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ALLGEMEINE LITERATUR - zEITUNG

JuniuS 1840.

ALTTESTAMENTLICHE LITERATUR.

Hannung, b. Perthes: Neue kritische Untersuchungen über das Buch Daniel von Heinr. vernick u. s. w.

C Beschluss von Nr. 97.)

Das Hauptgewicht hatte die Kritik auf die danielischen Weissagungen gelegt, welche die Schicksale der Juden vom babylonischen Exile bis auf Antiochus Epiphanes herab mit grosser Bestimmtheit und Genauigkeit angeben und sich damit deutlich als vaticinia

post eventum verrathen, mithin auf einen Vf, lange

nach dem Exile führen. Hr. H. erhebt dagegen S. 88 ff. Einrede. Allein was er hier in ziemlich unbestimmten und unklaren Redensarten und Wendungen bemerkt, ist nicht geeignet, jenes Gewicht irgend zu vermindern; denn es beschränkt sich in der That auf den Nachweis, dass bei den danielischen Weissagungen der Gedanke, Jehova's Reich werde sich als die w-eltüberwindende Macht bewähren, die Grundidee sey, an welche man sich zu halten habe. Gewiss ist dies, wie bei allen prophetischen Hoffnungen, so auch bei den danielischen die Grundidee. Aber damit ist nur die Hauptschwierigkeit nicht erledigt, nämlich nicht erklärt, wie ein Prophet im babylonischen Exile überhaupt weissagen konnte, die persische Macht werde der griechisch-macedonischen erliegen, aus der letzteren werde die syrische hervorgehen, diese werde mit der ägyptischen in Conflict gerathen, die Juden auf das Aeusserste drängen u. s. w. und noch weniger ist damit erklärt, wie ein exilischer Prophet die einzelnen kleinen mit jener Hauptidee auch nicht connexen Ereignisse auf das Genaueste vorhersagen konnte. Hr. H., welcher S. 89 ganz richtig lehrt, ,,die Weissagung wurzele in der Gegenwart," hat sich also auf die Hauptschwierigkeit nicht gehörig eingelassen und seine Aufgabe nicht gelöset; dies hätte er nur dann, wenn er, was unmöglich ist, nachgewiesen hätte, dass die exilischen Verhältnisse das Alles, was den Juden vom Exil bis auf die makkab. Zeit begegnete, voraussehen oder wenigstens ahnen liessen und dass folglich ein exilischer Prophet die Schicksale seiA. L. Z. 1840. Zweiter Band.

mes Volkes bis auf Antiochus weissagen konnte. So lange aber dieser Nachweis nicht gegeben ist, – und er kann nicht gegeben werden – so lange müssen die Danielischen Weissagungen als vaticinia post eventum gelten, so lange beweisen sie stringent gegen den exilischen Daniel als Vf. Wie wenig indess auch Hr. H. für seine Leistung in dieser Partie auf Beifall rechnen darf: das wenigstens verdient Anerkennung, dass er sich nicht, wie wir fast erwarteten, mit dem verbrauchten Argumente von einer wörtlichen Eingebung des Geweissagten durch Gott, womit die wissenschaftliche Erörterung der Streitfrage sich kurzer Hand abschneiden lässt, zu helfen gesucht, sondern die Sache mehr nach wissenschaftlichen Principien behandelt hat. Das S. 95 ff. über den linguistischen Charakter des Buches Gesagte findet Rec. weder neu noch bedeutend und übergeht es daher, um noch Raum für die Frage über den Charakter des Pseudo – Daniel zu behalten. Die Kritik hatte behauptet, der Vf. des Buches könne, obwohl er die Geschichte Daniels nicht streng historisch erzähle und seine Schrift dem Daniel beilege, dennoch nicht als Falsarius und Betrüger angesehen werden, sondern sey ein frommer Mann gewesen. Daran nimmt Hr. H. Anstoss und argumentirt S. 8. ff. mit grossem Eifer also: Sey der Vf. eingestandenermassen ein frommer Mann gewesen, so könne er weder die Geschichte gefälscht noch sein Buch untergeschoben haben, folglich erzähle er durchweg geschichtlich Wahres und seine Angabe, er sey Daniel, sey auch richtig. Rec. findet diese Beweisführung schwach. Denn was den ersten Punkt betrifft, so hat der Vf, gar nicht zu historischen, sondern zu didaktischen und paränetischen Zwecken geschrieben, wie sich überall in der Erzählung klar zu Tage legt; bei solcher Absicht aber stand ihm frei, den historischen Stoff seinen Zwecken gemäss zu bearbeiten, wie dies auch bei andern Büchern, z. B. Esther, Jona, Hiob der Fall ist. Ein Falsarius wäre er nur dann, wenn er pure Geschichte hätte erzählen wollen und diese mit Wissen und Willen entstellt hätte. Ist etwa Aenophon wegen seiner Cyropädie auch ein Falsarius? Was aber den zweiten Punktailangt, so war dem Vf ein litterariY

