen, gleich der Höhe des Glacis. Dem auf letzterem stehenden Feinde ist dadurch die 32 hohe Futtermauer des Walles gänzlich verdeckt, und wenn die innere Abdachung des Glacis im Graben auf 38“ bestimmt wird, bleiben 16“ für die untere horinzontale Breite, dass der ganze Graben 15 Ruthen breit wird. Um jetzt eine Brechbatterie gegen die Escarpenmauer anzulegen, muss der Belagerer sich auf diesem zweiten Glacis im Graben einschneiden, im nahen Feuer des sogenannten Runden

8"ges, der aber blos mit Schützen besetzt werden kann.

( Der Beschluss folgt.)

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Flanken an die Grabenscheere möglich zu machen; endlich einen Abschnitt gegen den Sturm auswärts und einen Abschluss der Kehle gegen Innen zu gestatten. Der zurückgezogene und rechtwinklich auf die Face gebrochene Wall bildet gleichsam eine Nebenslanke gegen die Bastionspitze. Vor ihm läuft eine 18–20“ dicke Brustwehr längs der Eskarpenmauer, Ihier der Rundengang genannt, um gute Schützen gegen die Brechbatterie aufstellen zu können, von deren Feuer der Vf, sich grosse Wirkung verspricht. Auf ähnliche Weise ist auch das Ravelin construirt, mit einer grossen casemattirten Capitaltraverse in der Spitze und einer 18“ breiten Brustwehr auf ihrer Escarpenmauer, vor dem, um etwa 3 Ruthen zurückgezogenen Walle. „Die Traversen liegen ausserhalb des letzteren, haben mehrere bombensichere Geschütze unter sich und geben mit ihnen ein gutes Rückenfeuer gegen die Reduits (im Gedeckten Wege) vor den Bastionen. Die Gräben decken auch hier durch ihr inneres Glacis die Escarpenmauer gegen die Brechbatterie, so lange der Feind sich nicht auf dem Kamme jener Erhöhung selbst festsetzt." Anstatt den bisher gewöhnlichen Reduits, anders construirte in allen ausspringenden Waffenplätzen des Gedeckten Weges: vor den Ravelinen und vor den Bastions, deren vorn abgerundete Brustwehren die Capitale direct zu beschiessen erlauben, um die feindlichen Steinmörser – Batterien so lange von der Festung entfernt zu halten, als sie nicht selbst geöffnet und erstürmet sind. Ergänz. Bl. zur A. L. Z. 1840.

Es unterliegt keinem Zweifel, dass diese Behandlung des Umrisses vielfache Vortheile gewährt, und durch sie die Zeitdauer der Belagerung, bis der letzte Wallbruch die Besatzung zur Uebergabe zwingt, länger hinaus geschoben wird. Doch bringt der Vf. die Bomben viel zu wenig in Anschlag; er sagt: »: Der Platz, wo die Batterien der dritten Parallele hin kommen müssen, wird schon umfasst und von den

Seiten beschossen, und er ist zu wenig ausgedehnt,

um von ihm alles Feuer der Festung zum Schweigen bringen zu können. Nur das Wurffeuer wird Schaden anrichten können, aber der Vertheidiger findet Schutz, sey es unter oder hinter den Traversen.“ (?) Das letztere darf bei einem lebhaften Bewerfen der angegriffenen Walltheile nicht viel in Anschlag gebracht werden, weil es sich nicht auf die Bedienung des Geschützes und selbst nur bedingungsweise auf die Arbeiter erstrecken kann. Der Vf, fühlte selbst die Nothwendigkeit einer bedeckten Aufstellung der Rohrgeschütze, deren Laffete sie einer baldigen Zerstörung durch die Bombentrümmer aussetzt; konnte sich aber dennoch nicht von dem Vorurtheile der französischen Ingenieure gegen den Kasemattenbau“ losmachen, von dem er sagt: - sie sind, trotz der zahl– reichen Schriften Montalemberts noch lange nicht einstimmig für anwendbar anerkannt worden; es würde deshalb interessant seyn, statt ihrer ein Mittel anzugeben, welches sie bei der Vertheidigung ersetzt.“ – Dies Mittel sind Hn. Ch. die Rundengänge (Chemin des rondos), die er nach Umständen mit oder ohne Mach– coulis (vorspringende Mauer-Zinnen auf Kragsteinen), mit Scharfen oder Bankett, mit oder ohne Erdbrustwehr anwenden will. Er macht dabei zur Bedingung: dass die letztere 24 bis 30 Fuss stark ist, da– mit ihre Dicke noch gegen die Kugeln sichert, wenn auch ein Theil davon mit der niedergeschossenen Brustwehr herabstürzt. Um sich dennoch mehrere Geschütze intact zu erhalten, kasemattirt er seine Traversen auf den Capitalen der Werke und auf den D d

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