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Rec. bekennt, dass ihm diese halbsystematische Anordnung (eine streng systematische war nicht möglich) in der einen wie in der andern Ausgabe nicht zusagt. Das Künstliche, zum Thcil Erkünstelte daran ist nicht zu verkennen. Auch die Richtigkeit der Sonderung lässt sich zuweilen bezweifeln. Die von R.Sch. gemachte gründet sich mehr auf Hegel'sche als auf Kantische Principien, und Kant selbst würde sie ohne Zweifel verworfen haben. Bei Hn. ist unter andcrm zu erinnern, dass die Kr. der Urtheilskraft mit der praktischen Philosophie Kants in engem Zusammenhange steht, und daher zu spät gestellt ist; aus ähnlichem Grunde nimmt bei R.Sch. die Kr. der praktischen Vernunft eine zu späte Stelle ein. Die weite Entfernung der Logik und der Anthropologie von einander ist in beiden Ausgaben befremdend. – Alles wohl erwogen, würde Rec. die rein chronologische Folge vorgezogen haben. Das Buntfarbige der einzelnen Bände, welches die Herausgeber vermeiden wollten, hat doch nur in geringerem Grade können vermieden werden; dagegen waren die Herausg. nach ihren Maximen der Anordnung genöthigt, bisweilen Schriften in einem Bande zusammenzustellen, welche in dem Leben Kants Jahrzehende weit auseinander lagen, und dies ist dem Studium der Kant. Philosophie nicht förderlich, zumal wenn die spätere Schrift der früheren vorangeht. Der Hauptgrund aber ist,

dass in den verschiedenen Werken Kants der Bildungsgang, welchen er selbst genommen, sich auf merklichere und zugleich interessantere Weise zu erkennen giebt, als bei manchem andern Philosophen gleichen Ranges, älterer und neuerer Zeit. Es ist höchst belehrend, den Einfluss zu beobachten, welchen jener Bildungsgang allmählig auf die Produkte der Kantischen Studien gehabt hat. Man lernt hieraus erkennen, wie allseitig vorbereitet seine Philosophie in ihm selbst bis zum Jahre 1780 gewesen ist, und dass seit Erscheinung der Kritik der reinen Vernunft eine Einheit in ihr begründet ist, welche von seinen Anhängern nur deswegen selten begriffen worden, weil Kant nicht dazu gelangte, sie selbst ausführlich darzustellen*), und welche von seinen gewandtesten Gegnern nur deswegen geleugnet wird, weil sie zu ihren, angeblich die Kantische Philosophie weiter führenden, Systemen den Baustoff hauptsächlich nur aus der Kritik der reinen Vernunft entnommen haben, mit Hintansetzung der Kritik der praktischen Vernunft und der Urtheilskraft. Dies alles würde den künftigen Forschern und Selbstdenkern, welchen wir jedenfalls das Studium der Kant. Philosophie nach der Zeitfolge ihrer Theile anrathen müssen, bei Anordnung der Werke in chronologischer Ordnung äusserlich und innerlich näher gebracht worden seyn. Zum Belege für Manches bisher Bemerkte, und um die Leser ersehen zu lassen, wo und in welcher Verbindung die einzelnen Schriften Kants in den beiden Ausgaben sich finden, lassen wir jetzt ein tabellarisches Verzeichniss derselben nach chronologischer Ordnung folgen. Das bereits erwähnte Verzeichniss bei Hn. X, 595 fg. ist hiebei zum Grunde gelegt. Zur näheren Erkenntniss des Eigenthümlichen jeder Ausgabe dienen die beigefügten Noten.

*) Bekanntlich beabsichtigte Kant in seinen letzten Jahren noch ein Werk zu schreiben , vom Uebergange der Metaphysik

zur Physik."

Wenn man sich erinnert, dass es nach Kant eine Metaph. der Natur und eine Metaph. der Sitten giebt,

und in wie weit der Mensch auch in Betreff seiner sittlichen Eigenschaften der Natur angehört; so wird es mehr als wahrscheinlich, dass in jenem nicht geschriebenen Werke die oben erwähnte Einheit würde dargelegt worden seyn. Man

vergleiche auch die „Prolegomenen zu j. k. Metaph.” Ausg. 1783, die 2 letzten Seiten.

