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scheint vielmehr ein ganz verschiedener Aristoteles angenommen werden müssen, vielleicht derselbe den Macrobius Saturn. I. 18 anführt: ,, Nam Aristoteles, qui Theologumena scripsit, Apollinem et Liberum patrem unum eundemque deum esse, cum multis argumentis asserat, etiam apud Ligyreos ait in Thracia esse adytum Libero consecratum, er quo redduntur oracula,” wo nicht blos die Art und Weise der Anführung, Arist. qui Th. scripsit, nicht Aristoteles in Theologumenis, sondern noch weit mehr dies Angeführte selbst hinlänglich zeigt, dass nicht der bekannte Philosoph, sondern ein späterer Mytholog gemeint sey, und es dürfte vielleicht auch bei den Scholiasten 'Ag. Év nocóro tjg Gso Woytag herzustellen seyn. Oder vielleicht ist der Name des Aristoteles verdorben und zu schreiben Avt : p ávy g ?v to do tjg Geoyoviag. Antiphanes, wegen seiner lügnerischen Erzählungen eben so übel im Alterthume berüchtigt, als Eumenes, Pytheasu. a., schrieb ein Werk unter dem Titel Geoyovia, siehe Irenaeus adv. Haeres. II. 19, nur dass er dort mit dem Comiker Antiphanes irriger Weise für identisch gehalten wird: „Multoverisimilius etgratius de universorum genesi dirit unus de veteribus comicis Antiphanes in Theogonia etc." vergleiche Strabo II. p. 102. Polybius XXXIII. 12. Die letzten Worte des Scholiasten sind wohl so zu verbessern: érégov Öé (Do v. oo av é § Ayj voo og, döç xa Eügunông xai äkot iotogoöouv, xa Ty? - p ávy g teg töv Mlvo yevéoda paoiv, denn in dem ganz unverständlichen Artikel toi muss der Name der Mutter enthalten seyn, die auch weiter unten erwähnt wird vom Hegesippus in seiner Geschichte von Pallene: Käóuog oövr uyto tjg Eügtótyg T spävn nijk ngöç AGjvag xa AnvvGévéro Eögány» zog Ga Zv Ooxy. Moschus nennt sie mit geringer Veränderung Telephaessa II. v. 41: ávÜuq9 d' Eügtoney Morng TyAsqósooa aegux).vröv üzta0e öógov. – V. 36 wird unter andern Sagen über die Abkunft des Pan auch eine von einem arcadischen Schriftsteller Arethos angeführt: 'AgFGog ôé ö Teysáryg «Gégog aönöv xa vöupyg Oróyg yeve«Moye. Allein der Name Ag Gog ist wohl unbedenklich als ungriechisch zu verwerfen und Ag a 1 Gog zu schreiben, wie denn dieser Name auch sonst häufig verderbt erscheint, z. B. beim Scholiasten des Apollon. Rh. II. 498: Degexüông öé qyo xa AgaSog (l. Agiou Oog, eine Hdschr. hat sogar Agatog) ?zt. x xvov aötjv (Kvgjvyv) öxy Geioav xatá AnóA.covog 71goagsouveig tjv Krojvyv äquxéo Gut. Richtiger bei IHyginus P. A. II. 1: »Ariethus autem Tegeates historiarum scriptor non Callisto, sed Megistodicit appel

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gl. etat. C Der Beschluss folgt.)

ALLGEMEINE LITE RATUR - ZEITUNG

- - Januar 1840.

ORIENTALISCHE LITERATUR.

BoNN, b. Koenig u. van Borcharen: Institutiones linguae Pracriticae. Scripsit Christianus Lassen,

- Phil. Dr., Professor Bonnensis p. e., Societatt. Asiatt. Bengal., Britann., Paris. et Soc. Reg. Scientt. Norvag. Socius Honor. 1837 (8). X, 488 und 93 S. und zwei Flexionstafeln. (7 Rthlr. 12 gGr.) /