scher Betrug an und für sich gewiss nicht Zweck, so
dass es ihm eben auf nichts angekommen wäre, als die
Welt zutäuschen; sondern Hauptzweck war ihm, sei-
nen Leidensgenossen Trost, Muth und Ausdauer einzu-
flössen im Kampfe gegen die syrische Tyrannei. Diesen
Zweck aber konnte er mit seinem Namen nicht so er-
reichen, wie mit dem Namen Daniels und er legte da-
her diesem seine Tröstungen und Ermuthigungen bei,
wie etwa Koheleth seine Lehren, um ihnen Eingang
und Ansehn zu verschaffen, in argloser Fiction dem
Salomo in den Mund legt. Ob nun ein solches Ver-
fahren mit der harten Bezeichnung, Betrug" zu be-
legen sey, darüber kann und mag gestritten werden;
gewiss aber ist, dass der Vf, nach der Moral seiner
Zeit damit etwas Unrechtes nicht zu thun glaubte, so
wenig, als die klassischen Geschichtsschreiber, wenn
sie ihren Helden gewisse fingirte Reden in den Mund le-
gen. Das Alterthum, auch das hebräische (vgl. 1
Mos. 26, 7. 2 Mos. 11, 2. 2 Kön. 8, 10.), hat über
diese Art von Unwahrheit nicht so streng geurtheilt
und dieser Umstand muss, wenn wir gerecht und bil-
lig seyn wollen, bei der Beurtheilung solcher Fictionen
der Alten in Rücksicht genommen werden.
Nach diesen Bemerkungen kann der Unter-
zeichnete nur sein Bedauern darüber ausdrücken,

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*) Aber freilich nicht immer sorgfältigen und gründlichen - denn nur zu oft stösst der unterrichtete und prüfende Leser in den - Schriften des Vfs. auf Einzelnheiten, welche eine unverzeihliche Flüchtigkeit, selbst Unkenntniss der Gegenstände, über welche der Leser belehrt werden soll, verrathen. Von den ziemlich zahlreichen Beispielen, die Rec. sich in des Vfs.

Commentar über den Daniel angestrichen hat, mögen hier nur zwei stehn. – S. 109 entlehnt der Vf, aus seinem Vorgän

ger Bertholdt die Notiz, dass das Instrument symphonia beym Isidorus II, 21 vorkomme.