A. L. Z. 1840. Erster Band.

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Verzeichniss der Schriften Imm. Kants.

- - - FT - Ausgabe beim Jahr der Titel. Modes u. Herausgabe. - Leop. "* j - Theil, Seite. | Band. Seite. 1747. Gedanken von der wahren Schätzung der lebendigen Kräfte, ) V, 1. VIII, 1. 1754. Untersuchung der Frage: Ob die Erde in ihrer Umdrehung u. s. w. VI, 1. VIII, 207. - Die Frage: Ob die Erde veralte? u. s. w. VI, 13 | IX, 1. 1755. Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels, *) V1, 39 VIII, 217. - Meditation um deigne succincta delineatio, *) V, 233 | VIII, 383. - Principiorum pr. cognitionis metaphysicae nova dilucidatio, I, 1. III, 1. 1756. Geschichte und Naturbeschreibung . . . des Erdbebens vom Jahre 1755, VI, 227 | IX, 25. - (Fortgesetzte) Betracht. d. seit einiger Zeit wahrgenommenen Erderschütterungen, V1. 269. IX, 65. - Monadologia physica , *) V, 255. VIII, 405. - Einige Anmerkungen zur Erläuterung der Theorie der Winde, ”) VI, 281.IX, 77. 1757. Entwurf und Ankündigung eines Collegii der phys. Geographie, nebst Betrachtung über die Frage: ob die Westwinde . . . darum feucht sind u. s. w..") |VI, 299. IX, 93. 1758. Neuer Lehrbegriff der Bewegung und Ruhe u. s. w. V, 275. VIII, 425. - Ueber Swedenborg (Briefe), VII, 3. X, 453. 1759. Betrachtungen über den Optimismus, 7) i, 45. VI, 1. 1760. Gedanken bei dem Ableben des Hrn. v. Funk; Sendschreiben an Frau v. Funk, v11, A, 125.x, 460. 1762 Die falsche Spitzfindigkeit der 4 syllogistischen Figuren, I, 55. I, 1. 1763. Versuch, den Begriff der negativen Grössen in die Weltweisheit einzuführen, I, 113 I, -19. - Der einzig mögliche Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseyns Gottes, I, 161.VI, 11. 1764 Raisonnement über den Abenteurer Komernicki aus d. Königsb. Zeitung, *) - - - - X, 1. - Versuch über die Krankheiten des Kopfes, VII, A, 13 X, 5. - Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen, ”) IV, 397 VII, 377. - Untersuchung über die Deutlichkeit der Grundsätze der natürl. Theologie u. Moral, I, 75 | I, 63. 1765. Nachricht von der Einrichtung seiner Vorlesungen, I, 287 | 1, 97. 1766 Träume eines Geistersehers, erläutert durch Träume der Metaphysik, 10) VII, A, 31. Il I, 45. 1768. Vom ersten Grunde des Unterschiedes der Gegenden im Raume, V, 291 II 1, 113. 1770. De mundi sensibilis atque intelligibilis forma et principiis, 1, 301 | III, . 123. - Kants und Lamberts philosophische Briele, 1!) I., 343. X, 468. 1775. Von den verschiedenen Racen der Menschen, ”) VI, 313, X, 23. 1781. Kritik der reinen Vernunft, 1*) II, 1. 11, 1.