Der Vf, dessen grosse Verdienste um das Sanskritstudium längst anerkannt sind, behandelt hier mit der an ihm gewohnten Sorgsamkeit und Gründlichkeit die Dialekte des Sanskrit, in soweit sich über sie nach den Urtheilen und Lehren der indischen Grammatiker und nach den in ihnen geschriebenen Stellen der indischen Dramen entscheiden lässt. Er hatte vor allem das Verständniss der erwähnten Stellen im Auge, doch bewog ihn zur Abfassung seines Werks zugleich der Umstand, dass ihm die Erforschung der heutigen Dialekte Indiens durch eine genauere Kenntniss des Prakrit sehr erleichtert zu werden schien. Wenn mit diesem Werke die Untersuchungen über diesen Gegenstand keinesweges abgeschlossen sind, so liegt der Grund davon nicht in der Behandlungsweise des Vfs., sondern in der Natur der Quellen, aus welchen seine Darstellung geschöpft ist. Während die Grammatiker allgemeine und bestimmte Regeln geben, nur in wenigen und gewöhnlich höchst unwesentlichen Punkten von einander abweichend, zeigen die Texte der Dramen bei Uebereinstimmung im Allgemeinsten dennoch vielfach höchst verschiedenartige Abweichungen. Allein diese Texte sind grösstentheils noch auf höchst unkritische Weise behandelt; die in Asien erschienenen gewöhnlich nur nach Einer Handschrift herausgegeben, so dass man häufig bei Vergleichung nur Eines andern Manuscripts schon Uebereinstimmung mit den Lehren der Grammatiker hervorleuchten sieht. Man muss daher in noch sehr vielen Punkten zukünftiger grösserer Genauigkeit in Beziehung auf Kritik die Entscheidung überlassen, ob die vorkommenden Abweichungen begründet und die Texte zu schützen sind, oder ob die 4. L. z. 1840. Erster Band.

Lehren der Grammatiker die einzige Norm für die Constituirung der Texte bilden werden. Aber selbst in diesem Fall bleiben eine Menge Schwierigkeiten zurück. Die Kürze der Grammatiker in ihren Regeln, die nahe Verwandtschaft der meisten der in den Dramen gebrauchten Dialekte, die grosse Un– kenntniss der Abschreiber in Bezug auf diese Dialekte, durch welche bald eine mehr sanskritisirende Verderbniss der Stellen in den Dramen denn Sanskrit ist das allgemein verbreitete Bildungselement in Indien – bald eine sie Localdialekten (denen der Abschreiber) annähernde Corruption herbeigeführt ward, macht es nicht selten bis jetzt ganz unmöglich zu entscheiden, welchem der Dialekte die eine oder die andre Stelle angehöre, so dass man gar nicht bestimmen kann, nach welchen Grundprincipien die Reconstituirung des Textes eingeleitet werden soll. Man sieht daher, wie überaus viel noch im Einzelneu zu thun bleibt, darf aber dabei keinen Augenblick verkennen, dass durch die sorgsame Behandlung insbesondre der Grammatiker von Hn. Lassen eine Grundlage gelegt sey, die so fest und sicher ist, dass man sich der Hoffnung und Ueberzeugung hingeben kann, dass sie zum Auf- und Ausbau des ganzen Gebäudes vollständig genügen werdc. Die Dialekte, welche hier behandelt sind, sind allsammt Sprösslinge des Sanskrit, keine Seitenverwandten, nicht coordinirt, sondern Töchter desselben, subordinirt, aus ihm hervorgegangen. Die Erscheinungen derselben verhalten sich zum Sanskrit, wie die Erscheinungen in den neuern Romanischen Sprachen zum Latein. Wie solchartige Dialekte in der Sprachentwickelung entstehn, haben die Untersuchungen über die uns näher liegenden Gestaltungen der Art gezeigt. Durch sie können wir uns auch, was in Indien vorging, erklären, so wie dieses denn auch umgekehrt Bestätigung für jene Untersuchung darbietet. Wo sich ein, dieselbe Sprache sprechender, Volksstamm festsetzt und local spaltet, spaltet sich auch seine Sprache in topisch verschiedne Erscheinungen. Geschielt nichts, was den topisch geschicdK