Hätte er nichts Weiter hin

zugefügt, so würde ihm nichts anders zur Last fallen, als ein falsches Citat (es muss III, 2I heissen) nachgeschrieben zu haben. Aber der Vf. will seine Leser noch weiter über jenen Isidorus belehren, und schreibt: „Isidorus Pelus (II, 21)." So hält er denn in der That den hier zitirten Schriftsteller, aus welchem Bertholdt die lateinische stefle richtig abgeschrieben, für den griechischen Kirchenvater Isidorus Pelusiotal und die Origines latinae des spanischen Kir

chenlehrers Isidorus Hispalensis, die noch vor Kurzem

herausgegeben, müssen ihm unbekannt gewesen seyn. Hätte

er ausser Bertholdt nur irgend ein anderes Hülfsmittel nachgesehen, so müsste das hinzugesetzte Originum lib. 2,21 ihn aufmerksam gemacht haben. Des Vfs. Schuld wird aber wahrlich nicht verringert dadurch, dass Hr. v. Lengerke

Zu d. St. die grobe Verwechselung adoptirt und C„nach

Isid. Pelus. lib. II c. 21 im 7ten Jahrhundert") sich dabei

noch eine neue Blösse gegeben hat.– Demselben Bertholdt, von welchem der Vf. CEinleit. S. LVI) urtheilt: „ dass er

an Flachheit der Auffassung mit allen rationalistischen Auslegern wetteifere” schreibt er sclbst die gröbsten Ver

Sehen nach.

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Cwie es scheint, durch einen Druckfehler) an: „Theod.

Fo3-juara” statt: éöéouara (Speisen). Das Fehlerhafte musste aber sofort in die Augen fallen, da man aus dem Zu*"enhange sieht, dass es Speisen bedeuten soll, denn B. setzt hinzu: es sey aus der Analogie des vorigen satzes

C» ohne etwas gegessen zu haben") blos gerathen.

Hr. H. ist aber dadurch nicht aufmerksam geworden.

Er

schreibt den Druckfehler éo Buara getreulich ab, und man kann nicht anders glauben, als dass er das Wort durch

Speisen (von éo Do Y verstanden hab

holdt's Flachheit?, p

° st das vielleicht die rechte Tiefe und Gründlichkeit im Gegensatze von Bert

dass Hr. H. durch die angezeigte Schrift die Wis

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zollen» dem 9s in seinem arbeitswollen amtlichen Berufe noch möglich ist, die theologische Wissenschaft durch eben so umfängliche, als gründliche, scharfsinnige und geistvolle Schriften, und ausserdem noch durch Leitung einer Kirchenzeitung und durch thätige Theilnahme an einem theologischen Journale zu fördern! - - - - - . : . . . . . . . . . . . Als Hr. Dr. Bretschn. sein Handwörterbuch zuerst ausarbeitete, fing man eben an, die Akrisie, mit welcher die biblischen Grundsprachen bisher behandelt worden waren, lebhaft zu fühlen, die rohe Willkür, welche in Schleusner's Lexicon vorlag, zu bespötteln und die Exegese des N. T. in Hermanns Geiste zu handhaben. Das 1824 erschienene Wörterbuch des Vfs. wurde günstig aufgenommen. Zwar gehörte er damals noch der philologischen Schule an, über welche die Zeit eben richtete; aber wenn ihn auch seine damalige philologische Bildung zur Beibehaltung manches Irrthums verleitete, so liess ihn doch sein Scharfsinn zahlreiche Fehlerberichtigen. Allgemein wurde anerkannt, dass er in logischer Hinsicht durch bessere Anordnung der Bedeutungen und durch scharfe Unterscheidung des Sinnes von der Bedeutung viel. geleistet habe. Ausserdem vermehrte und sichtete sein Werk das lexicalische Material. Er hatte die alexandrinische Uebersetzung des A. T., die Apokryphen und Pseudepigraphen des A. T., die apokryphischen Schriften des N. T. (nach Fabricius) und den Josephus fleissig für seinen Zweck benutzt, manches bisher aus diesen Schriften Beigebrachte berichtigt und neue interessante Parallelen aus ihnen gegeben. Darum behauptete sich sein Wörterbuch neben Wahl's Clavis und gleichzeitig erschien von beiden tüchtigen Werken 1829 die 2te Auflage. Der Vf. täuschte sich nicht, wie Andere, über die neue Behandlung der n.t. Exegese, so dass er geglaubt hätte, es sey damit etwa nur auf einige die Präpositionen, oder den Unterschied der tempora und Modi u. s. w. betreffende, vermeintlich kleinliche und für den eingebildeten hohen Standpunkt mancher Theologen ziemlich gleichgültige Distinctionen abgesehen, sondern erkannte, dass eine Zurückführung der n. t. Kritik, Grammatik und Lexicographie auf feste Prinzipien im Werke sey und dass diese Umgestaltung jener Disciplinen den entschiedensten Einfluss auf die gesammte Exegese, also nicht nur auf die s. g. biblische Sprachforschung, sondern auch auf die Behandlung der biblischen Geschichte und Antiquitäten, und durch die Exegese auf die gesammte protestantische Theologie äussern müsse. Der Vf, sagte sich daher