1) Die Zeichnungen hiezu bei Hn. auf besondern Kupfertafeln , bei R.Sch. im Texte. 2) Die literar. Notizen hierüber bei Iln. genauer als bei R.Sch. 3) In beiden Ausgaben aus verschiedenen, doch wesentlich gleichlautenden, Handschriften zum ersten Male gedruckt; vgl. die Vor eden. Der Druck bei Hn. etwas correcter. Die Figuren wie Anm. 1. 4) Siehe die literar. Notiz bei R.Sch. Die Figuren wie Anm. 1. 5) Die Angaben, den Druck betr., differiren in den Vorr. beider Ausgaben. 6) Nicht erst im J. 1765 erschienen; vgl. Hn. Vorrede S. 7. -7) Bei Hn., am Ende der Abhandlung, ein Zusatz Kants, betreffend seine Vorlesungen. 8) Weggelassen von R.Sch. vgl. Hn. Vorrede S. 6. 9) Vielleicht erst 1766 erschienen; S. Hn. Vorr. S. 10. – Den Herausg. R.Sch. lag ein durchschossenes Exemplar vor, in welches Kant selbst viele interessante Bemerkungen noch eingetragen hatte. Leider ist von diesen nichts mitgetheilt worden; vgl. R.Sch. Vorr. S. 6 fg. Vielleicht wird der X. Theil noch die Leser entschädigen. 10) Ein Irrthum bei Hn., Bd. III, Vorr. S. 6 Anm. die Anonymität Kants betr. wird berichtigt Bd. VII, Vorr. S. 13. 11) von 1765 bis 1770. Drei Briefe von Lambert, zweie von Kant. 12) Ueber den Zusammenhang dieser Abhandlung mit der unter ähnlichem Titel , v. J. 1785, und mit der über den Gebrauch teleolog. Princ. in d, Philosophie, v. J. 1788, vgl. besonders Hn. X, Vorr. 6 fg. 13) Bei R.Sch. nach der ersten Ausgabe abgedruckt, aus überwiegenden Gründen, s. Vorr. S. 6 f. Die grösseren und kleineren Abänderungen in der zweiten Ausgabe (welcher die fünf späteren wesentlich gleichen), sind mit Ausnahme Einer übersehenen, welche oben erwähnt worden, in 28 Supplementen von S. 663 an beigefügt; einige minder bedeutende Verschiedenheiten werden in Anmerknngen unterm Texte bemerkt. Die fünfte Ausg. v. J. 1799 ist hierbei vorzugsweise benutzt worden, weil sie die letzte war, welche unter Kants Auspicien erschien. Den Inhaltsverzeichnissen für die 1. u. 2. Ausg. ist noch ein drittes ausführliches (weil das der 1. Ausg. zu kurz war) beigefügt. Zur Bequemlichkeit des Vergleichens bei etwa in andern Schriften vorkommenden Citaten der 1. Ausg. sind die Seitenzahlen derselben, auf jeder Seite der vorliegenden, unter der hier fortlaufenden Pagina angegeben. – Hr. Hn. giebt das Werk nach der weiten Ausgabe, vom J. 1787 (s. die Vorr. zu Bd. 1, S. 24 fg.). Die Verschiedenheiten der ersten Ausg. werden theils in Anmerk. unter dem Texte, theils in zwei Nachträgen (Bd. II, S. 627 ff.) zu der ,, Deduction der reinen Verstandesbegriffe” und zu dem Lehrstücke , von den Paralogismen der reinen Vernunft" gegeben. Das Inhaltsverzeichniss ist genau und richtig. In der Vorrede Kants zur 1. Ausg. hat Hn. die letzten, blos die Druckfehler und die Druckform hetreffenden Sätze weggelassen. – Der Druck beider vorlieg. Ausg. ist sehr correct. Doch ist das Erratum (Vorrede v. J. 1787 ) , gleichseitigen Triangel, statt gleichschenklichen", welches RSch. sofort in der Anmerk. Th. II, S. 667 berichtigt, von Hn. erst in Bd. X, S. 499 verbessert worden. Eben so der schon von Kant selbst (in der Vorr. zur ersten Ausg. am Schlusse) gerügte Druckfehler: „skeptisch statt specifisch " ist stehen geblieben bei Hn. Bd. II, S. 682, Z. 4, und wird nachträglich verbessert in der Vorr. zu Bd. I, S. 26, Anm. – Dagegen lesen RSch. nach Th. II, S. 428, Z. 11, plaenomeno statt: noumenon; zwar mit Kant, der hier keinen Fehler bemerkt hat, aber doch unstreitig irriger Weise; Hn. hat „ Noumenon" drucken lassen, und es in der Vorrede zu Bd. 1, S. 25 Anm. bemerkt.