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nen Volksstamm zum Bewusstseyn seiner Einheit zurückführt, so können die topisch verschiednen Sprachgestaltungen sich immer weiter von einander entfernen, so dass eine Vereinigung, ein Verständniss derselben unter einander immer schwieriger wird. Allein, wenn sich einer dieser, topisch, politisch, sprachlich oder auf andre Weise abgetrennten Stämme über mehrere oder alle ihm verwandte Stämme entweder politisch oder geistig erhebt, so werden sie durch diese Uebermacht auch in sprachlicher Hinsicht bewältigt. Die Sprache des sie in politischer oder geistiger Unterwerfung haltenden Stamms absorbirt nach und nach die verschiednen verwandten Dialekte – sehr häufig sogar unverwandte – und wird nach und nach die allgemeine Sprache wenigstens der auf Bildung Anspruch machenden, in welcher topische Divergenzen – welche sich den Bedingungen gemäss, welche äusseren Einflüssen auf die Sprachorgane gestattet sind, immer wieder von neuem einstellen – für Fehler und Provincialismen gelten. Eine solche Stellung nahm einst in Vorderindien das Sanskrit ein. Diese Behauptung im Allgemeinen zu bestreiten wird nicht leicht jemand einfallen, der diese Sprache und die daraus hervorgegangenen Dialekte einigermassen kennt; die Widerlegung eines so bizarren Opponenten würde zwar in die minutiösesten Details der Sprachforschung eingehn und einen bcdeutenden Raum einnehmen müssen, könnte aber eines siegreichen und bei denen, welche den Beweis und seine Mittel zu beurtheilen fähig sind, entschieden anerkannten Erfolgs gewiss seyn. Bei weitem schwieriger aber ist es, die Fragen zu beantworten, in welcher Zeit das Sanskrit diese Herrschaft gehabt habe und wie weit sie über Indien ausgedehnt gewesen sey. Ich zweifle sehr, dass sie je eine vollständig genügende Beantwortung finden werden, doch wird es stets von der höchsten Bedeutung seyn, die Momente hervorzuheben, welche darauf Einfluss haben können. Zu einer genaueren Erörterung dieser Art kann nun hier der Ort nicht seyn. Doch dürfen wir uns erlauben – da dieses mit der Erkenntniss des im vorliegenden Werk behandelten Gegenstandes aufs in– nigste zusammenhängt – für jede dieser Fragen auf Einen Punkt aufmerksam zu machen. Was zunächst die Zeit der Herrschaft des Sanskrit betrifft, so haben wir jetzt bekanntlich indische Inschriften, welche zum Theil bis ins 4te, vielleicht

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Inschriften. Nehmen wir für beide Momente durch– schnittlich nur die geringen Zeitabschnitte von je drei Jahrhunderten, so erhalten wir für die Zeit der Herrschaft des Sanskrit schon etwa das 10te oder 9te Jahrhundert vor Christus. Diese hypothetische Annahme erhält aber noch eine mehr historische Stütze. Tibetanische Quellen berichten uns, dass in den buddhistischen, sowohl mündlichen, als schriftlichen Entwickelungen dieser Lehre die Dialekte Indiens gebraucht wurden, woraus wir folgern können, dass schon beim Erwachen des Buddhismus die Herrschaft des Sanskrit nur noch nominell war, ja sogar ist es wahrscheinlich, dass diese Abwendung des Buddhismus vom Sanskrit seinem hinlungernden Greisenalter den Todesstoss gab. Nun ist zwar keinesweges bis jetzt das Zeitalter des Buddha chronologisch zu sichern, allein die meisten Umstände sprechen doch dafür, dass die ceylonesische Zeitrechnung, welche Buddhas Tod 543 vor Chr. setzt, wenn

*) Ueber diese Bestimmungen s. den Artikel: Indien in Ersch und Gruber Encyclopädie der wissenschaften und Künste,

Sektion II, Bd. XVII. S. 64 ff.

auch nicht ganz die Wahrheit ist, sich ihr doch am meisten nähert. Man irrt schwerlich, wenn man die Anfänge des Buddhismus etwa um 500 vor Chr. setzt. Schreibt man nun ihnen die Ausbildung der aus dem Sanskrit herausgesonderten indischen Dialekte zu, so trifft die durch diese Annahme sich ergebende Zeit ungefähr mit der hypothetisch für die Stabilirung der Dialekte angenommenen zusammen. Für die Zeit dagegen, mit welcher etwa das Aussterben des Sanskrit als allgemeine Sprache begönne, kenne ich noch kein einigermassen entscheidendes Moment und beruhige mich bei der hypothetischen Annahme. Was nun die zweite Frage nach der Ausdehnung der Herrschaft des Sanskrit betrifft, so ist hier der Umstand von der höchsten Bedeutung, dass derjenige Dialekt, welcher für die Prakrita principalis gilt, und in welcher die Prakrit – Gedichte in den Dramen insbesondre abgefasst sind, der von Maháráshtra genannt wird. Dass die geographischen Namen der Dialekte nichts weniger als bedeutungslos sind, hat schon Hr. Lassen bemerkt. Er hat an einigen Stellen schon nachgewiesen, dass Eigenthümlichkeiten dieser Prakrita principalis oder Dialectus mahárashfrica sich in der That noch in der heutigen Mahrattensprache wieder finden. Aber der Hauptbeweis dafür, dass diese geographischen Bezeichnungen der Dialekte von sehr wesentlicher Bedeutung sind, stand Hn. Lassen damals noch nicht zu Gebot. Er liegt in dem Umstand, dass der von den Grammatikern Mágadh? genannte Dialekt in sehr wesentlichen Punkten mit der Magadha – Sprache übereinstimmt, wie wir sie jetzt durch die Asoka – Inschriften kennen gelernt haben; so, um nur einiges zu erwähnen, haben in diesen, wie die Grammatiker es lehren, die Nominative der Themen auf a nicht as oder Ö, sondern wirklich é, für r tritt immer lein, der Nominativ des Pronomen der 1sten Person setzt ka an (in den Inschriften hakam nach den Grammatikern haké) und so giebt es eine Menge anderes entweder ganz übereinstimmende oder sehr nahe verwandte. Das Land maháráshtra ist im 7ten Jahrhundert (nach den chinesischen Berichten des Huan Thsang) in Südost durch Konkan (Koung kia na pou lo; im