von den Satzungen der philologischen Schule, welcher er bis dahin angehört hatte, los, betrieb die n. t. Lexicographie in Hermanns Geiste und machte sein Werk schon in der 2ten Auflage durch zahlreiche, besonders durch die neuern grammatischen Untersuchungen bedingte, Verbesserungen viel brauchbarer. Weit mehr ist vom Vf. in dieser 3ten, nach eilf Jahren nothwendig gewordenen, Auflage geleistet worden. Sowohl eigene biblisch-philologische Studien, als sorgfältige Beachtung des in diesem Zeitraume von n. t. Exegeten Geleisteten haben es ihm möglich gemacht, seinem verdienstlichen Werke eine solche Vollkommenheit zu geben, dass eine weite Verbreitung und sorgfältige Benutzung desselben höchst wünschenswerth ist. Lassen wir den verdienten Vf, selbst sprechen: (Praef in ed. tertiam) Quum primum huic libro scribendo manum admoverem (anno 1822), totus addictus eram illorum interpretum scholae, qui graecam M. T. orationem er indole linguae hebraicae unice cognoscendam et illustrandam esse statuebant, nempe Fischeri, Schleusner i, Storrii aliorumque, qui, graeci sermonis legibus etpraeceptis grammaticis, quas servant scriptores profani, fere neglectis, ad hebraismos ubique confugiebant, haud raro verbis significationes temere affingebant, et inprimis in constituendo usu particularum, praepositionum , coniunctionum etc. multum peccabant. Quorum quidem temeritatem iure perstrinarit Ill. Hermannus ad Viger. p. 788: „ Tristissima, inquiens, profecto sors obtig its criptoribus sacris, quorum si audiendi sunt interpret es, nihil in veniri t am absurdum sana e que ration i contra rium poterit, quod non, si ap ud hos scrip tor es reperia tur, recte, imo eleganter dictum sit. Quare diligenter caveant t i – rones, ne put ent viros spiritu sancto a f– flatos sprevisse sermon em mortalium, sed m eminerin t potius, ill am interpret an di ration em, qua non nulli Theologorum ut un– tur, nihil es se nisi blasphemia m. Docu mento sunt Le rica M. T., e r quibus ázt 6 ad, Eig e r significare, den ique omnium, quae fieri neque unt, nihil non factum esse dis cas." At studium ipsum, quod ab illo tempore in graecum sermonem, imprimis M. T., impendebam, itemque scripta subtilissima hominum doctissimorum – – me ab illa, qua incesseram, via abdurerunt et meliora me docuerunt; quare hic liber, quum secunda vice prodiret, ita immutatus fuit, ut fere novus haberi posset. Attamen quum mori inveterato desuescere difficile sit, plura, quae vel delenda vel