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Jahr der Tz el. Ä„ „. Herausgabe. LeoP. Voss: j. Theil. Seite. Band. Seite. 1783. Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik u. s. w. III, 1. III, 163. - Recension von Schulz, Sittenlehre für alle Menschen, VII, A, 135. V., 337. 1784. Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht, VII, A, 315. IV, 291 . - Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? *) VII, A, 143. I, 109. 1785. Recension von Herder's Ideen zur Phil. der Gesch. der Menschheit, ”) VII, A, 337. IV, 311. - Ueber die Vulcane im Monde , VI, 391. IX, 107. - Von der Unrechtmässigkeit des Büchernachdrucks, °) VII, A, 155. V., 345- Bestimmung des Begriffs einer Menschenrace , VI, 333. | X. 45- Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, VIII, 1. | IV, 1. 1786. Muthmasslicher Anfang der Menschengeschichte, VII, A, 363. IV, 339. - Recension von Hufeland, über d. Grundsatz des Naturrechts, VII, A, 169 V, 357. - Was heist: sich im Denken orientiren ? I, 371. I, 119. - Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaft, V, 303. VIII, 439. - Bemerkungen zu L. 11. Jakobs , Prüfung der Mendelssohn'schen Morgenstunden", 1, 391. Vl, 129. 1788. Ueber den Gebrauch teleologischer Principien in der Philosophie, VI, 355. X, 65. - Kritik der praktischen Vernunft, 17) VIII, 103. IV, 95. 1790 " Kritik der Urtheilskraft, ”) 1V, 1. VII, 1. - Ueber eine Entdeckung, nach der alle neue Kritik der Vernunft durch eine ältere entbehrlich gemacht werden soll, I, 399. III, 317. - Ueber Schwärmerei und die Mittel dagegen, VII, A, 109. X, 99. 1791. Ueber das Misslingen aller philos. Versuche in der Theodicce , VII, A, 385. VI, 137. - Ueber die Fortschritte der Metaphysik seit Leibnitz und Wolf; Cherausg. erst 1804 von Rink), I, 483. III, 409. 1792." Vom radicalen Bösen in der menschlichen Natur; (wurde von Kant wieder aufgenommen als 1. Stück der Schrift: die Religion innerhalb der Grenzen der blossen Vernunft), - * * - • • • • - Ueber den Verfasser der Kritik aller Offenbarung (A. L. Z. 1792. Intell.'Bl. Nr. 102.) . . . . . X, 553. 1793. Die Religion innerhalb der Grenzen der blossen Vernunft, ”) X, 1. VI, 159. - Ueber den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig seyn u. S. w. VII, A, 175. V., 363. 1794. Etwas über den Einfluss des Mondes auf die Witterung, VI, 403. IX, 119. - Das Ende aller Dinge, VII, A, 409V1, 391. - Ueber Philosophie überhaupt, ”) - 1, 579. I, 137. 1795. - Zum ewigen Frieden, ?) VII, A, 229 | V, 411. 1796. Zu „Sömmering über das Organ der Seele, " ??) VII, A, 115. X, 105. - Von einem neuerdings erhobenen vornehmen Tone in der Philosophie, ”) l, 619. 1, 173. - Verkündigung eines nahen Abschlusses eines Tractats zum ewigen Frieden in der Philosophie, - I, 647 | III, 395. - Ausgleichung eines auf Missverstand beruhenden mathematischen Streites, l, 643. 1, 195.

