11 [Elf] schwarze Schneemänner: viel Wirbel um e. unschlagbare Fussballmannschaft

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Goldmann, 1972 - 151 Seiten
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Ich selber gebe dem Buch jedenfalls * * * * * - und freue mich über gelegentliche Sternchen für meine Rezension.
Der Autor, 1937 - 2003, http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.b/b812500.htm
Das Bild hier ist nicht das Original, das ist eine gezeichnete Fußballmannschaft mit 10 Buben und einem Mädchen auf blauem Untergrund. Ich habe es als Schulbub in den zeitigen 1970ern gerne gelesen und mit großer Freude zu Weihnachten 2013 aus dem Blick eines, der selber einmal mit 11, 12 Jahren so ein Fußball verrücktes Kind war, denn es schildert sehr gut die Probleme von Buben in Wien 1210, nahe des Überschwemmungsgebiets, daneben wiztelt der Autor über die Tatsache, dass es statistisch zwar nur alle 5 Jahre weiße Weihnachten in Wien gibt, diese aber in den 1960ern wegen einer verrückten Wetterlage insgesamt 7 x von 10 x mit Schnee zum Abwinken gesegnet waren, die dann oft auch noch weit in den Feber und bis Mitte März reichten. Vor allem 1967/768 und 1968/69.
Der Autor Winfried Bruckner sollte nicht mit dem ähnlich klingenden Karl Bruckner, der mit seiner Spatzen-Elf ebenso ein Fußballbuch geschrieben hat, verwechselt werden, das spielt im Arbeiter-Milieu der 1920er und 1930er Jahre, alle Akteure sind bereits Lehrlinge im Wien der Weltwirtschaftskrise, daher sind die Spieler aus einer Jugendmannschaft mit 16, 17 Jahren. Karl Bruckner war auch bekennender Kommunist und Nazi-Gegner und kannte die Situation des kleinen Arbeiters aus eigener bitterer Erfahrung.
In "Die 11 schwarzen Schneemänner", das 1969 erschienen ist, lebt der legendäre Spät-1960er-Geist auf. Michael, ein Schüler eines Wiener Knaben-Gymnasiums ist Mannschaftskapitän einer Fußball-Sieben. Ich erinnere mich dunkel, dass es das damals auch gegeben hat, vor allem bei Hallenfußball-Turnieren und Volksschule-Knaben-Teams, echte Mannschaften, die auf dem Feld kicken wollen, müssen aber eben eine Elf sein.
Dabei haben sie mit Otto einen unschlagbaren Tormann, auch wenn er nicht mehr exakt weiß, ob er in einem Match einmal 2, 3 oder 4 Elfer gehalten hat, was er jedenfalls nicht müde wird, allen zu erzählen. Verstärkt werden sie durch die Zwillinge Hans & Herbert, so wie 3 weiteren Burschen, die sich Zocco, Pele und Simba nennen, wie drei brasilianischen Nationalspieler, die wohl damals viele verehrten, das Team aus Südamerika, Fußball-WM-Sieger 1958, 1962 und 1970 (später auch noch 1994 und 2002) war damals ja durchaus gefragt.
Sie wollen wie viele in dem Alter (auch ich war 1972 - 1974 besonders Fußball verückt und obwohl ich erstmals mit 10 Jahren überhaupt erstmals kickte, wollte ich als 12-jähriger 1974 direkt bei Rapid in die Schülermannschaft einsteigen), so richtige Matches spielen und sich - deutlich vor der tatsächlich 1974/75 dann erstmals österreichweit gespielten Schülerliga zu einer lokalen Meisterschaft in einem der Donau nahen Bezirke (Wien 1020, Wien 1200, Wien 1210 und Wien 1220) melden.
Das Buch zeigt - typische Pädagogik der späten 1960ern, ohne Droh-Finger, ohne dummes Reden, einfach nur zeigen, was es an Chancen im Leben gibt - dann in sympathischer Weise mit einem im Rollstuhl sitzenden Buben, der sie täglich von (vermutlich ist es der Hubertusdamm bei der Floridsdorfer Brücke) seinem Standort oben auf der Brücke beobachtet und der kann ihnen 2 Ball begeisterte Knaben, den Langen und Charly, einen Schwarzen, nennen, die dort täglich trainieren. Völlig problemlos für die Buben, dass ein "Neger", wie man die damals noch häufig nannte, ebenso ein Fußball-Narr ist,
Paul, der vorübergehend nach einem Auto-Unfall gelähmte Bub kennt noch einen exzellenten Ballesterer, Tommy, der in einem Abbruchhaus, einer alten Brauerei wohnt und als er zeigt, wie er mit gefühlvollen Schüssen leere Flaschen umwerfen kann, ohne dass die zu Bruch gehen und seinen persönlichen Rekord nennt und darauf hinweist, dass wer seine Meisterleistung noch deutlich toppt, kommt der 11. Spieler dazu, der eben eine Spielerin ist: Sylvia, ein Wirbelwind, eine mit Trommel und Trompete durch das
 

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