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corrigenda erant, in altera quoque editione intacta

manserunt, quae nunc emendata habes." Hr. Dr. Bretschn. erklärt hierauf, dass er weder „antiquiorum interpretum temerariam rationem, qua neglecto usu graeci sermonis verba W. T. lingua hebraica unice metiebantur et vocibus sensum quem libebat obtrudebant" noch die Weise unserer tiefen Exegeten", qui spreta verborum nativa potestake et neglectis praeceptis grammaticis notiones e schola dogmatica (in welcher sie aber, wenn man näher nachsieht, eben so wenig zu Hause sind, als in der schola grammatica!) repetitas verbis N. T. temere subiciunt", sondern für die einzig richtigen Erklärungsprincipien die von Hermann geltend gemachten und z. B. in Winer's Grammatik auf's N. T. übergetragenen halte. Die bei der 1sten und 2ten Auflage des Wörterbuchs vorzugsweise benutzten Schriftsteller (die LXX, die Apokryphen des A. u. N. T., Josephus und die apostolischen Väter) sind von Neuem verglichen worden und ausserdem hat der Vf. Josephi hypomnesticum und die von Birch in seinem, Auctario codicis apocryphi M. T. Fabriciani herausgegebenen apokryphischen Schriften zu seinem lexicalischen Zwecke studirt. „E profanis scriptoribus antiquioribus nunc saepe etiam Homerum laudavi, quippe Graeciae seriptorem antiquissimum et primarium. In definienda autem dialecto communi praeter Grammaticos antiquiores, Phrynichum, Vigerum, inprimis recentiores, Sturz ium (de dialecto macedonica), Hermann um (ad Wigerum) et Lobeekium Cad Phryn ich um ) sequutus sum." Kleinere Ungenauigkeiten, besonders in Zahlen, haben die Herren Doctoren der Philosophie Bomnitz und Maddisen in Leipzig berichtigt. „Ego autem – sagt der Vf. fotum librum relegi, alia delevi, alia adieci, alia verius, alia accuratius, vel certe commodius exposui, quod quivis facile cognoscet, qui hunc librum cum editione priori comparaverit." Hierauf werden nun 138 völlig umgearbeitete Artikel mit der Andeutung, dass in diese Liste nicht alle neugestaltete Artikel aufgenommen worden seyen, bezeichnet. Wir könnten hier unsere Anzeige mit der Hoffnung schliessen, dass des Vfs. treffliches Werk in dieser 3ten, so wesentlich verbesserten, Auflage mindestens eben so stark, als in den frühern Ausgaben benutzt werden wird, zumal

da es der wackere Verleger in einem sehr bequemen Quartbande hat erscheinen lassen und den Preis gegen die frühern Auflagen bedeutend ermässigt hät.“ Da man indessen in der Recension eines solchen Werks mit Recht wenigstens einige, die Wissenschaft fördernde Bemerkungen erwartet, so erlaubt sich Rec einige einzelne, meistentheils noch streitige, Punkte hervorzuheben, bei denen er dem ehrwürdigen Vf. nicht beizustimmen vermag. . . . . . .: Sehr richtig erklärt Hr. Dr. Br. das nur Act. 18, 28 vorkommende öeaxare yyeoGarvi mit Valckenaer z. d. St. unter Hinweisung auf ösarošeöeoGat rev certando confutare (vielmehr confutando certare cum alquo), so dass ösé die Gegenseitigkeit der seinerseits geltend gemachten Widerlegung («are yzoua) ausdrücke. Aber am nächsten hätte wohl die Vergleiehung von öe yxeoGat sich gegenseitig widerlegen, mit einander rechten (r25:) Jes. 1, 18 und von ösZéyxeoGa uer ä revoç (rz)rr) Mich. 6, 2 gegenseitig mit jemandem rechten gelegen. Die Uebersetzung der Vulgata war nicht anzuziehen, da diese (vehementer enim Judaeos revince bat publice) aus Missverständniss des richtigen Textes éörövcog yäg to Ög Iovó a lov g x «r . . eyxe önuooi ausdrückt; wohl aber gibt den richtigen Sinn die Itala: vehementer enim cum Judaeis convincebatpublice.– Unter övnageöouat ist nur bemerkt, dass dieses Wort schwerlich bei Profanschriftstellern vorkomme und blos Apoc. 22, 11 im Griesbuch'schen Texte stehe, in welchen xa ö övzt agög 6 vor a gsv3 jrco Äro anstatt xa ö övt öv övt doo ár (0 Ärt aufgenommen sey. Die Beifügung eines Urtheils über die Richtigkeit oder Unrichtigkeit von övnagetoua wäre erwünscht gewesen, zumal da évnageöoua von Schneider als zweifelhaft bezeichnet worden ist. Es konnte kurz angedeutet werden, dass övnageöoua von övnagóg ganz richtig gebildet ist, wie Trogtsgeüouat von négzregog, 7tovygesou« von tovygóg, ä/aLovejouat von d?«Lov, Aoyxeöou« von Aoyuxög, tagaßosüouat von tragáßoog u. s. w. und dass nach äussern und innern Gründen der ganze VersApoc. 22, 11 so geschrieben werden muss, wie es von Bentley, Bengel, Griesbach, Matthaei, Knapp u. A. geschehen ist. O 6vor Svövroo ár (o ëtt ist Glossem von ö ö vzt agög évot «gev6 : 1 (o Ärt und in der Lesart ö övnagög övt av3 ro Ärt ist dem auffallenden ÖvrtagsvGorto das bekannte Synonymum untergeschoben. C Die Fortsetzung folgt.)