14) Was die Schlussanmerkung Kants sagt CHn. I, 118), ist bei R.Sch. in der Vorrede ausführlicher erzählt. Th. VII, Abth. 1, S. 11. 15) Irrige Angabe bei R.Sch., Vorr. S. 15, und wieder S. 337, dass es nur die Recens. des ersten Theiles von Herders Werke sey; es ist die des ersten und zweiten; auch folgt letztere unmittelbar S. 352. – Genauer bei Hn., Vorr. zu Bd. 1V, S. 11; auch schaltet II n. S. 325 die „ Erinnerungen des Recens. . . . über ein im Februar des deutschen Mercur, 1785, gegen diese Rec. gerichtetes Schreiben" (dessen Vs. Reinhold war , s. IIt. Bd. X, S. 601, Anm.) ein, welche bei RSch. fehlen, sowie auch bei den bisherigen Abdrücken der Rcc. in den Sammlungen der kleineren Schriften Kants. 16) Die Bemerkung bei Hn. Vorr. S. 10 f. über Fichte's Abh. über denselben Gegenstand verdient beachtet zu werden. 17) Es sind sechs Ausgaben erschienen (die 6te im J. 1827), wie Hn. richtig bemerkt. Der Abdruck hier sorgfältiger, als bei R.Sch. 18) Die Zählung der §§. bei R.Sch. differirt von der bei Kant (Ausg. v. J. 1793) von §. 55 an. Die Paragraphenzahl 54 fehlt in den Originalausgaben gänzlich. Diesen Uebelstand hebt Hn. dadurch, dass er die Bezeichnung, „ §. 54", der Anmerkung zu §. 53 vorsetzt, und dann mit den Orig. Ausg. weiter zahlt von §. 55 an. – R.Sch. setzt, um eine richtige Folge der §§ zu haben, §. 54, wo in den Orig. Ausgaben §. 55 steht, und zählt daher von da an („ Dialektik der ästh. Urth.”) einen § weniger als Kant, im Ganzen nur 90, statt 91 §§. Dies scy wegen etwamigen Citaten bemerkt. – Auch sonst ist der Abdruck bei Hn. vorzugsweise correct. Einige Uebersehungen bei R.Sch. sind oben erwähnt worden. 19) In der 2ten Ausgabe 1794 waren Anmerkungen hinzugekommen, welche nicht sorgfältig von denen der 1. Ausgabe unterschieden wurden. RSch. unterscheidet sie durch Ziffern, Hn. durch Kreuze (†). Uebrigens bei R.Sch. wieder mehrere sinnstörende Druckfeltler! – Die „ Erläuterung Kants über die Censur obiger Schrift findet sich bei Hn. Bd. X. S. 544; bei R.Sch. ist sie im XI. Theile zu erwarten - 20) Dieser von Kant an J. Sig. Beck überlassene Aufsatz (s. dessen erl. Auszug a. d. krit. Schriften des H. Pr. Kant, Bd. 2.) ist von Beck nicht eigentlich „überarbeitet,” sondern nur „excerpirt" worden, wie Hn. bemerkt, Bd. 1, Vorr. 28 u. S. 138, vergl. R.Sch. Th. I, Vorr. S. 37. 21) Ueber die Tendenz dieser Schrift berichtet R.Sch., Vorr. S. 13 fg., genauer als Hn. Vorr. S. 11. 22) In dieser Abhandlung hat R.Sch. (Th. VII, A. 119) die Anmerkung, die Bedeutung des Wortes „Gemüth" betreffend, nach der von Tieftrunk versuchten Ergänzung (?) des Satzes drucken lassen, ohne weitere Bemerkung. Das war aber nicht nöthig. Richtiger und mehr in Kants Sinne bei IIn. Bd. X. S. 109 23) Nach Hn. (Bd. III, Vorr. S. 7) sind diese und die folg. Abhandlung: „Verkündigung u. s. w.'' beide gegen Schlosser gerichtet; nach RSch. nur die zweite, die erste gegen die Jacobi'sche Philosophie (Th. I, Vorr. S. 38).

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In Hinsicht auf den Inhalt der einzelnen Kantischen Schriften, – ausser dem, was zur Kenntniss ihrer Entstehung, Veranlassung und Tendenz erfoderlich war, und woran, wie schon bemerkt worden, R.Sch. etwas reicher ist als Hn. – haben die Herausgeber, insbesondere die HH. Schubert und Hartensein, sich billig aller Würdigung desselben, oder ales dessen was einem Commentare oder einer Beurtheilung ähnlich seyn könnte, enthalten. Die Pietät, welche sie gegen den ehrwürdigen Lehrer und Warner seines und unsers Jahrhunderts empfinden, spricht sich in dieser Enthaltsamkeit sowohl als in einzelnen Stellen ihrer Vorreden, (Hr. Schubert hat nur die Vorreden zu Th. VI, VII, IX, selbst verfasst, die erste allgemeine zu Th. I, und die zu Th. V. nur mit unterzeichnet,) wobei noch der oben bereits erwähnten Abhandlung des Hn. Schub.in v. Raumers histor. Taschenbuche zu gedenken ist, eben so unzweideutig als ungezwungen und edel aus. Hr. RosenkranS, welchem

