Smile or die: wie die Ideologie des positiven Denkens die Welt verdummt

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Kunstmann, 2010 - 253 Seiten
”Sei positiv! Optimisten leben länger! Der Erfolg ist in dir!“ Seit Jahrzehnten künden Ratgeber und Motivationstrainer von der grenzenlosen Macht positiven Denkens. Glück, Gesundheit, Reichtum und beruflicher Erfolg - so die Botschaft - sind für jeden jederzeit erreichbar, eine lückenlos positive Grundhaltung vorausgesetzt. Selbst schuld, wer da noch Sorgen hat oder gar die Ursachen seiner Probleme in der Realität vermutet. Arbeitslose erfahren, einzig der Ton ihrer Bewerbung entscheide über deren Erfolg. Selbst Krebskranke werden heute gewarnt, eine ”negative Haltung“ könne ihre Heilung gefährden. Wie konnte aus dem harmlosen Lob einer optimistischen Lebenseinstellung eine kulturelle Glaubenswahrheit mit zunehmend zwanghaften Zügen werden? Mit kritischer Intelligenz und beißendem Spott nimmt Ehrenreich eine blühende Bewusstseinsindustrie unter die Lupe, die mit ”Positive Thinking“ inzwischen Milliarden verdient. Trotz fehlender wissenschaftlicher Evidenz haben ”positive Psychologie“ und Glücksforschung inzwischen sogar die Universitäten erobert. Doch nirgendwo ist das Ausblenden der Realität stärker verbreitet als in der Wirtschaft: Die Weigerung, negative Entwicklungen überhaupt ins Auge zu fassen, hat - so Ehrenreich - wesentlich zum jüngsten Crash beigetragen. Eine ”erfrischend aggressive und glänzend intelligente Attacke auf das Nonsense-Monster mit den tausend Armen“ (Daily Mail), zugleich ein überfälliges Plädoyer für eine Rückkehr zu Realismus und gesundem Menschenverstand.

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