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ALLGEMEINE LITERATUR - zEITUNG

- Junius 1840.

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hen. Endlich passt auch der vom Vf, gewonnene Gedanke nicht zum Gegensatze (o ag x Ög und ov» s . – ó jo s og äya Gjg), welcher zeigt, dass die Taufe nicht für eine Erneuerung des Leibes, sondern des Geistes erklärt werde (vgl. auch Hebr. 10, 22.). Dieselben Gründe sprechen gegen die verwandte Erklärung Dr. Winer's Gr. S. 174: „Einfacher – übersetzt man: die MVachfrage eines guten (zum Guten entschlossenen) Gewissens nach Gott d. h. das sich zu Gott Wenden, das ihn Suchen (wegen étagoräv - Äg tt einer Sache nachfragen vgl. 2 Sam. 11, 7.)." Etwas Anderes ist jemanden in Betreff einer Sache oder über eine Sache befragen 2 Sam. 11, 7, und wieder etwas Anderes nach Jemanden fragen, jemanden suchen, weshalb 2 Sam. 11, 7 als heterogen gar nicht hätte angezogen werden sollen. Ausserdem heisst ein gutes Gewissen nicht ein zum Guten, und ein böses Gewissen nicht ein zum Bösen entschlossenes Gewissen, sondern ein gutes Gewissen nennt man ein sich des gewollten oder gethanen Guten und ein böses ein sich des gewollten oder verübten Bösen bewusstes Gewissen. Einzig richtig ist folgende Deutung: Die Taufe ist nicht Ablegung leiblichen Schmutzes, sondern eines guten Gewissens Angelobung (das Versprechen ein gutes Gewissen bewahren zu wollen) an Gott (also Entfernung des Schmutzes der Seele). 'Ezregoräv heisst insbesondere als Stipulator fragen stipulari, % Znsgötyoug stipulatio, und éztegoräoGat sich vom Stipulator fragen lassen, auf eine Stipulation eingehen, geloben, versprechen, spondere, promit – tere ( vgl. Theophili paraphrasis graeca Institutionum etc. l. III. tit. 15–19). Hiernach bedeutet töétégléroua (i. 7. étégoräoGa) sponsio, promiss um von negaotäoGat prom ittere. Da nun negatäoðal r“ etwas versprechen heisst (Theophil. 1. c. l. III. tit. 19. § 19), so ist auch richtig gesagt ovvet Öjoelog äy«Gig étégéryua Angelobung eines guten Gewissens, so dass der Genitiv das bezeichnet was man angelobt. EnsgworäoGai t vu bedeutet Jemandem ein Versprechen geben ( Theophil. l. III. tit. 18. § 2). Dafür lässt sich auch saZ

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