wir übrigens eine ähnliche Pietät keineswegs abspre

chen wollen, erscheint doch überall mehr kritisirend,

ja richtend. Diess kann nicht gegen den XII. Theil

der Werke gesagt seyn, denn hier stand Hr. R., als

Geschichtschreiber der Kantischen Philosophie, auf ei

nem Standpunkte, welcher ein Urtheil über den Gehalt

der Kantischen Bestrebungen foderte. Ein solches kann

auch bei der blossen Herausgabe der Werke nicht für

unstatthaft erklärt werden, noch ihr Nachtheil bringen;

vielmehr wird es immer anregend seyn, und es ist

Sache der Leser, seine Wahrheit zu prüfen; auch

24) In der Vorrede des Hrn. Sch. mehrere literarische Notizen, die bei Hn. fehlen.

werden diese im vorliegenden Falle das Meiste wohl

gegründet sinden, an dem Geistreichen aber sich über

all gern erfreuen. Indessen Ref. meint doch , dass

besonders ältere Kenner der Kant. Philosophie, sowie er selbst, hin und wieder Anstoss in den Vorreden

nehmen werden, theils an Aeusserungen über Kant selbst, theils an Urtheilen über einzelne seiner Werke.

Der Druck hier correcter als dort.

25) Die Zeitschrift, in welcher diese Ahhandlung zuerst erschien, war nicht die „Berliner Monatsschrift', (RSch. Vorr. S. 14), sondern die „Berliner Blätter" (Hn Vorr. S. S. 12).

26) In beiden Sammlungen der Werke nach der 2. Ausgabe v. J. 1800 gedruckt, mit den nöthigen Verbesserungen des in den Originalausgaben vernachlässigten Druckes. Doch zählt Hn. die SS. nach der 4. Ausgabe (1833, mit einem Vorworte von Herbart), wo übrigens auch zweimal dieselbe Zahl zweien §§. gegeben ist. – Schätzbar sind bei Horn. Sch. einzelne literarisch – historische Bemerkungen. Auch ist hier für die Bequemlichkeit des Vergleichens, durch Beifügung der Seitenzahlen der 2. Ausgabe unter der Pagina des neuen Abdrucks, eben so gesorgt, wie oben bei der Kritik der rcinen Vernunft (Anm. 13) bemerkt worden. – Die Abweichungen der 1. Ausg. hat Hn. fortlaufend unter dem Texte bemerkt, auch einzelne Lesarten derselben in den Text aufgenommen.

27) Die Vorrede von Jäsche fehlt bei IR.Sch. -

28) Von der Vorrede von Rink fehlt der letzte Theil bei R.Sch. Dagegen sind hier Supplemente aus handschriftlichem Nachlasse Kants beigefügt, S. 779–805, welche der Herausgeber, Hr. Schubert, von mehreren Seiten her erhielt und welche von ihm mit ersichtlicher Sorgfalt und Liebe redigirt sind. »

29) Rinks Vorrede fehlt bei R.Sch. Dessen Anmerkungen sind bei beiden weggelassen.

30) Es ist zu erwarten, dass das von Hn. Aufgenommene, bei R.Sch. fehlende, in dem noch nicht erschienenen XI. Theile der Werke seinen Platz werde gefunden haben. «

(Der Beschluss folgt.)

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- VERMISCHTE SCHRIFT EN.

HAMBURG, b. Perthes: Lebensnachrichten über B.

G. Niebuhr, aus Briefen desselben und aus

Erinnerungen einiger seiner nächsten Freunde U1. S. W.