Sanskrit Könkanapura ) begrenzt [welches nördlich von Drávida (Tha lo pitchha) liegt ] und reicht bis zum Werbudda (im Sanskrit narmadá bei Hiuan Thsang Mai mo tho). Westlich davon liegt das Reich Barygaza (im Sanskrit BhFigukalkha und bei Hiuan Thsang Palou ko tchen pho), der jetzige District von Beroach. Nördlich liegt Malva (bei Hiuan Thsang Ma la pho). Oestlich davon liegen die binnenländischen Theile des grossen Reichs Andhra (bei Hiuan Thsang Antholo) * ). Ihr Reich ging danach etwa vom 17° n. B. bis zum Nerbudda (20° 30 ungefähr und von 72° – 76° ö. B.). Denselben Umfang mögen sich wohl auch die indischen Grammatiker denken, wenn sie von Maháráshtra reden. Denn sie sind schwerlich älter als diese Zeit, eher jünger. In diesen Gegenden also – vielleicht für die ältere Zeit minder südlich – muss das Sanskrit, als es die allgemeine Sprache Indiens war, die Herrschaft gehabt haben. Sein Einfluss kann nicht zu einer Zeit dahin getragen seyn, wo es schon im Aussterben begriffen war, wo sich aus ihm schon wieder Dialekte befreiten, sondern es kann eine solche Stellung ( dass sich aus ihm die eigentliche Volkssprache dieser Gegend in einem derartigen Verhältniss entwickelte, wie die Prakrita principalis oder Maháráshtrica zum Sanskrit steht) nur dadurch gewonnen haben, dass es als allgemeine Sprache des ganzen gebildeten socialen Lebens dahin kam und die dortige Sprache – mag sie stammverwandt oder stammverschieden (Drávid'a etwa ) gewesen seyn – in sich absorbirte. Eine solche Blüthezeit des Sanskrit glaubten wir nach obigem bis etwa in das 10te oder 9te Jahrhundert vor Chr. hinaufrücken zu müssen. In dieser Zeit muss demnach, um diess hierbei zu bemerken, Sanskrit – Sprache und Sanskrit – Bildung schon tief in das Dekhan hinein die Herrschaft gehabt haben. Auch dafür sprechen historische Zeugnisse, nicht der einheimischen Geschichtschreiber Indiens, welche bei dem jetzigen Standpunkt der indischen Geschichtskunde für die meisten Perioden ihrer Geschichte noch ganz unbenutzt bleiben müssen, sondern aus ganz andern Winkeln zusammenzutragende * ).

*) vgl. den Auszug aus Hiuan Thsang's Reisebericht in Foë Kouë Ki ou Relation des royaumes bouddhiques. Voyage dans la Tartarie, dans l'Afghanistan et dans l'Inde eacecuté à la fin du IVème siècle par Chy Fa Hi an; traduit du Chinois et commente par M. Abel Rem us a t. Ouvrage posthume, revu complete et augmente d'eclaircissements nouveaua par MM. Klaproth et Landr es se p. 590 ff., wo jedoch die Ineisten Namen verkannt sind. LEine Recension dieses Werkes im nächsten Monatshefte. Red.]

*) Vgl. den schon angeführten Artikel in Ersch und Gruber Encyclopädie S. 25, wo sich Supára C das schöne Ufer) ein sanskritisches Wort als Namen eines Theils der Küste von Malabar um 1000 vor Chr. ergiebt.