Zweiter Artikel. ( Fortsetzung von Nr. 36. )

Den zweiten Band dieses Werkes eröffnet eine Sammlung von Briefen an den Grafen A. Moltke, welche erst später der Herausgeberin zukamen, und hier als Nachtrag zum ersten eingeschaltet sind. Sie sind um so wichtiger, als MV. sich hier gegen seinen Jugendfreund ganz offen ausspricht, und die ganze Fülle seines Geistes und Gemüthes offenbart. Zwar lässt die frühe Reife seines Geistes eine gewisse Jugendlichkeit an ihm, so wie bei andern grossen Geistern, vermissen; doch wird diese durch das Hauptkriterium einer edeln Natur, Wärme des Herzens und Feuer der Begeisterung, hinlänglich ersetzt. Diese Briefe reichen vom April 1795 bis August 1812; ihre Zahl beträgt 28; sie sind theils aus der Heimath, theils aus den anderen Städten, in denen W. in jenen Zeiten lebte, geschrieben. Ausser einigen Privat- und Familienangelegenheiten Moltke's finden wir hier in wissenschaftlicher Hinsicht eine überströmende mit den Jahren stets zunehmende Gedankenfülle, viele ganz eigenthümliche Urtheile über berühmte Namen und Werke, z. B. über Ossian und die arabischen Volksdichter, über Voss, Jacobi, Schiller, über Poesie, Literatur und die wahre Menschenbildung überhaupt, auch über vieles aus den übrigen Briefen Bekannte, was aber hier durch die neue Darstellung neuen Reiz und mehr Vollständigkeit erhält. Im 9ten Briefe gedenkt er in einigen Details seiner Verlobung mit Amalie, und offenbart seine hohe Achtung vor einer edeln Weiblichkeit, an welche nicht zu glauben Schändlichkeit sey, und welcher ein Mann von Charakter sich gerade und offen, ohne Dienen und Kriechen, nähern müsse. – Eine willkommene Zugabe zu diesen Briefen sind einige andere an Friedr. PerA. L. Z. 1840. Erster Band.

thes, der in vertrauter Bekanntschaft mit M. wie mit vielen andern bedeutenden Männern der neueren Zeit stand. Sie reichen vom April 1812 bis Septbr. 1814, sind aus Berlin, Amsterdam und Meldorf geschrieben und in kürzeren Auszügen, als die übrigen Briefe, mitgetheilt. Wie sehr W. Hn. Perthes schätzte, zeigt u. a. seine Bitte um dessen Urtheil über seine Geschichte, so wie seine vertraute Unterhaltung mit ihm über alle Erscheinungen in der Literatur. Mit ähnlichen Gegenständen beschäftigen sich überhaupt diese Briefe; an einigen Stellen sind auch die politischen Ereignisse, so wie der leidende Zustand Hamburgs und dessen wahrscheinliche Verbesserung berührt. v. Der zehnte Abschnitt enthält „Niebuhr's Aufenthalt in Berlin, vom Herbste 1814 bis zum Antritt der Römischen Gesandtschaft im Sommer 1816." MWiebuhr ertheilte auf den Wunsch des Königs dem Kronprinzen Unterricht in der Finanzkunde; er lernte bei dieser Gelegenheit den Prinzen näher kennen und innig lieben; und vielfältige Andeutungen zeigen, dass auch der Prinz ein Herz für ihn hatte. Im Vorwinter von 1814 auf 1815 schrieb er die Schrift: „Preussens Recht gegen den Sächsischen Hof." Sie sollte den überall gegen Preussen ausgestreuten Libellen eine trifftige Rechtfertigung entgegensetzen, und sich bloss auf die völkerrechtliche Ansicht aller Zeiten gründen, ohne ungeziemend gegen den König von Sachsen zu werden; die Schrift ging reissend ab; der Statskanzler bezeigte ihm seinen Dank dafür. – Die Entscheidung des Wiener Congresses, hauptsächlich die Abtretung Ostfrieslands an IIannover, die bedenkliche Voranstellung Preussens gegen Frankreich, betrübte, die gefährliche Wiederkunft Napoleons erschreckte ihn. Gleichzeitig trafen ihn schwere häusliche Leiden; im April 1815 der Tod seines Vaters, und am 20. Juni der Tod seiner Frau, welche nach langer Kränklichkeit unterlag. Dieser Tod zerriss die glücklichste auf gleiche Denk – und Sinnesart gegründete, wenn gleich kinderlose, Ehe. Die Anwesenheit der Hensler, die Nachricht von dem zweiten Einzuge der F. ff

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