Sanskrit herrschte also etwa ums Jahr 1000 v. Chr. bis in das Dekhan hinein. Für die Zeit oder die Ausdehnung seiner Herrschaft im Norden, Osten und Westen haben wir keinen Beweis. Da hier aber ausser allem Zweifel das einwandernde Sanskritvolk sich zuerst festsetzte, so können wir annehmen, dass es sich erst in den natürlichen Grenzen dieses Gebiets sicherte – zwischen den Hamalaja – Bergen, dem Indus und Ganges – ehe es an ein Eindringen in das Dekhan dachte.

Dass hieraus manches für die politische Geschichte Indiens folge; dass wir die Einwanderung und Verbreitung des Sanskritvolkes (der östlichen Arier) wieder um vieles höher hinaufsetzen müssen, als jenen Zeitpunkt; dass wir um die Zeit, wo das Sanskrit in einem so bedeutenden Umfange Undiens allgemeine Sprache war, auch eine gewisse Art politischer Einheit mit einem hohen Grade von einer gleichmässigen Cultur dieses ganzen Landstriches annehmen müssen – - versteht sich von selbst; es genauer zu verfolgen, ist hier der Ort nicht, wo wir uns auf die Sprachentwickelung beschränken.

CD ie Fortsetzung folgt.)

GR IE C H I SCHE LITER ATUR.

LEIPzG, b. Weigel: Euripidis tragoediae et fragmenta recensuit, interpretationem latinam correxit, scholia graeca e codicibus manuscriptis partim supplevit partim emendavit Augustus Matthiae. T. X. U1. S. W. ( Beschluss von Nr. 9.) V. 524 stellt Hr. K. richtig in den Versen des Cleostratus oxogtlog st. oxogtov her, nur war ausserdem wohl für dyôojxovra lieber zu schreiben: 'AA' önórav tgirov uag z’ öyö öx ovra uéyya Sxogtlog, Eig äka zittrét äu of puvouéroqt, wie immer bei Ionischen Schriftstellern: das Gedicht des Cleostrats führte den Namen Aorgooyia, siehe Athen. VII. p. 278. B. Hygin. P. A. II, 13, (wo er neben dem Grammatiker Parmeniscus ganz in gleicher Weise erwähnt wird, wie auch hier derselbe Parmeniscus die Verse des Cleostratus anführt,) Plinius II. 8. – In dem leider sehr verunstalteten grösserem Bruchstücke des Pindar, welches zu v. 892 angeführt wird, begnügt sich Hr.-K. Hermanns Versuch zur Wiederherstellung des Gedichtes anzuführen, ohne auf die Vermuthungen von Hrn. Welcker und Schneidewin im rheinischen Museum II. I. p. 110 ff. Rücksicht zu nehmen, zu denen sich noch der höchst miss

lungene Versuch des neuesten Herausgebers des Rhesus hinzufügen liesse: jedenfalls aber hätte bemerkt werden sollen, dass aus der genauen Vergleichung dieser Stelle, die Hrn. Welcker von Hrn. Ambrosch mitgetheilt ward, deutlich erhellt, wie wenig man sich auf Amati's Genauigkeit in Benutzung der Handschrift verlassen dürfe: auch ist, um nur von den Vielen, was sich den Verbesserungsversuchen des Früheren hinzufügen liesse, eine herauszuheben, offenbar der Schluss des Scholions ebenfalls verstümmelt; denn es ist wenigstens ungenau und kaum glaublich, dass, während die andern Müsensöhne alle namentlich aufgeführt werden, Orpheus, obwohl der Berühmteste, nur mit den Worten vióg Odygov bezeichnet werde,

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Zot Oióygov Ayovotv. Doch wir brechen hier ab, in– dem aus den wenigen mitgetheilten Bemerkungen sich leicht absehen lässt, wie weit die Kritik dieser Scholien wohl von einem genügenden Abschlusse entfernt sey, zugleich aber auch wie wünschenswerth bei der Wichtigkeit dieser an Umfang sehr geringen Ueberreste es wäre, wenn die Vaticanische Handschrift von neuem verglichen werden könnte, zumal da sich mit ziemlicher Gewissheit vermuthen lässt, dass dieselbe auch die Scholien zu den übrigen sieben Tragödien des Euripides, die bisher schon aus andern Hand– schriften bekannt waren, weit vollständiger und wohl theilweise auch in besserer Gestalt darbieten werde: hat doch erst vor Kurzem Wilh. Dindorf in seiner Aus

gabe der Alcestis (Oxonii 1834) Praef. p. 6 jene

merkwürdige Didaskalie, die über die Dichtungen des Euripides ein ganz neues Licht verbreitet und zur Lö– sung eines der schwierigsten Probleme auf ganz überraschende Weise führt, aus derselben Handschrift veröffentlicht. T. W. M.

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